Forum: Panorama
Sexuell auffälliger Junge: "Er ist wie ein Sicherungsverwahrter weggesperrt"

Max, 12, gilt als sexuell auffällig, als gefährlich. Er lebt*in einer geschlossenen Einrichtung, 700 Kilometer von der Großmutter entfernt, seiner einzigen Bezugsperson. Muss man den Jungen vor sich selbst schützen - oder die Gesellschaft vor ihm?

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unterländer 15.09.2011, 16:26
1. Titel sind aus

Zitat von sysop
Max, 12, gilt als sexuell auffällig, als gefährlich. Er lebt*in einer geschlossenen Einrichtung, 700 Kilometer von der Großmutter entfernt, seiner einzigen Bezugsperson. Muss man den Jungen vor sich selbst schützen - oder die Gesellschaft vor ihm?
Was haben eigentlich die mutmaßlichen Versäumnisse des Jugendamtes mit der Gefährlichkeit des Jungen zu tun? Natürlich muss man die Gesellschaft vor ihm schützen. Wenn man es hinbekommt, dass er sich helfen lässt und überhaupt therapierbar ist - umso besser. Dass aber eine einzige Person, nämlich seine Oma mit diesem Jungen und seinen Problemen und noch viel wichtiger - den Problemen, die er seiner Umwelt bereitet - nicht fertig werden kann, dürfte keine all zu gewagte Einschätzung sein.

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Zeitkind 15.09.2011, 16:38
2. Moderne Zeiten..

Zitat von unterländer
Natürlich muss man die Gesellschaft vor ihm schützen.
Vor einem 12-jährigen? Aber sonst geht's noch? Da haben offensichtlich gleich reihenweise "Kinderpsychologen" und Jugendämter versagt und der Kleine darf es nun ausbaden. Bei der Vita ist die Prognose Jugendgefängnis als nächste Station doch vorprogrammiert. Traurig.

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Haubentaucher66 15.09.2011, 16:39
3.

Wenn ein Heranwachsender, egal welcher Verhaltensmuster er zeigt, so behandelt wird, daß noch nicht einmal ein Buch gelesen werden darf oder Hörbücher verboten werden, dann hat das nichts mehr mit Therapie zu tun, sonderem einem schlichten "Wegsperren".

Ohne die genauen Hintergründe zu kennen, ist das ein Beginn einer wunderbaren kriminellen Karriere, die von Staatseite in diesem Fall mehr als gefördert wird. Hilfe für Kinder aus solch' einem Elternhaus stelle ich mich anders vor. Allerdings würde dies wohl über Haushaltsbudget liegen. So etwas würde man in einem Land in Mittelafrika eventuell vermuten können aber nicht im aufgeklärten Deutschland.

Habe fertig!

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p0p0c4t3p3t3l 15.09.2011, 16:43
4. Kapitalismus olé

"Pro Jahr gebe es 250 Anfragen für eine geschlossene Unterbringung, steht auf der Homepage. Die Kosten pro Person betragen 230 Euro pro Tag. Von denen, die einen Platz bekommen, werden etwa 50 Prozent rückfällig."
Bei soviel Geld scheint das Interesse, dass die Leute wieder gesund werden ohnehin eher gering ...

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Hardisch 15.09.2011, 16:47
5. Und dann?

Hier ist er wieder, der Teufelskreis: Begeht der Junge später ein Sexual- oder gar Tötungsdelikt, gibt es einen Aufschrei und Hetze gegen die "blinden" Behörden, Gerichte etc.
Passiert nichts, ist diese Behandlung unzweifelhaft unangemessen und pädagogischer Unsinn.
Vielleicht wäre es insgesamt sinnvoll, den medialan Hype und die Vorwurfsautomatik in diesen Fällen etwas leiser laufen zu lassen.
In der Haut der Entscheidungsträger möchte ich jedenfalls nicht stecken. Dem Jungen wünsche ich von Herzen alles Gute!

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Umbriel 15.09.2011, 16:47
6. Da man

die Situation nicht genau kennt sondern nur 1 Artikel ist es kaum möglich sich ein Bild zu machen.
Es kann sein, daß maßlos übertrieben und aufgebauscht wurde.
Es kann auch sein, daß wichtige Fakten fehlen.

***

Vergleichen wir:
a) In der Vergangenheit wurde immer mal wieder über sogenannte jugendliche Vielfachtäter berichtet.
Diese fallen dadurch auf, daß sie ständig Gewalttaten, Diebstahl usw. ausüben und manchmal noch deutlich unter 14 Jahre alt sind.


b) eine ganze Anzahl realer erwachsener psychopathischer Kidner- und Frauenmörder wurde aus der Sicherungsverwahrung befreit, weil EU das so wollte. Letztlich weil es ein Menschenrecht sei, daß sie frei sein dürfen. Die Folgen sind sehr gefährlich und darüber gibt es eine Debatte.

Bei dem geschilderten Fall vermag ich daher nicht zu erkennen, daß es eine angemessene Verhältnismässigkeit gibt. Die Zwangsmaßnahmen erscheinen mir im Vergleich zum sehr liberalen Auftreten unserer Staatsorgane in weit gefährlicheren Fällen als völlig überzogen.

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Susiisttot 15.09.2011, 16:47
7. Lasst den einfach frei

und wartet ab was passiert - wenn der erste schwere sexuelle Übergriff passiert oder sogar ein Mord können ja alle wieder jaulen, warum man nicht früher was getan hat.

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debe 15.09.2011, 16:51
8. ...

Wie soll aus einem Kind, das von staatlicher Seite so behandelt wird, jemals etwas anderes werden, als die Bestie, vor der man uns vorgeblich beschützen will.

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Rhywden 15.09.2011, 16:52
9. Es geht nicht...

Zitat von Susiisttot
und wartet ab was passiert - wenn der erste schwere sexuelle Übergriff passiert oder sogar ein Mord können ja alle wieder jaulen, warum man nicht früher was getan hat.
Es geht nicht darum, ihn "einfach freizulassen". Das hat im gesamten Artikel NIEMAND gefordert.

Es geht darum, dass er wie ein Tier einfach weggesperrt wird. Wie absurd ist es denn, wenn er weniger Freiheiten als ein Sträfling hat, der nun tatsächlich schon eine Straftat begangen hat?

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