Forum: Panorama
Saudisches Urteil gegen Journalistin: Wer über Sex spricht, bekommt die Peitsche

Weil ein junger Mann im Fernsehen über Sex plauderte, brach über ihm, seinen Freunden und Mitarbeitern des TV-Senders die Hölle los: Saudische Richter verurteilten sie zu drakonischen Strafen. Außer den Protagonisten des Films soll nun auch eine 22-jährige Journalistin ausgepeitscht werden.

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Pink 26.10.2009, 10:56
70. etwas präziser bitte

Zitat von haujobb23
Meine lieben, anonymen Freunde aus der Onlinewelt, ihr seid in Fragen der Doppelmoral und der Geschmacklosigkeit kaum zu übertreffen. Es ist immer wieder köstlich, hier die Ansichten von Systemkritikern zu lesen, die selbst in Systemen gefangen und damit selbst komplett geblendet sind. Nur: Das merkt ihr doch selbst nicht. Ihr seid doch kaum....
Was ist denn das für ein klauderwelsches relativistisches Sammelsurium, das Sie da zum Besten geben? Was hat der dicke Bayer mit der saudischen Gesetzgebung zu tun? Wo ist Ihr Argument? Das müsste schon etwas präziser werden, damit man Sie ernst nimmt.

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noreenci 26.10.2009, 10:59
71. Ist doch ganz einfach....

der Westen und die Christen sind gut und die arabischen Länder und der Islam (im besonderen) sind böse.

So einfach geht es doch nach Meinung der meisten User hier im Forum. Das was in SA passiert befürworte ich auch nicht!! Aber sich hinzustellen und den Islam für wirklich alles schlechte die Schuld zu geben ist zu einfach. Lernt doch mal aus der Geschichte. Einen Sündenbock gab es doch früher immer weider für alles....

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Pink 26.10.2009, 11:00
72. ?

Zitat von Epistemiker
Ich verzichte dankend sowohl auf durchgeknallte islamische Extremisten als auch auf durchgeknallte christlich-evangelikale Extremisten. Die heutigen westeuropäischen politischen und legislativen Ordnungen beruhen auf dem Demokratieprinzip, dem Rechtsstaatsprinzip, dem Sozialstaatsprinzip, den Menschen- und Bürgerrechten und einer funktionierenden staatlichen, von der Kirche getrennten Administration. Können Sie mir bitte mal die Stellen im NT zeigen, wo alle diese Faktoren, die zum Teil gegen den erbitterten Widerstand der Kirche erkämpft wurden, als sog. göttliche Offenbarung festgelegt sind?
Bevor ich die Fragen beantworte: Können Sie als "Epistemiker" uns kurz verraten, welchen denn Ihre eigenen epistemischen Grundlagen sind, da Sie offensichtlich jegliche Religion ablehnen?

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ntholeboha 26.10.2009, 11:08
73. Aber klar doch!

Zitat von haujobb23
Regeln, Strafe, Züchtigung und Intoleranz haben ihren Ursprung in der Religion - und in der Staatenbildung.
Ich sag's mal so: Sie haben mich erwischt. Mein Beitrag war eher sarkastisch gemeint.
Abgesehen davon koennte ich mir auch gut vorstellen, in einem solchen Staate tagtaeglich anzuecken. Bei solch inquisatorischen Urteilen wird es wohl noch viele Generationen dauern ehe so etwas wie wirkliche Aufklaerung zum Tragen kommt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Islamfundis nicht doch noch von den Christenfundis ueberholt werden frei nach dem sozialistischen Prinzip: ueberholen ohne einzuholen ...

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Epistemiker 26.10.2009, 11:12
74. .

Zitat von Pink
Bevor ich die Fragen beantworte: Können Sie als "Epistemiker" uns kurz verraten, welchen denn Ihre eigenen epistemischen Grundlagen sind, da Sie offensichtlich jegliche Religion ablehnen?
Ich stehe Religionen---in der Tat---sehr kritisch gegenüber und bin selbst Atheist. Ich bin der Ansicht, dass Religionen argumentativ bekämpft werden sollten, wobei die Betonung auf argumentativ liegt. Zugleich---und das ist durchaus kein Widerspruch---halte ich die Religionsfreiheit für ein wichtiges Menschenrecht. Es ist nämlich ein großer Unterschied, ob man etwas für Unsinn hält und es argumentativ bekämpfen möchte oder ob man etwas staatlich verbieten will.

Meine epistemischen Grundlagen, nach denen Sie hier fragen, bestehen aus der Summe meiner Beobachtungen und meiner erlernten Wertungen und sie gehen Sie---im Übrigen---nichts an. Sie können aber davon ausgehen, dass ich mich an der Werteordnung der Grundgesetzes orientiere.

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Wallenstein 26.10.2009, 11:12
75. Anspielung

Zitat von noreenci
der Westen und die Christen sind gut und die arabischen Länder und der Islam (im besonderen) sind böse. So einfach geht es doch nach Meinung der meisten User hier im Forum. Das was in SA passiert befürworte ich auch nicht!! Aber sich hinzustellen und den Islam für wirklich alles schlechte die Schuld zu geben ist zu einfach. Lernt doch mal aus der Geschichte. Einen Sündenbock gab es doch früher immer weider für alles....
Worauf wollen Sie damit anspielen?
Wollen sie den Islam mit dem Judentum vergleichen und damit die Muslime mit Juden gleichstellen?
Also ich kenne keinen einzigen Juden, der für das Judentum jemals die Weltherrschaft anstrebt(e).

Von sogenannten Christen kann man das derzeit auch nicht sagen. Und die Kreuzzügler handelten ja auch nicht im Namen Jesu.
Ich lese, höre und sehe immer wieder nur Nachrichten, in denen Muslime sich die Worte ihres Propheten zu Herzen nehmen, und mit Terror Andergläubige, Ungläubige, ja ganze Staaten drangsalieren.
Bilden Sie sich doch bitte mal fort:
http://www.ex-muslime.de/indexArchiv.html

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Pink 26.10.2009, 11:14
76. ...

Zitat von ntholeboha
Ich sag's mal so: Sie haben mich erwischt. Mein Beitrag war eher sarkastisch gemeint. Abgesehen davon koennte ich mir auch gut vorstellen, in einem solchen Staate tagtaeglich anzuecken. Bei......
Was genau würden Sie denn von den "Christenfundis" befürchten?

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Earendil77 26.10.2009, 11:19
77. unsere Freunde

Tja, im Unterschied zu Taliban und iranischem Regime sind [i]diese]/i] Klerikalfaschisten "unsere" Freunde und Verbündeten...

Mit dem Islam an sich hat das wenig zu tun. In SA ist nicht "der Islam" an der Macht, sondern eine extremistische Monarchie. Im "christlichen" Europa vor 500 Jahren oder in Süd-Nigeria sah/sieht's nicht wesentlich besser aus, im antichristlichen NS erst recht nicht. Diese Zustände sind auch nicht einfach Jahrhunderte alt, sondern ein durchaus modernes Phänomen. (Die mittelalterlichen islamischen Staaten waren ja geradezu ein Paradies der Freiheit gegenüber dem Tugendterror im heutigen SA.) Aber was hilft's, die Kulturkrieger wird's nicht stören.

@ntholeboha: Wer so etwas rechtfertigt, hat sich aus jeder akzeptablen Diskussion verabschiedet. Relativismus gilt auch nicht. Keinen Fußbreit den Faschisten, weder hier noch anderswo!

Und solange wie Menschen die Unverschämtheit besitzen, ihre Lebensauffassung als "normal" zu bezeichnen und andere folglich als "unnormal" abzustempeln und zu terrorisieren, <i>gehört</i> "die Lebensauffassung der normalen Saudis [oder auch Deutschen] in den Dreck gezogen"!

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Reinhardt Gutsche 26.10.2009, 11:20
78. Quantité négligeable

Als vor zwei Jahren das saudische Staatsoberhaupt mit großem Gefolge zum Staatsbesuch in Berlin weilte, vollbrachte die angesehene „Berliner Zeitung“ die bemerkenswerte journalistische Leistung, darüber einen Vierspaltenbericht (dazu noch auf der Klatsch-Seite im Stil einer Hofberichterstattung) zu veröffentlichen, ohne auch nur einmal die Vokabeln „Diktatur“, „Demokratie“ und „Menschenrechte“ zu verwenden. Stattdessen war das Foto einer freundlich, nahezu devot lächelnden Kanzlerin zu sehen, die ansonsten, z.B. bei Besuchen in China, schon im Landeanflug wie in einem pawlowschen Reflex die Achtung der Menschenrechte einfordert (zumindest deren politisch-individuellen Teile). Sicherlich wäre es auch für die Seite 28 des Hauptstadtblattes unschicklich gewesen, gleich über der Homestory zu Alfred Bioleks Kochkünsten beim Thema Saudi-Arabien auf den wenige Tage zuvor veröffentlichten Rüstungsexportbericht des Bundeswirtschaftsministers zu verweisen, wonach Berlin im Jahre 2006 Ausfuhrgenehmigungen an Saudi-Arabien im Wert von 57 Millionen Euro erteilt hatte, einem Staat, der mit mit seiner anachronistischen klerikal-totalitären islamistischen Ideologie nicht nur zu den brutalsten feudal-absolutistischen Diktaturen der Welt gehört, sondern überdies zu den Hauptfinanziers diverser, vor allem antisemitischer Terrororganisationen. Auch die Frage, inwiefern dieser Waffenexport nach Saudi-Arabien mit dem Exportverbot in Kriegs- und Krisengebiete kollidiert und die gelieferten Waffen möglicherweise das Militärpotential gegen Israel stärken, schien dem Hofberichterstatter zufolge ein quantité négligeable zu sein im Vergleich zur Shopping-Tour des Diktators im Quartier 206 und dem KaDeWe...

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Pink 26.10.2009, 11:22
79. ich bin gespannt

Zitat von Epistemiker
Ich stehe Religionen---in der Tat---sehr kritisch gegenüber und bin selbst Atheist. Ich bin der Ansicht, dass Religionen werden sollten, wobei die Betonung auf liegt. Zugleich---und das ist durchaus kein Widerspruch---halte ich die Religionsfreiheit für ein wichtiges ....
Letzteres ist beruhigend.

Damit, dass mich Ihre Grundlagen nichts angehen, kann ich leben – abgesehen davon, dass wir uns in einem Forum befinden, das u.a. Weltanschauungen, und damit Epistemologien, diskutiert, und dass Sie sich zudem diesen Foristennamen verpasst haben.

Und wenn Sie Religion argumentativ bekämpfen wollen, bin ich gespannt, welche zwingenden Argumente Sie dagegen vorbringen wollen.

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