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Seenotrettung von Flüchtlingen: Er hat ihn angezeigt. Jetzt sprechen sie miteinander
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Axel Steier rettet Ertrinkende aus dem Mittelmeer, Torsten Küllig zeigte ihn als Schleuser an. Nun haben sie sich die Meinung gesagt. Ein Streitgespräch.

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hedele 25.08.2018, 12:28
100. Hier fehlt etwas

Das Recht. Man hat den Eindruck, hier rennen zwei Weltbilder ohne Kontakt aneinander vorbei: Der Volksdeutsche voller Angst und der Weltbürger voller Hoffnung. Aber es gibt einen ganz schmalen gemeinsamen Grad, den tatsächlich beide akzeptieren: Das geltende Recht. Nur, dass Herr Küllig am alten Asylbegriff des Art. 16a GG (nur 1% der Anerkennungen) hängt und den subsidiären Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention (Bürgerkrieg) offenbar gar nicht kennt, während für die Retter die Abschiebung bei ablehnender BAMF-Entscheidung verständlicherweise keine Rolle spielt. Aber beides gehört leider immanent zusammen. Damit der Rechtsanspruch allgemein anerkannt wird, muss auch die Kehrseite gelten. Hier liegt ein wenig die Krux. Es müsste also viel mehr Abkommen mit Staaten des Südens geben, abgelehnte Migranten auch tatsächlich zurückzunehmen. Gegenleistung kann da nur eine Öffnung unserer Märkte sein. Damit hilft man dann auch den in ihrer Heimat gebliebenen oder den dorthin zurückgekehrten Menschen mehr als mit manchmal bizarr scheiternden Entwicklungshilfeplänen. Sollte die Einfuhr in die EU, wie neuerdings oft, an zu hohen technischen Standards der EU scheitern, dann muss eben hier gezielt die Hilfe ansetzen, mit Schulungen und technischem Know-how. Letztlich haben uns die Flüchtlinge damit an etwas erinnert, was die ganze Zeit galt, aber von uns Nordlichtern gern erfolgreich verdrängt wird: Wir leben gemeinsam auf diesem Globus und dieser wird gefühlt täglich kleiner, die Ressourcen weniger, die Entfernungen vernachlässigbar. Die Antwort kann nur mehr verlässliches Recht für alle sein und nicht noch mehr Barbarei.

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maschseefest 25.08.2018, 12:29
101. Begriffserklärung durch den Spiegel

Die Begriffserklärung durch den Spiegel erinnert mich an die Antisemitismus Reportage des WDR, bei der bei bestimmten Passagen unten Texte mit den "wahren" Fakten eingeblendet wurden. Ich hab mich damals für den WDR fremdgeschämt, dass die Reportage nicht gezeigt werden dürfte, obwohl renommierte Historiker wie Wolfssohn sie als eine der besten Dokus der letzten Jahre bezeichneten. Hier gibt es ähnliche Tendenzen der unterschwelligen Parteinahme. Okay, der Begriff Invasoren ist etwas übertrieben, aber hatte nicht Wolfgang Schäuble von einer Flut gesprochen? Paktiert Herr SChäuble jetzt ebenfalls mit den "Rechten". Vor ein paar Jahren hätte man Wolfgang Schäuble noch als "Rechten" bezeichnet. Die Zeiten sind aber wohl vorbei. Schäuble ist jetzt, da er ja kein "Rechter" ist wohl ein "Linker".

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Furchensumpf 25.08.2018, 12:29
102.

Zitat von ip2018
Solche Beiträge lommen in der Regel von Bewohnern des Hotel Mama, wo der Kühlschrank immer voll ist und der Strom aus der Steckdose kommt und nichts kostet. Im richtigen Leben fragt man sich jedoch, warum all die Menschen nach D wollen und von welchen Geldern deren Unterhalt bezahlt wird. Ach so, das bezahlt ja der Staat. Der mit der Verwendung meiner Steuergelder ja nichts zu tun hat.
Haben Sie dafür auch einen Beleg? Oder versuchen Sie nur wieder einen Nebenschauplatz zu eröffnen?

Und Ihre paar Kröten können Sie gerne behalten. Können Sie gerne der AfD spenden...

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keine-#-ahnung 25.08.2018, 12:30
103. "Die Vokabel "Invasoren" kursiert ...

in rechten Internetforen als Synonym für Zuwanderer, auf Pegida-Kundgebungen gehört der Begriff zum Standardvokabular, Victor Orbáns rechtsnationale Regierung in Ungarn nutzt ihn ebenfalls, und in Bayern trat 2015 eine CSU-Ortsverbandschefin zurück, die abfällig über Asylbewerber als "Invasoren" gesprochen hatte."
Dank an die Redaktion für die aktive Denkbetreuung - ich hätte sonst den Begriff "Invasoren" für ein neuartiges Pflanzenschutzmittel gehalten.
Die ideologiegetriebene, kompromisslose Paraphrasie von Herrn Steier macht einem schon Sorgen. Hier können nur Staaten mit der rigorosen Durchsetzung von geltendem Recht Einhalt gebieten. Ich zumindest drücke der maltesischen Justiz die Daumen ... und im Fall des Falles muss man in Deutschland erneut eine Strafanzeige gegen ihn stellen - die Umstände haben sich ja offenbar geändert.

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Furchensumpf 25.08.2018, 12:32
104.

Zitat von Aquifex
"Steier: Natürlich, aber Integration ist eine staatliche Aufgabe. Man kann doch nicht eine Gruppe aus Freiwilligen, die Ertrinkende aus dem Mittelmeer zieht, für die Fehler und Versäumnisse europäischer Regierungen verantwortlich machen. Steier: Man kann es auch als Strategie auffassen, anderen zu helfen. So steht es schon in der Bibel und das bringt unsere Gesellschaft auch heute noch voran. Herr Küllig, wir haben im Grunde dasselbe Ziel: eine attraktive, lebenswerte Gesellschaft. Ich glaube, dass man sich dafür um seine Mitmenschen kümmern muss - auch um diejenigen, die ausgegrenzt sind." Diese beiden Aussagen stellen die ganze Naivität der "Seenotrettung" der NGOs dar: Kümmern wollene wir uns um die Flüchtlinge auch nicht, das sollen bitteschön andere machen und wie das gehen soll, ist uns auch egal. Wir machen das, weil das unsere Ideologie ist und da haben alle anderen mitzumachen. Fresst das! Liebe Leute, Ihr habt nicht im Ansatz verstanden, was eine Demokratie ist.
OK, dann sagen wir demnächst den Bäcker, dass er auch für meine freien Rohre verantwortlich ist.

Natürlich muss die Integration von dafür ausgebildeten Menschen vorangetrieben werden.

Was ist daran so schwer zu verstehen? Oder machen Sie bei ihrem Job auch alles Aufgaben des Unternehmens?

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twister13 25.08.2018, 12:32
105. Unrealistisch

Zitat von spon-facebook-10000183237
wer aus dem Mittelmeer gefischt wird, wird direkt in ein sicheres UNHCR Camp gebracht und im Gegenzug Familien, Alte und Kranke von dort sicher nach Europa.
Also Sie wollen nicht nur die N I C H T nach Europa bringen bei denen wenigstens noch der Hauch einer Hoffnung besteht dass sie sich in den Arbeitsmarkt eingliedern lassen, die Jungen, sondern die Alten und Kranken und Familien?

Wie unrealistisch wollen Sie es denn haben? Wir haben ein massives Problem im Gesundheitssektor wir haben katatrophale Zustände im Pflege- und Altensektor und eine andauernde Rentendebatte mit einer demographischen Bombe.

Und genau in diesen Problembereichen wollen Sie zusätzliche Not schüren indem Sie Alte und Kranke einfliegen wollen.

Nach meinen Informationen ist weder Krankheit noch Alter ein Asylgrund. Und schon gar kein Merkmal für erfolgreiche Einwanderung.

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Furchensumpf 25.08.2018, 12:33
106.

Zitat von ip2018
"....die die Menschenrechte missachten zu diskutieren ...." Sie schreiben Blödsinn. Es gibt kein Menschrecht auf Wohlstand.
Nein, aber auf körperliche Unversehrtheit. Scheint Ihr Menschenschlag aber nicht zu verstehen. Was genügend aussagt...

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scooby11568 25.08.2018, 12:33
107. Die ganzen AfD Jünger hier sind unerträglich...

Zieht doch die Mauer wieder hoch und schafft Euch Euer eigenes kleines Faschobiotop.

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Die andere Seite 25.08.2018, 12:33
108. Spaltung überwinden - wie ?

"Als die letzte Zigarette geraucht und der letzte Schluck Bier getrunken ist, beantworten beide noch eine Frage - ob ihnen das Treffen was gebracht hat. Ja, beteuern Steier und Küllig: Sie seien nun noch gefestigter in ihren eigenen Meinungen. Dann gehen sie getrennter Wege. "Tschüss", sagt Küllig, und Steier antwortet: "Alles Gute."

Wie man daran sehen kann, ist ein Zusammenkommen auf Basis von Argumenten, Vernunft, Fakten nicht mehr möglich. Die Spaltung der Gesellschaft scheint mir unumkehrbar geworden zu sein. Und die Forcierung dieser Spaltung bzw. das komplett fehlende Interesse an einer Überwindung dieser (gefährlichen) Spaltung siehe ich bei diesem Zwiegespräch ganz klar auf Seiten von Herrn Steier. Auch kann ich bei Herrn Steier anhand dieses Interview keinerlei Interesse an einem Europa oder an einem Deutschland, das in der Zukunft liegt, erkennen. Die Essenz dieses Interviews mit Herrn Steier lässt sich meiner Meinung nach anhand folgender Antwort von Herrn Steier festmachen: Küllig: "Gut, werden wir grundsätzlich. Wie soll es weitergehen, Herr Steier? Sie bringen die Leute hierhin und lassen sich dafür als Helden feiern." Steier: "Sind wir ja auch." Mit dieser Motivation seitens Herrn Steier (angetrieben von einer strikten, rein Ideologie-basierten, von der Realität losgelösten Moral) kann man natürlich auch gar nicht mehr offen sein für Argumente. Wenn man sich einmal entschieden hat auf der vermeintlich "richtigen Seite" zu stehen, kann alles von der anderen Seite nur noch schlecht sein und keiner Überlegung mehr wert. Und man kann alle Argumente für eine sinnvoll und für alle Beteiligten vorteilhafte und maßvolle Migration einfach abtun mit: "Ach, Du willst die Menschen also ertinken lassen?" ... und schon hat man auf der einen Seite einen edlen Menschen stehen und auf der anderen Seite einen grausamen Menschen, mindestens einen aus der rechten Schmuddelecke. Wie sollen doch noch gemeinsam konstruktive Lösungen gefunden werden können? Wie soll da eine Spaltung der Gesellschaft überwunden werden können?

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descartes 25.08.2018, 12:35
109.

Zitat von divStar
[...] Ich finde, dass alle, die so wie Steier denken, für die Geretteten selbst aufkommen sollten. Ob das dann finanziell oder anders aussieht, ist eine andere Frage. Aber ich finde, dass jene, die diese Menschen hier willkommen heißen, für diese persönlich verantwortlich sein sollten und jede Aktion, die die Flüchtlinge dann vollziehen, würde sich auf demjenigen, der für sie gebürgt hat, auswirken. Ich für meinen Teil würde es nicht tun weil ich ähnlich ticke wie Küllig. Es gibt kein Menschenrecht auf besseres Leben. Die Flüchtlinge sollten in jene Häfen gebracht werden aus denen sie kamen.
"Es gibt kein Menschenrecht auf besseres Leben", aha, auf welcher AfD Veranstaltung haben Sie das denn aufgeschnappt? Und warum nehmen Sie es dann für sich in Anspruch?
Nehmen wir nur mal Deutschland: Wenn alle Menschen dieser Erde soviele Resourcen verbrauchen würden, wie wir Deutschen durchschnittlich, bedürfte es 3er Erden um diese bereit zu stellen! Theoretisch hätten wir (auch Sie!) ab Ende April keinen Anspuch mehr auf Nahrung und Rohstoffe!
Mit welcher Arroganz also, verbrauchen Sie dreimal soviel, wie Ihnen zusteht und sagen denjenigen, die es satt haben, durch uns klein gehalten zu werden "es gibt kein Menschenrecht auf besseres Leben"?
Sie reden von Verantwortung? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche Verantworutung Sie durch Ihren Lebenswandel dafür tragen? Oder haben Sie keine Geräte mit Rohstoffen aus den Herkunftsländern der Geflüchteten? Dann leben Sie wohl in einer Höhle!
Wenn ich die "jeder ist sich selbst der Nächste" Mentalität und diese Kurzsichtigkeit teilweise hier im Forum lese, kann man einen leichten Brechreiz nur schwer unterdrücken! Wenn ich dann noch daran denke, dass diese Menschen teilweise einen Erziehungsauftrag haben, kann man nur hoffen, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzt und solche Menschen, die Zusammenhänge wenn überhaupt nur begreifen, wenn sie zu ihrem Vorteil sind, niemals etwas zu sagen haben werden!

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