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Spahns Organspende-Konzept: Sterben und sterben lassen
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Geht es nach Jens Spahn, sollen jedem nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen, wenn er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Das ist absurd, totalitär-paternalistisch und dazu unehrlich.

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irobot 09.11.2018, 19:17
180.

Zitat von ruhuviko
So will ich jetzt auch keine Änderung des bestehenden Verfahrens und nehme in Kauf, dass (auch mein) Leben ein (vorzeitiges?) Ende findet.
Und genau das ist Problem. Im Moment nehmen Sie es in Kauf, weil Sie nicht unmittelbar betroffen sind. Aber wenn der Sensenmann an der Tür klingelt, bekommen Sie wie alle anderen auch Panik. Und dann nehmen Sie ihr drohendes Ableben nicht mehr in Kauf.

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Häkelmütze 09.11.2018, 19:17
181.

Zitat von thomas_schrecker
Ich kann Thomas Fischer nur widersprechen. Warum? Ich gehe davon aus, dass sich Thomas Fischer mit größter Selbstverständlichkeit als potentieller Organempfänger sieht. Ich bin mir absolut sicher, dass praktisch niemand ein Spenderorgan ablehnen würde, wenn es hart auf hart kommt. Wer mir nicht glaubt, dem empfehle ich einen Besuch auf einer Dialysestation und einen kurzen Plausch über das Thema Lebensqualität als Dialysepatient. (...)
Ach, die meisten Menschen jammern doch nur plan- und scheinbar hirnlos rum.

Ich bin Hämodialysepatient dreimal die Woche und arbeite Vollzeit, fahre in Urlaub, mache nächstes Jahr eine Kreuzfahrt auf einem Schiff mit Dialyseeinrichtiung, erledige den Garten alleine (wenns auch ölänegr dauert). Ich kann mein Leben gut drum herum planen.
Ich freue mich, in ziviliserten Gegenden zu leben, mit KV, mit Krankenhäusern, Rettungswagen, Notärzten, Ärzten und Schwestern.
In anderen Gegenden der Welt wäre ich schon tot.
Ob ich lieber gesund wäre? Kein Thema, na klar. aber es hat keinen Sinn, die Dunkelheit zu beklagen, nicht aber auf den Lichtschalter drücken zu wollen.

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Sindbad2702 09.11.2018, 19:19
182. Was soll besser werden? D

Da ja bereits jetzt Europaweit Spenderorgane „gehandelt“ werden, wenn in Deutschland eine Widerspruchslösung kommt? Nicht nur hier auch in anderen Ländern fehlen Organe auch da wo eine Widerspruchslösung gibt! Eine gleiche deutsche Lösung würde daran nichts wesentliches ändern! Ich jedenfalls möchte nicht das eine Organmafia wie sie europaweit existiert mit meinen Organen Kasse macht! Das das ganze Verfahren stinkt hat die Vergangenheit bewiesen und alle paar Tage wird es erneut gezeigt! Wie zb Fall Niki Lauda, der kein Problem hatte kurzfristig eine neue Leber zu bekommen! Natürlich reiner Zufall und seine Millionen spielten auch keine Rolle! Nein danke, diesem System Spende ich keine Organe, nur weil ich nicht widersprochen habe!

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doktor b aus m 09.11.2018, 19:19
183. Hoffnung auf Leben und Gesundheit

Sehr geehrter Herr Doktor Fischer,
Die Position, die Herr Spahn stellvertretend für Patienten auf Wartelisten für eine Transplantation einnimmt, adressiert die Hoffnung auf Leben und Gesundheit, die überaus menschlich ist. Die Verzweiflung von Patienten und Angehörigen, die auf ein Organ warten und es schließlich nicht bekommen werden, ist schwer auszuhalten, wenn man weiß, dass es möglich wäre, mehr von ihnen mit einer Transplantation zu helfen.
Die von Herrn Spahn vertretene Position ist mutig, weil sie auf Kommentare wie Ihren stößt und seine Person einer kontroversen Diskussion aussetzt, in einer Situation in der er Karriere machen will und damit abhängig von guter Presse und Zustimmung in der Bevölkerung ist.
Sie sollten anerkennen, dass er die Intention hat, Gutes zu tun. Gutes für die einen zu tun, indem man anderen schadet, wäre natürlich der falsche Weg. Aber wer wird durch das Widerspruchskonzept wirklich geschädigt?
Die Gesellschaft in Deutschland? Was soll die negative Konsequenz Ihrer Meinung nach für die Gesellschaft sein? Österreich ist kein failed state durch die Widerspruchslösung geworden.
Die an einer Hirnerkrankung oder einer Hirnverletzung verstorbenen Menschen bzw. ihr Leichnam? Wo ist bei ihnen der Schaden? Ihre Angehörigen, die auch weiterhin in der Realität widersprechen werden können, auch wenn es der Patient nicht zu Lebzeiten getan hat, wenn nun auch mit etwas mehr Nachdruck?
Oder vielleicht sogar all die Ärztinnen und Ärzte und Pflegenden, die an Organentnahmen und Organtransplantationen beteiligt sind? Bekommen sie einen psychisch-ethischen Knacks und Sie wollen sie davor schützen? Die Mehrheit der beteiligten Menschen teilt einfach die Hoffnung der Patienten auf Leben und Lebensqualität, ziemlich naive Lösung eines komplexen ethischen Dilemmas. Wenn es keine Transplantationen gebe, würden sie in ihrer bezahlten Arbeitszeit letztlich anderes tun. Bedauernswerter Betrug einzelner, die Transplantationsmedizin als Geschäft sehen, war eine große Enttäuschung für mich, aber ändert nichts an der Hoffnung auf Leben der Patienten. Je länger die Wartelisten, desto größer ist der Druck und die Versuchung unethische Wege zu gehen. Die Chance auf Leben für alle Betroffenen kann gerechter erreicht werden mit kurzen Wartelisten.
Vielleicht wird man sich in 50 oder 100 Jahren fragen, warum man bloß in unserer Zeit aus Verstorbenen Organe entnommen hat, wo man sie dann doch vielleicht einfach herstellen kann. Aber es ist nun mal im Moment nur die Organeinpflanzung möglich. Die Hoffnung auf Leben und Gesundheit wird bis dahin das von Ihnen so vehement vertretene ethische Unwohlsein über die Organspende von Verstorbenen übersteigen.
Ich denke, Sie sind in Ihrer Tätigkeit als Richter auch selber in ethische Dilemmata involviert gewesen. Ich wünsche Ihnen, dass die Lösung dieser Dilemmata für Sie immer so einfach war, wie Ihre Ablehnung des vorgelegten Widerspruchskonzepts. Am Ende mussten Sie sich entscheiden und haben es getan. Entscheidung ist auch mit der Widerspruchslösung möglich. Sie wird noch nicht mal erzwungen.
Ein hoffentlich schönes Wochenende in einer liebevollen Umgebung wünscht,
Der Doktor B. aus M.

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die-metapha 09.11.2018, 19:20
184. Leichenschändung?

Zitat von gandhiforever
Leichenschaendung ist es, wenn der Tote nicht vorher seine Erlaubnis gegeben hat.
Blödsinn - einer Leiche werden keinerlei Organe entnommen.
Und man muss es ja nur ablehnen, wenn man sich einer Explantation entziehen möchte. Wo ist denn bitte wirklich das Problem?

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aysnvaust 09.11.2018, 19:20
185. Wie Spahn...

...zu der Produktionsgemeinschaft nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehenden und vielmehr die Sozialsysteme belastende Menschen (vulgo: die Alten) steht, hat er ja schon vor geraumer Zeit mit seinen Einlassungen zum Thema künstliches Hüftgelenk belegt. Da ist es nur folgerichtig, dass Vestorbene auf den Nutzwert ihrer Biomasse reduziert werden. So komplex das Thema auch sein mag, die Herangehensweise von Spahn bringt mir das Frühstück hoch.

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MussMalGesagtWerden 09.11.2018, 19:21
186. Absurd

Was für ein realitätsfremder Kommentar von Th. Fischer. 1000 Menschen sterben unnötig. Ihre Zahl fällt ins Gewicht, auch wenn sich noch viel mehr Menschen selbst töten. Den 1000 könnte geholfen werden, wenn die Ignoranz und Ängstlichkeit vieler Zeitgenossen geringer wäre, und sich diese für eine Organspende entscheiden würde, die ihnen nicht schadet oder weh tut. Es grenzt an unterlassende Hilfeleistung, wenn jemand seine Organe nach dem Tod behalten will, damit diese dann im Krematorium verbrennen oder im Sarg vergammeln.
Im sonstigen Leben ist unterlassene Hilfeleistung strafbar, obwohl sie etwas kostet, Lebenszeit des Helfenden zum Beispiel, die dieser anders nutzen könnte. Für die Organe des Spenders gilt das nicht. Die Spende kostet den toten Helfenden nichts, was dieser anders nutzen könnte. Selbst wer an ein christliches Leben nach dem Tod glaubt, nimmt seine Seel mit, nicht seinen Körper.
Gemäß der Logik von Fischer müsste einem Verstorbenen sein Vermögen mit ins Grab gegeben werden, wenn dieser kein anderslautendes Testament besitzt, um dessen (Persönlichkeits)Rechte zu wahren. Es dürfte weder Staat noch den Nachkommen zufallen, zum Beispiel weil der Verstorbene keine Zeit gefunden hat, sich zu entscheiden. Absurd.

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lhuitre 09.11.2018, 19:22
187. Hallo ?

Da wäre mal ne Zusmmenfassung gut gewesen und nicht schwer zu schreiben. Unverständlich bleibt der Kern. Was hat es für einen Nutzen über meinen Tod an einem Körperteil festzuhalten?? Stattdessen ist es ein Gebot der Humanität, einem anderen smut zu helfen. Kostet nicht mal was. Und Humanität darf man getrost per Gesetz durchsetzen.

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im_ernst_56 09.11.2018, 19:22
188. Egoismus

Zitat von darkk
Ich habe im ganzen Text keinen logischen Grund gegen Spahns Lösung gefunden. Was hat man denn als Toter noch von seinen Organen? Ich hoffe der Autor lehnt dann auch ein Spenderorgan ab, wenn er Mal eins brauchen sollte. Aber irgendwie glaube ich das nicht. Ich schlage eine weitere Lösung vor: Ein Spenderorgan bekommt nur die oder der, der auch selbst ein Spenderausweis hat, na wie wäre das? (Spahn mag ich gar nicht, aber das war richtig)
Was hat man als Toter noch von seinem Nachlass? Das letzte Hemd hat keine Taschen. Warum sollte sich der Staat nicht auch ihr Vermögen (so Sie welches haben) unter den Nagel reißen?

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botsch 09.11.2018, 19:23
189. Entscheidung für und gegen Organspende muss Konsequenzen haben

Es soll selbstverständlich jedemann überlassen bleiben, ob er seinen Körper nach seinem Tod weiter verwenden lassen will, aber er/sie sollte dann auch mit den Auswirkungen seiner Entscheidung konfrontiert werden. Wer frühzeitig seine Bereitschaft zu einer Organspende hinterlegt hat, muss bei Bedarf in der Warteliste für eine Transplantation ganz vorne stehen und wer nicht, dann eben ganz hinten.

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