Forum: Panorama
Schriftstellerin Alina Bronsky: "Sich Hausfrau zu nennen, hat etwas Revolutionäres"
picture alliance/ ZB

Mütter sollten nach einer Geburt möglichst schnell wieder arbeiten und möglichst lange: Das sei heute die Norm, klagt die Schriftstellerin Alina Bronsky. Hier erklärt sie, warum sie das für frauenfeindlich hält.

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mue.neu 14.03.2016, 14:52
80. Verlogen!

Interessant an dem Interview ist doch, dass das Hohelied auf die Familie und die Vollzeit-Kinderbetreuung fast immer von Frauen gesungen wird, die wie eine Frau Bronsky, Madonna, Angelina Jolie oder wie sie alle heißen in der besonders privilegierten Rolle sind, Geld zu verdienen und trotzdem so zu tun, als würden sie nie etwas anderes tun als Windeln zu waschen und Brei zu kochen. Mit dieser verlogenen und reaktionären Haltung stellen sie andere Mütter an den Pranger, die Geld verdienen müssen und/oder wollen, es aber mangels Kohle nicht so elegant wuppen können wie die prominenten Überfliegerinnen. Herzlichen Dank, ihr "Schwestern".

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karin.italienfan 14.03.2016, 18:22
81. @ 76. Lady Hesketh-Fortescue heute, 10:33 Uhr

Ihre Vermutung stimmt. Ich genoss auch die Freiheit mit meinem 1. Sohn 3 Jahre lang nur zuhause zu sein, doch irgendwann fiel mir die Decke auf den Kopf. Wenn man einen guten Beruf erlernt und schon lange vorher gutes Geld verdient hat, fällt es schwer, den Ehemann anzubetteln.......

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DoroBöhm 15.03.2016, 22:23
82. Innerfamiliäre Care-Arbeit ist wertvoll

Wie wäre es also mit gerechter finanzieller Gleichstellung von Kinderlosen und Eltern?
Die jetzige Familienpolitik ist eine Elternausbeutungs- und Kinderzahlreduktionspolitik, die ist übrigens, wie man an der chronisch niedrigen Geburtenrate ablesen kann, sehr effektiv - nur wieso macht man immer noch eine solche Politik, wo man sich gleichzeitig über die Demografie und den Bestand des umlagefinanzierten Rentensystems sorgt oder über den Fachkräftemangel jammert...?!

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DoroBöhm 16.03.2016, 13:38
83. SPIEGEL in Neo-Feminismus-Hochform :))) Klasse!

Erst das Bronsky-Interview, jetzt ein Artikel über Frauen, die Innerfamiliärarbeit in Vollzeit verrichten und es gut finden.
Ja, das ist der neue Feminismus. Endlich! Sich auf "Männerdasein und -lebensweise" reduzieren zu lassen, war noch nie schön, und ist jetzt mega-out. Was noch fehlt, ist Gerechtigkeit in Form von finanzieller Gleichstellung von Kinderlosen und Eltern. Hier ist die Politik gefragt, (und. liebe Parteien, familienfinanzfaire Politik steht Euch ALLEN gut zu Gesicht, überlasst das Thema bitte nicht der AfD!)

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acitapple 16.03.2016, 14:17
84.

Vielleicht erleben wir irgendwann mal die Zeit, in der Frauen und Männer machen können was sie wollen, ohne dass irgendwelche selbsternannten Moralhüter ihnen vorschreiben, ob ihr Lebensentwurf ok ist. Warum hört man überhaupt auf solche Leute ? Wenn eine Frau lieber als Hausfrau leben möchte ist das ganz alleine ihre Sache und die ihrer Familie. Da hat sich aber auch gar niemand einzumischen !

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nafisa 16.03.2016, 15:01
85.

Zitat von herrgira
Ist dabei die Karriere nichts weiter als Chimäre, das Goldene Kalb der Moderne? Wer sagt denn, dass Beruf uns glücklicher macht, als Kinder?! Ich, Mann bin heilfroh, zuhause arbeiten zu können, finde Erfüllung für die Kinder da sein zu können. Sind Beruf, Kollegen so viel toller und erfüllender als unsere eigenen Kinder, die Beziehungen wahrhaftiger, der Alltag kreativer?
Oh, du meine Güte, immer dieses entweder-oder. Ich habe nicht studiert/promoviert, um nur noch von Küche und Wäsche umgeben zu sein. Mit ganz kleinen Kindern mag das ja noch anders sein, aber spätestens im Kindergartenalter - noch mehr im Schulalter der Kinder - wäre mir zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen.

Es kann ja jeder entscheiden, wie er möchte, aber mich würde wirklich mal interessieren, was die Hausfrauen machen, wenn die Kinder in der Schule sind, nachmittags im Sportverein oder bei Freunden? Was tut man in dieser Zeit? Und was auch immer es ist - was ist daran revolutionär oder gar mutig?

Wir arbeiten beide Vollzeit (ich habe allerdings das Glück, relativ flexible Arbeitsbedingungen zu haben), und möchte das unter keinen Umständen missen. Wenn ich auf Reisen bin, was in meinem Job ab und zu mal vorkommt, ist es ganz selbstverständlich, dass mein Mann sich um alles kümmert.

Und genau das vermisse ich an der Diskussion: es geht nur um die Frauen, nie um die Männer. Natürlich ist es für eine Frau NICHT möglich, gleichzeitig Vollzeit zu arbeiten und die ganze Hausarbeit ALLEIN zu machen. Das ist aber nicht meine Vorstellung von Partnerschaft. Mit einem Mann, der vor dem gefüllten Kühlschrank verhungert und nicht weiß, wie man eine Windel wechselt, könnte ich nichts anfangen. Wir sollten vielleicht mal anfangen, über Arbeitsteilung im häuslichen Bereich zu reden und über flexible Arbeitszeiten für beide, anstatt den berufstätigen Frauen immer nur die ach so tollen Hausfrauen entgegenzusetzen. Kinder haben auch Väter!

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