Forum: Panorama
Streit zwischen Verdi und der Stadt Berlin: Wann sind verkaufsoffene Sonntage rechtsw
Monika Skolimowska/DPA

Weil die Stadt Berlin wegen Veranstaltungen sonntags die Geschäfte öffnete, klagte die Gewerkschaft Verdi. Nun bekam sie recht - und das könnte bundesweite Folgen haben.

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Otto Müller 06.04.2019, 01:15
60. Meine Freiheit

Zitat von jo126
Was ist an diesem Urteil gut? Deutschland ist und bleibt provinziell. Und sowohl die Kirchen als auch Gewerkschaften wie VERDI sind deutlich zu mächtig.
Also soll jeder Discounter, jede Apotheke, jede Tankstelle 24 Stunden an sieben Tagen geöffnet haben? Soll das auch für den Elektronikfachmarkt, die Öffnung des Beichtstuhls der Kirche oder den Baufachhandel gelten, weil Sie spontan um 03:47 Uhr morgens zwei Eimer Innenfarbe kaufen wollen? Sie sind es doch bestimmt gewohnt, auf einem bestimmten Areal auf dem Großparkplatzes vor Ihrem Discounter zu haltieren. Lassen wir die Beleuchtung brennen, bei der Pfandrückgabe eine Servicekraft arbeiten und bestimmt muss bei Ihrer Sorte Bürger auch der Geschäftsführer im Hause wohnen/leben.
WEIL: "Die Bevormundung freier und mündiger Bürger muss aufhören."
Sie haben ein Verständnisproblem mit dem Begriff "Freiheit".

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ruhuviko 06.04.2019, 01:40
61. Es hat alles mindestens zwei Seiten.

Als Gegenbeispiel für Deutschlands restriktive Ladenöffnungszeiten kenne ich aus meiner zweiten Heimat Tansania, dass Geschäfte an sieben Tagen in der Woche geöffnet sind. Das ist für mich als Käufer von Waren natürlich angenehm. Das Familienleben ist aber hierdurch zusätzlich eingeschränkt: Ein Sonntag nachmittag mit Familie und Freunden ist in den Kreisen von Einzelhändlern nur eingeschränkt möglich.
Aber auch in Deutschland leben nicht nur Familien-Menschen, sondern auch solche Singles, die sich einen guten Zusatzverdienst durch Sonntags- und Nachtzuschläge sehr wohl vorstellen können und die einen wesentlich anderen Lebenshrythmus für sich gefunden haben. Dem wird sich die Gesetzgebung auf Dauer nicht entziehen können.

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heinz.murken 06.04.2019, 01:51
62. Wenn Verdi doch nur

auch beim Lohn der Beschäftigten im Handel so engagiert wäre.
Bei den Öffnungszeiten waren die Gewerkschaften schon vor 30 Jahren lautstark, warum nicht auch bei der Entlohnung?
Aber offensichtlich ist den Beschäftigten im Handel der Sonntag wichtiger.
Ich habe selbst einige Jahre in der Branche verbracht und mich damals schon gewundert, als Gewerkschaften den Mund voll nahmen, sie würden die Liberalisierung der Öffnungszeiten verhindert.
Natürlich hat ein grundsätzlich freier Sonntag was für sich. Ob sich die Zeiten wirklich geändert haben, sollten die Beschäftigten für sich entscheiden. Und nicht nur die Gerichte

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Nachtsegler 06.04.2019, 02:19
63. Es geht nicht nur Arbeitnehmerschutz.

Die Ladenschlussgesetze (seit der Bund- Länderverfassungsreform Ländersache) haben auch den Zweck, kleine, inhabergeführte Läden vor den großen Handelsketten zu schützen, denn die können mit schlecht bezahltem Personal einen Sonntagsverkauf viel leichter stemmen wie der Laden um die Ecke.

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belein 06.04.2019, 02:35
64. öffentliches Interesse?

An jedem verkaufsoffenen Sonntag, an dem ich dachte - ach, das wird ruhig, da kann ich in Ruhe meine Einkäufe tätigen - war es in Gesundbrunnen-Center und Schönhauser Allee Arcaden so voll wie niemals in der Woche. Da zu behaupten, es läge kein "öffentliches Interesse" vor ist ignorant. Diese Richter haben keine Ahnung.

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entsetzt04.09.2015 06.04.2019, 02:58
65. Internethandel sonntags verbieten

Durch den internethandel sind die Geschäfte in ihrer Existenz bedroht

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zynischereuropäer 06.04.2019, 03:41
66.

So wie manche hier den Sonntag zum Tag für Familie und den Herrn hoch stilisieren, müsste ja in Ländern, wo es das antiquierte deutsche Gesetz nicht gibt, direkt das Chaos ausbrechen. Aber - oh Wunder - die Leute schaffen es auch dort Job und Familie unter einen Hut zu bringen, sind dort sogar flexibler (7 Tage zum einteilen statt 6).
Ganz ehrlich, praktisch alle Länder um uns herum schaffen es die Läden auch sonntags offen zu haben ohne das Anarchie ausbricht, warum sollte das hier anders sein? Und nicht jede(r) Verkäufer(in) hat Familie, um die sich natürlich nur am Sonntag gekümmert werden kann. Lasst die Läden sonntags öffnen und die Gewerkschaften die Bedingungen verhandeln, dann passt das schon.
(Wie sehr habe ich es in den Niederlanden genossen auch sonntags einkaufen zu gehen... Kein Stress am We, kein Gedrängeä

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stefangr 06.04.2019, 04:20
67. lächerlich

Als wenn Krankenpfleger, Altenpfleger oder Tankwarte einen freien Sonntag hätten, wie lächerlich. Diese antiquierten Vorschriften gehören längst entsorgt, die Mehrheit der Bevölkerung empfindet sich längst säkular und nutzt den Sonntag nicht mehr als Tag der Ruhe und der Besinnung. Ein Bestandteil der Weimarer Verfassung verbietet angeblich, dass ein Waschsalon, kein Mensch arbeitet darin sondern es herrscht Selbstbedienung, am Sonntag öffnet. Wie toll doch diese Weimarer Verfassung war, sah man am 30.1.1933. Eine Verfassung und ein Ladenöffnungsgesetz müssen elastisch sein, um sich den Gegebenheiten der Zukunft anzupassen. Die wenigsten Verkäuferinnen sind überhaupt bei Verdi organisiert, von dem her vertritt die Gewerkschaft nur eine Minderheit, ebenso verhält es sich mit den Kirchen. Keinem sollte es genommen werden, sich religiösen Aktivitäten hinzugeben, aber eine Mehrheit darf doch darunter nicht leiden. Für viele war der Sonntag einzige Gelegenheit einen Extra-Rabatt zu erhalten, der ihnen sonst verwehrt blieb. Und viele Menschen sind aufgrund der Magerrenten, Löhne auf Mindestlohnniveau darauf angewisen, dass sie an solchen Tagen günstiger einkaufen können. Solche Urteile dienen nur dazu, den Online-Handel, selbst mit Lebensmitteln auszuweiten und die stationären Handel auf Dauer größtenteils ersetzen zu können, die Kaufhaus-Angestellten können davon ein Lied singen. Sie können sich jetzt bei der Gewerkschaft und ihren super verdienenden an der Gewerkschaftsspitze bedanken, dass die restlichen Arbeitsplätze künftig noch schneller wegfallen und/oder noch prekärer werden.

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tjo 06.04.2019, 05:06
68. #shoppingfuture

Das Thema wird sich eh irgendwann erledigt haben. Ein Laden macht nur Sinn, wenn er auf hat. Von daher würde ich dem Einzelhandel empfehlen, mehr in Richtung curated shopping und exhibition zu gehen. Nur gucken und probieren, sich Inspiration holen und dann online bestellen.

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dasfred 06.04.2019, 05:09
69. Gebt den Sonntag endlich frei zum Konsum

Auf Dauer öffnet kein Laden am Sonntag, wenn es sich nicht lohnt. Aber gerade Innenstädte, die für den Tagestouristen interessant sind, können profitieren. Montag sind die Touris wieder weg. Es gibt viele Möglichkeiten, Ausgleich für die Arbeitnehmer zu schaffen. Auch Teilzeitkräfte, die nur am Wochenende arbeiten können und wollen sind denkbar. Niemand redet hier vom Zwang zur Sonntagsöffnung und bei der Struktur im Einzelhandel nimmt mancher gerne die Sonntagszuschläge mit. Jeder begreift, dass ein Restaurant dann am besten läuft, wenn die Menschen Zeit haben. Fachgeschäfte, die sich intensiv um Kunden kümmern, müssen dann schließen. Was nutzt es der Gewerkschaft, wenn sie Sonntagsöffnung verhindert und die Läden von Montag bis Samstag nicht mehr genug einspielen um das Personal dauerhaft zu finanzieren. Amazon und Co. nehmen keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Verkäufer im Einzelhandel. Die wachsen schneller, als die Einsichtsfähigkeit von Gewerkschaften.

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