Forum: Panorama
Schriftstellerin im Shitstorm: Jeanette Winterson grillt zerstörerisches Karnickel
Getty Images

"Das Kaninchen hat meine Petersilie gefressen. Ich esse das Kaninchen." Weil ein dreister Nager ihrem Beet zusetzte, griff Schriftstellerin Jeanette Winterson zu einem drastischen Mittel. Sie zog dem Karnickel das Fell über die Ohren - zum Zorn ihrer Internetfans.

Seite 1 von 8
lampropeltis 18.06.2014, 18:43
1.

Die Reaktionen im Netz zeigen mal wieder deutlich wie weit sich die westliche Welt von der Natur entfernt hat. Ich sehe nichts verwerfliches daran ein selbstgeschlachtetes Tier zu essen. Das Kaninchen hat jedenfalls ein besseres Leben geführt als z.B. Geflügel aus industrieeller Zucht und Verarbeitung. Ich habe früher selbst meinem Vater geholfen Kaninchen, Hühner, Enten und Gänse für den Eigenbedarf zu züchten und zu schlachten und denke das ich dadurch ein vernünftiges Verhältnis zu dem Fleisch habe das ich heute esse. Dies drückt sich natürlich auch in meinem Einkaufsverhalten aus.

Beitrag melden
großwolke 18.06.2014, 18:55
2. optional

Als Kaninchenbesitzer muss ich hier einfach mal klugscheißen: Kaninchen sind keine Nager! Ansonsten alberne Geschichte. Wenns der Fuchs frisst, ist es natürlich, und wir sollen die Finger davon lassen? Finde die Aktion ziemlich erheiternd.

Beitrag melden
cobaea 18.06.2014, 19:36
3. bekloppt

Zitat von sysop
"Das Kaninchen hat meine Petersilie gefressen. Ich esse das Kaninchen." Weil ein dreister Nager ihrem Beet zusetzte, griff Schriftstellerin Jeanette Winterson zu einem drastischen Mittel. Sie zog dem Karnickel das Fell über die Ohren - zum Zorn ihrer Internetfans.
Was für ein hysterisches Getue! In England gibt es Kohorten dieser kleinen Karnickel - unter jeder Hecke wohnen sie zu Hunderten. Wenn Winterson einem davon das Fell über die Ohren gezogen hat, wird dadurch der Bestand nun wirklich nicht gefährdet. Ausserdem ist das Ganze ja wirklich scheinheilig - ich geh mal davon aus, dass die erzürnten Internetschreiber nicht alle beinharte Vegetarier oder Veganer sind. Denken die denn das Schnitzel auf ihrem Teller oder das Fleisch in ihrer Pastete oder der Fisch bei fish and chips haben sich totgelacht?

Beitrag melden
dreamsleep 18.06.2014, 19:49
4. Respekt!

Ich werde mir mal eines ihrer Bücher zulegen. Nicht, weil ich große Literatur erwarte, sondern um die Idioten abzufedern, die sich über so etwas erdreisten.
Sie hat das Tier weder gequält (wie es z.B. bei der Herstellung unseres Grillfleisches täglich passiert) noch aus purer Freude getötet, sondern verarbeitet und gegessen. Was denken diese Leute eigentlich was ihr Steak vorher einmal war oder woher es kommt?! Von Bäumen?

Beitrag melden
armyoffools 18.06.2014, 20:13
5. Lächerlich

Die Frau ist sogar bewundernswert, da sie das Tier selbst gefangen und ausgenommen hat. Die meisten Konsumenten in westlichen Ländern haben seltsame Vorstellungen davon, wo das Fleisch in den Kaufhäusern herkommt.

Die Frau hat überhaupt nichts Verwerfliches getan. Im Gegenteil.

Blamieren tut sich nur die Netzgemeinschaft mit realitätsfremden und total verzerrten Moralvorstellungen.

Beitrag melden
ignorat 18.06.2014, 20:19
6. .

Ich kann lampropeltis nur zustimmen. Das Karnickel hatte ein richtiges Leben, es rannte rum, fraß Rosen und Petersilie und am Ende wurde es gefangen, getötet und vollständig verspeist. Nur wessen Fleisch aus dem Supermarkt kommt kann daran etwas verwerfliches finden. Sie hat das Tier selbst getötet, das stünde so manchem Grillfleischwerfer auch gut. Denn die meisten, die sich über so etwas aufregen sind keine Vegetarier, sondern Fleischesser, die halt beim Aldi das Billigfleisch kaufen. Ich bin auch so aufgewachsen, dass ich wusste woher das Fleisch auf dem Teller herkam. Wir wurden dazu angehalten auch zu lernen wie man Hühner und Karnickel tötet und ich hab's gelernt und gemacht. Und weiß seitdem, dass ich es nicht mehr machen möchte. Aber vor Wintersons Konsequenz habe ich Respekt.
IgnoRat - seit 40 Jahren Vegetarierin.

Beitrag melden
bernd.stromberg 18.06.2014, 20:27
7.

Zitat von lampropeltis
Die Reaktionen im Netz zeigen mal wieder deutlich wie weit sich die westliche Welt von der Natur entfernt hat. Ich sehe nichts verwerfliches daran ein selbst geschlachtetes Tier zu essen.
Ich glaube es geht hier weniger darum Tiere zu essen oder selbst zu schlachten, sondern eher um den zynischen Kommentar in Verbindung mit dem Foto.

Ich kenne die Schriftstellerin nicht, aber wer so ein Foto auf Twitter (!!) postet mit einem derart zynischen Kommentar der ist mir auf Anhieb unsympathisch.

Beitrag melden
Danares 18.06.2014, 21:02
8. Haben Wildtiere ein Gewissen?

Zitat von großwolke
Wenns der Fuchs frisst, ist es natürlich, und wir sollen die Finger davon lassen?
Eben, warum sollten wir auch im Gegensatz zu Wildtieren so etwas wie Moral und Mitgefühl empfinden...? Zwei Eigenschaften, die die Menschheit in ihrer Entwicklung wohl kaum weitergebracht haben, oder?

Beitrag melden
Kejo111 18.06.2014, 21:12
9. Diese Doppelmoral ist unerträglich

Wer das Kaninchen selbst fängt, tötet, ausnimmt und abzieht, der hat m. E. auch das moralische Recht, es zu essen.

Ich bin seit über 25 Jahren Vegetarier. ;-)

Beitrag melden
Seite 1 von 8
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!