Forum: Panorama
Schriftstellerin Alina Bronsky: "Sich Hausfrau zu nennen, hat etwas Revolutionäres"
picture alliance/ ZB

Mütter sollten nach einer Geburt möglichst schnell wieder arbeiten und möglichst lange: Das sei heute die Norm, klagt die Schriftstellerin Alina Bronsky. Hier erklärt sie, warum sie das für frauenfeindlich hält.

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leserin1 12.03.2016, 12:48
30. Reaktionär

"Sie klingen ganz schön reaktionär"

Fragt der Spiegel eine Mutter, die beschreibt, dass die Bindung Mutter/ Kind die primär wichtigste, elementare Grundbasis für jedes Kind ist, um sich zu einem ( psychisch u physisch) gesunden Menschen entwickeln zu können.

Diese Aussage der Autorin sagt weder etwas über die Qualität dieser Bindung Mutter/ Kind aus, noch lässt es den Vater "aussen vor."


Sie besagt nur, dass ein jedes Kind seiner Mutter - vor allem in den ersten Lebensjahren- bedarf.

Aber das wir mitlerweile in einer Welt leben, in der eine Mutter als " redaktionär" bezeichnet wird, wenn sie auf psychologische Grundprinzipien hinweist, ist bedenklich.

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Big_Lebowski 12.03.2016, 12:50
31. Der war gut!

Zitat von stiegy
Für mich ist dieser Artikel wieder nur ein Beispiel, dass es immer noch kein ausgeglichenes Miteinander gibt - wenn es um die heilige Familie also die Kinder geht. Spannend, wenn man einfach mal das Wort "Mütter" durch "Väter" ersetzt: "Sich Hausmann zu nennen hat etwas Revolutonäres - Väter sollten nach einer Geburt möglichst schnell wieder arbeiten und möglichst lange: Das sei heute die Norm, klagt sie. Hier erklärt sie, warum sie das für männerfeindlich hält."... "Zum einen, dass Väter für ihre Kinder und deren Wohlbefinden unersetzlich sind. Das bedeutet, dass man Männer zumindest nicht daran hindern sollte, für ihre Kinder da zu sein." Klingt doch gleich ganz einleuchtend!
Wirklich spannend! Jeder sollte einfach mal in jedem Zusammenhang "frau" durch "mann" ersetzen ... also "Männerbeauftragter" und "Männerquote" und "Männerparkplatz" und und und...
Da bekommt "Gleichberechtigung" einen ganz anderen Blickwinkel ;-)
Aber unabhängig davon: dieser problematisierende Artikel wurde von einer Frau geschrieben!
Hier ein sehr schönes Männer-Zitat, welches ich mal gefunden habe:
„Mich stört die Liebe zu ihren Problemen, mit denen sie einen nervt, die sie aber um Gottes willen nicht gelöst haben will (‚das arme Problem’)“.

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MichiSimon 12.03.2016, 12:53
32. Erfrischend...

...mal die Perspektive zu lesen, die danach fragt, was für das KIND das Beste ist, nicht für die Mutter/Eltern. Das Kind braucht die Mutter, nicht die 24h Kita.

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jakam 12.03.2016, 12:58
33.

@Mac_Beth: Selbstverständlich sehe ich auch die Arbeitgeberseite - und wozu führt das? Laut Aussage zweier bekannter im HR Bereich zweier verschiedener Großkonzerne wüssten alle angeblich stillschweigend (ohne, dass dies irgendwo schriftlich verankert wäre, denn das wäre ja gegen das Gesetz), dass man lieber einen Mann einstellt, bevor man die Position einer im gebärfähigen Alter kinderlosen Frau anvertraut. In der Annahme, dass das Kind dann ja bald kommen muss und der Arbeitgeber dieses Risiko wenn möglich lieber nicht tragen möchte. Und wenn HR das mal anders macht, schiesst der Abteilungsleiter das Ganze ab.
Eine Aussage zweier Personen, die uns gegenüber sagten, dass man sowas öffentlich natürlich niemals sagen darf, aber in vielen Betrieben Usus wäre (beide haben 20+ Jahre HR Erfahrung hinter sich).
Was Sie aber ein wenig vergessen ist, dass es auch viele Selbständige gibt - ich könnte mir zB eine Auszeit zugunsten eines Kindes nicht leisten, genau genommen keiner von uns, weder Mann noch Frau, da unser jeweiliges KnowHow weder rausgenommen werden kann noch so einfach ersetzt werden kann. Ist man selbstständiger mittelständischer Unternehmer, bekommt keinerlei nennenswerte Unterstützung, über die sich zB Arbeitnehmer freuen dürfen. Und Jemanden zu bezahlen, der diese Position/en während dieser Zeit ausfüllt und man selber keine aktiven Einnahmen produzieren kann - das kann sich nicht jedes Geschäftsmodell leisten. Das wäre im Prinzip ein doppeltes Minusgeschäft. In größeren Betrieben lässt sich sowas sicher machen, aber in kleinen Firmen unter 10 Personen ist das in der Regel eine Utopie.
Und sollte etwas schiefgehen...gehen sie mal als Selbständiger aufs Amt und fragen sie nach irgendeiner Art der Unterstützung - sie kriegen absolut NICHTS - und das obwohl sie in dasselbe System mit den durchaus nicht gerade geringen Steuern einzahlen. Der selbständige Mittelstand ist der Zahlarsch Deutschlands und wenn man mal Hilfe braucht, steht man ohne realistische Optionen da.
Da verstehe ich jede Frau, die sagt, sorry, da mache ich nicht mit. Und nicht zu vergessen das Risiko einer Trennung, nach der die Frau in der Regel das kürzere Ende in der Hand hat.
Die Dame aus dem Interview hat ja den einmaligen Luxus, dass sie ihren Beruf von Zuhause aus erledigen kann - wem das möglich ist, kann ein solches Modell deutlich besser umsetzen.
Klar - am Ende gibt es jeden Lebensentwurf und keiner hat mE nach das Recht, andere Menschen für eine andere Wahl zu kritisieren - dennoch sehe ich mehr Fortschritt in den skandinavischen Gesellschaften im Bezug auf "Kinder möglich machen".
Ein Irrsinn, wie manche Frauen oder Paare angefeindet werden von Menschen, die meinen, sich in Entscheidungen andere einmischen zu müssen bzw zu dürfen. Jedem das Seine.
Die gesellschaftlichen Probleme sind hausgemacht, mit ein wenig Logik und mehr Mut der Verantwortlichen wären diese auch zu lösen - aber OMG! - das könnte ja Wählerstimmen kosten. Aleae jactae sunt.

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heinz.murken 12.03.2016, 13:03
34. Sind Väter 2.Klasse Elternteile?

Ich finde, soweit es darum geht, keine Lebensmodelle auszugrenzen, hat die Autorin Recht.
Allerdings protestiere ich dagegen, Mütter als DAS überlebensnotwendige Elternteil darzustellen!
Elternschaft kann im Zweifel sehr viel Hingabe verlangen, aber diese kann von Vätern ganz genauso erbracht werden.
Sage ich, nachdem ich meinen kranken Sohn, der selbst Anfang 20 noch gern mit Papa zusammen wohnte ab seinem 2. Geburtstag allein erzogen habe!

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Leser222 12.03.2016, 13:08
35. Frauen an die Arbeitsfront, nicht an den Herd

Ich kann der Autorin nicht zustimmen: ich finde es grossartig, wenn Frauen arbeiten gehen. Ich kümmere mich um die Kinder, das bisschen Haushalt sind 2 Stunden am Tag, und dann habe ich ganz entspannt jede Menge Freizeit. Glauben Sie nicht? Ist aber so. Karriere? Wer will denn schon Arbeitssklave sein... und das Leichenhemd hat keine Taschen.

Nach 200 Jahren Emanzipation und der Forderung nach Karriere und gut bezahlter Arbeit finde ich es super, wenn für die nächsten 200 Jahre die Frauen arbeiten gehen. In allen Führungspositionen sitzen. Den Laden schmeissen, vom DAX-Konzern bis zur Müllabfuhr. 80 Stunden Wochen runterhauen, dass es nur so kracht. Und wenn sie nicht genug Geld nach Hause bringt, dann lasse ich sie das schon spüren. Ich mach ein bisschen Haushalt und ein bisschen Sport, lese was feines oder schreibe ein Buch, oder vielleicht gehe ich einfach nur spazieren.

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jizzyb 12.03.2016, 13:34
36. Simone de Beauvoir

Hier mal zu diesem Thema zwei interessante Zitate der Feministin Simone de Beauvoir:

"Nein, wir wollen den Frauen gerade nicht die Wahl lassen zwischen Berufstätigkeit und Mutterdasein und zwar aus dem einfachen Grunde, weil zu viele Frauen sich für die Mutterschaft entscheiden würden."

"Keine Frau sollte das Recht haben, zu Hause zu bleiben und die Kinder großzuziehen. Die Gesellschaft sollte völlig anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, und zwar genau deshalb, weil, wenn es eine solche Möglichkeit gibt, zu viele Frauen sich dafür entscheiden würden."

Aufgrund solche Zitate sollte man sich wirklich fragen, ob der Feminismus frauenfeindlich ist.

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fraucaushh 12.03.2016, 13:41
37. Lebenswirklichkeit vs Ideologie

Ich war immer brennende Feministin. Habe studiert, promoviert und Karriere in einem großen Unternehmen gemacht. Soweit, so rosig. Vor 2 Jahren bekam ich meinen Sohn. Meine bisher gänzlich selbstgestaltete, moderne Lebensführung (welche früher immer Rufe wie: "Und wann bekommt ihr ein Baby?" auslöste.) wird nun zum Dogma. Mein Umfeld erwartet, dass ich ein 2 Jähriges Kind, dass ich persönlich für noch zu schutzbedürftig halte, in eine überfüllte Betriebskita mit miesem Personalschlüssel und schlecht gelaunten 6 Jährigen schicke. Ich widersetze mich dem und ernte blankes Entsetzen und offene Feindseeligkeit. Ich habe mehrere Eigentumswohnungen und genug Mieteinnahmen um mich damit selbst über Wasser zu halten. Dennoch ruft meine Mutter(welche selbst nach der Geburt nie wieder gearbeitet hat) an und äusserst sich besorgt über mein rückständiges Verhalten. Meine weitere Karriere wird stark darunter leiden, wenn ich meinen Sohn erst mit 3 in die Kita gebe. Das wurde mir, bei einem Termin mit einer HR Dame, sehr deutlich gemacht. Selbst Freunde äußern sich besorgt bis genervt und fürchten ich könnte eine dieser "Fahrradhelmmuttis" werden.
All das setzt mich unter Druck. Dabei will ich doch eigentlich eine recht natürliche Sache: für mein Kind da sein, bis es mich weniger braucht.

Das ist meine ureigene Entscheidung. Die
Sache die mich glücklich macht. Warum ist das nun plötzlich antifeministisch und anstössig?

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Grafensteiner 12.03.2016, 13:43
38. Konsum vor Menschlichkeit.

"Mütter sollten nach einer Geburt möglichst schnell wieder arbeiten und möglichst lange"

Weil es ja wichtiger ist, Klopapier zu produzieren, statt Kinder sorgfältig auf´s Leben vorzubereiten und so zu erziehen, dass sie mit anderen Menschen möglichst konfliktfrei leben können.

Nietzsche hatte wohl mit dem "physiologischen Schwachsinn des Weibes" Recht. Statt ihre privilegierte evolutionäre Aufgabe an- und wahrzunehmen, liessen sie sich von den Interessen Anderer als Lohndrücker instrumentalisieren. Die machen wirklich alles, um sich im Leben unglücklich zu machen. Jammern und jammern. Und merken noch nicht einmal in welche Falle sie getappt sind.

Lest Erich Fromm statt Euch von dem Weiberfernsehen in Eurer Dummheit vorführen zu lassen. Ihr liebt die Fabriken, insbesondere die Traumfabriken. 70 Jahre Möglichkeiten der individuellen Lebensgestaltung habt ihr verstreichen lassen in Lohn-Sklaverei und selbstbestimmter Abhängigkeit. Neue Abhängigkeiten vom Arbeitgeber und von irgendwelchen esoterischen Spinnern statt frömmelnde Religion.

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Vex 12.03.2016, 13:45
39.

Das ist mal extrem kurz gedacht von der Frau Bronsky.
Sie sollte bedenken das 50% aller Ehen wieder geschieden werden und wie lustig ist es dann wenn mal als Frau mit Kindern ein Jahrzehnt oder länger aus dem Beruf raus ist.
Viele Berufe sind hier auch problematischer als Schriftstellerin da kann man nicht einfach mal alle paar Jahre ein Buch schreiben und das meist Zuahuse. Meist sollte man auch in irgend einer Form eine Form von Mehrwert erschaffen und das ist in anderen Berufen nun mal nicht von Zuhause mit flexibler Zeiteinteilung zu machen.

Und ein Annahme die immer gemacht wird kann man so nicht stehen lassen. Nur weil man bei seinen Kindern zuhause bleibt ist man nicht gleich eine gute oder bessere Mutter. Das ist eine Implikation die meiner Erfahrung nach oft falsch ist.
Gute Mutter zu sein ist Charaktersache und hat nichts mit der Berufstätigkeit zu tun. Eine schlechte Mutter die Zuhause bleibt ist für die Kinder schlimmer als wenn sie arbeiten würde.
Es gibt zwei Dinge die eine gute Mutter auszeichnet das eine ist das Kind zu lieben und das andere ist eine eigene Persönlichkeit zu haben die nicht auf dem Kind oder die Mutterrolle basiert was dazu führt das Kind dann auch als eigene Person zu sehen und nicht als Teil von einem selbst. Besonders das zweite ist ein Problem gerade bei Mütter sie sich für besonders gut halten.

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