Forum: Panorama
Selbstversuch bei der NRA: Wie mich Amerikas Waffenlobby umerziehen wollte
Fabian Reinbold

Die NRA ist eine der mächtigsten Lobbygruppen der USA. Wie versuchen die Waffenfreunde, jemanden zu überzeugen, der noch nie eine Knarre in der Hand hatte? Der Selbstversuch mit Pistole, Flinte und Sturmgewehr.

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stefanmargraf 05.11.2016, 11:42
40. Guter, einfühlsamer Artikel

Nun verstehe ich, warum dort ein Trump als Präsident möglich ist: es existiert eine große Distanz und tiefes Misstrauen zum fernen Staat, der in Schach gehalten wird. Dennoch sollte sich auch die NRA nicht dagegen sperren, das Waffen in den Händen der "falschen" Leute effektiver verhindert werden muss. Und das es kein ausreichender Grund für die AR 15 ist, besonders viele Coyoten easy zu killen. An die anderen Foristen: natürlich gehören die Suizide in die Statistik, sie geschehen meist wegen der Waffe in der Nähe. Und Tempolimits haben wir haufenweise. Was uns fehlt ist das Gefühl, uns gegen den Staat wehren zu können.

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Oberleerer 05.11.2016, 11:45
41.

Der Bericht war recht ausgewogen, so gut es eben für Deutschland möglich ist. Es wurden die wichtigsten Argumente genannt (auch die Selbstmorde). Es fehlt noch die Ergänzung, daß seit ein paar Jahren politische Aufstände mit Waffengewalt begegnet werden darf, wenn die Polizei den Demonstranten nicht mehr gewachsen ist.

Es erscheint mir ein Thema der Bevölkerungsdichte zu sein. In der Stadt gibt es da sicherlich häufiger Probleme.

Andererseits finde ich es auch schlimm, daß die Zeiten immer schlimmer werden. Vor wenigen Jahrzehnten hängte man die Fline im Wirtshaus an die Garderobe, ein Werkzeug wie andere auch. Im Film "Das große Halali oder der Schuß durchs Brötchen" stehen die Waffen aufgereiht in wunderschönen Regalen im Wohnzimmer.

Heute darf man mit der geladenen Waffe keine Bundesstraße überqueren und die Waffen müssen in den trostlosesten Stahlspinden verschwinden.

Und ja, in der Politik gilt der Bürgerwille immer weniger.

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Metalhead 05.11.2016, 11:45
42. Trust, but verify. - Ronald Reagan

Nicht Waffen töten Menschen, Menschen töten Menschen und dies meist mit Waffen OHNE legalen Hintergrund. Deswegen kann ich die NRA einerseits verstehen, warum sollen Leute, die geistig und körperlich in der Lage dazu sind keine Waffen tragen dürfen?

Nur finde ich regelmäßige Audits und stichpunktartige Kontrollen ob die Waffen sicher verwahrt sind durchaus angebracht.

Wer zu 100% Sicherheit will, muss zu 100% seine Freiheit aufgeben und persönlich finde ich - das wir der Sicherheit Willen viel zu viele von unseren Freiheiten geopfert haben und die Politik allzu oft nach einfachen Lösungen schreit um komplexe Probleme zu lösen. Strengere Waffengesetze ändern nichts, beschneiden die Freiheit derer, die Spaß am sportlichen Schießen haben und sind in etwa so hilfreich wie ein Duden in einer mathematischen Prüfung.

Der Weg muss sein den Bürgern wieder zu mehr Selbstverantwortlichkeit, Moral, Ethik und Anstand zu erziehen und ihn nicht permanent zu gängeln was vermeintlich (womöglich noch im Kontext der großen historischen Verantwortung) richtig ist und vor sich selbst schützen zu wollen.

Das ist im kleinen Maßstab bei Kindern, sowie im großen beim Volk eher kontraproduktiv.

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idee342 05.11.2016, 11:46
43. Guter Artikel

Danke für die Darstellung der Überzeugungen der Waffenbesitzer und den Hinweis auf den Konflikt zwischen persönlicher Freiheit/Verteidigung/Wehrhaftigkeit gegenüber dem Staat und der daraus resultierenden Verschlechterung der allgemeinen Sicherheit in vielen Situationen, welche durch Waffen sehr schnell außer Kontrolle geraten können. War mir so nicht ganz bewusst.

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germ 05.11.2016, 11:47
44. Das

Zitat von habenix
Ich verstehe nicht was an einer Bürgerrechtsorganisation wie der NRA hässlich sein soll? Ich beneide die Amerikaner um ihren zweiten Verfassungszusatz, übrigens war das Waffentragen im Kaiserreich und der Waimarer Republik auch bei uns legal und wurde erst durch Hitler verboten.
Das ist keine Bürgerrechtsorganisation. Das sind ganz gewöhnliche Rechtsaußen. Bei uns würden die als Nazis eingestuft. Man muss schon ziemlich ein an der Waffel haben, um fürs Waffentragen zu schwärmen.

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kleinsteminderheit 05.11.2016, 11:48
45. Ein guter Artikel

Es ist erhellend, wenn der Autor seine persönlichen Erfahrungen im Für ihn neuen Umgang mit Waffen und der amerikanischen Gun Culture beschreibt. Auch wenn diese Welt für uns sehr fremd ist, bringt es uns eben nicht weiter, wenn wir sie nur als eine gravierende psychische Störung US amerikanischer Bürger verunglimpfen. Es ist wohl eher ein völlig anderes Bürgerliches Selbstverständnis und eine andere Grundhaltung gegenüber dem Staat. Offenbar wird diese Grundhaltung dort nicht von Randgruppen, sondern aus der Mitte der Gesellschaft gestützt. Als Europäer haben wir bezüglich Selbstverantwortung, Bürgerrechte und dem Verhältnis der Bürger zum Staat eine andere Kultur. Das ist gut so und wir sollten die amerikanische Gun Culture als das sehen, was sie ist: Eine von der amerikanischen Bevölkerungsmehrheit getragene Grundhaltung, die uns in Europa nicht tangiert.

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Putin-Troll 05.11.2016, 11:58
46. Sehr spannender Artikel

Zitat von
Er wolle "lieber in gefährlicher Freiheit leben als in friedlicher Sklaverei"
Das ist ein Argument, dass ich durchaus zählen lassen kann. Bei uns in Europa ist das Bedürfnis nach Sicherheit wesentlich ausgeprägter und dafür geben wir gerne das Gewaltmonopol an den Staat ab. Das ist statistisch gesehen sinnvoll (wesentlich weniger Tote durch Schusswaffen), dafür sind wir auf Gedeih und Verderb auf die Hilfe der staatlichen Vollzugsorgane angewiesen. Wenn die Polizei nicht rechtzeitig kommt, sind wir im Ar...

Das Argument von der Waffengleichheit mit dem Staat (Verhinderung einer Diktatur), ist im Angesicht des amerikanischen Militärbudgets aber ein sehr fadenscheiniges. Zumal die Kontrolle über die Medien in diesem Fall ohnehin entscheidender ist, als die über die Handfeuerwaffen...

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germ 05.11.2016, 12:06
47. Das

Zitat von stefanmargraf
Nun verstehe ich, warum dort ein Trump als Präsident möglich ist: es existiert eine große Distanz und tiefes Misstrauen zum fernen Staat, der in Schach gehalten wird. Dennoch sollte sich auch die NRA nicht dagegen sperren, das Waffen in den Händen der "falschen" Leute effektiver verhindert werden muss. Und das es kein ausreichender Grund für die AR 15 ist, besonders viele Coyoten easy zu killen. An die anderen Foristen: natürlich gehören die Suizide in die Statistik, sie geschehen meist wegen der Waffe in der Nähe. Und Tempolimits haben wir haufenweise. as uns fehlt ist das GefühWl, uns gegen den Staat wehren zu können.
"Was uns fehlt ist das Gefühl, uns gegen den Staat wehren zu können."
Das ist aber nur ein Gefühl, und natürlich ein falsches. Jeder kann gegen den Staat klagen. Der Haken? Kostet viel Geld.
Es gibt aber auch einfach zu viele dumme und bösartige Querulanten in unserem Land, denen man nie was recht machen kann. Und die kommen hauptsächlich aus dem rechten politischen Lager.

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ein-berliner 05.11.2016, 12:12
48.

Zitat von Robert Redlich
Vielen Dank für diese nachdenkliche ausgewogene Reportage. Ich habe sie mit Genuss gelesen und wurde zum Nachdenken angeregt, ohne mich belehrt fühlen zu müssen. So mag ich Journalismus. Vielschichtig und offen für die Sichtweise der anderen, so könnte man auch mal aus Donjezk berichten. Oder über Trump, der in deutschen Medien ja auch gerne mit unvorteilhaften Fotos gezeigt wird. Man muss sich eben nicht gemein machen mit einer Sache, um ausgewogen berichten zu können. Nachdenklichkeit und offene Fragen würden manchem Artikel besser zu Gesicht stehen als Belehrungen und Schwarz-weiß-Einteilungen. PS: Das mit der Entwaffnung der Juden durch die Nazis war mir auch neu.
Etwas Wissen über Waffenrechte hat noch nie geschadet. Warum aber muss jeder ohne den nötigen Hintergrund sich über derartige Themen unreflektiert äußern?
Hinweis:
Das Buch von Stephen P. Halbmond, Fatales Erbe, kann Ihnen umfassend Hitlers Waffengesetz näher bringen. Da werden Sie auch über das Muster von Staaten mit ihren Bürgern im Zusammenhang mit Waffen im Volk aufgeklärt. Kann nicht schaden.

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laufwumf 05.11.2016, 12:15
49.

Naja... In den USA ist halt vieles anders, und ihre Debatte über das Für und Wider strengerer Waffengesetze werden die Amerikaner wohl noch lange ergebnislos fortsetzen. Die enorm große Zahl von Schusswaffenopfern und der große Vorsprung, den die USA hier als Nr.1 in der Weltstatistik haben, lässt einen allerdings nicht unbeeindruckt. Und immer wieder dieses echoartige Argument vieler Waffenträger dort, man müsse doch schließlich seine Familie und sein Hab und Gut beschützen können - das klingt schon sehr nach Wildwest-Attitüde, nach Überfällen böser Indianer auf friedfertige Siedler in ihren Planwagentrecks; nach hundsgemeinen Pferdedieben, derentwegen ein braver Cowboy in den Weiten der Prärie verdurstet; nach Billy the Kid, der sich im Jahrhundert und in der Haustür geirrt hat und den man inflagranti ertappt, wie er gerade mit seinen langen Gangsterfingern im Kühlschrank einer bibeltreuen Durchschnittsfamilie nach dem Frühstücksaufschnitt grabscht: "PENG! PENG! jetzt bist du tot, Billy the Kid! Und jede Scheibe Schinken war es wert!" Ach, nee... Ich bin schon ganz zufrieden mit der (relativen) Gewissheit, dass mein Nachbar seine Besenkammer nicht voll halbautomatischer Knarren hat und dass hierzulande (vermutlich) keiner mit 'nem Sturmgewehr unterm Kopfkissen schläft, um im Zweifelsfall und nach Gutdünken einen Mitmenschen klar für's Jenseits zu machen. - Jedoch: sollte ich es demnächst mal bis nach Texas schaffen, hm, dann würde ich vielleicht auch mal gern so 'nen Schießstand ausprobieren und ein bisschen sinnlos drauflos ballern. "PENG! PENG! Das ging direkt zwischen die Augen, Pappkamerad!"

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