Forum: Panorama
Sächsischer Polizeipanzer: Umstrittenes Logo soll entfernt werden
DPA

Die Stickereien auf den Sitzen eines sächsischen SEK-Panzers haben heftige Kritik ausgelöst. Jetzt sollen sie entfernt werden.

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Corkonian 19.12.2017, 19:11
60. Würden....

...sich die Bürger mal so über wichtige Themen wie Pflegenotstand, bezahlbarer Wohnraum, Altersarmut oder Bildung aufregen, wäre dem Land sehr geholfen.
Die Form des Logos ist auch den Verwendungsabzeichen der Bundeswehr und denen der anderen Polizeieinheiten in Deutschland ähnlich.
Und dass die Rechten die Frakturschrift als ihr Erkennungsmerkmal vereinnahmt haben, zeigt auch nur, wie wenig diese über die von ihnen so verehrte Zeit wissen (wie man weiß, wurde die gebrochene Schrift 1941 verboten - als "Judenlettern").

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SeasickSteve 19.12.2017, 19:12
61. ...

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Wäre es nicht viel bedeutender, den Entscheidungsträger für diese unsägliche Aktion aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen?
Ein israelischer Geschäftspartner sagte mir jüngst: "Solch absurde Diskussionen werden nur in Deutschland geführt. (...). Deshalb geltet Ihr Deutschen als schwach und werdet international schon lange nicht mehr ernstgenommen. Und in Eurer grenzenlos naiven Selbstgerechtigkeit glaubt Ihr auch noch, die Welt, und insbesondere wir Juden, bewundert/ n Euch für diesen Defätismus - dabei werdet Ihr dafür nicht einmal mehr mitleidig belächelt."

Denkende Querulanten stehen dafür geradezu prototypisch.

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DieHappy 19.12.2017, 19:12
62.

Zitat von bold_
Tja, da gab es doch sicher ein detaillierten Auftrag dafür - und eine Abnahme seitens des Bestellers. Einige Mutmaßungen: a) der Hersteller hat sich einen Scherz erlaubt oder steckte zu tief in seiner Firmentradition b) der Käufer hat's nicht gleich gemerkt c) der Käufer hat das so - oder ähnlich - bestellt und dem Hersteller freie Hand gelassen d) so eine Stickerei stärkt den Rücken derer, die in dem Fahrzeug sitzen Nun gibt es also einen Rückzieher - den hätte man glatt vermeiden können! Hintergrundinformationen folgen bei extra 3?
Sie hätten nur auf den Link im Artikel klicken brauchen und schon hätten sie die Antwort.
http://www.spiegel.de/panorama/poliz...a-1183888.html

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Larnaveux 19.12.2017, 19:12
63. Frakturschrift

Zitat von solltemanwissen
Und von wem wird sie heute hauptsächlich verwendet? Danke, keine weiteren Fragen.
Entgegen aller Behauptungen, Frakturschrift würde "hauptsächlich" von Rechten verwendet werden, stimmt das so einfach nicht, mal ganz losgelöst von dem sehr merkwürdigen Schriftzug auf dem Sachsenpanzersitzbezug.

Nur mal so zur Information: Die Frakturschrift wird - falls sie überhaupt eingesetzt wird - sehr häufig verwendet, wenn der Schriftgestalter auf etwas Altes, Bewährtes verweisen möchte. Insofern findet sich die Schrift oft beispielsweise auf Geschäften mit Antiquariatsgedanken, auf Restaurants mit altbewährter Küche, teilweise auch im Retrolook auf Reklame mit einem Produkt alter Schule. Sie findet Verwendung auf historischen Städtewegweisern und Infotafeln (zumindest als Überschrift) und so weiter und so fort.

Auch wenn die Nutzung der Frakturschrift prozentual verschwindend gering ist, so ist sie auch heute noch nicht so selten, wie man glauben mag. Jeder sollte mal mit offenen Augen durch seine Stadt gehen, und er mag überrascht sein, an wie vielen vollkommen harmlosen Plätzen Fraktur zu vollkommen harmlosen Zwecken eingesetzt wird. Ich verspreche Ihnen: Sie ist häufiger als vermutet. Ihren schlechten Ruf, durch ihre Vergewaltigung durch ultrarechte Gruppierungen, aber auch Motorradgangs oder durchaus auch Musikbands mit durchaus trinkfestem Publikum hat die Schrift vollkommen zu Unrecht.

Nicht die Frakturschrift ist das Problem. Ich sehe schon wieder eine Hysterie, dass irgendwer in Ohnmacht fällt und "Nazi" schreit, nur weil irgendwo eine Frakturletter prangt. Es ist immer noch der Gesamtkontext, der etwas verdächtig macht. Und dieser Kontext war bei diesem Panzer ziemlich fragwürdig in meinen Augen.

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Sleeper_in_Metropolis 19.12.2017, 19:13
64. Endlich mal was positives aus Sachsen.

Zitat von nadennmallos
War, von der Formensprache her, eindeutig den Rechten zuzuordnen.
Sehr richtig. Bedauerlich ist nur, das sowas immer erst massiv von der Öffentlichkeit kritisiert werden muss, bevor man (nach div. ungeschickten Rechtfertigungsversuchen) dann doch zurückrudert. Ich hoffe, das man sich im Osten irgendwann mal von alleine die nötige Geisteshaltung zu dem Thema aneignet - aber wenn ich mir so manche Kommentare hier durchlese, ist damit leider auch in der nächsten Zeit nicht zu rechnen. Braucht wohl noch mal 27 Jahre...

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midas 19.12.2017, 19:20
65. unter falscher Flagge

Wer ignoriert wie mächtig und wirkungsvoll Symbolik ist, hat nie wirklich ein Geschichtsbuch gelesen. Die Schrift hebt sich nicht zufällig von dem offiziellen Polizeiemblem Sachsen ab. Sie verwendet das Wappen des Königreichs Sachsen, nicht des Freistaates Sachsen, dieser Teil geht in der Diskussion um die NS Ähnlichkeit leicht unter. Ein Emblem zu verwenden dass sich nicht an einer demokratisch entstandenen Struktur sondern einem Königreich mit keiner Verantwortung gegenüber dem Volk orientiert, in einem Fahrzeug dass eine solche Gewaltausstrahlung hat ist mehr als gefährlich, weil sich nicht nur die Kritiker, sondern auch die Nutzer des Fahrzeugs der Wirkung bewust sind. Die Insassen fahren mit solchen Emblemen unter anderer Flagge. Wer bereits rechter Gesinnung ist könnte die Möglichkeit seine Gesinnung offen zur Schau zu tragen als Freibrief verstehen und sich mehr dem Emblem verpflichtet fühlen als geltendem Recht und Aufgabe. Das Sachsen ein rechtes Problem hat wurde ausreichend gezeigt, und es wird sich massiv verschlechtern wenn Menschen rechter Gesinnung in offiziellen Positionen sich ungestraft so weit aus dem Fenster legen können.

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uzsjgb 19.12.2017, 19:21
66.

Zitat von DieHappy
Kleiner Tipp von mir. Man kann tatsächlich einfach beides machen. So wie eine Zeitung auch nicht nur eine, sondern ganz viele Rubriken hat.
Aber das wissen eventuell diejenigen nicht, die aus rechten Foren direkt hierher gefunden haben, um diesen Erfolg zu untergraben. Foren zu diesem Thema haben ein deutliches Übergewicht an rechten Relativierern.

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Referendumm 19.12.2017, 19:22
67.

Zitat von jan.22301
Die Diskussion über die Stickereien auf den Sitzen des Panzers, wo sich der Schriftzug "Spezialeinsatzkommando Sachsen" auch noch so sinnig abkürzen läßt zu "SS", lenkt ab vom eigentlichen Skandal und treibt ihn doch auch auf die Spitze: Der Skandal besteht darin, daß die Staatsmacht jetzt mit Panzern gegen ihre Zivilbevölkerung vorgeht oder jedenfalls vorgehen will. Sonst wären die Dinger ja nicht angeschafft worden. So etwas kannten wir bisher nur aus totalitären Regimen. Und die Stickerei weist genau in diese Richtung, in die des III. Reichs. Gerade wegen der historischen Erfahrungen, die wir Deutschen gemacht haben, ist der Einsatz der Bundeswehr im Inneren des Landes grundsätzlich nicht erlaubt (von Unterstützung der Zivilkräfte in Katastrophenfall einmal abgesehen). Jetzt aber rüsten die Polizeikräfte auf. Auf einen militärischen Standart. Mit Panzern. Und nicht nur das. Es gibt Photos von Polizeikräften im G20-Einsatz, auf denen die Jungs so martialisch hochgerüstet sind, das man gerade diese für den "schwarzen Block" halten kann. Kein Wunder also, daß sich der Bürger, auch dem ganz normalen, der keine Steine schmeißt und keine Supermärkte plündert, durch das militärisch-martialische Auftreten der Polizei provoziert fühlt. Und jetzt kommt die auch noch mit Panzern . . . Keine gute Idee.
Danke für Ihre Zeilen, genau das ist mir beim ersten Anblick dieses Panzers als erstes aufgefallen.

Dazu passt dann meine Info (von einem hohen Polizeibeamten im Osten), dass nicht zuletzt nach der Krise 2008 überproportional viel Munition seitens der Polizei geordert wurde. Warum wohl?

Dazu passt der Kommentar von Jakob Augstein: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/s-p-o-n-im-zweifel-links-a-903393.html
Zwischentitel: "Jeder Widerstand ist dem Staat verdächtig"

Und dazu passt dann vor allem das "Amtsblatt der Europäischen Union ERLÄUTERUNGEN (*) ZUR CHARTA DER GRUNDRECHTE" und dort vor allem:
"Erläuterung zu Artikel 2 — Recht auf Leben" , denn da steht ausdrücklich drin:
a) Artikel 2 Absatz 2 EMRK: „Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels (Anmerkung: Recht auf Leben) betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um
c) einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen“.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum der Staat, die Staatsmacht so viel Angst vor uns Bürgern hat. Und komme mir jetzt keiner mit dem Gelabere von den G20-Chaoten; denn das ist absolut peinlich, solche Anmerkungen zu machen.
Da kontere ich nämlich locker mit dem Roman "Der Untertan" (von Heinrich Mann) - und dem gleichnamigen Film von W. Staudte.

Und wenn ich dann all diese Mosaiksteinchen zusammenlege, kommt etwas nicht sehr schmeichelhaftes für den Deutschen Staat heraus und ich frage mich wiederum: Warum so agieren?

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Crom 19.12.2017, 19:23
68.

Zitat von ditta
Daß dem seit 1999 verschiedenen Ministerämtern Sachsens vorstehenden, darunter dem des Inneren, Lothar de Maizière dieser Umstand nicht auffiel, ist bedauerlich. Ei verbibbsch!
Lothar de Maizière war nie Innenminister oder sonst ein Minister in Sachsen.

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Luscinia007 19.12.2017, 19:24
69.

Zitat von MarkusRiedhaus
Zitat: "Es ist normal geworden, dass ein hebräischsprechender Mann in der U-Bahn von Arabern verprügelt wird" Anstelle sich darum politisch zu widmen, damit Juden in DE keine Angst haben müssen. Macht man einen hysterischen Hype um ein paar nichtssagende Sitzstickereien - diese können nämlich keine Juden verprügeln und keine der Empörten. Die können sich in Sicherheit wiegen ihre moralische Seele gestreichelt zu haben. Realsatire sondersgleichen.
Wie wollen Sie sich sicher sein, dass eine Polizeitruppe, die sich unter naziesken Symbolen zusammenfindet, auch bereit ist, diese "hebräischsprechenen Männer" zu verteidigen?

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