Forum: Panorama
Selbstversuch bei der NRA: Wie mich Amerikas Waffenlobby umerziehen wollte
Fabian Reinbold

Die NRA ist eine der mächtigsten Lobbygruppen der USA. Wie versuchen die Waffenfreunde, jemanden zu überzeugen, der noch nie eine Knarre in der Hand hatte? Der Selbstversuch mit Pistole, Flinte und Sturmgewehr.

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charlybird 05.11.2016, 15:12
120. @NauMax

Zitat von NauMax
Das kann Ihnen hier genauso passieren wie in den USA. Auch hier kann Ihnen irgendein Irrer plötzlich auf der Straße eine Kanone ins Gesicht halten und abdrücken. So geschehen in München. Die war dann eine von 20 Millionen illegalen Schusswaffen in Deutschland. Eine für jeden Vierten Bundesbürger!
Ja, ja,ja, aber in Amerika bleibt dennoch der einfache Weg über das Kaufhaus nebenan, überspitzt ausgedrückt, zum Ballermann seines Glückes. Nebenbei, die Suizidrate mit Schusswaffen ist in den USA signifikant höher als in anderen Ländern, von den täglichen sonstigen `Vorkommnissen´ ganz zu schweigen. Die Statistik haben Sie ja gelesen und es kann einem hier auch ein Dachziegel auf den Kopf fallen, natürlich auch in Amerika, zusätzlich.:-)
Wie haben Sie Zahl von 20 Millionen illegalen Schusswaffen in D ermittelt ?
Und Sie scheinen ja tatsächlich der Überzeugung zu sein, dass der geneigte US-Bürger sich im Falle einer staatlichen Malträtierung mit Waffengewalt geschlossen gegen Washington und seinen Chef erheben würde. Ja, warum nicht, Demokratie einmal anders. Mr. Trump sollte sich schon mal warm anziehen.

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frautschabobo 05.11.2016, 15:15
121.

Die USA ist ein komplett anderer Staat im Vergleich zu D.: Geschichte, Wirtschaft, Demografie, Kriminalität, Bedeutung der Religion. Es ist absurd, uns immer wieder zu vergleichen.
Gravierend sind Unterschiede z.B. Bevölkerungsdichte, Gangkriminalität.

Die hohe Zahl an Schusswaffentoten in den Vereinigten Staaten resultiert aus Gangkriminalität und Selbstmorden.
In Ländern, in denen z.B. Pistolen, Revolver nicht zur Verfügung steht, wählt man eben andere Methoden.
Ist im Zweifel sogar besser für die Gesellschaft, als sich vor einen Zug zu werfen oder in den Gegenverkehr zu rasen.

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nwz86 05.11.2016, 15:24
122. Kriminalitätsrate

Man sollte bedenken, dass die erwähnten Schiessereien in Chicago und Washington in der Regel mit illegalen Waffen begangen werden und vor allem mit sozialen Problemen und organisierter (Drogen-)Kriminalität zusammenhängen. In den "Redneck"-States auf dem Land ist die Kriminalitätsrate nicht höher als in Europa. Auch in der Schweiz, in Tschechien und Österreich existiert kein massiver Schusswaffenmissbrauch, obwohl sich dort im Prinzip jeder ab 18 eine Pistole oder Gewehr kaufen kann.

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Art Mooney 05.11.2016, 15:42
123. Ist hier auch nicht viel anders...

Zitat von Willi Wacker
Neulich wurde andernorts erklärt, dass in manchen entlegenen Gegenden die alarmierte Polizei ZWEI Stunden fahren muss, um zum Einsatzort zu gelangen. Versteht man für diese Situationen, warum sich die Leute gerne selber helfen können wollen?
Ich habe die letzten zwei Male auch je 45 Minuten auf die Polizei gewartet. Wie soll man sich so lange in einer gefährlichen Situation schützen?

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syracusa 05.11.2016, 15:47
124.

Zitat von arghh
Einfach in einer ruhigen Minute darüber nachdenken, womit sich ein unbescholtener Bürger in einem gesetzlich garantiertem Notwehrfall wehren darf... Jedes totalitäre System versucht als erstes der Bevölkerung jede Möglichkeit zu nehmen sich zu verteidigen! Ähnlichkeiten zu Deutschalnd sind rein zufällig... Aber es ist schon auffallend, dass in Deutschland offensichtlich eine große Mehrheit den Wunsch verspührt zu dienen und bestimmt zu werden. Der Wunsch nach Freiheit scheint eher untergeordnet zu sein. Hat heute und im 3. Reich gut funktioniert.
Stimmt. Und was hat das mit dem Thema zu tun?

Das Tragen von Waffen wie in den USA vergrößert die allgemeine Freiheit nicht, sondern schmälert sie. Man kann sich nicht frei in der Öffentlichkeit bewegen, wenn man weiß, dass fast jeder andere Bürger eine Waffe bei sich trägt. Sowas schürt Ängste, und genau diese Ängste sind es ja, die die US-Waffenlobby als Argument für's Waffentragen einsetzt. Hab' Angst vor den Leuten, die Dir auf der Straße begegnen, denn sie könnten bewaffnet sein. Anstatt Freiheit gibt's da nur noch eine Aufrüstungsspirale.

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laura_murari 05.11.2016, 15:49
125. Wie verquer ist das denn?

Da soll also bei halb/Vollautomatischen Waffen in den USA, bzw. Colorado, die Gefahr verkleinert werden, indem nur Magazine (Patronenhalter) auf 10 Schuss begrenzt sind?!
Das ist doch völlig lachhaft! In etwa so, als wäre der Erwerb von Semtex (ein TNT) erlaubt, und nur der Zünder wäre verboten!
Jeder halbwegs geübte Waffen-Fan, könnte sich großere Magazine selber basteln!
Natürlich gehören bereits halbautomatische Waffen verboten! Weil sie im Zweifel, absolut tödlich sind!

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acitapple 05.11.2016, 15:51
126.

Also ich war beim Bund und habe dort geschossen. Hat mir sogar gefallen und ich war richtig gut darin. Ich hätte auch nichts dagegen Schießsport zu betreiben, aber nicht dieses Kleinkalibergedöns.

Andererseits ist es für mich eine grauenvolle Vorstellung, dass hier jede Lichtgestalt eine Waffe besitzen und tragen dürfte. Ist schon gut so bei uns. Bei den Amis ist es eben anders. Trotzdem sollten die sich mal selbstkritisch fragen, wieso es in Kanada, das ähnlich waffentechnisch ausgerüstet ist, zu so viel weniger Toten durch Schusswaffengebrauch kommt.

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syracusa 05.11.2016, 15:55
127.

Zitat von frautschabobo
Die hohe Zahl an Schusswaffentoten in den Vereinigten Staaten resultiert aus Gangkriminalität und Selbstmorden.
Und, nicht zu vergessen, aus aus rassistischen Gründen ausufernder Polizeiaktivität.

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fat_bob_ger 05.11.2016, 16:02
128.

Zitat von Koda
Aber bei der Waffengesetzgebung in Europa und Deutschland muss man doch festhalten, dass man durchaus nicht gewisse Zustände in den USA auch hierhin importieren möchte, so z.B. die zum Teil 30.000 Toten durch SChußwaffen. Auch egal, wenn es sich bei vielen dieser Tote um Gangmitglieder handeln sollte - denn haben wir in Europa nicht auch Gangs, Kriminelle, Banden? Wieso haben wir dann nicht auch in Westeuropa - um mal die ungefähre Bevölkerungszahl der USA abzubilden - nicht auch dieselbe Anzahl an Toten oder Kriminellen? Wie kann es z.B., sein, dass es in den knapp 10 Jahren Krieg im Irak nur 5000 tote G.I.s gab, während es in den USA hochgerechnet 300.000 US-Bürger gegeben haben muss? Was die Memorial Wall des Chicago Tribunes und die angeblich zum Großteil kriminellen Toten angeht...heute sah ich eine Dokumentation über einen Chicagier Stadteil und danach waren die dort abgebildeten Todesopfer unschuldige junge Leute, teils sogar Kinder. Wie passt das zusammen?
Die Antworten auf Ihre Fragen liegen auf der Hand:
Warum so viele Gangs in den USA: Weil es keine geordnete Berufsausbildung gibt und viele urbane Gegenden (=Ghettos) verelendet sind (Das Problem gibt es auch in Frankreich!). Eine gute Möglichkeit schnell und ohne Ausbildung zu Wohlstand zu kommen, ist der Drogenhandel. Alleine wird man sich als Drogenhändler schwer tun... Drogensüchtige müssen ihre Sucht finanzieren....
Bei uns gibt es deutlich weniger Drogenhandel/Kriminalität, demzufolge auch weniger Tote durch Feuerwaffen.
Jugendgangs haben, wie der Name besagt, überwiegend "unschuldig aussehende" Jugendliche als Mitglieder. Das Risiko als Unbeteiligter in einen Schusswechsel hineinzugeraten, ist in manchen Gegenden in der USA extrem erhöht. Auf einen 5% großen Bevölkerungsanteil entfallen 95% der Kriminalitätsopfer! (Quelle: Katja Triebel) Im Rest der USA sind die Kriminalitätsraten mit Europa vergleichbar. Aus den USA kommen unterhaltsame "Reportagen" über Gefängnisse und aufgeklärte Mordfälle. Fakt ist jedoch, dass die städtische Polizei schlecht ausgebildet, unterbesetzt und vorurteilsbehaftet ist. Gleichzeitig sind die Polizisten einem extremen Risiko ausgesetzt, das von Kriminellen mit ILLEGALEN Waffen ausgeht. Der Job ist damit unattraktiv für höher qualifizierte Bewerber.

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syracusa 05.11.2016, 16:04
129.

Zitat von nwz86
In den "Redneck"-States auf dem Land ist die Kriminalitätsrate nicht höher als in Europa.
Wie kommen Sie zu dieser völlig faktenwidrigen Behauptung? Sehen wir uns das doch mal ganz genau an: http://www.deathpenaltyinfo.org/murder-rates-nationally-and-state#MRalpha

Wie Sie sehen, liegt die Mordrate in den "Redneck"-Staaten der USA um Mittel mehr als doppelt so hoch wie in den zivilisierteren US-Staaten, und um ein Vielfaches über der westeuropäischer Staaten.

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