Forum: Panorama
Schicksal Obdachlosigkeit: Überleben in der Eiseskälte

Zehn Obdachlose sind in Deutschland in der klirrenden Kälte bereits erfroren, am Wochenende drohen noch mehr Schnee und eisige Winde. Hilfsorganisationen fürchten, dass es weitere Todesopfer gibt - und kritisieren die Betreiber der kommunalen Notunterkünfte.

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Hercules Rockefeller 08.01.2010, 15:31
1. Heizpilze

Warum stellt die Stadt nicht einfach Heizpilze an den bekannten Schlafplätzen auf. Die Obdachlosen wollen eigenständig sein und so würden sie dann nicht erfrieren müssen. Die Dinger kann man auch so aufstellen, dass ein besoffener Obdachloser sie nicht versehentlich umschmeißen kann und Gas kost nun wahrlich nicht die Welt!
Gleichzeitig muss man die Bahn zwingen, die Obdachlosen zumindest ab 20 Uhr abends bis zur Rush Hour morgens nicht mehr rauswerfen zu dürfen.

Und den Obdachlosen kann man auch ein bischen was abverlangen. Ne Wolldecke kostet auch nicht mehr als eine Flasche Schnaps, also trotz Alkoholsucht mal eine Nacht ein bischen weniger getrunken und dafür ne Wolldecke gekauft, das könnte schon manchen retten.

Man muss hier die Obdachlosen nicht in den Tod treiben, nur weil sie sich nicht anpassen wollen oder oft genug auch nicht können. Man kann viel tun, es kostet nicht viel, es muss allein getan werden.

Ich selber mag Obdachlose auch nicht sehen, finde sie auch nicht symphatisch oder anrührend. Aber das Überleben dieser Menschen zu sichern kostet nun wahrlich nur Peanuts und es muss sich noch nicht einmal jemand dafür einschränken, wenn man ihnen hilft.

Auch wenn die Grünen dagegen Sturm laufen werden, stellt Heizpilze auf, es ist bereits kalt und zum diskutieren haben wir keine Zeit!

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newright 08.01.2010, 15:34
2. was tun?

Es geht hier nicht um die Berber, sondern in dem Artikel geht es um teilweise schwer Suchtkranke. In wieweit ein Asyl solchen Menschen Hilfe bieten kann sei dahingestellt. Es kann nicht sein, das Obdachlose durch Vorhaltung von Plätzen irgendwann mehr kosten als Hartz4 Empfänger. Die Obdachlosen die es frei gewählt haben und bewusst so leben, wissen wie sie überleben.
Wie aus dem Artikel hervorging waren es schwer Suchtkranke. Die Frage ist entweder man steckt sie in Einrichtungen und entzieht sie ihrer Sucht oder aber man lässt sie auf der Straße. Ich glaube nicht das bei dieser Klientel auch eine Vielzahl von Einrichtungen helfen würde.
Wenn jemand mit 5,0 Promille einschläft ist er auch nicht mehr in der Lage eine Hilfsstation zu finden.

Ich weiß keine Antwort in wie weit ich mich für diese Menschen verantwortlich fühlen muß.
Ich persönlich sage von meiner Warte aus, das wenn ich dieses Leben wählen würde, würde mir wahrscheinlich eh nichts helfen sondern es würde mein Siechtum verlängern. Zumindest die Einrichtungen die im Moment vorgehalten werden helfen meiner Meinung nach nur temporär aber ändern nichts an der Lage.
Ich weiß keine Antwort.

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Dumme Fragen 08.01.2010, 15:39
3. Wie es schon im Artikel heißt:

Die wenigsten Obdachlosen sind die klassischen, romantisch verklärten "Berber" sondern Menschen, die Hilfe einer aufsuchenden Straßensozialarbeit benötigen würden. Ich habe allerdings den Eindruck, dass es in Deutschland keinen wirklichen Willen gibt, so ein marginales Problem wie die Obdachlosigkeit (in einem der reichsten Länder der Welt!) zu lösen. Viele "karitative" Einrichtungen verdienen gut daran, dass es Obdachlose (und Arme generell) gibt, da haben viele ihre bezahlten Pöstchen und leben gut davon. Unsere Politiker bauen sich lieber Erinnerungsprunkbauten anstatt für einen ausreichenden Sozialwohnungsbau zu sorgen (das würde ja die Renditen schmälern, gell). Ausserdem müßten viel mehr Psychiater und Psychologen sich um die Leute kümmern. Aber ich denke, es ist halt gewollt, dass der kleine Mann auf der Straße regelmäßig an Obdachlosen und Bettlern vorbei kommt und jedesmal merkt, dass es ihm ja noch schlechter gehen könnte und er deshalb duckmäuserisch das Maul hält anstatt sich gegen die immer größeren Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft zu wehren!
Erst wenn die Ämter jedem Obdachlosen sofort eine eigene Wohnung zuweisen könnten, wenn er eine beantragen würde, wäre genug getan worden! Aber so: totales Versagen!

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IsArenas 08.01.2010, 15:41
4. ...

Zitat von Hercules Rockefeller
(...) Auch wenn die Grünen dagegen Sturm laufen werden, stellt Heizpilze auf, es ist bereits kalt und zum diskutieren haben wir keine Zeit!
Gegen Heizpilze wird zu Recht Sturm gelaufen, die gehören verboten und fertig. Es gibt genügend warme Räumlichkeiten, die man nur zu öffnen braucht, damit niemand erfriert. Richtig ist, dass Obdachlose Hilfe auch annehmen müssen. Tun sie das nicht, sollen sie eben auch die Konsequenzen tragen.

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muwe6161 08.01.2010, 15:43
5. Das ist es

Zitat von Hercules Rockefeller
stellt Heizpilze auf, es ist bereits kalt und zum diskutieren haben wir keine Zeit!
Man, genialer Einfall, ich habe noch so ein Ding und bringe es noch heute zur Stiftung "Sozialwerke Pfarrer Sieber" Es lässt sich mit einem Sandsack beschweren. Gas ist kein Problem. Die Flasche (Hohes Pfand) kann ich mit einer Kette sichern. Eventuell kann der Pilz sogar am Boden festgeschraubt werden.
Das passt. Dein Gegankengut?
Danke!

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IsArenas 08.01.2010, 15:44
6. ...

Zitat von Dumme Fragen
(...)Erst wenn die Ämter jedem Obdachlosen sofort eine eigene Wohnung zuweisen könnten, wenn er eine beantragen würde, wäre genug getan worden! Aber so: totales Versagen!

Das könnten die Ämter doch. Aber wie Sie selbst ausführen, will man eben nicht.

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newright 08.01.2010, 15:44
7. Gesamtheit

Zitat von IsArenas
Gegen Heizpilze wird zu Recht Sturm gelaufen, die gehören verboten und fertig. Es gibt genügend warme Räumlichkeiten, die man nur zu öffnen braucht, damit niemand erfriert. Richtig ist, dass Obdachlose Hilfe auch annehmen müssen. Tun sie das nicht, sollen sie eben auch die Konsequenzen tragen.
Was erzeugt so ein Wärmebus an CO2? Intressant das wir uns hier Gedanken über CO2 machen während Menschen erfrieren. Achso immer die Gesamtheit im Auge behalten, da gibt es dann halt ein paar Opfer.

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muwe6161 08.01.2010, 15:46
8. Sozialdarwinismus

Zitat von IsArenas
Richtig ist, dass Obdachlose Hilfe auch annehmen müssen. Tun sie das nicht, sollen sie eben auch die Konsequenzen tragen.
Eben nicht, ein Mensch der mit keiner Hausordnung klar kommt, soll nicht deswegen sterben.

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Falke2006 08.01.2010, 15:49
9. Andere Lösungen

Ich wohnte mal in einem Mehrfamilienhaus, in dem auch Obdachlosen Wohnungen zugewiesen wurden. Ich erinnere mich an Betrunkene, die durch Vandalismus und Gewalt gegen Mitbewohner auffielen. Bei Menschen, die nicht kompetent sind ihr Leben bzw. ihr Verhalten zu kontrollieren, macht es m.E. keinen Sinn, über mehr "Selbstbestimmung" zu sprechen. Viele scheinen damit überfordert zu sein. Rehabilitation in geschlossenen Einrichtungen und eine Heranführung an ein wirklich selbstbestimmtes Leben, in dem sie unabhängig von Suchtmitteln oder staatlicher Hilfe von eigener Arbeit leben können, sollte m.E. anstelle der staatlichen Subventionierung eines destruktiven Lebensstils in Betracht gezogen werden.

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