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Seenotrettung von Flüchtlingen: Er hat ihn angezeigt. Jetzt sprechen sie miteinander
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Axel Steier rettet Ertrinkende aus dem Mittelmeer, Torsten Küllig zeigte ihn als Schleuser an. Nun haben sie sich die Meinung gesagt. Ein Streitgespräch.

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spon-facebook-10000183237 25.08.2018, 11:52
50. fehlende Argumente

Die wichtigsten Argumente für die Schließung der Fluchtrouten wurden ja leider nicht genannt. Für jeden Migranten, der vor Libyen aus dem Meer gefischt wird, verreckt schon einer auf dem Weg. Das Leben ist auch für Humanität das Grundlegendste und hier muss vor allen mit allen Mitteln der Lebensschutz vorangetrieben werden, indem die Todesrouten für Wirtschaftsmigranten geschlossen werden. Diese Menschen geraten nur durch die Verlockungen unserer Sozialsysteme erst in Lebensgefahr.

Wir müssen die Flüchtlingshilfe in Afrika finanziell mindestens verzehnfachen und gleichzeitig garantieren, dass die Todesrouten unter keinen Umständen zu einer erfolgreichen Migration führen. Dazu gehört auch Abschreckung analog zum Türkeiabkommen: wer aus dem Mittelmeer gefischt wird, wird direkt in ein sicheres UNHCR Camp gebracht und im Gegenzug Familien, Alte und Kranke von dort sicher nach Europa.

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loncaros 25.08.2018, 11:53
51.

Zitat von pauli96
Küllig hat recht.
Und wie ist die Begründung für diese Behauptung?

Immerhin behaupten Sie hier, dass man von rechts wegen verpflichtet ist, einem Sterbenden die Hilfe zu verweigern.

Das sollte man schon begründen.

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jojack 25.08.2018, 11:55
52. Respekt

Respekt für ein linkes Medium wie den Spiegel, auch eine bürgerlichen Meinung wie die des Herrn Küllig zu veröffentlichen.

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fliegender-robert 25.08.2018, 11:56
53. Einfache Mathematik

Nimmt die Anzahl der Menschen in Seenot zu, steigt auch die Anzahl Ertrunkenen. Und nicht nur linear, sondern exponentiell. Die Seenotretter tragen also direkt zu mehr Ertrunkenen bei. Ich frage mich immer, wie diese Menschen überhaupt noch ruhig schlafen können?!

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syracusa 25.08.2018, 11:56
54.

Wir sind durch Grundgesetz, verfassungsgleiche internationale Verpflichtungen und Menschenrechte gezwungen, so weit zu helfen, wie es unsere Kräfte erlauben. Was fehlt, ist der rechtliche Rahmen, den erst das von den Rechten bis heute blockierte Einwanderungsgesetz schaffen kann. Wir müssen unterscheiden zwischen subsidiär schutzberechtigten Katastrophen- und Bürgerkriegsflüchtlingen, asylberechtigten Verfolgten, Wirtschaftsflüchtlingen, und regulären Einwanderern. Diese Gruppen müssen unterschiedlich behandelt werden, und müssen unterschiedliche Perspektiven erhalten. Und es muss den Betroffenen möglich sein, aus einer Gruppe (z.B. Bürgerkriegsflüchtling) in eine andere (regulärer Einwanderer) zu wechseln, wenn es für beide Seiten sinnvoll ist.

Die große Zahl der Migranten ist bislang noch gar kein Problem, denn wir reden um Promille in Bezug auf die EU-Bevölkerung. Bis wir in der EU so weit sind, einen Migrantenanteil wie die Schweiz zu haben, ist noch ein sehr langer Weg. Und die Schweiz kann ja ihre Werte und ihren Wohlstand immer noch allerbestens aufrecht erhalten.

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seine-et-marnais 25.08.2018, 11:56
55. Nur zwei Punkte

1. Info aus France3 (Öffentlich-rechtliches Fernsehen in Frankreich)
Anfang August https://www.francetvinfo.fr/monde/europe/migrants/saint-sebastien-un-trafic-de-migrants-demantele_2888653.html
Le réseau était bien huilé. Des rabatteurs en Afrique de l’Ouest rassemblaient de nombreux migrants en leur promettant des faux papiers et un travail. Mais une fois arrivés en Europe, ils étaient revendus à d’autres trafiquants. Des esclaves destinés à mendier devant les églises ou les supermarchés. D’autres étaient aussi utilisés pour faire un travail inhumain. Une affaire qui rappelle le "marché de migrants" découverts il y a quelques semaines en Libye. / Das Reseau funktionierte ausgezeichnet. Anwerber in Westafrika versammelten zahlreiche Migranten indem sie ihnen falsche Papiere und Arbeit versprachen. Aber in Europa angekommen wurden sie an andere Händler verkauft. Sklaven bestimmt um vor Kirchen oder Supermärktgen zu betteln. Andere wurden auch benutzt um unmenschliche Arbeit zu verrichten. Eine Affäre die an den 'Migrantenmarkt' erinnert der vor einigen Wochen in Libyen entdeckt wurde.
Insgesamt wurden also 350 Personen in Afrika angeworben um als Sklaven in Europa zu landen.
2. Info Radio Luxemburg: https://www.rtl.de/cms/nach-tagelanger-irrfahrt-ueber-600-fluechtlinge-kommen-auf-rettungsboot-aquarius-in-spanien-an-4178470.html
Auszug: "Das Schiff der italienischen Küstenwache "Dattilo" fuhr am frühen Sonntagmorgen mit 274 Flüchtlingen an Bord in den Hafen der ostspanischen Stadt Valencia ein."
" Unter den Migranten sind 123 Minderjährige und mindestens sieben schwangere Frauen."
Da waren knapp die Hälfte Minderjährige bei den Migranten. Da schicken Eltern ihre minderjährigen Heranwachsenden trotz bekannter Gefahren durch hunderte von Kilometern Wüste nach Libyen wo ihnen Zwangsarbeit, Sklaverei, sexuelle Ausbeutung und und und drohen. Und die Gefahren sind bekannt, selbst in der Brousse gibt es Radios aber offensichtlich ist die Werbung toller dass man in Europa dann besser lebt. Und ein Kind in Europa bedeutet Familienzusammenführung, und der Wert des Lebens eines Kindes ist bei weitem nicht so hoch wie in Europa. Der Punkt dass man niemanden nach Libyen zurückschicken kann ist hinfällig, denn alle wissen was in Libyen passieren kann, die Eltern haben da offenbar weniger Probleme als die Retter im Mittelmeer.

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ip2018 25.08.2018, 11:57
56.

Zitat von heribert11
Mein lieber Scholli, was redet dieser Herr Küllig größtenteils für einen Unsinn. Es gibt einfach zu viele dieser empathielosen kleingeistigen Menschen in Deutschland mit der Denke "Hauptsache ich hab mein Schärflein im Trockenen" Ätzend.
Solche Beiträge lommen in der Regel von Bewohnern des Hotel Mama, wo der Kühlschrank immer voll ist und der Strom aus der Steckdose kommt und nichts kostet. Im richtigen Leben fragt man sich jedoch, warum all die Menschen nach D wollen und von welchen Geldern deren Unterhalt bezahlt wird. Ach so, das bezahlt ja der Staat. Der mit der Verwendung meiner Steuergelder ja nichts zu tun hat.

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maschseefest 25.08.2018, 11:57
57. Herr Steier denkt uneuropäisch

Herr Steier behauptet, dass viele seine Auffassung teilen würden. Das mag für Deutschland gelten, in der die Regierung seine Politik unterstützt. Für alle! anderen Länder in Europa gilt das aber nicht. Das liberale links von Frauen regierte Schweden hat die Grenzen geschlossen. Alle Länder Europas, vielleicht mit Ausnahme Spaniens, die bis vor kurzem aber auch keine nennenswerten Zahlen hatten, haben die Grenzen geschlossen. Wir Deutschen gehen also einen Sonderweg. Herr Steier denkt, dass er diesen deutschen Weg zum europäischen Weg machen kann, indem er seine Meinung den anderen 27 Partnern ja was? aufoktroyiert, aufgezwungen? In den letzten 50 Jahren haben wir immer europäisch gehandelt, sprich keinen Sonderweg beschritten. Dies tun wir aber jetzt und zerstören damit den Zusammenhalt in Europa und damit letztlich auch die gemeinsame Zukunft Europas. Ich empfinde Herrn Steiers Meinung insofern als europäischen Alleingang (nationalistisch) bzw. unilateral.

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loncaros 25.08.2018, 11:57
58.

Und wieder beweist es sich erneut: Die größten Hetzer von rechtsaußen sind keine abgehängten, keine Armen Leute, keine Hartz IV Empfänger. Es sind Leute, die Geld haben. Hier ein alter Beamter, kurz vor dicker Pension, vermutlich längst im abbezahlten Eigenheim zu Hause. finanziell prächtig versorgt. Deswegen stört sie auch die kahlschlag-"sozial"politik der AfD kein Stück.

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moritz27 25.08.2018, 11:58
59. Die Realpolitik in ganz Europa

steht auf der Seite von Herrn Küllig. Eine lautstarke Minderheit unterstützt die Meinung von Herrn Steier. Vielleicht hätten beide Männer vor ihrer Diskussion die sehr interessante Doku der englischen Journalisten, die die Fluchtwege aus Afrika von Libyen aus ins Landesinnere bereist haben, anschauen sollen. Da waren nämlich Herr Steier und Herr Küllig noch nicht. Nur einen Satz aus diesem Film. Ein Libyer zeigt auf ein zurückgeschlepptes Boote mit etwa 100 Flüchtlinen und sagt: "Ihr Europäer und ich sehen hier 100 Menschen sitzen. Der, der dieses Boot vollgekriegt hat, sieht hier nur seine heutige Einnahmen von € 90.000 auf dem Wasser." Eine festgenommene Schlepperin hatte schriftliche Verträge zu Hause. Jede Frau, die sie, auch mit Hilfe der "Seenotretter", nach Itailien bringt muss ihr € 15.000 zahlen. Natürlich weiß, sie , dass dies nur mit Prostitution überhaupt möglich ist. Eine Gruppe von Menschen, die in Agadez auf die Querung der Sahara wartete, ist fest davon überzeugt, dass sie in Europa herzlich begrüßt wird , dort alle willkommen sind und schnell reich werden. Die Schlepper belügen sie mit jedem Wort. Das ist für die einfach nur ein Geschäftsmodell und selbstverständlich kalkulieren sie die naiven "Seenotretter" einfach mit ein. Sonst müssten sie ja hochseetaugliche Schiffe mit Besatzung und ausreichenden Vorräten zur Vefügung stellen. Das würde aber den Gewinn schmälern.

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