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Seenotrettung von Flüchtlingen: Er hat ihn angezeigt. Jetzt sprechen sie miteinander
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Axel Steier rettet Ertrinkende aus dem Mittelmeer, Torsten Küllig zeigte ihn als Schleuser an. Nun haben sie sich die Meinung gesagt. Ein Streitgespräch.

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mnuessgen 25.08.2018, 13:32
190. Kampf gegen Windmühlenflügel

Aus meiner Sicht kämpfen sowohl Herr Steier als auch Herr Küllig einen aussichtslosen Kampf.
Migration ist eine Tatsache. Ihre Gründe sind vielfältig: Hunger, politische Verfolgung, Armut, Klimakatastrophen, Religiöse Verfolgung. Das Spektrum dieser Gründe wird breiter.
Die Ursachen sind in den meisten Fällen nur sehr schwer und vor allem nur auf sehr lange Sicht zu bekämpfen.
Solange es Migration gibt - und die nach Europa wird in den nächsten Jahren aus oben genannten Gründen eher zu als abnehmen - wird es Leute geben die diese für sich nutzen.
Seien es nun Schlepper, die die Migranten durch falsche Versprechungen aus wirtschaftlicher Berechnung in lebensbedrohende Situation bringen, oder Populisten, die rechtes Gedankengut bündeln und durch Panikmache und falsche Behauptungen versuchen Unterstützer zu gewinnen!
Wir sollten so schnell wie möglich versuchen uns auf diese Entwicklung vorzubereiten um sie gut meistern zu können, wegriefen kann man Sie sicher nicht!

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MarieMm 25.08.2018, 13:32
191. ja, da haben Sie vollkommen Recht:

Zitat von Furchensumpf
....Ich habe einen 6-jährigen Sohn...wenn ich diesem in die Augen schaue frage ich mich, in was für einer Welt er leben würde, wenn Menschen wie Küllig das Sagen hätten...
..und als Lösung schlage ich vor: wir holen die ausgebeuteten Afrikaner alle zu uns. Dann wird alles gut. Und wir kaufen auch nichts mehr aus Afrika. Handel ist böse.

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Fuxx81 25.08.2018, 13:35
192. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Ich bin ein Kopfmensch und daher eher auf Herr Küllings Seite. Die Retter lassen sich zu unbezahlten Komplizen der Schleuser machen und tragen so dazu bei, dass sich noch mehr Menschen in Gefahr begeben. Es handelt sich dabei beileibe nicht um das erste Beispiel, in dem Hilfsbereitschaft langfristig mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt. Dieses Muster wiederholt sich überall.

Ich stimme allerdings nicht zu, dass Fluchtursachenbekämpfung sinnlos ist. Die Menschen in der Subsahara brauchen politische Stabilität und Zukunftsperspektiven, dann bleiben sie auch dort. Die Wirtschaftsflüchtlinge kommen nicht, weil sie hier hundert Euro mehr verdienen und eine Zahnzusatzversicherung abschließen können, sondern weil die Armut in ihren Heimatländern oft lebensbedrohend ist. auf diesem Feld kann und sollte die EU mehr tun.

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Hukowski 25.08.2018, 13:35
193. Na

Zitat von wolly21
Wenn in Libyen so fürchterliche Zustände herrschen, daß man von dort Flüchtende nicht dorthin zrückbringern darf, warum kümmert sich Europa/die EU nicht um Libyen, verbessert die Zustände dort? Warum sorgt man nicht - wenn nötig mit UN-Mandat - für Sichherheit und Ordnung in den Libyschen Lagern? Warum sind deutsche Soldaten in Afghanistan, in Mali, aber nicht in Libyen?
Was wollen Sie denn noch. Die westliche Wertegesellschaft hat doch erst aus einem prosperierenden Libyen dieses Chaos gemacht.
Wir können Chaos einfach besser als reparieren.

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bammbamm 25.08.2018, 13:36
194.

Zitat von dinkidau
...Welcher von den Foristen hier, die behaupten, dass sich die Flüchtlinge in ein marodes Boot setzen mit dem Glauben, sie werden eh gerettet, würde dasselbe tun? Die Gefahr dabei zu sterben ist wohl deutlich höher als die Chance gerettet zu werden. Denken diese Foristen eigentlich nach oder sind sie wirklich so doof?
Da die Zahlen Ertrunkener als auch Geretteter bzw in Europa Angekommener bekannt sind kann man sogar belegen das diese Aussage Unfug ist

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maschseefest 25.08.2018, 13:37
195. Warum nennt Herr Küllig nicht seinen Namen

Wenn ich die teilweise aggressiven Kommentare hier lese, dann verstehe ich, warum Herr Küllig zuerst seinen Namen nicht nennen wollte und er anscheinend auch kein Foto von sich hier veröffentlichen wollte. Der Vorwurf, dass man ein Rassist sei (so auch im Interview), ein "Rechter" und AfD Sympathisant darf in keiner Diskussion fehlen. Zurzeit nehmen wir mehr Migranten auf, als alle europäischen Staaten zusammen. Warum man, wenn man das ein wenig reduzieren will, gleich ein Rassist ist, kann und will ich nicht verstehen. Der Vorwurf ein Rassist, oder "Rechter" zu sein, vergiften die Diskussion. So schreibt hier einer im Forum: der Begriff "Invasoren" wird auch in rechten Foren benutzt. Wobei klar ist, dass diejenigen, die sich dort tummeln eigentlich Rechtsextreme sind. Die Vermischung dieser Begrifflichkeiten führt dazu, dass man jeden, der sich in der Mitte der Gesellschaft befindet, indem er die Begrenzung der Zuwanderung fordert, als "Rechten" diffamieren kann. Auf der anderen Seite ist der Begriff "Linker" eher positiv besetzt. Wie kommt es dazu?

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nebenbei_bemerkt 25.08.2018, 13:37
196. Wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe

Wenn man nicht nur die beiden Gesprächsteilnehmer betrachtet, sondern auch die jeweiligen Positionen der Kommentare hierzu, dann wird immer deutlicher, dass diese Lager sich zunehmend unversöhnlicher gegenüberstehen und sich schon bald nichts mehr zu sagen haben werden. Das sg. miteinander reden verkommt zum aneinander vorbei reden. Am Ende werden sich beide Lager bürgerkriegsähnlich gegenüber stehen, wie Herr Külling voraussagt.

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nucky_thompson 25.08.2018, 13:37
197. Blind

Es geht nicht um ein Boot und auch nicht um zehn. Es geht auch nicht um 700.000 in Libyen befindliche Migranten aus dem Subsahara-Gebiet.
Es geht darum, dass ein erheblicher Teil der Afrikaner angibt, nach Europa migrieren zu wollen. Und darum, dass die Bevölkerungszahl Afrikas nach UN-Prognosen in den kommenden 80 Jahren von jetzt 1,2 auf dann 4 Milliarden Menschen angewachsen wird.
Das sind die problematischen Fakten und die können durch Migration nach Europa schlicht nicht behoben werden.

Da nützt auch der humanitäre Universalismus der sich moralisch selbst Überhöhenden nichts.

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Strichnid 25.08.2018, 13:37
198.

Zitat von wolly21
Wenn in Libyen so fürchterliche Zustände herrschen, daß man von dort Flüchtende nicht dorthin zrückbringern darf, warum kümmert sich Europa/die EU nicht um Libyen, verbessert die Zustände dort? Warum sorgt man nicht - wenn nötig mit UN-Mandat - für Sichherheit und Ordnung in den Libyschen Lagern? Warum sind deutsche Soldaten in Afghanistan, in Mali, aber nicht in Libyen?
Weil Lybien sich das verbittet. Europäische und deutsche Kräfte helfen zwar in verschiedenen Diktaturen und im von Warlords zerfressenen Lybien zwar gern den Polizeikräften bei der technischen Ausbildung. Welche Regeln diese dann aber im Umgang mit Migranten und Flüchtlingen anwenden, darauf haben wir keinen Einfluss, und das würden sich diese Länder auch nicht gefallen lassen.

Sehr erhellend in diesem Zusammenhang ist auch der folgende Bericht: https://www.ardmediathek.de/tv/Monitor/Grenzen-dicht-in-Afrika-wie-die-EU-Flüc/Das-Erste/Video?bcastId=438224&documentId=45438036

Darin ist zu erkennen, mit welcher Gleichgültigkeit unsere Regierung menschenfeindlichen Regimen und teilweise sogar Kriegsverbrechern dabei hilft, Flüchtlinge aufzuhalten.

Und ganz nebenbei - während wir in Europa mit aller Kraft versuchen Schengen zu halten - wird auf Drängen Europas in Afrika die innerkontinentale Freizügigkeit wieder eingeschränkt, die - nach europäischem Vorbild - in den letzten Jahrzehnten abgebaut wurde, was mit verantwortlich dafür ist, dass es dort mittlerweile durchaus respektable Wachstumszahlen gibt.

Die weltweite Flüchtlingskrise wird durch Mauernziehen alles nur noch schlimmer machen, auch wirtschaftlich.

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jkbremen 25.08.2018, 13:38
199. Ich halte es mit Herrn Küllig

Es ist ausgeschlossen dass das Retten von Boatpeople im Mittelmeer so weitergeht, d.h. dass jeder Gerettete nach Europa gebracht wird.
Retten ja, nach Europa bringen nein.

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