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Sexueller Missbrauch: Scham fressen Seele auf

Er musste sich nackt auf ein Sofa legen, und was dann kam, hat seine Seele zerstört: Norbert Denef wurde als Kind jahrelang von einem katholischen Pfarrer missbraucht. Als erstes deutsches Opfer bekam er finanzielle Entschädigung - doch sein Kampf gegen die Kirche ist noch nicht zu Ende.

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razorfish 12.02.2010, 13:20
1. Beim geringsten Veracht anzeigen!

Schon beim geringsten Verdacht anzeigen, das kann die alleinige Konsequenz sein.

Natürlich haben wir eher Täter- denn Opferschutz. Umso wichtiger ist es, bei begründeten Verdachtsmomenten den Gang zur Polizei nicht zu scheuen und Anzeige zu erstatten.

Ich komme selbst aus einem kleinen, erzkatholischen Ort. Zu meiner Schulzeit hatte der ortsansässige Pfaffe und Religionslehrer in Personalunion den Ruf, gerne mal zu grabschen. Darüber hat man nicht nur unter den Jugendlichen gesprochen, passiert ist aber nichts, zumindest habe ich nichts mitbekommen, zumal der Paffe gefühlte 50 Jahre im Amt war. Vielleicht war nichts dran, vielleicht aber doch. Heutzutage muss man sich trauen, dann auch Anzeige zu erstatten, im Zweifel lieber einmal zu oft!

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philosoph123 12.02.2010, 13:34
2. keine Verjährung bei sexuellenm Missbrauch

Sexueller Missbrauch ist eine so schlimme Tat - es hinterlässt eine so zertstörte Seele.

Wozu dann noch eine Verjährungsfrist, die den Täter schützt?
Ich fordere keinerlei Verjährunb bei sexuellem Missbrauch in Straf und Zivilrecht.

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dasky 12.02.2010, 13:35
3. Mutter

Seinen eigenen Angaben zufolge ist Herr Denef im Alter von sieben Jahren erstmals Opfer sexueller Gewalt geworden, sexueller Gewalt durch seine Mutter. Es fragt sich also, wie weit seine Mutter die Opferkarriere des Herrn Denef wesentlich mitbestimmt hat. Sexueller Missbrauch von Kindern durch Frauen und Mütter dürfte die wohl tabuisierteste Form des sexuellen Missbrauchs (Matussek, S.185 ff.) sein.

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mwille64 12.02.2010, 13:35
4. Es gibt da nur eine Antwort zur Loesung des Problems...

Alle Katholiken muessen geschlossen aus der Kirche austreten, weil das einzige was die Institution Kirche versteht GELD ist. Da Deutschland das einzige Katholiken Land der Welt ist das automatisch mit der Mitgliedschaft einen Teil des Einkommens erhaelt ist das ein sehr maechtiges instrument.

Das waere im uebrigen auch im Sinne unseres Gruenders, der solche schweinereien mit Sicherheit nicht geduldet haette.

Das hat nichts mit Sippenhaft fuer alle Priester zu tun, sondern mit der Tatsache das die Kirche als Institution tabula rasa in den eigenen Reihen machen muesste, aber genau das Gegenteil tut.

Es ist eine gnadenlose Schande die mich als Katholik tief beschaemt und ich mich jeden Sonntag fragen muss ob ich den Glaubensschwur auf die Kirche wirklich noch persoenlich verteten kann.

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town621903 12.02.2010, 13:36
5. Wen wundert die Kirche noch?

Was hier passiert, zeigt eigentlich nur die menschenverachtende Denkweise der katholischen Kirche. Über Jahrhunderte wurden entweder von der Kirche selbst (siehe Inquisition) und mit Wohlwollen / Wegschauen der Kirche (drittes Reich, jede moderne Diktatur) Andersdenkende verfolgt, gefoltert und ermordet.
Selbst heute noch akzeptiert die katholische Kirche, daß "Brüder" den Holocaust leugnen.
Die jetzt offengelegten Vergewaltigungen Minderjährigen zeigen zwei Dinge:
1. Die katholische Kirche hat dasselbe menschenverachtende Weltbild wie in den letzten Jahrhundert: Nehme Dir, was Du willst, egal was es andere kostet, denn wir haben immer recht.
2. Wenn erkannt wird, daß doch eine Straftat begangen wurde, soll alles möglichst verschwiegen werden - man versetzt den "fehlgeleiteten Bruder" und hofft, daß es nicht mehr vorkommt.

Beides sind die Seiten derselben Medaille mit dem Namen Menschenverachtung. Nächstenliebe und Fürsorge sieht anders aus.

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dasky 12.02.2010, 13:46
6. Zerstörter Geist

Zitat von philosoph123
Sexueller Missbrauch ist eine so schlimme Tat - es hinterlässt eine so zertstörte Seele. Wozu dann noch eine Verjährungsfrist, die den Täter schützt? Ich fordere keinerlei Verjährunb bei sexuellem Missbrauch in Straf und Zivilrecht.
Na was meinen Sie denn, was passiert, wenn Sie direkt zur Staatsanwaltschaft gehen, um auf eine Mutter hinzuweisen,
die unzweideutig sexuelle Handlungen an ihrem Kleinkind vornimmt und sich dem Kind umgekehrt für solche Handlungen anbietet?

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steffinti 12.02.2010, 13:53
7. Sündenbock?

Ich frage jetzt frei vo Vorwurf und bin offen für Gegenargumente:
Woran liegt es, dass gerade innerhlab der katholischen Kirche so viel Missbrauch betrieben wird? Liegt es an der Sicherheit der Täter von der Kirche geschützt zu werden? Oder ist die katholische Kirche lediglich zum Sündenbock in Sachen Missbrauch in den Medien avanciert? Wie ist es in der protestantischen Kirche? Vielleicht ist die evangelische Kirche im Bezug auf Sexualität freier, indem sie sie zulässt und nicht Rückzugsort für eventuell psychisch kranke Pädophile wird, in dem sie sich auch noch sicher fühlen können, weil die katholische Kirche sie besser schützt als die Opfer.

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traithen 12.02.2010, 13:57
8. Schamlose Lügen

Zitat von town621903
Was hier passiert, zeigt eigentlich nur die menschenverachtende Denkweise der katholischen Kirche. Über Jahrhunderte wurden entweder von der Kirche selbst (siehe Inquisition) und mit Wohlwollen / Wegschauen der Kirche (drittes Reich, jede moderne Diktatur) Andersdenkende verfolgt, gefoltert und ermordet. Selbst heute noch akzeptiert die katholische Kirche, daß "Brüder" den Holocaust leugnen.
Das sind nichts als schamlose Lügen. Alle katholischen Priester, die von den Nazis ermordet wurden, drehen sich im Grabe um bei solchen Aussagen. Und dass die katholische Kirche es "akzeptiert", dass der Holocaust geleugtet würde, ist eine infame Unterstellung, die zeigt, wes Geistes Kind sie sind. Auf deutsch nennt man das Rufmord.

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16cat 12.02.2010, 14:11
9. Schweigegeld

Zitat von philosoph123
Sexueller Missbrauch ist eine so schlimme Tat - es hinterlässt eine so zertstörte Seele. Wozu dann noch eine Verjährungsfrist, die den Täter schützt? Ich fordere keinerlei Verjährunb bei sexuellem Missbrauch in Straf und Zivilrecht.
Dem schließe ich mich an.
Dass das Bistum Magdeburg dem Betroffenen die (angesichts des Durchgemachten lächerlich niedrigen) 25000 Euro "Schmerzensgeld" zahlte und dies aber an die Verpflichtung binden wollte, nicht öffentlich über das Erlebte zu sprechen, hat mir Tränen der Wut in die Augen getrieben.

Erstens, ist diese Forderung unmenschlich dem Opfer gegenüber, das sich nach all den Jahren der Aufarbeitung gestellt hat und jetzt wieder zum Schweigen verpflichtet werden sollte.
Zweitens, ist das öffentliche Sprechen über Missbrach der beste Weg, endlich zu verhindern, dass weiteren Kindern Derartiges geschieht und die Täter noch geschützt werden.

Das Verhalten des Bistums zeigt also, wo seine Prioritäten lagen (oder die der jeweils befehlsgebenden höheren Stelle): Nicht im "Gutmachen" oder Sich-Bessern, sondern in der Außenwirkung. Wäre Jesus noch unter uns, er würde die modernen Pharisäer wütend aus der Kirche jagen. Zuallererst wahrscheinlich den Papst persönlich, der sich auch in diesem Punkt bisher nicht als guter "Stellvertreter auf Erden" erwiesen hat.

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