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Skandal um tote Babys: Mainzer Infusion offenbar bei Transport verseucht

Ermittler kommen der Ursache des Mainzer Babytod-Skandals auf die Spur. An einer defekten Flasche wurden die Darmbakterien nachgewiesen, die offenbar zu dem Tod der drei Frühchen geführt haben - die Infusion soll schon beim Transport in die Klinik beschädigt und verseucht worden sein.

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ch.k. 27.08.2010, 12:50
1. Seltsam

Wie können denn in eine defekte Flasche auf dem Transportweg oder bei der Lagerung Darmbakterien gelangen, aber keine Pilzsporen oder andere ubiquitär vorkommende Keime?
Ich finde diese Erklärung dann doch etwas seltsam.

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Mutige 27.08.2010, 13:09
2. Auch seltsam

Werden die Flaschen nicht auf Unversehrtheit geprüft, bevor man die Lösung verabreicht?
Sterilisiert man die Lösung nicht extra vor Verabreichung, um sowas auszuschliessen?
Wenn die Flasche Bruchsicher war, und trotzdem kaputt gegengen war (was auch bei bruchsicheren Flaschen selten vorkommen kann) - wer haftet? Der Hersteller? Oder Krankenhaus, das nicht entsprechend vorgesorgt hat?

Das erste was ich mir bei dieser Erklärung dachte: Super Methode, um der Welt zu sagen, dass die Klinik nicht schuld an den Vorkommnissen ist.
So einfach ist es nicht: Wenn die Kinder so geschwächt waren, dass jede Infektion tödlich enden konnte, hätte man auch bessere Vorsorge gegen Transportkontaminationen treffen müssen (Haarrisse in Flaschen lassen sich auch nachweisen).

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derwahlberliner 27.08.2010, 13:19
3. Na so was

Warum wird eine defekte Flasche nicht beim öffnen entdeckt. Wenn ich selber Flaschen oder Gläser öffne prüfe ich auch ob sie noch in Ordnung sind. Wie viel mehr Sorgfalt ist dann in einem Labor zu erwarten? Wer schützt hier eigentlich wen und warum. Immerhin sind Menschen gestorben.
Ich bin nicht derjenige der IMMER einen Sündenbock braucht aber so? Wie sagte einmal ein kluger Mensch? "Ich fühle mich in meiner Intelligenz beleidigt!"

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brötchenschwarz 27.08.2010, 13:24
4. Unpräzise Berichterstattung?

Offensichtlich gibt es eine kapuute Flasche. Im Bericht wird nicht ausgeführt, wann die Flasche zerbrochen ist. Nach Entnahme, aber vor Auslieferung der Weiterverarbeitung? Dann wäre noch Zeit für Alarmglocken gewesen.

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avollmer 27.08.2010, 13:37
5. Wird erwähnt

Zitat von brötchenschwarz
Offensichtlich gibt es eine kapuute Flasche. Im Bericht wird nicht ausgeführt, wann die Flasche zerbrochen ist.
Sie zerbrach als während der Überprüfung des Arbeitsprozesses die Arbeitsschritte durch Gutachter simuliert wurde und eine Person mit dem Fuß gegen die inzwischen leere Flasche stieß.
Die Flasche soll Aminosäuren enthalten haben, dadurch erklärt sich auch warum keine Sterilisation durchgeführt wurde, dies würde die Aminosäuren zerstören.

Ein Problem dürfte sein, dass Umkartons- und Transportbehälter nicht steril sind, außerdem handelt es sich wahrscheinlich um eine größere Flasche, die auf dem Boden steht, sonst hätte niemand mit dem Fuß dagegen stoßen können. Sind nun Beschädigungen am Boden kann die Kontamination bei jedem Abstellen erfolgen. Derartige Behältnisse sollten in Folie eingeschweißt sein und mit leichtem Überdruck abgefüllt werden, dann ist eine Unversehrtheitskontrolle einfach durchzuführen.

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cmari 27.08.2010, 13:40
6. wie praktisch

Ah - beim Transport! Wie gut, dass also weder die Uniklinik noch der Hersteller schuld waren. Vermutlich findet man einen Fahrer des Transportunternehmens der zu scharf gebremst hat oder ähnliches. Der darf dann schuld sein. Warum allerdings gerade diese Bakterien / Toxine beim Transport in die Flasche gekommen sein sollen, leuchtet mir auch nicht ganz ein.

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Als_Tom 27.08.2010, 13:40
7. Dr.

Zitat von ch.k.
Wie können denn in eine defekte Flasche auf dem Transportweg oder bei der Lagerung Darmbakterien gelangen, aber keine Pilzsporen oder andere ubiquitär vorkommende Keime? Ich finde diese Erklärung dann doch etwas seltsam.
Naja es ist schon möglich. Nicht alle Bakterien und Pilze können in solchen Nährmedien wachsen. Vielmehr brauchen viele bestimte Aminosäuren, Vitamine, pH-Wert, Temperatur, Spurenelemente,..., so dass viele wahrscheinlich gar nicht in der Nährlösung wachsen können/konnten. Weiterhin brauchen viele Bakterien eine bestimmte Menge an Artgenossen um sich damit sie überhaupt anfangen sich zu teilen (Quorum sensing).

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Preia 27.08.2010, 13:53
8. Komisch

Hmm, also ich halte es ja durchaus für möglich, dass die Infektion so erfolgt ist, aber dann hat der, der das Zeugs zusammengemischt hat, auch ziemlich nach Vorschrift unter Nichtverwendung seines Gehirns gehandelt - ich denk mal, das hätte auffallen müssen. (Wobei ich es nicht weiß, ich hab mir die Flasche ja nicht angeschaut, kann auch ne falsche Unterstellung sein.)

Im Zweifelsfall gehört in so kritischen Fällen diese Lösungen aber auch eher weggekippt als verwendet.
Zu prüfen wäre noch, inwieweit sowas mit der Arbeitsbelastung und den Aufgaben des zuständigen Mitarbeiter zusammenhängt - wenn man x Jahre unter Zeitdruck immer die gleiche Aufgabe erledigen muss, lässt halt irgendwann die Aufmerksamkeit nach - menschlich, aber mit fatalen Folgen.

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Hellström 27.08.2010, 14:00
9. - Ohne Titel -

Zitat von ch.k.
Wie können denn in eine defekte Flasche auf dem Transportweg oder bei der Lagerung Darmbakterien gelangen, aber keine Pilzsporen oder andere ubiquitär vorkommende Keime? Ich finde diese Erklärung dann doch etwas seltsam.
Huch, da stellt jemand ganz gefährliche Fragen!
Leider kann diese Flasche nun nicht witer untersucht werden, da diese rein zufällig ganz zerbrochen ist.

So ein Pech, aber auch.

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