Forum: Panorama
Shopping-Verzicht im Selbstversuch: "Einmal war es verdammt knapp"
Geli Goldmann

Nunu Kaller war ein Shopaholic, Einkaufen war für sie eine Art Selbsttherapie, wenn es ihr schlecht ging. Dann entschied sie sich für den kalten Entzug: Ein Jahr lang keine neue Kleidung, neue Schuhe, neue Taschen. Im Interview erzählt sie, wie ihr der Verzicht bekommen ist.

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SpiDe1500 28.11.2013, 11:53
1. Männer-Quote bei Kaufsüchtigen!

In diesem (und vielen anderen Punkten) werde ich Frauen nie verstehen. Shoppen (Kleidung etc.) sorgt bei mir für Stress und Unwohlsein bis hin zur panischen Flucht aus dem kapitalistischen Genusstempel aka Kaufhaus. Muss ich nun auch in Therapie? Hat übrigens nichts mit einer Sozial-Phobie zu tun ;)

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bulma 28.11.2013, 12:00
2. Konsum

Klingt nach einer fantastischen Idee. Ich arbeite seit 4 Jahren im Einzelhandel und kann täglich unser beklopptes Konsumverhalten beobachten. Leute kaufen lieber Teil A, weil es ursprünglich mehr gekostet hat als Teil B, obwohl sie Teil B eigentlich schöner finden. Oder kaufen etwas mit dem O-Ton: "Eigentlich brauche ich es nicht, aber bei dem Preis muss man zuschlagen." Ich habe gerade drei Ikea-Taschen voll mit Kleidung zur Diakonie gebracht und mich noch nie besser gefühlt.

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frubi 28.11.2013, 12:01
3. .

Zitat von sysop
Nunu Kaller war ein Shopaholic, Einkaufen war für sie eine Art Selbsttherapie, wenn es ihr schlecht ging. Dann entschied sie sich für den kalten Entzug: Ein Jahr lang keine neue Kleidung, neue Schuhe, neue Taschen. Im Interview erzählt sie, wie ihr der Verzicht bekommen ist.
Immer wenn ich selber den Anflug von kommender Konsumgeilheit auf die unnötigsten Sachen spüre, höre ich mir an, was der gute George Carlin über Stuff einst sagte.

Die Menschen in Deutschland werden doch immer kapitalistischer. Wer eine Wohnung hat, die nicht mindestens im STandart eines schwedischen Möbelhauses eingerichtet ist, wer keinen 40 Zoll + X TV an der Wand hängen hat und wer weniger als 3 komplette Outfits besitzt ist doch mitlerweile ein Hinterwäldler. Und Frauen schauen doch bei der Partnersuche und auch im Freundeskreis nur nach der Brieftasche. Wahre Werte spielen kaum noch eine Rolle und irgendwann sind alle wieder so emotionslos und kalt, dass jegliche Empathien verloren gehen.

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piet12 28.11.2013, 12:01
4. Die einen

haben einen Fressrausch, die andern sind süchtig nach Süssigkeiten oder Fast Food, wieder andere nach Zigaretten oder Alkohol oder beidem, andere nehmen die ganz harten Drogen und last but not least haben wir den Kaufrausch. Nett, dass die Dame gemerkt hat, dass das ganze nur Ersatzhandlungen sind. Aber meine Hoffnung auf Änderung des allgemeinen Konsumverhaltens ist in etwa so gross wie die Wahrscheinlichkeit, dass Snowden in der BRD Asyl erhält.

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Ed Roxter 28.11.2013, 12:02
5.

Zitat von sysop
Nunu Kaller war ein Shopaholic, Einkaufen war für sie eine Art Selbsttherapie, wenn es ihr schlecht ging. Dann entschied sie sich für den kalten Entzug: Ein Jahr lang keine neue Kleidung, neue Schuhe, neue Taschen. Im Interview erzählt sie, wie ihr der Verzicht bekommen ist.
Find ich gut, dass die Dame ihren "Moment of Truth" erlebt hat. Wäre schön, wenn sich diese Einstellung verbreiten würde.

Ich habe seit jeher nur dann neue Kleidungsstücke gekauft, wenn die alten wirklich völlig unbrauchbar und kaputt gegangen sind - sprich, alle 3-4 Jahre mal eine neue Hose, und möglichst das gleiche Modell. Man vermisst nichts. Und es ist überhaupt nicht schlimm, nicht jeden Tag einen anderen "Style" umher zu tragen.

Ich verstehe die Mechanismen der Fast-Fashion - industrialisiert wie alles Andere auch, und im Marketing sehr gut darin, Begehrlichkeiten zu wecken. Ich habe Verständnis dafür, dass meist im Teenageralter derartiges Marketing funktioniert und einen Einfluss auf die Identitätsfindung hat. Gerade junge Mädchen, deren Geschlechterrolle nach wie vor davon geprägt ist, stets chic und schön und adrett und wasauchimmer zu sein, sind hier besonders anfällig.
Verantwortungsvoll von den Firmen ist das nicht, aber der Markt regiert... Verantwortungsvoll ist natürlich ebensowenig, wie die Ware produziert wird.

Ich empfinde Anerkennung für jeden, der sich beizeiten dieser Spirale entziehen kann und hoffentlich auch anderen Leuten klar macht, dass das Phänomen der "Textilblindheit" ein eingebildetes ist - wenn man so will, ist das wirklich eine klassische Sucht, und zwar eine der schädlichen, nicht zuletzt auch für die, die am anderen Ende der Produktionskette sitzen - Natur und Hungerlohnarbeiter.

Und billig ist es. Billig finden die Leute gut. Man kauft sich halt schnell was, man verliert nicht mal viel Geld dabei.

Ich bezahle lieber 100 Euro für eine Jeans, die nachweislich und mehrfach zertifiziert fair und ökologisch hergestellt wurde (schamlose Werbung: Nudie Jeans ist hier vorbildlich aufgestellt), und die derart hohen Qualitätsstandards entspricht, dass ich weiß, dass sie mindestens 5, vielleicht eher 10 Jahre, oder möglicherweise noch länger mein Begleiter sein wird.

Ich bin beileibe nicht reich, aber der Leitsatz "Wer billig kauft, kauft zweimal" hat seine volle Berechtigung. Und wenn ich 100 Euro für eine 5-10-Jahres-Jeans ausgebe, dann kommt mich das billiger, als alle 2 Jahre 40 oder weniger Euro für eine Billigjeans auszugeben.

Und wenn ich doch mal irgendwas nicht mehr brauche, es ausgewaschen ist o.Ä., dann wird's auf dem Flohmarkt verkauft oder einem kleinen Hilfsprojekt gespendet, bei dem ich genau weiß, dass der LKW, auf den ich meinen Karton stelle, dort ankommt, wo er hin soll, und die Sachen wirklich verschenkt werden anstatt verschachert.

Es ist SO einfach, sein Leben etwas verantwortungsvoller zu gestalten, ohne dass man auf Lebensqualität verzichten muss.

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wenco 28.11.2013, 12:04
6.

Falls mir das nächste Mal wieder jemand ins Gewissen reden will, von wegen wir Männer mit unserem Lebensstil seien Hauptschuld am Klimawandel werde ich ihm ins Gesicht lachen. Nicht wir, die Frauen sind es mit ihrem Wahn auch noch die unnützesten Dinge anzuschaffen.

Was meint ihr, liebe Damen, wie diese Dinge hier in den Westen kommen? Hm? Selbstständig fliegen tun sie jedenfalls nicht.

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gazettenberg 28.11.2013, 12:10
7.

Zitat von sysop
Nunu Kaller war ein Shopaholic, Einkaufen war für sie eine Art Selbsttherapie, wenn es ihr schlecht ging. Dann entschied sie sich für den kalten Entzug: Ein Jahr lang keine neue Kleidung, neue Schuhe, neue Taschen. Im Interview erzählt sie, wie ihr der Verzicht bekommen ist.
Unglaublich, mit welch flachen Themen man es in den Internet-Auftritt von Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin schaffen kann, wenn man nur blond genug ist.

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bartholomew_simpson 28.11.2013, 12:13
8.

Gehe selbst auch nur ungern in Kaufhäuser. Die schlechte Luft, bestehend aus Parfümmief, Pestiziden, die wg. der Lebensmittelabteilung eingesetzt werden, und anderen olfaktorischen Belästigungen, führt bei mir zu Atembeklemmungen.
Ich verstehe Frauen nicht, die es magisch in Kaufhäuser zieht.

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lronmcbong 28.11.2013, 12:14
9. optional

Auch wenn es hier mal wieder nur um ein Buch von irgendjemand geht. Gut, dass immerhin sie sich selbst eingestehen, dass sie erfolgreich das Leid ganzer Länder verdrängt haben. Für mich die wichtigste Erkenntnisse. Ich habe aber eher wenig Hoffnung, dass man es in Zukunft schaffen wird, den Bürger zum konsumkritischen Verhalten zu erziehen. Das heisst ja nicht zwangsläufig Verzicht, sondern sich zu überlegen was ich damit bewirke, wenn ich konsumiere.
Was mich diesbezüglich aber wirklich aufregt ist eher die Tatsache, dass man sich nie über den Preis oder der Qualität der Wahre im Klaren sein kann. Wenn ich etwas sehr billiges von KIK oder NKD kaufe, dann ahne ich schon, dass die günstige Ware nicht von ungefähr kommt. Wenn ich aber 80-120 Euro für eine Jeans ausgebe - sei es bei einer Kette oder im Einzelhandel - habe ich diesbezüglich auch kein besseres Gefühl. Ich persönlich vertraue niemandem mehr. Aber aus Geldgründen hab ich auch nicht die Möglichkeit zu konsumieren.
Bei Computer und Elektronikkomponenten dürfte die Lage wahrscheinlich noch deutlich verheerender sein......

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