Forum: Panorama
Skandal um Stadion-Trauerfeier für Neonazi: Offene Flanke
DPA

Erst verteidigte der Chemnitzer FC das Gedenken für einen verstorbenen Neonazi in seinem Stadion, nun bemüht sich der Verein um Schadensbegrenzung. Der Fall offenbart ein grundsätzliches Problem.

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*Querdenker* 11.03.2019, 19:13
1. Sachsen ins Abseits

Mit diesem Gewährenlassen katapultieren sich nicht nur 2 Vereine ins Abseits, nicht nur 2 Städte, sondern ganz Sachsen. So wird dieses Gewährenlassen von außen wahrgenommen, auch wenn die schweigende und gewährenlassende Mehrheit nicht rechtsextrem ist. Wenn Sachsen genannt wird, klngt inzwischen immer Neonazi mit. Das ist die traurige Wahrheit.

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remalu 11.03.2019, 19:19
2. Falsches Ypsilon

Auf dem Transparent heisst es nicht Tommy, Sonden Tommn.
Der letzte Buchstaben ist kein y.
Bitte nachprüfen.

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Emderfriese 11.03.2019, 19:22
3. Es geht nur ganz - oder gar nicht.

Ein ausgesprochen guter Beitrag! Vor allem dem Kernsatz "Es geht nur ganz - oder gar nicht" ist voll ganz zuzustimmen. Das bedeutet gleichzeitig, auf allen Ebenen, überall in der Gesellschaft ganz und vollständig gegen jede rechtsradikale Regung konsequent Stellung zu beziehen. Ich fürchte nur, dass nicht alle "Demokraten" genau das tun...

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whitewisent 11.03.2019, 19:23
4.

"Der Fall offenbart ein grundsätzliches Problem"

Der Satz enthält mehr Wahrheiten als die folgende Analyse von Peter Maxwell, die für mich zu sehr in einen Kommentar abschweift.

Es gibt eine immer größer werdende Diskrepanz in der öffentlichen Wahrnehmung der Medien, was "ein Verein" ist. Dies wird viel zu häufig auf den Vorstand, den Trainerstab und die aktuelle Mannschaft reduziert. "Ein Verein" wie der CFC hat aber derzeit 2700 Mitglieder, die Basis eines jeden Vereins. Und man muss eben die Arbeit von Thomas Haller für den Verein in den verschiedensten Aufgaben von seiner politischen Tätigkeit und Überzeugung trennen. Denn es steht dort eben nicht nur der Neonazi, sondern auch ein Mensch, der sich über mehrere Jahrzehnte beim Verein engagiert hat, auch als der sportliche Erfolg nicht vorhanden war. Und das auch im Amateur- und Jugendbereich genauso wie im Bereich Sicherheit. Wenn es solche Leute wie ihn nicht gäbe, würden viele Spiele gar nicht erst angepfiffen, wenn die Heimmannschaft einen Sicherheits- und Ordnerdienst stellen muss, aber kein Geld dafür hat. Das betrifft aber nicht nur Kontrollen von Pyrotechnik, sondern auch sowas banales wie Brandschutz, Standgebühren und notfalls mal mit nem Besen den Eingang fegen.

Es wird immer so gern das Engagement von Ehrenamtlichen gerühmt, hier ist ein Vertreter dieser anonymen Schar gestorben, und viele die ihn begleitet haben, wollten sich verabschieden. Man kann Sachen immer auf unterschiedliche Weise darstellen, gerade wenn die Medien ganz kritisch hinschauen. Aber Nichts kommt von Nichts, und bevor nun der CFC diese Woche an den Pranger gestellt wird, und damit erneut Chemnitz, nochmal tief Luft holen und überlegen, was geschehen ist, und was nicht.

Auch Hooligans und Neonazis haben im Augenblick des Todes den Respekt verdient, das man die Trauer um sie den Menschen zugesteht, welche trauern möchten. Für die politische Auseinandersetzung war zu seinen Lebzeiten Gelegenheit genug.

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cerberus66 11.03.2019, 19:25
5. Ernsthaft???

Zitat: "Es liegt nun an der demokratischen Stadtgesellschaft und den nicht-rechten Fans, sich für freiheitliche Werte offensiv einzusetzen"
In einer Stadt, in der Kommunisten mitregieren, sich für freiheitliche Werte einsetzen? Das kann ich nicht mehr ernst nehmen.

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Spiegulant 11.03.2019, 19:26
6. Was kann denn der Einzelne machen?

Wenn die Polizei rechtsextrem unterwandert ist und die Bürger im Stich lässt. Wenn nicht die rechtsradikalen Gewalttäter verfolgt und von der Staatsanwaltschaft angeklagt werden, sondern Bürger, die gegen Faschismus und für unser Grundgesetz demonstrieren, von Polizei und Staatsanwälten als Linksradikale diffamiert und verfolgt werden? Offensichtlich soll der Bürger zur Resignation gezwungen werden.

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Emderfriese 11.03.2019, 19:40
7. Ypsilon

Zitat von remalu
Auf dem Transparent heisst es nicht Tommy, Sonden Tommn. Der letzte Buchstaben ist kein y. Bitte nachprüfen.
Aha. Und was soll "Tommn" bedeuten?

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Emderfriese 11.03.2019, 19:43
8. Vor allem

Zitat von whitewisent
"Der Fall offenbart ein grundsätzliches Problem" Der Satz enthält mehr Wahrheiten als die folgende Analyse von Peter Maxwell, die für mich zu sehr in einen Kommentar abschweift. .... Auch Hooligans und Neonazis haben im Augenblick des Todes den Respekt verdient, das man die Trauer um sie den Menschen zugesteht, welche trauern möchten. Für die politische Auseinandersetzung war zu seinen Lebzeiten Gelegenheit genug.
"...Denn es steht dort eben nicht nur der Neonazi, sondern auch ein Mensch, der sich über mehrere Jahrzehnte beim Verein engagiert hat..."

Soso, "nicht nur"... Aber auch, und vor allem, wenn man die ganze rechtsradikale Bande sieht, der der verkappte Sportler angehörte. Es gehört zum Repertoire der Neonazis, die ihren und besonders ihre Untaten zu relativieren. Den Nazis keinen Fuß breit!

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D. Brock 11.03.2019, 19:44
9. Man könnte daraus auch etwas lernen ...

... nämlich, dass Gewährenlassen de facto bedeutet zu unterstützen.
Es ist eben nicht nur das Wegsehen, sondern auch die Botschaft an Nazis: "Seht her, wenn ihr nur aggressiv genug auftretet, ebnen wir euch den Weg."
Extrem fatales Signal! Wie der Artikel richtig bemerkt: "Es liegt nun an der demokratischen Stadtgesellschaft und den nicht-rechten Fans, sich für freiheitliche Werte offensiv einzusetzen."
Es hilft allerdings hier auch nicht das Problem nur auf Sachsen abzuschieben. Dass die dortige Landesregierung (und die der Stadt Chemnitz und anderer Städte) sich extrem ungeschickt und verunsichert anstellt, ist klar, dennoch ist es eine Frage, welche Signale wir (die Bundesgemeinschaft) gibt/geben kann/geben sollte.
Da fällt mir Neil Young ein: "Alabama"
"... Your Cadillac has got a wheel in the ditch and a wheel on the track ...
... You got a weight on your shoulders that's breaking your back ...
... You got the rest of the Union to help you along ...
... What's going wrong?"
Nebenbei: Das wollte in Alabama damals natürlich niemand hören und ich schätze, dass Neil Young niemals mehr offiziell dort war. ...
Zeigt aber nur, dass er den Nagel auf den Kopf getroffen hatte.

Aber natürlich wäre mir einem Lied(lein) allein nicht geholfen.

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