Forum: Panorama
Staatenlos: Flucht ohne Ausweg

Nach zwölf Jahren in Deutschland wurde der Hamburger Wadim S. als Teenager nach Lettland abgeschoben - allein, ohne Sprachkenntnisse, ohne Pass. Immer wieder versuchte er, in die Heimat, die ihn nicht wollte, zurückzukehren. Bis er keinen Ausweg mehr sah.

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Fischkopp-Cop 20.04.2010, 16:32
110. .

Zitat von Matyaz
Nein, wir haben kein `Einwanderungsgesetz´,Einreise und Aufenthalt sind im AuslG geregelt.
Nö, das gibt es nicht mehr.
Einreise (EU) und Aufenthalt (EU und Schengen) sind, absteigend in dieser Reihenfolge, im EU-Recht, dem Schengen-Recht und dann im Aufenthaltsgesetz (AufenthG) und den begleitenden Durchführungsverordnungen geregelt.

Was wir brauchen, ist ein Einwanderungsgesetz, dass neben dem weiterbestehenden Asylrecht den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit oder eines Daueraufenthaltsrechts für Hochqualifizierte sinnvoll regelt. Begleitet von einer stringenten Abschiebepraxis.
Zur Zeit locken wir Minder- und Unqualifizierte an und schrecken Hochqualifizierte ab. Und wir belohnen die Trickser und bestrafen die Ehrlichen ohne kriminelle Energie.

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Matyaz 20.04.2010, 16:35
111. oh je...

Zitat von furby
Nur, um das mal klarzustellen. Dafür gebe ich jedenfalls lieber meine Steuergelder aus als für die Rettung von Griechenland oder die Versorgung von ausländischen Straftätern in unseren Gefängnissen.
Das glaube ich Leuten wie Ihnen gerne.
Ausländer schmarotzen in unseren JVA´s und bloss kein Geld für die bösen, betrügerischen Griechen, auch wenn sichs nur um Kredite im ureigensten Interesse handelt.Das ist halt schon eine sehr beschränkte Sicht der Dinge.

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earthling90 20.04.2010, 16:35
112. Sinnlose Polemik - Maßlose Arroganz

Wie immer wenn auf SPON Artikel zum Thema Migration erscheinen, tauchen sie wieder auf aus ihren Löchern.
Die, die Deutschland den Deutschen schreien wollen es sich aber natürlich nicht trauen.
Aber auch die andere Fraktion, die erstmal versucht für Integration zu sein aber so unreflektiert argumentiert, dass sie der Sache doch nur schaden!
Warum ist es in unserer Gesellschaft nicht möglich vernünftig über Themen wie Integration, Rassismus, Jugendgewalt oder Arbeitslosigkeit zu diskutieren?

An dem Einzelfall lassen sich sehr gut die Auswirkungen des deutschen Asylrechts erkennen.
Abschiebungen werden nicht vollzogen, wenn die Familien dies noch in ihre Lebensplanung miteinbeziehen können und sich z.B. nach anderen Optionen umschauen können, sondern nach Jahren in denen sie in Deutschland gelebt haben.
Sollten diese Familien auch noch die Unverschämtheit besitzen, Kinder zu zeugen, fängt die Sache an hässlich zu werden. Es wachsen Kinder in Deutschland auf und kennen keine andere Umgebung. Sie haben sich nie bewusst "entschieden" nach Deutschland zu kommen, sie sind hier geboren und aufgewachsen.

Migrantinnen und Migranten werden häufiger straffällig als Deutsche!

Das ist eine Tatsache. Sie werden in etwa genauso häufig straffällig, wie Deutsche aus der gleichen sozialen Schicht.
Ich möchte keine Straf- oder gar Gewalttaten verteidigen, ich verabscheue prügelnde Banden, andererseits liegen die Ursachen auf der Hand.
Menschen, die in einem Asylverfahren stecken, bekommen wie auch die im Artikel erwähnten Eltern, keine Arbeitserlaubnis. Sie sind als automatisch abhängig vom Staat oder müssen in die Illegalität flüchten.

Wenn ein Jugendlicher wegen Einbruchs zu 5 Sozialstunden verurteilt wird, ist das natürlich kein Grund zum Feiern. Ein Grund ihn aus seiner Heimat zu verbannen, kann es jedoch nicht sein. Viele Jugendliche geraten mal auf die schiefe Bahn, wenn sie aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen, noch häufiger.
Ich dachte deoch immer wir würden in einer Gesellschaft leben, in der man auch mal eine zweite Chance verdient.


Wir leben in einer globalisierten Welt. Arbeitsplätze & Kräfte werden permanent über den Globus transeferiert.

Es ist ökonomisch, menschlich und rechtlich unmöglich die Grenzen dichtzumachen, es sei denn man würde eine Mauer aufbauen. Der Name "Kriminalpräventiver Schutzwall" würde mir im übrigen gefallen.

Also müssen wir uns mit Migration arrangieren. Wenn wir der Tendenz von türkischen Jugendbanden und "little Istanbul" entgegenwirken wollen, vor denen ja immer wieder gewarnt wird, dann müssen wir anfangen Politik für die Zukunft zu machen!

Wie wäre es also, wir machen die gesamte Ausländerbehörde dicht, schulen die Mitabreiterinnen und Mitarbeiter um zu Integrationshelfern und fangen an vernünftige Sozialpolitik zu betreiben.
Nicht nur für Ausländer sondern für alle Menschen die hier leben.
Hört sich alles nach Umverteilung und kein Mensch ist illegal an?

Linke Spinnerei?
Natürlich bin ich links. Aber ich glaube ein soialer Ansatz an das Thema Migration ist 100 mal realistischer als alle nationalistischen Stammtischparolen, die ansonsten kursieren.
"Keine Mauern - keine Gräben dieser Welt, nicht mal der größte Ozean - sind zu hoch, zu tief, zu weit - wenn dir nichts mehr übrig bleibt"
Migration findet statt, wir müssen entscheiden, wie wir als Gesellschaft reagieren!

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Madmo 20.04.2010, 16:38
113. Rührstück....

Zitat von sysop
Nach zwölf Jahren in Deutschland wurde der Hamburger Wadim S. als Teenager nach Lettland abgeschoben - allein, ohne Sprachkenntnisse, ohne Pass. Immer wieder versuchte er, in die Heimat, die ihn nicht wollte, zurückzukehren. Bis er keinen Ausweg mehr sah.
Dieser Artikel wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.
Die Eltern des Jungen stammen aus der Ukaraine und aus Aserbaidschan, wie wir am Rande erfahren. Wie sie nach Lettland kamen, wird der Spekulation überlassen.
Einmal in Lettland, werden sie in der Folge des Zerfalls der SU nach eigenem empfinden zu "Unerwünschten", "Verfolgten".

Es folgt der Asylantrag in Deutschland, der -vorhersehbar- abgelehnt wird, da offenbat keine stichhaltigen Gründe für politisches Asyl vorliegen.

Statt sofort ausgewiesen zu werden, verlängert sich der Aufenthalt aufgrund der Schwierigkeiten gültige Papiere aufzutreiben -es wird der Eindruck vermittelt, dies allein habe zwölf(!) Jahre gedauert.

Da Lettland mittlerweile nicht mehr in der SU ist, die Eltern aus der Ukraine und Aserbaidschen stammen, zudem kein Lettisch sprechen, verweigert Lettland ersteinmal die Aufnahme.

Wenig beleuchtet wird, welches Land als Rechtsnachfolgerin der SU zur Aufnahme verpflichtet gewesen wäre, warum entsprechende Wege nicht beschritten wurden und wer diese Umstände zu verantworten hat.

Es wird jedoch der Eindruck vermittelt, als läge dies gänzlich in der Verantwortung deutscher Behörden. Die Rolle der Betroffenen, ihrer ursprünglichen Herkunftsländer wird beinahe vollständig unterschlagen.

Während der ausführlich und als überfallartig geschilderten Abschiebung durch deutsche Behörden, verletzen sich die Eltern offenbar massiv selbst -und lassen ihren Sohn in den Händen der deutschen "Abschiebeschergen".

Man kann sagen, ein für Eltern ungewöhnliches Verhalten; es beleuchtet jedoch, wie entschlossen die Eltern waren, in D zu bleiben, wenn sie auch später die -dann illegealen- Besuche des außerdem straffällig gewordenen Sohnes zu unterbinden versuchten, um ihren eigenen Status in D nicht zu gefährden.

Es fragt sich, worin die Gründe für den späteren Suizid des Sohnes zu suchen sind und ob vor diesen familiären Hintergrund nicht auch das Verhalten der Eltern schon vor der eigentlichen Abschiebeodyssee fragwürdig war.

Darüber erfahren wir freilich nichts.

Stattdessen: Jede Menge rührseelige Details, die mehr zur Verschleierung der Umstände beitragen, als zu deren Aufklärung.

Der Artikel ist für mich ein Paradebeispiel von politisch motivierter Desinformation, mit der gezielt gegen aus Autorensicht mißliebiger Zustände in D Stimmung gemacht wird.

Das schlimme ist dabei, dass sich der Eindruck aufdrängt, dass hier nicht aus Unvermögen, sondern bewußt und absichtsvoll einseitig und unvollständig recherchiert wurde.

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onkel_e 20.04.2010, 16:38
114. besser früher als später

Zitat von suum.cuique
Die Entscheidung der Auslaenderbehoerde war richtig, die Abschiebung rechtens. So folgenschwer die die Situation auch fuer den Einzelnen sein mag, es ist Deutschland auch nicht zuzumuten das Sammelbecken aller Gluecksritter und Gestrandeten zu sein. Schliesslich wurde der offensichtliche unbegruendete Asylantrag abgelehnt. Punkt.
Trotz der Tragik dieser Einzelgeschichte stimme ich Ihnen in allen Punkten zu.
Die einzige Frage die sich stellt warum hat es 12 Jahre gedauert bis die Ausweisung durchgeführt wurde / werden konnte. Besser wäre eine umgehende Rückführung gewesen. Vermutlich dann auch mit anderem Verlauf.

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Zorx 20.04.2010, 16:39
115. "Niemand...

Zitat von earthling90
Es ist ökonomisch, menschlich und rechtlich unmöglich die Grenzen dichtzumachen, es sei denn man würde eine Mauer aufbauen. Der Name "Kriminalpräventiver Schutzwall" würde mir im übrigen gefallen.
...hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!"

;-)

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iiha 20.04.2010, 16:39
116. Migranten sind auch Menschen

Es macht mich traurig zu lesen, dass die Deutschen immer noch so unmenschlich über Migranten reden, als seien sie Tiere, die am besten aussterben würden. Die AUsländerbehörde sollte abgeschafft werden, denn sie alleine führt dazu, dass Menschen unglücklich sind und - in diesem Fall - Selbsmord begehen.
Die Kommentare hier bringen alle eine unglaubliche Engstirnigkeit unf einen Provinzialismus zum Ausdruck, der kaum aushaltbar ist. Ihr tut mir alle wirklich leid. Denn die AUsländer sind in diesem Land nicht das Problem, sondern diejenigen, die nicht damit umegehen können, dass diese Menschen sind, wie wir alle, dass sie ein Recht darauf haben glücklich zu sein und dass sie auch ein Recht darauf haben sollen zu entscheiden, wo sie glücklich sein wollen. Und warum nicht in Deutschland?
Schließelich kolonisieren die reichen Deutschen die ganze Welt. Sie geneießen einen Mgrationssluxus und verstehen nicht, das es nicht alle Menschen so einfach haben, sie verachten jene, die nicht reich und "gebildet" sind wie sie. Hier kommt eine Überlegenheit zum AUsdruck, die nicht weit weg von einem rassistisch geprägten Menschenbild ist. Wir sind cool wir haben alle Recht und ihr seid alle blöd und arm und Euch braucehn wir nicht. "Ihr seid ja nicht mal Menschen"
Migranten sind auch Menschen und sie haben ein Recht darauf, dass man ihnen zuhört. Die Gesetze sind für ihre Menschlichkeit aber blind, genauso wir die Nazi Gesetze für die Menschlichkeit der Juden blind waren. Jetzt sind es halt Migranten und Staatenlose.
Mit dem Facebook EIntrag hatte der junge Mann durchaus recht. Die Deutschen leben immer noch in der Vergangenheit und das schlimmste daran ist, dass sie es leugnen.

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drausch 20.04.2010, 16:42
117. Welch ein Unrechtsstaat - Saatgrund für die Anarchie

Ja so ist das deutsche Rechtssystem.

Die kleinen treibt man zum Wahnsinn.
Gleichzeitig belohnt man die Grossen fürs Betrügen, Korrumpieren und Unterschlagen.

Aber das ist auch ein gesellschaftliches Problem:
Wir lassen uns lieber von gierigen Managern übers Ohr hauen, unsere Löhne kürzen oder gar die Arbeitsplätze vernichten, als uns anständigen Ausländern gegenüber tolerant und fair zu verhalten.
Wann begreift man endlich, dass unsere Gerichte und Behörden nicht in der Lage sind oder sein wollen, jeden Einzelfall gerecht zu behandeln. Dann würden solche Tragödien nicht passieren, und stattdessen den wirklichen Verbrechern das Handwerk gelegt.

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mr_supersonic 20.04.2010, 16:42
118. Deutschland....tz

Zitat von sysop
Nach zwölf Jahren in Deutschland wurde der Hamburger Wadim S. als Teenager nach Lettland abgeschoben - allein, ohne Sprachkenntnisse, ohne Pass. Immer wieder versuchte er, in die Heimat, die ihn nicht wollte, zurückzukehren. Bis er keinen Ausweg mehr sah.
Ausländerbehörde nervt einfach nur. Anstelle dass man mal eine Minute sein Gehirn einschaltet, drangsaliert man Menschen, bis die sich freiwillig umbringen. Ist nicht das erste mal. Wie wäre es, wenn man solche "Gesetzeshüter" mal vor das UN-Menschenrechtstribunal steckt?

Ich finde es jedenfalls erbärmlich, dass Menschen hier aufwachsen und dann ohne Sinn und Verstand in "Heimatländer" verschleppt werden, die einfach nicht deren Heimat sind!

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shopgirl1 20.04.2010, 16:44
119. xx

Zitat von Madmo
Dieser Artikel wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Die Eltern des Jungen stammen aus der Ukaraine und aus Aserbaidschan, wie wir am Rande erfahren. Wie sie nach Lettland kamen, wird der Spekulation überlassen. Einmal in Lettland, werden sie in der Folge des Zerfalls der SU nach eigenem empfinden zu "Unerwünschten", "Verfolgten". Es folgt der Asylantrag in Deutschland, der -vorhersehbar- abgelehnt wird, da offenbat keine stichhaltigen Gründe für politisches Asyl vorliegen. Statt sofort ausgewiesen zu werden, verlängert sich der Aufenthalt aufgrund der Schwierigkeiten gültige Papiere aufzutreiben -es wird der Eindruck vermittelt, dies allein habe zwölf(!) Jahre gedauert. Da Lettland mittlerweile nicht mehr in der SU ist, die Eltern aus der Ukraine und Aserbaidschen stammen, zudem kein Lettisch sprechen, verweigert Lettland ersteinmal die Aufnahme. Wenig beleuchtet wird, welches Land als Rechtsnachfolgerin der SU zur Aufnahme verpflichtet gewesen wäre, warum entsprechende Wege nicht beschritten wurden und wer diese Umstände zu verantworten hat. Es wird jedoch der Eindruck vermittelt, als läge dies gänzlich in der Verantwortung deutscher Behörden. Die Rolle der Betroffenen, ihrer ursprünglichen Herkunftsländer wird beinahe vollständig unterschlagen. Während der ausführlich und als überfallartig geschilderten Abschiebung durch deutsche Behörden, verletzen sich die Eltern offenbar massiv selbst -und lassen ihren Sohn in den Händen der deutschen "Abschiebeschergen". Man kann sagen, ein für Eltern ungewöhnliches Verhalten; es beleuchtet jedoch, wie entschlossen die Eltern waren, in D zu bleiben, wenn sie auch später die -dann illegealen- Besuche des außerdem straffällig gewordenen Sohnes zu unterbinden versuchten, um ihren eigenen Status in D nicht zu gefährden. Es fragt sich, worin die Gründe für den späteren Suizid des Sohnes zu suchen sind und ob vor diesen familiären Hintergrund nicht auch das Verhalten der Eltern schon vor der eigentlichen Abschiebeodyssee fragwürdig war. Darüber erfahren wir freilich nichts. Stattdessen: Jede Menge rührseelige Details, die mehr zur Verschleierung der Umstände beitragen, als zu deren Aufklärung. Der Artikel ist für mich ein Paradebeispiel von politisch motivierter Desinformation, mit der gezielt gegen aus Autorensicht mißliebiger Zustände in D Stimmung gemacht wird. Das schlimme ist dabei, dass sich der Eindruck aufdrängt, dass hier nicht aus Unvermögen, sondern bewußt und absichtsvoll einseitig und unvollständig recherchiert wurde.
Bravo, sehr genau analysiert.

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