Forum: Panorama
Sterbehilfe - Wer entscheidet über den Tod?

Der Fall der amerikanischen Wachkoma-Patientin Terry Schiavo entfachte erneut die Diskussion, wann oder ob überhaupt Ärzte oder Gerichte über den Tod eines Menschen entscheiden dürfen. Religiöse und ethische Überzeugungen stehen gegen medizinische Gutachten, nichts befeuert Emotionen mehr als Leiden und die vermeintliche Erlösung davon. Sollte Sterbehilfe generell verboten bleiben? Ist der Wille des Patienten immer maßgeblich? Oder muss intensiver und ganz neu über humane Sterbehilfe nachgedacht werden?

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Softship 28.02.2006, 16:39
1220.

Zitat von M. Michaelis
Sie kommen ständig wieder mit einer reduktionistischen Auffassung.
Sie widersprechen sich selbst in einem Tempo, da kommt kein denkender Mensch mehr mit.
Vielleicht sollten Sie einfach mal (unter Ausschluß der Öffentlichkeit) mit sich selber einig werden:
Entweder ist der Tod das Ende aller Aktivität der Zellen eines Organismus (dann lebt das Organismus in den Körper der Organempfänger weiter, weil ja schließlich 'tote Organe' nicht transplantiert werden)
oder der Tod ist das Ende aller Hirnaktivität des Organismus, weil ohne Hirnaktivität keine Funktion der Selbsterhaltung noch der Fortpflanzung gesteuert werden kann, die Aktivität der eigenen Zellen nicht einmal wahrgenommen werden kann.

Sie sind der jenige der 'ständig wieder mit einer reduktionistischen Auffassung' kommt, denn Sie weigern sich standhaft zu verstehen, dass ein Mensch, dass jedes Tier, mehr ist als nur eine Ansammlung stoffwechselnder Zellen ohne Sinn und Verstand.

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mayday 01.03.2006, 05:00
1221. Tötung?

Zitat von M. Michaelis
Sterbehilfe ist eine Tötungshandlung wenn Dritte dabei aktiv werden müssen.
Wer redet denn von Sterbehilfe oder gar von Dritten?

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arte de la comedia 01.03.2006, 09:39
1222. Wer lesen kann,....

Zitat von mayday
Wer redet denn von Sterbehilfe oder gar von Dritten?
Das ist der Titel dieses Stranges. Ganz einfach, oder?

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Umberto 01.03.2006, 09:53
1223.

Zitat von arte de la comedia
Das ist der Titel dieses Stranges. Ganz einfach, oder?
Aber nicht die Geschichte mit den "Dritten"! Dazu schweigt der "Autor" hartnäckig.

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arte de la comedia 01.03.2006, 10:05
1224.

Zitat von Umberto
Aber nicht die Geschichte mit den "Dritten"! Dazu schweigt der "Autor" hartnäckig.
Nee, er verschweigt den "Zweiten Mann".
Vielleicht lässt er sich ja "rauskitzeln". Wird sicher erhellend.

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M. Michaelis 01.03.2006, 21:49
1225.

Zitat von arte de la comedia
Nee, er verschweigt den "Zweiten Mann". Vielleicht lässt er sich ja "rauskitzeln". Wird sicher erhellend.
Nicht gemeint sind die Dritten.

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adsum 02.03.2006, 08:37
1226. Jesus am Kreuz hat gelitten! Ihre Schwiegermutter muss ihre Schmerzen auch ertragen!

Jesus am Kreuz hat seine Schmerzen auch ertragen, also muss ihre sterbende Schwiegermutter auch ihre Schmerzen ertragen, sagte mir vor 30 Jahren eine Oberin in einem Katholischen Krankenhaus, als ich sie bat, meiner vor Schmerzen wimmernden Schwiegermutter doch Morphin oder ein anderes Schmerzmittel zu verabreichen.

Wir waren von sehr weit angefahren, um die Schwiegermutter, die Darmkrebs und deshalb einen künstlichem Ausgang hatte zu besuchen, weil es ihr sehr schlecht ging. Ein Gespräch war wegen der Schmerzen nicht möglich.

Zuerst dachte ich, jetzt haue ich der Oberin eine auf die rechte Backe und dann auf die linke, weil Jesus gesagt hat, wenn dir jemand auf die linke Backe schlägt, dann halt ihm auch die rechte hin.
Meine Schwiegermutter ist bei vollem Bewusstsein qualvoll gestorben.

So etwas darf nie mehr in meiner Familie vorkommen schwor ich mir, sollte mal jemand sterbenskrank werden und an unerträglichen Schmerzen leiden.

Ich musste meiner fast 100-jährige Mutter als Betreuer schwören, dass ich dafür sorgen müsse, dass sie niemals solche Qualen ertragen müsse, wie meine Schwiegermutter. Wenn nötig sollte ich ihr als Chemiker ein schnell und schmerzlos wirkendes Gift geben, das sie natürlich selbst einnehmen würde, damit ich nicht wegen aktiver Sterbenshilfe ins Gefängnis käme.

Eines Tages kam ein Anruf vom Pflegeheim. Meine Mutter befinde sich in einem präfinalen Zustand. Meine Geschwister und ich setzten uns an ihr Bett. Sie wollte in unserem Beisein sterben. Das war ihr großer Wunsch.
Sie war bei vollem Bewusstsein. Beim Atmen hörte man das Blubbern des Wassers in ihrer Lunge. Plötzlich bekam sie Ertickungsanfälle. Sie erbrach Schleim. Sie drehte ihre Augen heraus und ihr Gesicht lief rot an. Da sagt sie zu mir: Hilf mir! Siehst du nicht, dass ich Angst habe zu ersticken. Ich bekomme keine Luft. Dann sagte sie zu mir. Hast du vergessen, was du mir versprochen hast?

Nun packte mich die Wut. Warum muss jemand im Jahre 2005 bei vollem Bewusstsein den Erstickungstod mitbekommen.
Warum hat der Notarzt meiner Mutter kein Morphin verabreicht, wenn er doch den präfinalen Zustand festgestellt hat, fragte ich die Stationsschwester.

Ja! Er habe gesagt, das weitere Vorgehen solle die behandelnde Ärztin morgen Nachmittag übernehmen.
Jetzt muss geholfen werden! Rufen sie den Notarzt sofort an. Er muss auf der Stelle kommen!
Maulend kam dann der Notarzt an und gab meiner Mutter ein Beruhigungsmittel. Ich weiß nicht, was er ihr verabreicht hat.
Aber die Wirkung setzt sehr schnell ein. Ihre Gesichtszüge entspannten sich und sie schlief friedlich, aber gestorben ist sie nicht. Der Notarzt hatte sich geirrt.
Erst ein Jahr später ist sie friedlich plötzlich während des Frühstücks gestorben. Ich hatte Glück, dass ich ihr doch kein Gift zur Verfügung stellen musste.
adsum

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Goofy 10.03.2006, 16:31
1227. Sterbehilfe pro

Das Thema scheint schon etwasLänger Her zu sein, ich möchte nur etwas hinzufügen:

In der Zeit, in der ich noch im Pflegeheim mein Praktikum/und der Anfang meiner ausbildung gemacht habe, pflegte ich eine Bewohnerin, welche seid 7 Jahren im Wachkoma dort liegt. Sie lebt immer noch kein Zweifel, aber sie ist nicht ansprechbar, sie kann nur noch die augen Bewegen und den Mund zum ERbrechen,Magensonde und Blasenkath.. Ansonsten hat sie eine halbseitige Lähmung und der Rest ist versteift. Sie wird sehr gut gepflegt und gelagert, aber Diese Frau, kann nicht mal mehr sagen wann sie Schmerzen hat und wann nicht. Sie liegt einfach nur da und starrt die Decke an. Sie kann mit keinem Menschen mehr Kontakt aufnehmen, weil sie nicht mal mehr durch Augenzwinkern antworten kann. Über solche Menschen entscheiden Angehörige weil sie nicht Loslassen können. Sie hoffen immer auf Besserung. Aber in diesem Fall tritt nie eine Besserung mehr auf. Warum sollten solche Menschen weiter Leiden ? Nur weil man sich zwingt zu glauben das Leben ist wichtiger und der Tod ist abscheulich?. Leidene Menschen durch unheilbare Krankheit sollten ihre Chance bekommen, zu sagen wann Sie sterben wollen wann sie nicht mehr die Kraft aufbringen ihre Angehörigen Glücklich zu machen.

Sterbehilfe sollte nur eingeführt werden für Todkranke Menschen die nie wieder gesund werden können. Nicht für Menschen die Sehnsucht haben da ist ja auch logisch.

Ärtze sind dafür da Leben zu retten, aber wo soll man ein Leben Retten wenn es sowieso zu ende geht?

Unglaublich ist es auch mit Lebenserhaltene Maßnahmen bei Hirntoten Menschen durch einen Unfall. Diese Maschinen pumpen Sauerstoff in die Lungen, aber davon erwacht kein Mensch mehr. Es heißt nicht umsonst Hirntod.. warum lässt man diese Menschen nicht in Frieden? Weil Angehörige nicht loslassen können weil sie verzweifelt sind, das verstehe ich auch.. ich kam auch schon in solche Situation, aber es ist einfach besser für diesen Menschen wenn man sie Sterben lässt.

es ist erbärmlich wieviele Menschen sich nicht mit dem Tod auseinandersetzen weil sie es entw. nicht können oder nicht wollen, und wenn es daraufankommt bekommt jeder angst!!! Erbärmlich ist es auch, wenn man sich damit auseinandersetzt das man zu Hören bekommt " Haben sie SEhnsucht nach dem tod"?- Wer im Pflegeheim oder Krankenhaus arbeitet hat mit dem Tod zu tun und es schadet nicht sich damit auseinander zu setzen!!!!

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Pawlov's Dog 10.03.2006, 22:52
1228.

Zitat von sysop
Der Fall der amerikanischen Wachkoma-Patientin Terry Schiavo entfachte erneut die Diskussion, wann oder ob überhaupt Ärzte oder Gerichte über den Tod eines Menschen entscheiden dürfen. Religiöse und ethische Überzeugungen stehen gegen medizinische Gutachten, nichts befeuert Emotionen mehr als Leiden und die vermeintliche Erlösung davon. Sollte Sterbehilfe generell verboten bleiben? Ist der Wille des Patienten immer maßgeblich? Oder muss intensiver und ganz neu über humane Sterbehilfe nachgedacht werden?
Wer entscheidet über Leben und Tod?
Gott natürlich, der ja schliesslich auch über die Geburt des Menschen entschieden hat. Für nähere Details müssten sich alle Betroffenen (sei es im Gebet oder in der Meditation) persönlich an Gott wenden. Ich erkläre hiermit aufrichtig, dass mich ich bei diesem Thema,
was Verallgemeinerungen betrifft, hilflos, überfordert und inkompetent fühle und ich hoffe bloss, dass es keine menschlichen "Patentrezepte" (sprich: Gesetze, Verallgemeinerungen und bürokratischen Verordnungen) dazu geben wird, denn die Sterbehilfe ist mindestens ebenso problematisch wie Abtreibung und Geburtenkontrolle.Gäbe es mehr Lebenshilfe, wäre die Sterbehilfe vielleicht weniger ein Problem.
Einige Yogis können bekanntlich den Zeitpunkt ihres Todes genau vorhersagen, ihr Leben beliebig lange verlängern,oder den Zeitpunkt bestimmen, wann sie ihren Körperbewusst verlassen möchten. Aber das ist nur durch einespirituelle Lebenspraxis möglich. Womit wir wiederbei Gott wären.

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M. Michaelis 11.03.2006, 15:18
1229.

Zitat von Pawlov's Dog
Einige Yogis können bekanntlich den Zeitpunkt ihres Todes genau vorhersagen, ihr Leben beliebig lange verlängern,oder den Zeitpunkt bestimmen, wann sie ihren Körperbewusst verlassen möchten. Aber das ist nur durch einespirituelle Lebenspraxis möglich.
Dafür gibt es keinerlei empirsiche Belege. Solches gehört in den Bereich von Glaubensüberzeugungen.

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