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Seenotrettung von Flüchtlingen: Er hat ihn angezeigt. Jetzt sprechen sie miteinander
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Axel Steier rettet Ertrinkende aus dem Mittelmeer, Torsten Küllig zeigte ihn als Schleuser an. Nun haben sie sich die Meinung gesagt. Ein Streitgespräch.

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frank2013 25.08.2018, 20:27
390. Strichnid # 389.

Die Abschiebehaft ist extrem schwierig zu beantragen. Sie müssen derzeit nach dem FamFG bei einem Richter extrem viel erfüllen. Der Abzuschiebende muss z.B. Straftaten begangen haben oder kooperationsunwillig sein und die Gefahr erkennbar sein, dass er sich entzieht. Dann muss die Ausreise genau organisiert sein, damit der Ausreisepflichtige nicht zu lange festgehalten wird. Das überfordert vor allem die kommunalen Behörden, die dann lieber die Finger davon lassen. Obwohl die Ankündigungspflicht entfallen ist, scheitern die Abschiebungen unverhältnismäßig oft. Dabei kann das schlimmstenfalls bei einem gecharterten Flugzeug z.B. bis zu 50.000 Euro pro Person kosten. Das kann bei 300.000 Ausreisepflichtigen nicht mehr gemeistert werden. Dann haben wir hier extrem viel frustrierte Leute, die durchdrehen können. Ich denke, hier sollten die Anforderungen gesenkt werden. Das muss im Einzelnen überlegt werden. Deshalb führt man die Ankerzentren ein, um die Leute vor Ort zu haben. Was die Klagen angeht, so ist der Staat lahmgelegt. Viele Anliegen der Bürger können nicht mehr abgearbeitet werden wie Bauanträge u.a. Bei der von der Koalition eingeführten Zahl von 200.000 Personen im Jahr ist das ein anhaltendes Problem, das nicht einfach durch ewig lang einzuarbeitende Nachwuchsrichter gelöst wird. Gerade das Asylrecht erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Warum soll jeder, auch der woanders anerkannt wurde oder offensichtlich unbegründet etwa aus einem Land wie Serbien zum x-tenmal einen Antrag stellt oder ein visafrei eingereister Georgier, der hier etwa zu einer reisenden Einbrecherbande gehört oder jemand, der zum x-sten mal illegal einreist und Asyl ruft, einen Asylantrag stellen und einen langwierigen Rechtsweg beschreiten können. Das kann so nicht gewollt sein. Daher bin ich für eine Einschränkung, nicht aber Abschaffung des Asylrechts. Eine Institutsgarantie gibt dem Staat ein Ausgestaltungsrecht und es können auch besser Kontingenten Asyl gewährt werden und nicht jeder seine Ausreise jahrelang verzögern und Sozialleistungen beziehen, obwohl absehbar ist, das er kein Recht hat. So hätte man z.B. ganze Familien aus Syrien holen und die vielen jungen Männer, die Hab und Gut verkauft haben, schneller abschieben können. Das holländische Modell funktioniert eher in kleinen Länder mit übersichtlicher Verwaltungsstruktur und zentraler Organisation, was im föderalen Deutschland eher nicht klappt. Außerdem soll es in einer Gesamtschau auch dort Probleme geben, die die Gesamtbilanz schmälern.

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descartes 25.08.2018, 20:35
391.

Zitat von Aquifex
Asylanträge der letzten Jahre: 2013 202834, 2014 476649, 2015 745545, 2016 222683 und das sind nur die Aslyanträge (https://mediendienst-integration.de/migration/flucht-asyl/zahl-der-fluechtlinge.html), nicht die Zahl der Flüchtlinge, die allein 2014 bei weit über 1 Mio lag..... es ist nicht so, daß die alle wieder gehen, wenn das Jahr um ist. Es ist eine Summe zu bilden, die allein mit diesen Zahlen schon fast bei 2 Mio liegt. Wer kein Asyl bekommt verschwindet auch nicht einfach aus der Summe, sondern bleibt auch hier. Das muß ich Ihnen aber eigentlich nicht erklären, das wissen Sie auch selber, und das müssen Sie schon korrekt darstellen. Die Einheimischen, die dafür aufkommen müssen, werden nämlich nicht mehr.
Wir reden doch von Gegenwart und Zukunft und da sollten wir dann schon von realen Zahlen ausgehen? Die Vergangenheit kann sowieso keiner mehr beeinflussen und ja, 2015 waren die Zahlen zweifellos deutlich höher, aber jetzt noch so zu tun, wie wenn jährlich Mio zu uns kommen (so wie das einige Foristen unterstellen wollen), ist einfach unseriös.

https://www.bpb.de/gesellschaft/migration/flucht/218788/zahlen-zu-asyl-in-deutschland

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ocelot99 25.08.2018, 20:42
392. Kongogräuel

Zitat von kahabe
Wo hier explizit der Kongo angesprochen wird. Da möge sich bitte die belgische Krone drum kümmern. Wegen der bekannten unsäglichen Untaten eines der ihren. Und Herr Kulig bräuchte sich keine Gedanken mehr darüber machen, dass das aus den Nähten platzende Dresden (oder Sachsen) von schwarzen Männern überschwemmt wird. Oder den Alldeutschen Verband des Justizrates Heinrich Claß wiedergründen. Zu dessen Zielen gehörten eh die militärische Eroberung des Kongo, auch zur Ausbeutung der Leute dort. Mensch, der ich bin, bin ich froh das derartige Zeiten vorbei sind, vermutlich.
Die Europäer hätten alleine gar nicht die Macht gehabt den Kongo zu beherrschen. Den Teil unterschlägt man immer, wie die Rolle Afrikas oder der Araber bei der Sklaverei.

Mich stört einfach, dass ich verantwortlich sein soll, für alles was jemals ein Europäer getan hat, und wenn man dann aufzählt was die anderen getan haben, dann darf man das nicht sagen, das wäre ja rassistisch. Die Nichteuropäer sind in derselben Logik natürlich verantwortlich für gar nichts.

Beispiel IS. Weder Islam noch Muslime sind dafür verantwortlich obwohl zehntausende Muslime mitgemacht haben.

Ich bin als Europäer aber für König Leopold verantwortlich, verantwortlich was vor 100 Jahren ein paar tausend europäische Offiziere, oder einige davon, die wohl aus ihrer Sicht in die Hölle geschickt wurden, getan oder befohlen haben. Der belgische König rekrutierte einheimische Soldaten für seinen Unterdrückerstaat. Ohne die wäre das alles ja wohl kaum möglich gewesen.

"1908 lebten insgesamt nur 3000 Europäer im Freistaat. 360 europäische Offiziere waren auf eine Fläche von Westeuropa verteilt."

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Demokratischen_Republik_Kongo

"1914 zählte die Force Publique, inklusive die Katanga-Kompanien, über 17.000 Askaris, kommandiert von 178 weißen Offizieren und 235 weißen Unteroffizieren."

"Zu Beginn der 1890er Jahre waren weite Gebiete im Osten des Freistaats in der Hand arabischer Elfenbein- und Sklavenhändler"

https://de.wikipedia.org/wiki/Force_Publique

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descartes 25.08.2018, 20:50
393.

Zitat von TrollfIüsterer
weil sie das Geld der "flüchtlinge" nehmen, denn die sehen dieses geld als den einsatz in einem lottoschein bei dem als Hauptgewinn Hartz4 winkt sondern die bösen sind u.a. die deutsche Regierung die das mühsam verdiente Geld der Bürger den Flüdhtlingen gibt so wie es der Plan der "Flüchtlinge" war, denn kein Bürger geht in Deutschland in die Arbeit um seine sozialabgaben den Flüchtlingen zu geben.
Grundsätzlich gehe ich arbeiten um von meinem Verdienst meine Familie zu ernähren. Ich zahle meine Sozialabgaben gerne, weil ich hoffe, sollte ich mal bedürftig werden, ebenfalls davon profitieren zu können und die Sozialgemeinschaft nun mal zu den herausragendsten Errungenschaften der letzten Jahrhunderte gehört. Ob meine Sozialabgaben bei einem deutschen oder bei einem ausländischen Bedürftigen eingesetzt werden, spielt für mich überhaupt keine Rolle (warum auch?), Hauptsache sie landen überhaupt bei einem Bedürftigen.

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helisara 25.08.2018, 20:53
394.

Zitat von rathat
Mir schwant, der gesamte sächsische Staat ist schon durchsetzt von diesen „besorgten Bürgern“, die letzten Endes auch nur Rassisten sind. Da scheint die Polizei kein Einzelfall mehr zu sein - und das in einem Bundesland, in der der Ausländeranteil geringer nicht sein könnte; welches aber durch massive Abwanderung über Zuzug freuen müsste. Wer sich aber National und International so unfreundlich und gastfeindschftlich darstellt, wird selbst von der restlichen deutschen Bevölkerung, die in der großen Mehrheit noch Anständig ist, lieber gemieden. In einem Land zu wohnen, welches bevölkerungstechnisch immer mehr ausdünnt und sich gerade den eigenen Ast abschneidet, hätte ich auch bedenken Kinder groß zu ziehen. Im besten Fall ziehen sie nach der Schule/Ausbildung sofort weg.
Dresden dünnt auf dem platten Land und in den strukturschwachen Regionen aus. Wie auch westdeutsche Bundesländer. Schon drollig, daß die ach so engagierten Mitbürger die prinzipiell alle Menschen der Welt aufnehmen wollen, auf einmal anders denken, wenn das eigene Stadtviertel zu "bunt" wird. Man protestiert gegen die AfD, und unterstützt die Seenotrettung, aber wenn Mia und Max eingeschult werden muß es eine Grundschule sein, in der es möglichst wenig Zuwandererkinder gibt.

Wenn ein Flüchtlingsheim in einem "feineren" Viertel geplant wird, dann wird dagegen protestiert. Man hat selbstverständlich nichts gegen Flüchtlinge, aber doch bitte nicht vor der eigenen Haustür.

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descartes 25.08.2018, 21:11
395.

Zitat von ocelot99
[...] Mich stört einfach, dass ich verantwortlich sein soll, für alles was jemals ein Europäer getan hat, und wenn man dann aufzählt was die anderen getan haben, dann darf man das nicht sagen, das wäre ja rassistisch. Die Nichteuropäer sind in derselben Logik natürlich verantwortlich für gar nichts. Beispiel IS. Weder Islam noch Muslime sind dafür verantwortlich obwohl zehntausende Muslime mitgemacht haben. [...]
Was reden Sie denn da? Warum warum sollten Sie Verantwortung dafür übernehmen, "für alles, was ein Europäer jemals getan hat"? Es reicht doch schon, wenn Sie die Verantwortung für Ihr aktuelles Handeln übernehmen würden und da können Sie eben nicht so tun, wie wenn dies keine Konsequenzen für die 3. Welt hätte (weder bei technischen Produkten, noch bei Lebensmitteln). Und es würde schon reichen, wenn Sie die Konsequenzen, für das, was die Europäer jemals getan haben, nicht leugnen würden! Und da hilft whataboutism, nach dem Motto, "die andern haben aber auch", eben keinem weiter, ausser seinem eigenen schlechten Gewissen vielleicht.
Und zum Thema IS, abgesehen von den westlichen Interventionen in Nahost, ist sicher die muslimische Welt hauptverantwortlich ideologisch und finanziell. Aber, obwohl wir genau wissen, welche Staaten den IS finanziell unterstützen, machen wir trotzdem weiter Geschäfte mit diesen Staaten. Oder boykottieren Sie Firmen, die z. B. mit der Türkei oder Saudi Arabien Geschäfte machen?

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licht_und_schatten 25.08.2018, 21:29
396.

Zitat von pecos
….. Was sagt uns das über Kultur? Dass weder unsere Kultur noch die der vielfältigen islamischen Staaten in Stein gemeisselt ist und wir zwar momentan stolz sein können auf "unseren" relativ unaggressiven Umgang mit Juden und Schwulen, dass das aber nicht an einer wie auch immer gelagerten "abendländischen Kultur" liegt, die womöglich auch noch ein unveränderbares "Wesen" besitzt, sondern dass sich Kultur ändern kann: die "der" Muslime ebenso wie die "des" Westens". Das ist übrgens keine Meinung oder kein Gefühl, sondern es sind historisch und wissenschaftlich belegte Tatsachen, die für Sie wahrscheinlich lediglich fake-news darstellen. Aber vielleicht wars nen Versuch wert....
Tatsache ist, dass im Moment gewisse Minderheiten, die es zwar auch in Europa nicht leicht haben im Orient einen extrem schweren Stand erleben. Dass es irgendwann anders war, kann nicht bestritten werden. Die muslimisch geprägten Kulturen und ihre Entwicklung seit dem frühen Mittelalter sind ein gutes Beispiel dafür, wie Involution funktioniert. Zumindest einige der im mystischen Islam gewonnenen Erkenntnisse werden heute von der Wissenschaft mehr oder weniger bestätigt, spezifische Verhaltensweisen des Menschen die es laut den Sufis zu überwinden galt, werden heute auf psychologischen Konferenzen intensiv diskutiert und bestätigt. Leider ist das alles zum größten Teil verloren gegangen und durch religiösen Dogmatismus ersetzt worden. In Libyen wurden die Sufi-Schreine platt gemacht und damit der Beweis angetreten auf was für einem vormittelalterlichen Niveau sich viele Muslime heute befinden. Aktuell kann ich der Islamischen Kultur nur noch bedingt was abgewinnen. Ich lehne die Menschen aus dieser Kultur nicht pauschal ab, aber einen solchen Wandel in Europa, der teilweise bereits wahrnehmbar ist, würde aus meiner Sicht eine Katastrophe sein. Die meisten Willkommenspopulisten wissen gar nicht worauf sie sich einlassen. Unkenntnis schütz aber nicht vor Verantwortung.

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licht_und_schatten 25.08.2018, 21:33
397.

Zitat von helisara
…. Wenn ein Flüchtlingsheim in einem "feineren" Viertel geplant wird, dann wird dagegen protestiert. Man hat selbstverständlich nichts gegen Flüchtlinge, aber doch bitte nicht vor der eigenen Haustür.
Damit haben Sie vollkommen Recht. Daran kann man auch die ganze Heuchelei des pseudohumanistischen deutschen Geldadels sehen.

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ocelot99 25.08.2018, 21:57
398. Verantwortung

Zitat von descartes
Was reden Sie denn da? Warum warum sollten Sie Verantwortung dafür übernehmen, "für alles, was ein Europäer jemals getan hat"? Es reicht doch schon, wenn Sie die Verantwortung für Ihr aktuelles Handeln übernehmen würden und da können Sie eben nicht so tun, wie wenn dies keine Konsequenzen für die 3. Welt hätte (weder bei technischen Produkten, noch bei Lebensmitteln). Und es würde schon reichen, wenn Sie die Konsequenzen, für das, was die Europäer jemals getan haben, nicht leugnen würden! Und da hilft whataboutism, nach dem Motto, "die andern haben aber auch", eben keinem weiter, ausser seinem eigenen schlechten Gewissen vielleicht. Und zum Thema IS, abgesehen von den westlichen Interventionen in Nahost, ist sicher die muslimische Welt hauptverantwortlich ideologisch und finanziell. Aber, obwohl wir genau wissen, welche Staaten den IS finanziell unterstützen, machen wir trotzdem weiter Geschäfte mit diesen Staaten. Oder boykottieren Sie Firmen, die z. B. mit der Türkei oder Saudi Arabien Geschäfte machen?
Ohne historischen Schuldkomplex wäre die aktuelle Migrationsdebatte völlig undenkbar. Das erkennt man schon daran, dass Gesellschaften die sich historisch völlig schuldlos fühlen, keinerlei Interesse haben Migranten aufzunehmen oder gar zu versorgen.

Das ist einzig ein westliches Phänomen. Man redet zwar immer davon die meisten Flüchtlinge würde die dritte Welt aufnehmen, aber das liegt daran dass dort der Staat weitgehend inexistent ist. Die Völker leben grenzüberschreitend etwa zwischen Afghanistan und Pakistan. Der Libanon empfindet keinerlei Verpflichtung syrische Migranten, arabische Brüder, zu versorgen. Hingegen Schweden tut das. Was haben die mit allem zu tun?

Ich versteh auch nicht warum ich mehr Verantwortung für mein Handeln tragen soll als irgendjemand sonst auf diesem Planeten? Sie würden einem Afrikaner niemals diese Verantwortung übertragen, auch nicht Länder zu boykottieren deren Poltik nicht gefällt.

Mir gefällt Saudiarabien nicht. Trotzdem find ich es besser Saudiarabien ist von westlichen Waffen abhängig. Man stelle sich vor die Welt wäre nicht von den USA sondern von den Saudis dominiert. Das ist nicht nur eine Frage der Moral.

Auch die Frage der Flüchtlinge kann man nicht mit reiner Moral beantworten. Ich bin nicht bereit für Moral, wenn die dann lauten sollte, wir müssen alle aufnehmen, meine Welt zu opfern. Deshalb bin ich auch kein Christ. Dieser Hang zur Selbstzerstörung gefällt mir nicht.

In einer perfekten Welt wäre ich für offene Grenzen. Nur Gesellschaften die ihre Grenzen nicht schützen verschwinden. Meine westliche europäische Welt ist eine Minderheit auf diesem Planeten. Diese wird einfach verschwinden. Ich sehe keinerlei moralischen Wert darin.

Afrika oder die islamische Welt können leben wie die Europäer. Es hindert sie niemand daran. Sie brauchen dafür nicht nach Europa zu kommen. Es gibt nichts was Europa hat, was Afrika nicht hat.

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descartes 25.08.2018, 22:02
399.

Zitat von licht_und_schatten
Damit haben Sie vollkommen Recht. Daran kann man auch die ganze Heuchelei des pseudohumanistischen deutschen Geldadels sehen.
Sie würden es also vorteilhaft finden, ein Flüchtlingsheim in ein Nobelviertel zu setzen, um damit den Geflüchteten gleich hautnah vor Augen zu führen, welcher Wohlstand ihnen wohl nie vergönnt sein wird? Und dann beschweren Sie sich wahrscheinlich auch noch über die unzufriedenen und undankbaren Flüchtlinge? Was für ein sinnlos populistisches Beispiel.

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