Forum: Panorama
Schadet die Havarie dem Geschäft mit den Kreuzfahrten?

Das Schiffsunglück vor der italienischen Küste brachte vielfältige Debatten über die Sicherheit an Bord von Kreuzfahrtschiffen in Gang. Zuvor schon waren die Meeresgiganten wegen ihres hohen Schadstoffausstoßes ins Gerede gekommen. Bekommt die Boom-Branche Probleme? Schadet nun die Havarie dem Geschäft mit den Kreuzfahrten?

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Berg 21.01.2012, 10:28
1. Traumreise

Der Sog der Traumschiffreisen ist so gewaltig, dass sich jährlich über 1 Mio Deutsche auf eine solche begeben. Und weitere Millionen werden es wohl erträumen. (Flugreisen halten auch unvermindert an - trotz Fluzeugabstürzen.)

Abgesehen von der Schuldfrage, dem Rettungsmanagement, wo es viel zu beanstanden und zu verurteilen gibt, ist die Bilanz dieser Havarie eher positiv: nur um die 1% Tote. Und so wie das Schiff liegt, könnten heute noch alle lebendig obenauf sitzen. Das "Geschäft mit Kreuzfahrten" ist erst einmal nur für die Reederei beschädigt: materielle Verluste in die Hundertemillionen, zusätzliche Auflagen für künftige Fahrten, Personalverluste. Die Kreuzfahrtfans werden sich davon nicht abhalten lassen. Ein bisschen prickelnde Gefahr darf doch dabei sein.....

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michaelslo 21.01.2012, 10:41
2. Kein Rückgang

Zitat von sysop
Das Schiffsunglück vor der italienischen Küste brachte vielfältige Debatten über die Sicherheit an Bord von Kreuzfahrtschiffen in Gang. Zuvor schon waren die Meeresgiganten wegen ihres hohen Schadstoffausstoßes ins Gerede gekommen. Bekommt die Boom-Branche Probleme? Schadet nun die Havarie dem Geschäft mit den Kreuzfahrten?
Das Geschäft wird keinen Schaden nehmen. So lange es Leute gibt, die genug Geld haben, um "anderen" Urlaub zu machen, werden die Kreuzfahrtschiffe wieder voll belegt sein, genauso wie kurz nach dem Tsunami wieder Touristen in Phuket waren, um die Katastrophe aus nächster Nähe zu sehen oder auch aktuell im umkämpften Grenzgebiet zwischen Äthiopien/ Eritrea werden kurz vor dem Burnout stehende gut Betuchte eine Wüstensafari machen, um sich zu "erholen".

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berbatof 21.01.2012, 12:18
3.

Zitat von michaelslo
... aktuell im umkämpften Grenzgebiet zwischen Äthiopien/ Eritrea werden kurz vor dem Burnout stehende gut Betuchte eine Wüstensafari machen, um sich zu "erholen".
Etwas sehr krasse Konstruktion...

...aber solange man von Käpt´n Schmierhahn und seinen Bagaluten dorthin kutschiert wird :-)

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derflieger 21.01.2012, 12:54
4. -

Ein sehr hochbordiges Schiff mit pseudo-historischen Designanleihen, aber die Frontansicht lässt bei einem gewisse Zweifel an der Stabilität aufkommen. Ich zähle 18 Rettungsboote. Mit 5000 Leuten an Bord heisst das, das diese Boote sehr gross sein müssen, jedes dürfte an die 300 Personen fassen, in Ölsardinenbepackung. Solche Riesenrettungsboote habe ich auf anderen Schiffen noch nicht gesehen.

Tolle Fotos übrigens. Der Riese hinter dem Dorf, wunderbar.

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angela_merkel 21.01.2012, 13:40
5. Schadet die Havarie dem Geschäft mit den Kreuzfahrten?

Die Frage verstehe ich nicht. Dank des guten Krisenmanagements gab es doch kaum Tote (ca. 20, oder ?) unter den 5000 Passagieren.
Bei jeden Flugzeugabsturz kommt ein Vielfaches an Leuten ums Leben.

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Flari 21.01.2012, 14:11
6. Unsinn!

Zitat von angela_merkel
Die Frage verstehe ich nicht. Dank des guten Krisenmanagements gab es doch kaum Tote (ca. 20, oder ?) unter den 5000 Passagieren. Bei jeden Flugzeugabsturz kommt ein Vielfaches an Leuten ums Leben.
Ggf. kam schon bei der Kollision jemand ums Leben, z.B. wenn er durch das einschiessende Wasser gegen etwas geschleudert wurde, o.ä.
Das wäre einzig auf das grob fahrlässige Verhalten der Kapitäns zurückzuführen.
Aber alle anderen Todesfälle waren umso mehr vermeidbar gewesen, wenn man wenigstens danach umsichtig und verantwortungsvoll agiert hätte.
Und das ist der gesamten Schiffsführung anzulasten und ggf. auch der Reederei, wenn diese "angeordnet" hat, mit der Evakuierung zu warten, um möglichst keine Schadenersatzzahlungen leisten zu müssen, solange es noch die kleinste Chance gibt, das Schiff zu retten.

Von der Kollision bis zur Strandung vergingen rund 80 Minuten. Über eine Stunde trieb die Concordia mit weniger als halber Schrittgeschwindigkeit in einem Abstand von 200-600m zur Küste in absolut ruhiger See.
Statt Passagiere und Mannschaft (zusammen knapp über 4.200) auszubooten, wurde die Passagiere sogar aufgefordert, ihre Kabienen aufzusuchen. Für einige wird das das Todesurteil gewesen sein.

Wenn Sie es unbedingt mit einem Unfall eines Flugzeuges vergleichen wollen, dann bitte mit einem, das auf dem Flugfeld Feuer gefangen hat und die Crew die Türen verrammelt und die Passagiere auffordert, ruhig sitzen zu bleiben, die Flammen und der Rauch wären lediglich eine unerhebliche Kleinigkeit..

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mainzelmännchen 1 21.01.2012, 14:52
7. Bald wird jeder Hartz-IV-und...

...Sozialhilfeempfänger, Klein-und Frührentner den Winter auf Kreuzfahrtschiffen verbringen, bei Dumpingpreisen von 50€ pro Tag incl. Verpflegung und weiter sinkenden Preisen bei den zu erwartenden Überkapazitäten.

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Berg 21.01.2012, 16:41
8.

Zitat von Flari
Ggf. kam schon bei der Kollision jemand ums Leben, z.B. wenn er durch das einschiessende Wasser gegen etwas geschleudert wurde, o.ä. Das wäre einzig auf das grob fahrlässige Verhalten der Kapitäns zurückzuführen. Aber waren umso mehr vermeidbar gewesen, wenn man wenigstens danach umsichtig und verantwortungsvoll agiert hätte. Und das ist der gesamten Schiffsführung anzulasten und ggf. auch der Reederei, wenn diese "angeordnet" hat, mit der Evakuierung zu warten, um möglichst keine Schadenersatzzahlungen leisten zu müssen, solange es noch die kleinste Chance gibt, das Schiff zu retten. Von der Kollision bis zur Strandung vergingen rund 80 Minuten. Über eine Stunde trieb die Concordia mit in einem Abstand von 200-600m zur Küste in absolut ruhiger See. Statt Passagiere und Mannschaft (zusammen knapp über 4.200) auszubooten, wurde die Passagiere sogar aufgefordert, ihre Kabienen aufzusuchen. Für einige wird das das Todesurteil gewesen sein. Wenn Sie es unbedingt mit einem Unfall eines Flugzeuges vergleichen wollen, dann bitte mit einem, das auf dem Flugfeld Feuer gefangen hat und die Crew die Türen verrammelt und die Passagiere auffordert, ruhig sitzen zu bleiben, die Flammen und der Rauch wären lediglich eine unerhebliche Kleinigkeit..
Das stimmt - oder auch nicht. Geht aber Thema vorbei: werden sich in Zukunft die Kreuzfahrt-Enthusiasten vom Schifffahren fernhalten? Was meine Sie denn dazu?

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deltavega 21.01.2012, 17:40
9. ...

Zitat von derflieger
Ein sehr hochbordiges Schiff mit pseudo-historischen Designanleihen, aber die Frontansicht lässt bei einem gewisse Zweifel an der Stabilität aufkommen. Ich zähle 18 Rettungsboote. Mit 5000 Leuten an Bord heisst das, das diese Boote sehr gross sein müssen, jedes dürfte an die 300 Personen fassen, in Ölsardinenbepackung. Solche Riesenrettungsboote habe ich auf anderen Schiffen noch nicht gesehen. Tolle Fotos übrigens. Der Riese hinter dem Dorf, wunderbar.
Tatsächlich gelten für Passagierschiffe folgende Regeln im Bezug auf Rettungsmittel:

Back- und Steuerbord müssen für je 50% der Personen an Bord Plätze in Rettungsbooten vorgehalten werden. Auf Antrag können diese auf 37,5% reduziert werden, die übrigen Plätze sind in Rettungsinseln vorzuhalten. Zusätzlich zu diesen 100% sind 25% "Reserve" in Rettungsinseln vorgeschrieben. Auf eine Person kommen somit 1,25 Plätze.
Vorschriften besagen, dass sämtliche Personen innerhalb von 30 Minuten eingebootet werden müssen. Dafür sind die Wege ausgelegt und auch die Leckstabilität bei Flutung zweier benachbarter Bereiche in offenem Wasser. Ob die Zeiten eingehalten werden und sich die Flutung auf die beschädigten Bereiche beschränkt, hängt natürlich von vielen Faktoren ab.

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