Forum: Panorama
S-Bahn-Schläger-Prozess: "Für mich war Brunner der Angreifer"

Als Dominik Brunner tot war, pries man ihn öffentlich und allseits. Er habe sich vorbildlich verhalten, alles richtig gemacht. Die Wahrheit sieht vermutlich anders aus: Der Manager beschützte zwar vier Kinder vor S-Bahn-Rowdys - doch er begann offenbar auch die Schlägerei, die ihn das Leben kostete.

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mike.bauer 20.07.2010, 18:46
1. Na und?

Ich folge der Anklage der Staatsanwaltschaft.

Es ist egal wer zuerst schlägt - wichtig ist wer die Situation eskaliert.
Ein Beispiel: Ein Mann wird mit einem Messer bedroht - er schlägt zuerst - dann hat dieser Mann auch nicht "angefangen" sondern aus Notwehr gehandelt.
Ich denke dieses Beispiel kann man gut übertragen. Die Jugendlichen haben ihn bereits in der S-Bahn bedroht, sind an der gleichen Haltestelle ausgestiegen, haben ihn bedrängt.
Er hat also nicht rein aus Lust an der Schlägerei zugeschlagen sondern weil er sich genötigt gefühlt hat.

Abgesehen davon ändert das nicht dass
A. Er Zivilcourage bewiesen hat und ein Held ist
B. sinnlos gestorben ist
C. dass die Täter auf ihn eingetreten haben als er am Boden lag und somit seinen Tod billigend in Kauf genommen haben.

Der Rest ist weniger wichtig, und wird von den Medien hochgespielt.

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wmerkel 20.07.2010, 18:47
2. ...

Die Aussage musste so sein - egal, wie es in Wirklichkeit war. Hätte er ausgesagt, dass Brunner bedrängt worden sei, wäre er "mitschuldig". So ist er aus der Schusslinie.

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Pacolito 20.07.2010, 18:52
3. Hmm...

Zitat von sysop
Als Dominik Brunner tot war, pries man ihn öffentlich und allseits. Er habe sich vorbildlich verhalten, alles richtig gemacht. Die Wahrheit sieht vermutlich anders aus: Der Manager beschützte zwar vier Kinder vor S-Bahn-Rowdys - doch er begann offenbar auch die Schlägerei, die ihn das Leben kostete.

Klar, die beiden Schläger sind nur rein zufällig mit ausgestiegen...Brunner wusste ganz genau, was folgen wird, natürlich hat er sich darauf eingestellt.

Aber wir wissen ja, was folgen wird. Der Richter wird von "einer tragischen Tat" sprechen, sich über die Schläger entrüsten, Herrn Brunners "mutiges, aber unbedachtes" Handeln loben und dann gibts ein halbes Jahr auf Bewährung. Fall abgeschlossen.

Moral von der Geschicht: Andren helfen lohnt sich nicht.

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nanokain 20.07.2010, 18:55
4. Tja Gisela....

Gut wenn man selbst wohl nie in die verlegenheit kommt, entscheiden zu müssen ob man sein heil in der offensive sucht, oder nicht. Bei einigermassen nicht durchgeknallten halbstarken kann das durchaus funktionieren und die sache ist gegessen. Bei diesen schlägern aber nicht.

Warum der bahmangestellte keinen finger krumm gemacht hat, rechtfertigt durchaus die frage ob es irgendwelche konsequenzen seitens arbeitgeber gab - das ist nicht spitz.

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greeper 20.07.2010, 18:57
5. Macht doch in Zukunft, was ihr wollt

Die beiden armen Angeklagten, da haben sie nur ein paar Kinder in einem Zug bedroht und wollten sie bestehlen, sind dann hinterhergelaufen und haben sie weiter bedroht und schon werden sie vom brutal Schläger Brunner geschlagen. Daß sie dann auf ihn eintreten mußten, war ja nur Notwehr, schließlich hatten sie um ihr Leben zu fürchten.

Eine kleine message von mir an alle Halbstarken, Möchtegern-Gangster und Jugendlichen Gewälttäter: Macht doch in Zukunft, was ihr wollt, ich werde bestimmt nicht eingreifen.

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Orlander 20.07.2010, 18:57
6. Ursache und Wirkung

Zitat von sysop
Als Dominik Brunner tot war, pries man ihn öffentlich und allseits. Er habe sich vorbildlich verhalten, alles richtig gemacht. Die Wahrheit sieht vermutlich anders aus: Der Manager beschützte zwar vier Kinder vor S-Bahn-Rowdys - doch er begann offenbar auch die Schlägerei, die ihn das Leben kostete.
Fakt ist aber, dass die Ursache des Vorfalls nicht von Brunner ausing. Wir kommen mit den 'Fakten' wieder an jenem Punkt, der in D schon fast gängige Praxis ist, dass letztendlich die Opfer zu Schuldigen gemacht werden. Am Ende müssen die Angehörigen des Toten whs noch Schmerzensgeld bezahlen. Armer Staat. Die Polizei wird leider benötigt um Verkehrssünder etc zu jagen, damit Geld in die Kassen kommt. Sicherheit zu gewährleisten kostet Geld. So etwas leistet sich der Staat nur bei Imageträchtigen Projekten, wie Afg. etc.

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Ha_Or 20.07.2010, 18:57
7. Richtig gehandelt

Der Mann hat vollkommen richtig gehandelt. Durch den Erstschlag versetzte er die beiden zu mindestens zeitweise in Schockzustand. Hätte er nicht zugeschlagen, wären die Beide auf ihn los gegangen. Es hätte so oder so geendet, der Mann hat nur etwas Zeit gewonnen. Wenn ein Mensch jemanden, der auf Boden liegt mit Füßen zu Tode prügelt, dann macht er das unabhängig davon ob er geschlagen wird oder nicht.

Aber der Artikel zeigt das Problem in Deutschland. Opfer werden immer zu Tätern und umgekehrt.

Und kommt mir nicht mit: aber Er hat als erster zugeschlagen... die Beiden hätten weg gehen und Polizei anrufen können. Sie haben sich für Mord entschieden.

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fredvonmars 20.07.2010, 19:03
8. Liebe Frau Friedrichsen

"Für den Prozess ist dies vermutlich ohne große Relevanz, erstens, weil die Staatsanwaltschaft - und mit ihr das Gericht - das längst wussten"

Liebe Frau Friedrichsen,

das Gericht wusste das nicht, da 40% des Gerichtes vor Prozessbegin keine Akteneinsicht haben.

Und die Verteidigung wusste es auch ? Und hat es bis dahin nicht angesprochen ?

Und bis zur Aussage des Sachverständigen ist die Frage ja wohl völlig ungeklärt, was, wie und warum zum Tod des Hrn. Brunner geführt hat. Deshalb leisten wir uns ja den kostenintensiven Luxus von Sachverständigen und lassen nicht Laien Dinge buerteilen, von denen sie keine fachlich fundierte Meinung haben.

mfg
fvm

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mats123 20.07.2010, 19:07
9. Schutzbehauptungen

Wie glaubwürdig sind denn die Aussagen des Lokführers?

Sie stehen im krassen Gegensatz zu den Aussagen anderer Zeugen, insbesondere der betroffenen Schüler.

Der Lokführer hätte einen guten Grund zu lügen, denn er hat sich aus dem Staub gemacht und ist abgefahren.

Ich wüsste nicht, weshalb die vier Schüler einvernehmlich lügen sollten.

Letztlich stellt sich aber dennoch die Frage: Warum ist die Berichterstattung derart grottenschlecht???

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