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Seenotrettung von Flüchtlingen: Er hat ihn angezeigt. Jetzt sprechen sie miteinander
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Axel Steier rettet Ertrinkende aus dem Mittelmeer, Torsten Küllig zeigte ihn als Schleuser an. Nun haben sie sich die Meinung gesagt. Ein Streitgespräch.

Seite 36 von 48
peeka(neu) 25.08.2018, 17:47
350. Was heißt an der Stelle "umgekehrt"?

Zitat von isar56
Interessant, ja. Ebenso spannend wäre es umgekehrt. Der Held Steier begibt sich in ein Integrationsteam, sucht Wohnungen, sorgt für die Beschaffung kompletter Einrichtungen, schlichtet Streit und Prügeleien, repariert oder ersetzt zertrümmertes Inventar, putzt den jungen Männern den Dreck weg, weil das Frauenarbeit ist oder holt sie morgens aus den Betten und schleppt sie zum Deutschunterricht. Versuchen Sie’s- es lohnt sich.
Ich habe nicht gelesen, dass Herr Küllig in seiner Tätigkeit mit Geflüchteten zu tun hätte. Umgekehrt würde vermutlich eher bedeuten, dass sich Herr Steier in eine Amtsstube setzt und aus dieser Perspektive die Dinge beurteilt.
Aber es wäre auch aus meiner Sicht vermutlich sehr hilfreich, wenn man den Geflüchteten deutlich mehr Eigenverantwortung zutrauen würde. Nur das würde dann für den sächsischen Beamten(?) wohl gleich wieder "Neoliberalismus" bedeuten.

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michaelj 25.08.2018, 17:50
351. Argumente ...

Ich sehe hier eigentlich wenig Argumente ausgetauscht. Die Kritik, die bestehen kann richtet sich bezüglich der privaten Retter darauf, dass sich die Schlepper zum Teil darauf verlassen, dass irgendwer schon die Flüchtlinge auf den maroden Booten rettet und ins gelobte Land bringt. Bezüglich des Themas Fremde denke ich, dass ein Problem darstellt, dass sich diese immer weniger der hiesigen Lebensweise anpassen, vielmehr erdrückt die Toleranz der Gutmenschen die einheimische Bevölkerung. Das führt zur Spaltung der Gesellschaft. In diesem Interview darf sich einer auf der richtigen Seite wähnen, der andere wiederum erscheint als Buchmann, kein ausgewogener Artikel, schade...

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descartes 25.08.2018, 17:51
352.

Zitat von wolly21
Niemand zwingt die Flüchtlinge in die Seeuntüchtigen Boote, im Gegenteil: Sie bezahlen auch noch dafür. Warum beseitigen die Flüchtlinge nicht die Fluchtursachen im eigenen Land? Warum wehren sie sich nicht???
Wenn Sie jetzt noch dazu schreiben, dass die Flüchtlinge schliesslich selbst Schuld haben, in dieser Situation zu sein und die westliche und ostasiatische Welt niemals afrikanische Diktaturen finanziert hat und niemals die Lebensmittelpreise in den Herkunfstländern so dumpen, dass ein einheimischer Bauer nicht mehr von seiner Arbeit leben kann, dann haben Sie den Brüller des Wochenendes geliefert.
Und irgendwo weiter oben fragt ein Forist, ob man die Rechten daran erkennt, dass sie einen Schritt weiter denken als die Linken? Die Frage dürfte wohl hiermit beantwortet sein!

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karl-felix 25.08.2018, 17:51
353. Das

Zitat von isar56
1)Auch wenn in der Regel die meisten Afrikaner innerhalb des Kontinents wandern, haben wir das Problem in Europa nicht gelöst. 2)Wie will Europa, vorwiegend Deutschland die Lebenssituation von Menschen des Kontinents Afrika verbessern und wieviele Menschen können wir noch aufnehmen , bei Wohnungsnot, dichter Besiedlung und wie können 34 Mio Arbeitnehmer all das finanzieren plus 20 Mio Rentner,
1)ist richtig . Europa ist ein sterbender Kontinent, absehbar wird nur noch jeder 5. Erdbewohner ein Europäer sein . Ohne Zuwanderung verelenden wir und sterben wir aus . Dieses Problem betrifft uns Deutsche als führende Industrienation ganz besonders. Das Problem müssen wir lösen durch ein intelligentes Einwanderungsgesetz und massive Werbung um die Zuwanderung intelligenter Köpfe. Wir können uns nicht darauf verlassen , dass freiwillig genügend Leute von sich aus kommen und der Qualifikation , egal wie erfolgreich die im Überleben der Fittesten sind , ist oft nicht passend.

1) Ich würde vorschlagen durch Unterlassung von Ausbeutung und Schüren von Bürgerkriegen und Lieferung von Waffen und Kriegsgerät und Ausbeutung der Küstengewässer und der Zerstörung afrikanischer Märkte .
Ausserdem durch tun : Fairer Handel, Aufbau von Produktionketten ( ganz Afrika baut nicht ein einziges eigenes Auto ) wirtschaftliche ZUsammenarbeit ( die Chinesen sind da cleverer als wir )
Entwicklungshilfe.

Um als Laie nur mal einiges zu nennen Wir könnte auch aufhören , alles sinnlos zu verbrennen was uns in die Finger fällt.

Wir nehmen kaum einen Afrikaner auf. Seit 2010 sind in ganz Europa nur 0,8% der Bevölkerung Afrikaner aus der subsahara Region . Davon leben 3 Viertel in GB,FRankreich,Italien und Portugal . Nur 0,2% verteilen sich also auf die restlichen 14 EU-Länder. Eine sehr überschaubare Zahl angesichts unseres Arbeitskräftemangels und ganzer leerstehender Dörfer. Zehntausende völlig intakter Wohnungen reiseen/sprengen wir weg um die Preise hoch zu halten , Ihre neuwertigen Kleider laufen im Schrank dank Adipositas ein obwohl Sie statistisch fast die Hälfte Ihrer mit höchstem Energieeinsatz erzeugten Lebensmittel einfach wegschmeissen .
Trotzdem steigt unser verfügbares Einkommen sei 2015 - auch dank der Flüchtlinge - von Jahr zu Jahr.. Meine Rente seit 2015 um ca. 15% .
Ich kann nicht meckern .

UNsere Staatskassen Quellen über, allein in diesem Jahr 46 Milliarden mehr als geplant , wenn ich mich nicht irre und Flüchtlinge kommen praktisch keine mehr. Die Unterkünfte stehen leer, Scholz bucht Milliarden zurück die nicht benötigt werden , 300.000 Migranten haben seit 2015 bei uns Arbeit gefunden und erhöhen so ihren und unseren Wohlstand . Geht schon .
Die und wir haben es geschafft . Unsere Geburtenrate steigt wieder leicht an - dank der Migration , denn die deutsche Frau ist im Schnitt 46 Jahre alt .

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maxuli 25.08.2018, 17:54
354. Nicht so ängstlich

Angst ist ein schlechter Ratgeber, Herr Küllig. Sie sollten lieber stolz auf ein starkes Deutschland sein, das auch mit den zahlreichen Zuwanderern zurechtkommen wird. Die Deutschen sind doch hoffentlich nicht nur „Weicheier“, denen es zu gut geht, sondern sie wollen anstehende Probleme ehrenhaft lösen.
Wenn eine Regierung mittels fadenscheiniger Gesetze verhindern will, dass in Not geratene Menschen, weshalb auch immer, gerettet werden, so müssen wir uns als mündige Bürger auch mal gegen die Regierenden stellen. Demokratie bedeutet eben nicht, dass derjenige, der gewählt ist, immer recht hat.

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descartes 25.08.2018, 17:57
355.

Zitat von _Mitspieler
Spielt man die Denkwelt dieser Retter fiktiv bis zum Ende durch, müsste die EU zwischen Eddalya und Tarifa ein breites Tunnel bauen, durch das alle Willigen von Marokko aus trockenen Fußes und risikolos in die EU marschieren können, sich am Ort ihrer Wahl niederlassen dürfen und im Idealfall in D die gleichen Sozialleistungen bekommen, wie ein dortiger Ureinwohner, der nach 40 SV-pflichtigen Arbeitsjahren unverschuldet in Not geraten und in Hartz 4 gerutscht ist. Siehe im Detail meinen o.a. Beitrag 167.
Aber nur, wenn man bei diesem "Gedankengang" voraussetzt, dass allen Geretteten auch Asyl gewährt wird!
Im Übrigen gibt es bei uns auch "Ureinwohner", die erst seit '89/'90 in die Sozialsysteme einzahlen und trotzdem die gleichen Leistungen bekommen, wie einer der schon seit den 70ern einbezahlt hat. Und nun? Muss ich auch akzeptieren, selbst wenn er montags hinter einem mehrfach Vorbestraften, schön brav spazieren geht!

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Strichnid 25.08.2018, 17:58
356.

Zitat von Aquifex
Dazu würden mich zwei Fragen interessieren: Wie kommen denn die Seenotretter damit klar, daß sie nicht überall sein können? Müßten sie nicht Haus und Hof verkaufen um mehr und mehr Schiffe einsetzen zu können? Machen sie natürlich nicht, ...
Doch, machen sie teilweise tatsächlich.

Abgesehen davon: Natürlich wissen die auch, dass sie nicht immer und überall zur rechten Zeit da sein können. Daher ist es ja so fatal, dass diese Kräfte verbal angegriffen werden, ihnen Schleuserei oder was weiß ich noch vorgeworfen wird. Denn eigentlich bräuchte es mehr von denen, aber die gesellschaftliche Debatte erschwert es ihnen.

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ocelot99 25.08.2018, 17:59
357. Afrika Bild

Zitat von Palmstroem
Ihr Afrika BIld hängt ziemlich schief. Natürlich gibt es in Afrika Autos, Stromgeneratoren und Handys - sogar Riesenstädte. Der Unterschied ist nur, Europa verbraucht zwei Erden pro Jahr, Afrika nur 0,7, obwohl die Bevölkerung doppelt so groß ist. Warum glauben Sie, dass ihnen das zusteht, 3-4 mal so viel Ressourcen zu verbrauchen wie ein Afrikaner. Weil Sie Deutscher sind?
Das war ironisch gemeint. Jeder verbraucht was er sich leisten kann. Bill Gates verbraucht sicher hundert mal soviele Ressourcen wie ich, was wahrscheinlich stark untertrieben ist. Aber deswegen ist er kein schlechterer Mensch, er ist nur reicher. Wenn der Afrikaner die Mittel hat, dann kauft er sich genauso alles. So gibt es viele Afrikaner, die ein Auto fahren. In afrikanischen Grossstädten wie Lagos oder Addis Abeba gibt es zigspurige Strassen. Fahrrad wie viele in europäischen Stadten fährt da freiwillig kein Mensch. Handys haben fast alle Afrikaner, von daher versteh ich auch das weitverbreitete Argument mit den Handys und den Rohstoffen nicht.

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frank2013 25.08.2018, 18:00
358. dringende Reform des Migrationsrechts in D und EU

Die Politik muss jetzt erst mal die Hausaufgaben machen. Dann muss ein wirklicher Masterplan her, etwa:
-Umwandl. des AsylR von der Individualgar. in institutionelle Garantie
-Kontingentflüchtl. (mit Familien- und Geschlechtermischung), um sozial. Ungleichgew. zu vermeid..
-Kontingentabk. für Studium und Ausbild. junger Leute mit einzeln. Ländern mit Rückkehrpflicht
-Einschränk. der Klagemögl., Entscheid. innerhalb v. 3 Monaten
-Vorlage der VG´s an das BVerwG (Grundatzfr.), wo eine Kammer über die Annahme wie beim BVerwG entscheidet (Einheitl. der Rechtspr.)
-Erleichterung der Abschiebehaft und Bau von entspr. Einricht..
-Abschieb. durch den Bund
-Anschaffung einer Luftflotte zur Abschieb. für die Bundespolizei
-Grundsätzlich kein Umstieg vom Asyl- ins AufenthaltsR, nur für Altfälle Stichtagsregel.. (Pulleffekt über das AsylR)
-EinwanderungsG für gut integrierbare Personen auch im Handwerk (Sprachkenntn., Ausbild. ggf. durch deutsche Handwerksmeister in den Heimatländern, Arbeitsvertr. vor der Einreise). Die Untern. können in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagent. in den Länder Anwerbebüros eröff.
-Mass. Gegenpropag. über die sozial. Medien zur Realität in Deutschl. und weitere Infos in jeweil. Landessprachen
-Massiver Druck auf kooperationsunwill. Länder in Visafragen oder Kontensperrungen in der EU
-Laissez-passer-Abk. mit allen Ländern, die betroffen sind. Die Ausstell. der Dokumente wird von Gremien mit Beteilig. eines Auslandsvertreters der betroffenen Länder kontr.
-Abk. mit den Ländern über die vollst. Registr. der Bevölkerung mit biometr. Mitteln (hierzu gehören auch DNA- und Sprachproben), Belieferung mit der entsprechenden Technik.
-Anlandeeinricht. in den Anrainerländern mit Uno-Beteiligung, Militärschutz und Asylzentren und guter Infrastruktur nebst Flugplätzen ggf. zur Heimreise
-Verstärkte Seeüberwach. mit Satelliten, Drohnen, Hubschraubern, Flugzeugen, Patrouillenb.
-Druck auf die Lieferländer von Schlauchb. u.ä. und Mot., nationale Registr. des Einkaufs aller marit. Einsatzmittel
-Erhöhung der Strafen für illegale Einreisen bei Angabe von Mehrfachident., Benutzung falscher Papiere und Sozialbetrug
-Strafbarkeit von Schleppern nach dem Weltrechtsprinzip, internationale Fahndung und Haftbefehle, Vermögenseinzug
-Keine Sozialhilfe bei regulärer Migration in den ersten 6 Monaten (Nachweis eigener Mittel oder Garantie der Arbeitgeber)
-Bei Umstieg nach Stichtagregelung Rückzahlungsregelung für erhaltene staatliche Leistungen wie beim BaföG
-Erhöhung der Beiträge für UN-betriebene oder nationale Flüchtlingslager, Verbesserung der Lagerinfrastruktur, Ausbildungsstätten, Unis, Schulen in Großlagern, Förderung der Integration in die örtl. Wirtschaft, Einbeziehung der Bevölkerung
-Freien Handelszugang afrikanischer und anderer Länder (ehem. Kriegsländer) zum EU-Markt
-Ersatz des Dublinsystems nach einem EU-Schlüssel nach Bevölkerung und Wirtschaftskraft, ggf. Ausgleichszahlungen (kann bei Einführung obiger Maßnahmen nicht mehr sinnvoll verweigert werden
-Verbesserung des europäischen Informationsaustausches, Abgleich mit polizeil., meldetechn. und soz. Datenbanken und Steuerdatenbanken

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Strichnid 25.08.2018, 18:02
359.

Zitat von Mortus
es gibt für das Problem nun mal nicht DIE humanitäre Lösung. Ich denke aber auch, dass diese Retter eher das Problem verstärken. Und dadurch sich eher neue sich auf dem Weg machen und die dann ersaufen. Die Retter tragen dann eine Mitschuld.
Nein. Es ist absurd, das zu behaupten. Und es rechtfertigt auch nicht unterlassene Hilfeleistung.

Und ja, es gibt humanitäre Lösungen. Hier im Thread wurden zahlreiche Ansatzpunkte diskutiert, von der Außen- und Rüstungspolitik über die Handelspolitik bis zu innenpolitischen Fragen wie Wohnungsbau, tatsächliche Integration in Arbeits- und Wohnungsmarkt (auch in Nachbarschaften hinein!) u.v.m..

Es ist natürlich einfacher, all diese Lösungen nicht sehen zu wollen, dann kurzerhand das Problem für unlösbar zu erklären und ein "so hart es klingt ..." hinzuknallen. Für mich ist das aber nichts anderes als eine intellektuelle Armutserklärung.

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