Forum: Panorama
Studie: Muslime sind besser integriert - aber nicht akzeptiert
Getty Images

In Deutschland leben etwa 4,7 Millionen Muslime. Verglichen mit anderen westeuropäischen Ländern sind sie vor allem auf dem Arbeitsmarkt immer besser integriert - als Nachbarn aber nicht gern gesehen.

Seite 3 von 7
neurobi 24.08.2017, 08:18
20. Schnell noch meinen Senf dazugeben bevor der Thread geschlossen wird.

Ich denke das Problem liegt bei den Muslimen selbst. Sie grenzen sich selbst aus (.z.B. mit dem Kopftuch) und machen sich mit Forderungen an die Mehrheitsgesellschaft oft nicht beliebt.
Bei mir ist die Skepzis gegenüber der Religion vor allem durch die Einstellung bezüglich der Religionsfreiheit gekennzeichnet. Man nimmt diese gerne in Anspruch aber wehe ein Muslim konvertiert zu einer anderen Religion oder wird Atheist.

Auch kann ich einige Ergebnisse auch nicht so ganz glauben. In meiner Jugend waren die Deutschkenntnisse der Kinder und Jugendlichen türkischer Herkunft weit besser als heute, wo im in Deutschland empfangbaren türkischen Fernsehen der ein Oberosmane seine Schäfchen dazu aufruft sich nicht zu integrieren.

Beitrag melden
pepe-b 24.08.2017, 08:20
21. @arghh

Nein, Integration ist eben keine Einbahnstraße. Dazu gehören beide Seiten: die Zuwanderer müssen sich integrieren wollen und die aufnehmende Gesellschaft muss die Integration auch zulassen. Und genau das sagt dieser Artikel unter anderem auch aus. Bei allen Problemen, die es unter den Zuwanderern mit Sicherheit gibt, sind auch die wirklich gut Integrierten nicht AKZEPTIERT. Da können sie unsere gesellschaftlichen Spielregeln akzeptieren wie sie wollen - wenn man im Alltag bei der Job- oder Wohnungssuche oder nachbarschaftlichen Beziehungen diskriminiert wird, dann wird das auch nichts mit der Integration. Wenn sich ein Gutteil der Deutschen abschottet, ist die Entstehung von Parallelgesellschaften eine zwangsläufige Folge und nicht nur einseitige "Schuld" der Zuwanderer.

Beitrag melden
egooist 24.08.2017, 08:27
22. Fragen kostet nichts.

Natürlich habe ich so meine Probleme mit Mitgliedern von Vereinen (Religionsgemeinschaften), die nicht nur vorsintflutliche und verfassungsfeindliche Vereinssatzungen ("heilige Schriften") haben, sondern diese auch noch für nicht verhandelbar halten. So stellen sich mir mitunter folgende Fragen: Warum soll ich es akzeptieren, dass Kinder von klein auf mit Mythen aus eben diesen Vereinssatzungen indoktriniert werden (mit Zuckerbrot = Paradies und Peitsche = Hölle)? Wie kann man da noch von freier Vereinswahl sprechen? Warum soll ich mich damit abfinden, dass unser Staat religiösen Vereinen (steuerliche) Sonderrechte einräumt (Abgabenordnung §51: "(1) Gewährt das Gesetz eine Steuervergünstigung, weil eine Körperschaft ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige oder KIRLICHE Zwecke (steuerbegünstigte Zwecke) verfolgt, ...")? Soll ich mich etwa nicht darüber empören, dass aufgrund von einigen Vereinssatzungen noch immer Genitalverstümmlungen bei Kindern vorgenommen werden? Soll ich es einfach hinnehmen, dass einige Vereine offen die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Frage stellen? Ist es etwa in Ordnung, dass in einigen Vereinen noch immer unreflektiert Moralvorstellungen aus der Bronzezeit gepredigt werden? Finden Sie es nicht auch problematisch, dass nach wie vor religiös motivierte Verschleierungspraktiken ("modest (sittsame) fashion") gepflegt werden? Impliziert diese etwa nicht, dass anders gekleidete Frauen "unsittsam" und ggf. "leicht zu haben" sind? Muss man sich heute schon darüber freuen, wenn viele Vereinsmitglieder ihre Statuten zwar noch immer für göttlich erachten, aber zumindest die abstoßendsten und widersinnigsten Abschnitte zu Metaphern umdeuten? Ist es nicht vielmehr allgemein betrüblich, dass sich in unserer "aufgeklärten Zeit" Menschen (aufgrund von frühkindlicher Indoktrination?!) unsinnigen Regelwerken unterwerfen, ohne diese wenigstens ein einziges Mal zu hinterfragen? Oder anders gefragt: Wie ist möglich, dass (gläubige) Vereinsmitglieder durchaus in der Lage sind, Vereins-ferne Belange im Allgemeinen und die Statuten anderer (religiöser) Vereine im Besonderen kritisch zu betrachten, aber, wenn es um die eigene Satzung geht, kläglich zu versagen? "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?" (Matthaeus 7:3).
Meine Vorschläge daher: Religionsgemeinschaften als das behandeln, was sie sind, Vereine (keine Extrawürste mehr). Einen verpflichtenden konfessionslosen Religionsunterricht, der einen Überblick über alle (gängigen) Religionen (Mythologien) gibt, als eine Art Impfung gegen Indoktrination einführen, damit sich die Kinder später als junge (vernunftbegabte) Erwachsene frei für oder gegen einen Verein entscheiden können.
Dann klappt 's auch mit dem Nachbarn!
... ah ja, man wird ja wohl noch träumen dürfen.
MfG

Beitrag melden
geradsteller 24.08.2017, 08:29
23. Habe/n doch null Problem

Mit muslimischen Nachbarn. Bemerkt man nur kurz, wenn wir zusammen Grillen, verschiedene Fleischsorten, egal. Probleme hätten wir, wenn Religion nach außen zur Schau gestellt wird, wilde Schleier und Co. Das wäre aber nicht nur in diese Richtung so, ginge auch bei "einschienigen" Christen, Polit-hardlinern, Fußball-Ultras, Vegetariern, etc. so. Gelebte Toleranz statt engstirnige Überzeugungen, an die man "glaubt"; hilft allen Seiten.

Beitrag melden
intschutschuna 24.08.2017, 08:47
24. Integration?

Bei uns im Ort (ca. 12000 Einwohner, eher ländlich geprägt aber im Einzugsbereich einer Großstadt) leben relativ wenige Ausländer (ein paar Flüchtlinge/Asylanten und halt ein paar Türken, Griechen, Italiener, die hier leben und arbeiten). Zu den Muslimen: ein türkischer Vater geht im Sommer bei gutem Wetter regelmäßig mit seinen beiden Töchtern ins Freibad. Der Mann und die Kinder sprechen fließend deutsch, man sieht an seiner Kleidung, am Auto, das erfährt, wie er sich ganz allgemein gibt, er hat einen guten Job. Man sieht auch: beide Töchter tragen im Freibad einen Burkini. Sorry. Der Mann kann noch so gut deutsch sprechen, einen noch so tollen gut bezahlten Job haben. Er (und seine Töchter) sind nicht integriert. Punkt.

Beitrag melden
lieutenant 24.08.2017, 08:48
25.

Ich frage mich gerade, wenn 96% aller Muslime sich Deutschland verbunden fühlen, wie kamen die 63% Befürworter des Referendums in der Türkei zustande? Lässt für mich darauf schließen, dass ein großer Teil der Befragten aus anderen Nationen stammen. Ich hätte die Studie vlt doch eher länderspezifisch durchgeführt.

Beitrag melden
fördeanwohner 24.08.2017, 08:49
26. -

Zitat von pascht
Sehr schlecht und das ist unabhängig davon wie sehr integriert oder nicht die Zuwanderer sind. Im Zweifelsfalle integrieren sich dies also nicht, weil es nichts bringt. So sind z.Bsp. die einstigen Zuwanderer deutscher Kultur, Sprache und Abstammung aus Osteuropa, gleich nach dem Krieg als Flüchtlinge, oder später als Spätaussiedler, nicht mehr akzeptiert als Zuwanderer nichtdeutscher Abstammung und Kultur....
Also DAS stimmt einfach nicht. Nach dem Krieg war das so, ja. Meine Eltern haben das genauso erlebt und sind als Kinder massivst diskriminiert und gemobbt worden. Ab Mitte der 50er ändert sich das. Und inzwischen ist das Ganze NULL Thema mehr. Ich kenne auch viele Spätaussiedler, von denen man das gar nicht wüsste, dass sie einen solchen Hintergrund haben, wenn sie es nicht selbst erzählen würden. Genauso kenne ich viele Menschen türkischer Herkunft, die ich nicht als Migranten wahrnehme usw.
Der Punkt, der ja auch im Text erwähnt wird, ist, dass hochreligiöse Muslime es sehr schwer haben. Und so leid es mir tut, aber damit wird man in unserer Gesellschaft nichts werden, und zwar nicht, weil wir etwas gegen Muslime generell hätten, sondern weil eine streng gelebte Religion, egal welche, immer eine selbst auferlegte Grenze darstellt. Es bedeutet, dass man sich selbst abgrenzen will. Wer das nach außen signalisiert, darf sich nicht wundern, wenn er/sie nicht akzeptiert, sondern nur toleriert wird.

Beitrag melden
at.engel 24.08.2017, 08:52
27.

"Muslime, die ihre Religion nicht praktizieren"...?!?
Was heißt hier "ihre Religion" - ich dachte in einer freiheitlichen, aufgeklärten Gesellschaft (Deutschland!?) bestimmt jeder selbst, was "sein Religion" ist oder eben nicht - und wenn es auch gar keine ist.
Wann wird man endlich mal in diesem Land aufhören, Menschen nur nach ihrer Religionszugehörigkeit zu sortieren. Ein Türke oder Araber ist eben nicht per se Muslim - auch wenn die Medien natürlich permanent praktizierende bzw. auch fundamentalistische Muslime "vor die Kamera" holen, wenn sie einen Türken "brauchen" - die anderen kommen nie zu Wort.
Wenn man auch mal öfter bewusst nicht praktizierende Türken, Araber, Schwarze "vor die Kamera" holen würde (gibt es!), würde sich vielleicht auch mal ein differenzierteres Bild ergeben. Es gibt "sogar" praktizierende Muslime (Frauen in diesem Fall), die kein(!) Kopftuch tragen... verkauft sich halt medienmäßig wahrscheinlich schlechter.
Ich weiß, von Japan aus gesehen, sind Europäer auch "alle blond und irgendwie katholisch", aber vielleicht könnten sich deutsche Medien etwas mehr Mühe geben, zumal es ja um Menschen geht, die in diesem Land auch leben.
Kurz, ein "Muslim", der diese Religion nicht praktiziert, ist halt Türke, Sudanese, Araber, Kabyle, Kurde... oder eben Deutscher...

Beitrag melden
fördeanwohner 24.08.2017, 08:58
28. -

Zitat von intschutschuna
Bei uns im Ort (ca. 12000 Einwohner, eher ländlich geprägt aber im Einzugsbereich einer Großstadt) leben relativ wenige Ausländer (ein paar Flüchtlinge/Asylanten und halt ein paar Türken, Griechen, Italiener, die hier leben und arbeiten). Zu den Muslimen: ein türkischer Vater geht im Sommer bei gutem Wetter regelmäßig mit seinen beiden Töchtern ins Freibad. Der Mann und die Kinder sprechen fließend deutsch, man sieht an seiner Kleidung, am Auto, das erfährt, wie er sich ganz allgemein gibt, er hat einen guten Job. Man sieht auch: beide Töchter tragen im Freibad einen Burkini. Sorry. Der Mann kann noch so gut deutsch sprechen, einen noch so tollen gut bezahlten Job haben. Er (und seine Töchter) sind nicht integriert. Punkt.
Weshalb nicht? Nur weil die Töchter einen Burkini tragen? DAS allein kann doch kein Kriterium sein. Wenn sich dieser Vater und seine Töchter sonst ganz "normal" verhalten, sich mit Ihnen übers Wetter unterhalten usw., wären, mit Verlaub, tatsächlich Sie das Problem.
Nebenbei: Jugendliche duschen inzwischen auch nicht mehr nackt voreinander. Die Mädchen aus meiner Klasse, keine Muslimas, haben mir das erzählt. Die hätten garantiert kein Problem damit, wenn eine muslimische Freundin im Burkini gemeinsam mit ihnen baden würde.

Beitrag melden
MarieMm 24.08.2017, 09:02
29. guter Beitrag:

Sehe ich auch so. Vor allem frage ich mich, an was man Integration überhaupt fest macht. Für mich sind eine Arbeitsstelle (egal welcher Art), gute Deutschkenntnisse und hin und wieder ein Kontakt mit anderen Ethnien, Einheimischen etc. keine Leitlinien für eine erfolgreiche Integration, sondern eher der kleinste gemeinsame Nenner eines Zusammenlebens.
Integration beginnt für mich im Ansatz (!) dann, wenn spätestens die 3.Generation der Eingewanderten ihre Kinder mit im eingewanderten Land üblichen Vornamen (wie in unserem Land z.B. Max oder Lena...) benennt und die Kinder heiraten können wenn sie wollen (ohne das Religion, Herkunft etc. hier eine Rolle spielen).
Ich habe mich lange dagegen gewehrt, aber ich denke das eine erfolgreiche Integration nur funktionieren kann, wenn sich die zugewanderten zu einem sehr starken Grad assimilieren. Ich denke das wir das alle akzeptieren müssen, wenn das Ganze auf Dauer funktionieren soll, auch die Einheimischen.
Daher: die Zugewanderten assimilieren sich, ohne Kompromisse. Die Einheimischen nehmen das an und unterstützen diese Assimilation bestmöglich, ohne dabei falsch verstandene Toleranz anzuwenden. Mit Unterstützung meine ich den Zugwanderten wirklich Chancen einzuräumen aber von Ihnen auch Pflichten einzufordern. Sie sollen ihrem Verhalten nach angemessen behandelt werden, aber es sind gleichzeitig keine Abweichungen von unseren Leitlinien zu dulden. Schulen und Kindergärten könnten hier als Erste ansetzen. Vielleicht können auch die Universitäten hier Programme mit entwickeln, zB mit Hilfe der Psychologie oder Soziologie.
Und wer jetzt gleich wieder alles in Frage stellt: Irgendwas Sinnvolles, was uns ALLE wirklich weiter bringt (!), muss langsam mal gemacht werden. Mit Reden und Diskussionen alleine kommen wir nicht weiter. Und so wie bisher kann es auch nicht weitergehen, Ihr seht ja in welche Richtung sich das hin entwickelt.
Schöne Grüsse - ein Assimilierter, der sehr glücklich damit in Deutschland als Deutscher leben kann.

Beitrag melden
Seite 3 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!