Forum: Panorama
Sachsen-Anhalt: Alle Opfer des Zugunglücks sind identifiziert

Die Ermittlungen zum Bahn-Unglück in Sachsen-Anhalt kommen voran: Alle zehn Todesopfer sind identifiziert - unter ihnen ist auch ein zwölfjähriges Mädchen. Einem Bericht des Verkehrsministeriums zufolge soll der Lokführer des Güterzugs zwei Haltesignale*nicht beachtet*haben.

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glchao 01.02.2011, 19:51
1. Trauer

Letztendlich macht dies fassungslos. Zu lesen ist, dass nicht nur eine Fanilie ihr Leben verlor. Wenn die Ursache persönlich schuldhaftes Versagen eines einzelnen war, ist dies auch keinesfalls beruhigend.

Zu prüfen, immer wieder, wie vermeidbar so etwas sein kann.

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Pandora0611 01.02.2011, 20:10
2. Es muß wohl immer erst etwas passieren

bevor die Bahn reagiert.

- 2 Haltesignale überfahren
- nicht auf den Bahnfunk reagiert
- dann soll sich der Lockführer angeblich auch noch in der 2. Lock aufgehalten haben.

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bigdaddy2 01.02.2011, 21:31
3. Mein Beileid an die Angehörigen der Opfer!

Wenn ich daran denke, wie mag wohl das 10 jährige Mädchen reagieren, wenn es am Krankenbett erfährt, dass ihre Familie bei dem Zugunglück ums Leben kam? Das geht mir sehr an die Nieren. Man kann nur schwer hoffen, das sie dieses Trauma irgendwann überwindet.

Zitat von Pandora0611
Es muß wohl immer erst etwas passieren bevor die Bahn reagiert.
Traurig,aber wahr! Das wird sich wohl nie ändern.

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Navitrolla 01.02.2011, 22:12
4. Lokführer

Ich frage mich ja langsam allen ernstes, ob es nicht an der Zeit wäre Lokführer wegzurationalisieren.
Was macht dann ein Lokführer eigentlich außer Butterbrot essen und regelmäßig auf einen Knopf drücken der signalisiert "Lokführer ist noch wach"?

- Der Lokführer fährt los wenn der Zugchef pfeift oder mit der Kelle winkt - das könnte eine Fernbedienung genauso gut.
- Die Weichen werden extern gestellt - also muss er nicht lenken.
- Die Geschwindigkeiten sind für einzelne Gleisabschnitte vorgegeben - das könnte man genauso gut extern oder per GPS steuern.
- Wie wir jetzt lernen ist ein PZB Sicherheitssystem schon vielerorts Standard, das den Zug bremst wenn der Lokführer es nicht tut.
- Und realistisch gesehen macht es keinen großen Unterschied, ob der Lokführer auf offener Strecke jemanden auf die Gleise springen sieht, eine Notbremsung einleitet und nach 1 km mit blutverschmierten Zug stehen bleibt oder ein Kollisionssensor den Zug nach Aufprall abbremst.

Und regelmäßig wird dann noch wegen "Hoch verantwortungsvollen Job - ähnlich wie der eines Piloten" gestreikt und mehr Geld Oder andere Arbeitsbedingungen verlangt.

Alternativ könnte man Kameras in die Lokomotiven installieren, die Lok remote steuern und Homeoffice-Jobs daraus machen ... oder?

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Scornorcs 01.02.2011, 22:54
5. Eine technische Frage

Wenn die Weiche für den HEX aus Nord-östlicher Richtung eingestellt war, wie konnte denn der Güterzug überhaupt über die Weiche fahren, bekommt man das nicht als Lokomotivführer mit? Oder drückt der Zug die (Zungen?) einfach an das Gleis?

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philipp.christmann91 01.02.2011, 23:25
6. ...

Naja, es sollte ja schon was getan werden. Diese Entscheidung wurde unabhängig von dem Unfall getroffen. Wenn der Lokführer des Güterzuges sich an die Regeln gehalten hätte, wäre das Unglück auch nicht geschehen. Aber ich verbitte es mir, ein Urteil zu fällen, weil ich nicht dabei war und nicht weiß warum der Lokführer über das Haltesignal gefahren ist.

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franneck 02.02.2011, 09:54
7. Weiche

Zitat von Scornorcs
Wenn die Weiche für den HEX aus Nord-östlicher Richtung eingestellt war, wie konnte denn der Güterzug überhaupt über die Weiche fahren, bekommt man das nicht als Lokomotivführer mit? Oder drückt der Zug die (Zungen?) einfach an das Gleis?
So ist es. Inwieweit man das als Lokführer mitbekommt, würde mich auch interessieren. Noch mehr allerdings, warum es keine Schutzweiche an besagter Stelle gab. Ist das bei Kreuzungsfahrten nicht Vorschrift?

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Dazzle 02.02.2011, 15:57
8. Stumpf aufgefahren...

Zitat von Scornorcs
Wenn die Weiche für den HEX aus Nord-östlicher Richtung eingestellt war, wie konnte denn der Güterzug überhaupt über die Weiche fahren, bekommt man das nicht als Lokomotivführer mit? Oder drückt der Zug die (Zungen?) einfach an das Gleis?
Der Güterzug hat die Weiche "stumpf" aufgefahren, heißt einfach aufgedrückt weil er vom Nebengleis auf das Hauptgleis gefahren ist. Das bekommt der Fahrdienstleiter des Stellwerkes das die Weiche gestellt hat mit, weil der verriegelte Weichenhebel nicht mit umschlägt. Dafür würd ein dicker Splint abgeschert und das mit viel Lärm.
Im übrigen hätte auch ohne Zwangsbremsung der Unfall vermieden werden können, hätte eine 2te Weiche am Nebengleis existiert. Die kann er nicht auffahren und der Zug käme erst gar nicht aufs Hauptgleis.
Leider fehlte wohl auch diese 2te Weiche als Flankenschutz am Nebengleis, so wär er gar nicht erst aufs Hauptgleis gekommen sondern gegen einen Prellbock gefahren

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HtFde 02.02.2011, 16:08
9. Bitte aufpassen ...

Zitat von Pandora0611
bevor die Bahn reagiert. - 2 Haltesignale überfahren - nicht auf den Bahnfunk reagiert - dann soll sich der Lockführer angeblich auch noch in der 2. Lock aufgehalten haben.
... auf wen man eindrischt - "Die Bahn" war nicht Betreiber der zusammengestoßenen Züge.

Was die Ausstattung der Strecken mit Sensoren angeht, ist die Bahn allerdings wieder in der Pflicht - aber da sollte man nicht aus dem Auge verlieren, dass die Politik da in Sachen Gewinnerwartung auch kräftig mitmischt.

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