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Seenotrettung von Flüchtlingen: Er hat ihn angezeigt. Jetzt sprechen sie miteinander
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Axel Steier rettet Ertrinkende aus dem Mittelmeer, Torsten Küllig zeigte ihn als Schleuser an. Nun haben sie sich die Meinung gesagt. Ein Streitgespräch.

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maschseefest 25.08.2018, 13:18
170. Herr Steier zerstört das, was er retten will

Folgendem Denkfehler unterliegt Herr Steier. Er möchte die humanitäre Demokratie in Europa bewahren, in dem er aus Gründen der Menschenrechte und Humanität die Flüchtlinge rettet. Dass er mit dem (massenhaften) Zuzug von Menschen, die ein Wertesystem haben, indem Frauen keine Rechte haben, Homosexuelle verfolgt werden, Andersdenkende bzw. Andersgläubige verfolgt werden, die Liste ließe sich fortsetzten, letztlich die Demokratie in Europa aushöhlt, ist ein Gedankengang, der ihm in seiner Selbstgerechtigkeit leider nicht kommt. Die Deutschtürken, die hier leben, haben mit überwältigender Mehrheit Erdogan gewählt, obwohl sie um seine vielen Defizite wussten. Die haben es gerade deshalb gemacht, weil sie ihn für seine aggressive nationalistische Vorgehensweise bewundern. Wenn Herr Steier also ein einem Deutschland leben will, indem Frauenrechte nicht mehr viel gelten (Ehrenmorde etc.), indem Juden auf offener Straße nicht mehr Kippa tragen können (ja, es gibt auch Rechtsextremisten hier, aber der Antisemitismus ist bei den Syrern virulent), dann ist das ein Deutschland/Europa, das nichts mehr mit dem zu tun hat, was Herr Steiner vorgibt zu retten. Leider geben die Entwicklungen in Schweden, England, Frankreichs Vorstädte eher meiner Sichtweise recht, als der etwas blauäugigen von Herrn Steier.

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anni1 25.08.2018, 13:18
171. Danke, Herr Küllig

Argumentativ überzeugend und sehr sachlich - so sollte man Leuten, wie Herrn Steier gegenübertreten. Und gerne noch ein Wort an die Foristen, die Sachsen fest im braunen Würgegriff sehen. Die Touristenzahlen in DD steigen jedes Jahr und wenn ich an Kathedrale, Fürstenzug und Zwinger unterwegs bin, staune ich immer über die Vielfalt der Besucher. Und nein, ich möchte keine Berliner, Offenburger, Freiburger und andere Zustände - sondern eine hübsch sanierte Stadt, in der man ohne Angst in den ÖPNV, in Bäder etc. gehen kann und auch als Frau keine Angst beim Joggen an der Elbe haben muss. Vielleicht fragt sich Herr Steier auch einmal, ob das später seine Kinder in Dresden noch können, wenn ein unbegrenzter Zuzug in die Sozialsysteme erfolgt und die ohnehin sozial Schwachen mit Flüchtlingen weiter auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt konkurrieren müssen. Marode Schulen, Infrastruktur etc. hätte sich mit den 50 Mrd. jährlich für die blumigen Worte von Herrn Steier auch in den alten Bundesländern zügig sanieren lassen können.

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Seraphan 25.08.2018, 13:19
172.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Flüchtlingen geholfen werden muss. Mit Flüchtlingen meine ich diejenigen, die vor einer Bedrohung für ihr Leben flüchten. Ich kann nachvollziehen, dass andere für ein schöneres Leben auch gern kommen möchten, aber dann bitte angemeldet. Küllig hat den einen oder anderen Punkt. Leider nutzt er manipulative, respektlose Begriffe dabei. Geändert hat sich nichts. Es ist unsere Pflicht, Menschen in dringender Not zu helfen. Dass sich Leute irgendwo in Afrika keinen Flachbildschirm oder ein neues Auto leisten können, empfinde ich nicht als Not.

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Skifahrer 25.08.2018, 13:23
173. Einfache Wahrheiten...

Ein Sozialstaat ohne Grenzen kann nicht auf Dauer funktionieren. Das ist eine Binsenweisheit.
Wenn ich mir dann vorstelle, wie die hunderttausende junge Männer reagieren werden, wenn diese Leistungen einmal aufgrund wirtschaftlicher Probleme in Deutschland gekürzt werden müssen, dann habe ich doch Sorgen un Deutschlands Zukunft.

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ip2018 25.08.2018, 13:23
174.

Zitat von Strichnid
Da verstehen Sie wohl etwas falsch. Die Seenotretter sind ja gerade die, die Verantwortung zeigen, während Politiker hierzulande weggucken.
Die Seenotretter schieben die Verantwortung im nächsten Hafen einfach auf die Ankunftsländer. Das ist billig.

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πter 25.08.2018, 13:23
175. Held?

Geht's Steier darum? Sein Konterfei auf T-Shirts zu sehen wie Guevara? Dieser Eindruck wurde mir jedenfalls vermittelt. Naiv und arrogant. Hat seiner Sache mit diesem Interview wirklich keinen Gefallen getan.

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pontiaxxx 25.08.2018, 13:24
176. Guten Tag Furchensumpf...

...Wo kommen denn die seltenen Metalle her welche in ihrem Smartphone stecken, ich gehe mal ganz frech davon aus das sie auch so ein Teil besitzen ? Ich helfe Ihnen gerne...nicht aus Dortmund oder Freiburg...nein, beispielsweise auch aus dem Kongo. Nach ihrer Rechnung sind sie ebenso mitschuld, ausser ihr Handy besteht aus zwei Blechdosen mit einer Schnur..!

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PSBBM 25.08.2018, 13:24
177. Deutschland bleibt frei, offen und tolerant

Menschen, die andere Menschen vor dem Ertrinken retten sind keine Schleuser, sondern Helden! Eigentlich wäre das eine staatliche Aufgabe, diese wird aber nicht gut erledigt. So müssen anständige, sozial eingestellte Menschen privat eingreifen um Leben zu retten. Diese werden dann auch noch öffentlich diffamiert, z.B. von rechten Hasspredigern. Das ist eine Schande! Die Bundesrepublik Deutschland ist bunt, frei, tolerant und offen. Hier möchte ich Leben und nicht in einer neuen rechten Diktatur, in der mir radikalisierte Dummköpfe vorschreiben wie ich zu leben habe.

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khwherrsching 25.08.2018, 13:24
178. Anweisung durch Leitzentrale?

Wenn dem tatsächlich so ist, handelt die sogenannte Leitzentrale unverantwortlich, wenn sie vorsätzlich einem Schiff auf hoher See einen bekanntlich gesperrten italienischen Hafen zuweist.

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freundlich100 25.08.2018, 13:24
179. Patt!

Guter Beitrag - hat mir sehr gefallen, das Thema mal im Rahmen einer Diskussion zu behandeln. Bezeichnend, dass man ohne Lösung auseinandergeht. Das ist ein verdammt schweres Thema. Leider fand ich Herrn Steiner nicht richtig überzeugend. Er betreibt doch zu offensichtlich ein Rosinenpicken: Dort wo es für ihn passt (Vorschriften zur Seenotrettung etc.), beruft er sich auf das Gesetz, aber dort wo die Gesetzte für ihn nicht passen (z.B. Begriff Asylsuchender), da wechselt er zwanglos und schnell zu den allgemeinen Menschenrechten und zur Humanität die über den Gesetz stehe. Und dem Kern des Problems, dass es keine sinnvolle Lösung sein kann, Millionen von Menschen ungeachtet aller Landesgrenzen auf einen anderen Kontinent zu schippern, damit sie sich dort dauerhaft niederlassen und eine wirtschaftliche Existenz aufbauen können, geht Steiner komplett aus dem Weg. Menschen sollten doch da leben können, wo sie auch leben wollen, und nicht dort, wo sie aufgrund wirtschaftlicher Umstände gezwungenermassen leben müssen.

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