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Soziale Stadt: Armes reiches München

Die Not von Rentnern, Alleinerziehenden und Niedriglöhnern wächst auch in München, jeder siebte Bewohner ist arm. Doch den Wohlhabenden der Stadt ist das nicht gleichgültig - viele helfen mit Geld, Rat und Tat. Eine soziale Erfolgsgeschichte.

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Al Dente 19.05.2009, 07:07
1. Die Armut wächst in München, wie auch überall

Zitat von sysop
Die Not von Rentnern, Alleinerziehenden und Niedriglöhnern wächst auch in München, jeder siebte Bewohner ist arm. Doch den Wohlhabenden der Stadt ist das nicht gleichgültig - viele helfen mit Geld, Rat und Tat. Eine soziale Erfolgsgeschichte.
Die Armut wächst in München. Kann ich bestätigen. In noch keiner anderen Großstadt sind mir die vielen Gestalten so aufgefallen, die Mülleimer nach Verwertbarem durchsuchen. Erschreckend ist das. Wie verzweifelt und arm muss man sein, dass man Mülleimer - igitt - durchsuchen muss um einigermassen über die Runden zu kommen... Mit diesem reichen Land stimmt irgend was ganz gehörig nicht.

Ich habe fast mein ganzes Leben lang an das Märchen geglaubt, dass man mit Fleiss und harter Arbeit es zu etwas bringen kann in diesem Land. Das Märchen, der Traum ist für viele geplatzt. Für mich noch nicht, ich hab noch einen gut bezahlten Arbeisplatz. Aber viele andere schuften für einen warmen Händedruck. So kann das nicht weiter gehen. Da braucht man dann auch keine sozialen Unruhen herbeizureden, die kommen nämlich irgend wann dann automatisch.

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reflexxion 19.05.2009, 07:26
2. Mobilitätsmangel ?

Ein guter Artikel, ohne Zweifel, aber wieso zieht ein Rentner mit 1100 Euro im Monat (mehr als ich je bekommen werde) nicht in eine Region um, wo die Mieten nieriger sind?. So twas ist plan- und vorhersehbar. Schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts galt München als extrem teures Wohnpflaster. Ein Arbeitnehmer sollte also in der Lage sein, seinen Lebensabend geschickter zu planen, wenn er seit mindestens 3 Jahrzehnten von den hohen Mieten wusste. Kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Thema Verbundenheit mit dem sozialen Umfeld. Viele andere Menschen müssen schon zum artbeiten aus ihrer eigentlichen Heimatregion wegziehen. Ich habe nie näher als 200 km zu meinem ursprünglichen Wohnort arbeiten können, mir musste da niemand sagen, ich müsse flexibel sein, es war mir selbst klar. So habe ich dann mal 10 Jahre in Frankfurt und nun noch länger in Bayern gearbeitet. Wenn ich in den Ruhestand trete werde ich wahrscheinlich nach Berlin ziehen, zumindest sind da die Mieten noch relativ niedrig und die Dichte an Ärzten, Geschäften und kulturellen Einrichtungen ist hoch. Hinzu kommt ein optimales öffentliches Verkehrsnetz, falls man sich kein privates Auto mehr leisten kann, was wahrscheinlich ist. Ich könnte auch zurück in meine Heimat ziehen, wenn ich wollte, aber ich bin eben kein "Landmensch2 mehr. Ich würde aber auf keinen Fall 80 % meiner Rente für eine winzige Wohnung ausgeben.

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Motorpsycho 19.05.2009, 07:43
3. Ist schon nett, dieses München

Ist ja schön, wenn reiche Münchener gerne Spenden. Da hat man auf der nächsten Charity-Veranstaltung ja auch wieder was zu erzählen und vielleicht kommt man ja auch mal wieder mit Bild in die Zeitung.

Unter einer funktionierenden Zivilgesellschaft stelle ich mir etwas anderes vor, als dass Menschen von Almosen und seien sie noch so gerne und zahlreich gegeben leben müssen.Letzendlich werden diese Almosen ja auch aus den durch hohe Mieten und Lebenshaltungskosten erzielten Einnahmen gewährt.

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vatervonw 19.05.2009, 07:48
4. Sozial?

[QUOTE=sysop;3763593]Die Not von Rentnern, Alleinerziehenden und Niedriglöhnern wächst auch in München, jeder siebte Bewohner ist arm. Doch den Wohlhabenden der Stadt ist das nicht gleichgültig - viele helfen mit Geld, Rat und Tat. Eine soziale Erfolgsgeschichte.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...625072,00.html[/QUOTE

Viele dieser Wohlhabenden haben diese soziale Not selbst geschaffen. Ausbeutung, Gier nach Rendite, Mietwucher und Aktienkurse schaffen nun mal Not, bis hin zu menschlichen Abfall. Und mit Geld kann man sogar sich ein gottgefälliges Leben kaufen. Das haben die Reichen schon immer getan.

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altruist 19.05.2009, 07:52
5. falsche akzente

leider greifen die medien immer zu den falschenthemen oder sie beeinflussen bewusst den wahlkampf.
wahlkampfthema wäre die wachsende armut unter den 20 millionen rentner,das desinteresse an ihnen,der rentenklau,die verpatzte gesundheitsrefom,unter der die rentner besonders leiden.
stattdessen werden opel,schäffler und porsche/vw in den vordergrund des medialen interesses gepushtdie betrifft nur ein paar tausend menschen.das sind die falschen akzente.

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MarkH 19.05.2009, 07:55
6. ooo

Zitat von sysop
Die Not von Rentnern, Alleinerziehenden und Niedriglöhnern wächst auch in München, jeder siebte Bewohner ist arm. Doch den Wohlhabenden der Stadt ist das nicht gleichgültig - viele helfen mit Geld, Rat und Tat. Eine soziale Erfolgsgeschichte.
Warum setzen sich die Wohlhabenden nicht für ein BGE ein ?
v.a. Von den sog. Wohlhabenden in München hört man eigentlich eher die üblichen Phrasen, dass der Staat massig Geld drucke, oder gar Geld aus Hubschraubern abwerfe.
Nirgendwo ist davon etwas zu sehen.
In kleineren Städten dürfte ein Aldi reichen, um den gesamten Kleinhandel zum Erliegen zu bringen.

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stralmas 19.05.2009, 07:58
7. wunderbares München

Der wievielte Artikel in den letzten acht Tagen ist das, der einer Stadt im Süden Deutschlands ein alleiniges Recht auf Attraktivität und Soziales einräumt - erst der Artikel über die Promis, dann die Sicherheit respektive Kriminalität und nun der hier.

Ich wünsche mir etwas mehr Ausgewogenheit und mit Blick auf die Diskussion zum Kriminalitäts-Artikel mehr Objektivität in Sachen Städtemarketing sponsored by SPON.

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misterbighh 19.05.2009, 08:34
8. Soziales Deutschland, deine Reichen.

In letzter Zeit haben wir immmer wieder Berichte von Menschen in Deutschland die sich sozial engagieren. Darin ist richtig System zu erkennen. Jetzt dürfen die Reichen sich auch von der sozialen Seite zeigen. Das ist echt toll. Wir haben zwar keine funktionierenden Sozialsysteme mehr, aber nette Reiche die uns was zu essen hinstellen. Das ist besser als böse Arme, die wütend sind. Und dann will mir Spo erzählen das die BussyBussyies in München besser sind als in Hamburg, oder Berlin. Ja, klar..

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wahlberechtigter 19.05.2009, 08:47
9. Hartz4 verfestigt die Armut

Hatz4 ist der Preis der Globalisierung, von der neoliberalen Politik gewollt.

Die Hervorhebung des privaten Engagements im Sozialbereich ist heuchlerisch. Dieselben „Gutmenschen“ wählen doch bei der nächsten Gelegenheit wieder eine der Hartz4- Parteien.

Diese Hilfe erfolgt durch Entwürdigung der empfangenden Bettler und Erhöhung des Gefühls der Selbstgerechtigkeit bei den Gebern.

Die Tafeln und Suppenküchen sind z.B. ein knallhartes Rationalisierungsprogramm einiger Supermarktketten, Sie entsorgen billig die unverkäuflichen Abfälle und erhalten noch eine steuermindernde Spendenbescheinigung. Von den gleichen Unternehmen kann man immer häufiger in der Presse über deren Ausbeutermaßnahmen beim eigenen Personal lesen. Soweit zu der barmherzigen Gabe. In übrigen wurde das Tafelsystem von einer amerikanischen Unternehmensberatung erdacht. Gewinnoptimierung ist deren Unternehmensziel.

Diese privaten Hilfsmaßnahmen haben zur Folge, dass Wirtschaft und Unternehmen noch weiter mit Ausbeutung und Lohndumping Druck ausüben. Die chinesischen Arbeiter verdienen doch noch viel weniger und in Afrika und Südamerika hungern doch auch die Kinder.

Diese brutale Marktwirtschaft hat selbst den Staat (Politiker) verblendet, konnten doch unter Politikeraufsicht gigantische Spekulationen der Staatsbanken erfolgen.
Eine immense Veruntreuung von Steuergeldern und keiner will dafür die Verantwortung tragen.

Wahlen sollen ein Zeugnis für geleistete Arbeit der Politiker sein.
Stellen wir denen die angemessene Quittung aus.

Die Anglo-Amerikanisierung hat uns Globalisierung und Wirtschaftskrise eingebrockt.
Wann denn endlich, lassen sich die Menschen nicht mehr von den Propagandazentralen in Regierung, Parteien und gewissen Presseorganen beeinflussen?

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