Forum: Panorama
Studie über strenge Urteile: "Richter und Staatsanwälte brauchen Orientierung"
DPA

Wo ein Täter verurteilt wird, bestimmt mit über die Höhe der Strafe: Jura-Professor Johannes Kaspar erklärt, woran das liegt - und wie man das Problem lösen könnte.

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new#head 20.10.2018, 21:59
1.

Mehr Orientierung hätte der Richter schon, würde man nicht immer am Höchstmass der Strafe herumbasteln, dafür das Mindeststrafmass heraufsetzen. Auch sollte das Ergebnis einer Tat, also das "Was" im Vordergrund stehen und weniger das
" Warum" . Und wie sollen alle gleich sein vor dem Gesetz, wenn Recht individuell gesprochen wird.

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Paule2016 20.10.2018, 22:14
2. Naja...

Man kann die regionalen Abweichungen als Problem betrachten - muss es aber nicht. Zumal es ohnehin nicht auf einen Gerichtsdurchschnitt vor Ort ankommt, sondern auf den konkreten (gesetzlichen) Richter, auf den man trifft. Dass junge JuristInnen nach mehr Orientierung, also nach möglichst konkreten Preislisten, suchen, anstatt das Gesetz (vor allem Paragraph 46 StGB) selbstbewusst anzuwenden, wirft eher ein fales Licht auf die junge Juristengeneration. Aber es sollen ja lieber andere die Arbeit machen.

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ZyggyStardust 20.10.2018, 22:17
3. Verstehe ich nicht:

"Umfragen haben gezeigt, dass Menschen im Süden Deutschlands sogar niedrigere Erwartungen an die Strafhärte haben als Norddeutsche. Bei der Strafhärte ist es jedoch umgekehrt: Die Urteile im Norden sind härter als im Süden." Wenn die Menschen im Süden niederigere Erwartungen haben, müsste die Umkehrung doch sein, dass die Strafhärte dort höher ist??

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hal5000 20.10.2018, 22:19
4. Nö...

Zitat aus dem Artikel:
"Bei der Strafhärte ist es jedoch umgekehrt: Die Urteile im Norden sind härter als im Süden."
_____________________
Das ist nicht nur genau anders herum lt. Statistik, sondern auch genau anders herum im Textzusammenhang (Süden geringere Erwartungen an die Strafhärte, jedoch tatsächlich höher dort), damit es im Kontext einen Sinn ergibt.

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muttimedial 20.10.2018, 22:29
5. Lächerliches Justizgebaren

schadet unserer Demokratie sogar mehr als den Straftätern.
Konsequentes Durchsetzen von Strafnormen hilft ja nicht nur den eventuell, (meist durch nachsichtiges Urteile provoziert), nachfolgenden potentiellen Opfern - sondern eben auch den Tätern (Überwiegend haben die sicher keinen Drang ewig auf der schiefen Bahn zu bleiben).
Wenn die Resozialierungsmaßnahmen dann seriös und rechtstaalich einwandfrei sind, ist doch alles im Lot

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duisburger25 20.10.2018, 22:34
6.

Leider stellt der Autor nicht die spannende Frage, wieso regionale Unterschiede bei den Strafen überhaupt ein Problem sein sollen. Es ist nun mal der gesetzgeberische Wille nach Strafrahmen und nicht nach festgeschrieben festen Strafen.

Eine staatlich verordnete „Orientierung“ wäre zudem ein Riesen Eingriff in die richterliche Unabhängigkeit. Völlig zu Recht hat sich der Juristentag dagegen entschieden. Auf solche Ideen kann eigentlich nur Herr Reul kommen. Schade, dass sich hier sogar ein Professor dafür her gibt.

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jetbundle 20.10.2018, 22:44
7. Viele Faktoren

Naja, ich denke mal sehr viel hängt auch vom Richter persönlich ab. Nicht nur beim Strafmaß, sondern auch von bei den Anforderungen an die Beweisführung. Der Eine will eine Straftat zweifelsfrei bewiesen haben, der Andere hat einfach keine Zweifel wenn jemand beschuldigt wurde. Und bei Bagatelldelikten hängt auch sehr viel von der Tagesform des Staatsanwalts ab, der ein Verfahren einstellen kann oder durchziehen kann.

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Shismar 20.10.2018, 22:58
8. Weil Bundesgesetze

nun einmal in der gesamten Republik gleich umgesetzt werden sollten. Das ist so offensichtlich, dass es keine Frage wert ist. Erst recht keine spannende.

Der Strafrahmen soll die jeweilige Schwere des Verstoßes würdigen. Nicht die geographische Lage.

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noalk 21.10.2018, 00:26
9. Orientierung kein Eingriff in richterliche Unabhängigkeit

Zitat von duisburger25
... Eine staatlich verordnete Orientierung wäre zudem ein Riesen Eingriff in die richterliche Unabhängigkeit. ...
Der Gesetzgeber gibt mit dem Strafrahmen ja schon eine Orientierung vor, die offensichtlich nicht ausreicht. Nichts hindert ihn daran, diese Orientierung zu präzisieren. Wenn man Ihr Argument gelten lassen würde, wäre jedes Gesetz per se ein Eingriff in die richterliche Unabhängigkeit. Die besagt ja "nur", dass ein Richter nicht wegen eines durch ihn ergangenen Urteils wie auch immer geartete Nachteile erdulden muss - Rechtsbeugung ausgenommen.

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