Forum: Panorama
Studie von Kriminologen: Hohe Dunkelziffer bei Polizeigewalt in Deutschland
Ronald WitteK/ EPA/ REX/Shutterstock

Forscher der Uni Bochum gehen nach Informationen von SPIEGEL und "Kontraste" davon aus: Es gibt gut fünf Mal mehr Fälle widerrechtlicher Gewalt durch Polizisten als bekannt.

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Nandiux 26.07.2019, 20:35
10.

Zitat von recte_faciendo
Vor Wut kann ich leider nicht einmal mehr spöttisch diesen Artikel kommentieren. Ich habe noch nie erlebt, dass Polizisten willkürlich Gewalt oder auch übertriebene Gewalt angewandt haben. Und noch viel weniger werden solche Fälle leise im kleinen Kreis geklärt. Die Gleichgeschaltete Mentalität in diesem Land hat dazu geführt, dass sogar rechtmäßig angewandte Maßnahmen, so auch unmittelbarer Zwang, von Kollegen und vorgesetzten per se kritisch angesehen und teils als solche zu unrecht verfolgt werden! Das ist doch absurd ! Das Gesetz gibt den Polizisten die rechtlichen Möglichkeiten, diese werden genutzt (von wenigen) und die restlichen haben Angst ! Einfach Angst ! Angst wovor ? Das weiß eigentlich keiner, aber schon in der Ausbildung wird jedem eingetrichtert : eigentlich stehst du immer mit einem Bein im Gefängnis! Wieso das so gemacht wird, weiß keiner so genau, aber es glaubt jeder. Und dann werden diese fabulierten Behauptungen und Erhebungen über Medien wie „Der Spiegel“ kolportiert und siehe da: jeder glaubt diesen Bullsh*** und krakelt bei der nächsten erlebten Polizeimaßnahme Zetermordio und „deutsche Polizisten, Mörder und Faschisten“ , und tataaaaa: ZIEL erreicht: entweder die Polizisten sind so eingeschüchtert ob der vermeintlichen Konsequenzen, dass sie die Delinquenten einfach ziehen lassen, was diese natürlich in ihrer Delinquenz umso mehr bestärkt, oder der angewandte Zwang seitens der Polizisten wird so unglaublich verlogen und falsch von den „Zeugen“ dargestellt, dass die Polizisten sich vor den Vorgesetzten (die behördliche Hierarchie hoch und runter) immer wieder erklären müssen, obwohl sie nichts falsch gemacht haben. Gar nichts falsch gemacht. Danke Gesellschaft! Danke Spiegel ! Aber beim nächsten mal, wenn ein Nafri oder sonstiger Unhold in eure Rechte eingreift, wen ruft ihr dann an ??? Wenn bettelt ihr um Hilfe an ??? Denkt mal darüber nach. Und dann überlegt mal, ob ihr lieber deutsche Polizisten arbeiten sehen wollt, oder solch rechtschaffene Beamte aus Mexiko, Brasilien, Kongo oder Afghanistan ???? Denkt mal darüber nach ....
Mit Verlaub, was für ein Unsinn. Der eigene Eindruck ist keine seriöse Quelle. Es wird genügend Menschen geben, die schon übertriebene Polizeigewalt erlebt haben. Und nun? Außerdem glaube ich sofort, dass man einen Polizisten nicht dran bekommt, weil sich die Kollegen gegenseitig decken. Alles schon länger bekannt.

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Chillmalbesser 26.07.2019, 20:40
11. Jahrestag Andre Borchardt

gestern vor 5 Jahren wurde ein damals 33 jähriger ehemaliger Cannabisdealer durch einen Polizisten erschossen.
https://leap-deutschland.de/
auf der Seite von leap Deutschland kann man sich eine Stellungnahme von einem Polizisten durchlesen. Oder der Fall vor 9 Jahren in Bremen, bei dem ein Afrikaner ums Leben kam
https://www.stern.de/panorama/stern-crime/toedlicher-brechmitteleinsatz-in-bremen-protokoll-einer-folter-3022246.html Natürlich gibt es Gewalt durch Polizei, geduldet und wenig verfolgt durch die Behörden. Es kann nicht sein das mit zweierlei Maß gemessen wird.

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quark2@mailinator.com 26.07.2019, 20:44
12.

Dazu hätte man ja eigentlich keine Studie gebraucht, aber es ist gut, daß es sie gibt. Immer da, wo keine wirksame Kontrolle existiert, breitet sich Willkür aus. Dieses gegenseitige Schweigegelübde innerhalb der Polizei ist überhaupt der Anfang vom Ende jeder Korrektheit. Und um die Sache noch schlimmer zu machen, wurden in letzter Zeit diverse zweifelhafte Verschärfungen der Polizeigesetze vorgenommen, so daß die Willkür noch leichter wird. Ich habe Verständnis dafür, daß das ein harter Job ist, aber wenn ausgerechnet diejenigen, die das Recht verteidigen sollen, dieses selbst brechen, dann ist das ein Problem. Es wäre gut, wenn die Polizei besser ausgestattet würde, insb. mit mehr Mitarbeitern, damit der Druck nicht so groß ist. Es wäre aber auch gut, wenn man diesen Mißstand endlich mal wirksam anpacken würde.

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Bernd.Brincken 26.07.2019, 21:02
13. Unabhängig

Zitat von herm16
als Polizist musst du dich bespuken lassen, Schläge einstecken, sich beleidigen lassen vielleicht sollte auch mal berichtet werden dass einige psychisch angegriffen sind. Aber wie immer, die sogenannten Opfer sind wichtiger.
Es geht um die Geschädigten von Polizeigewalt, in jenen Fällen, wo diese Maßnahmen überzogen waren. Das Gewaltmonopol ist ein starkes Mandat - entsprechend präzise muss damit umgegangen werden.

Warum Straftaten wie Bespucken, Schläge oder Beleidigung gegen Beamte nicht geahndet werden, wie Polizeivertreter immer wieder berichten, ist mir auch völlig schleierhaft - wenn man sieht, mit welcher Beharrlichkeit z.B. Parkverstöße oder Fälle wie 'Beim Abbiegen die durchzogene Linie überfahren' verfolgt werden.

So oder so, wir brauchen eine von der Polizei _unabhängige_ Organisation, die das Verhalten der Beamten, auch außerhalb von Gewalt, prüft. Das Problem Arbeitsverweigerung könnte damit auch dokumentiert werden.

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freigeistiger 26.07.2019, 21:40
14. Paradigmenwechsel und falsches Vorbild

In den 1970er Jahren gab es die Idee vom (demokratischen) Bürger in Uniform. Die Uniform war grün-beige. Die Polizeiwagen waren hellgrün. Jetzt sind die Uniformen schwarz. Die Kennzeichnung von Polizisten wurde in NRW wieder abgeschafft. Videoaufnahmen, Bodycams, sind nur Polizisten erlaubt. Als Bürger darf man selber keine Beweismittel sammeln. Die Polizeigesetze sind erheblich verschärft worden. Eine patriarchale Polizei wie aus Familienstrukturen aus dem vorletzten Jahrhundert passt nicht in eine demokratische Gesellschaft. Es zeigen sich Ähnlichkeiten wie bei Clans. Warum machen sie es? Weil sie es können. Es macht Freude Gehässigkeiten und Übergrifflichkeiten gegen Andere. Treppen- und Bahnschubser machen es aus den selben Gründen. Es ist die Freude und der Spaß von Einfachgebildeten. Die heutige Doktrinen heißen Kante zeigen zur De?-Eskalation. Wenn ich Jemanden niederschlage habe ich Ruhe, dann habe ich de?-ekaliert. Von Polizisten kann man lernen, dass Aggressionen, Hinderhältigkeit und Respektlosigkeit Vorteile bringen. Das ist Lernen am Vorbild. Die Polizei befördert die Gewaltspirale nach oben. Der Bürger ist gezwungen, sich gegenüber der Polizei und städtischen Mitarbeitern ebenso zu verhalten um sich vor Übergrifflichkeiten zu schützen. Nur Stärke schützt. Und keine gebildeten Demokraten schreien auf. Aber solange auf der Straße freie Fahrt für mein Auto ist und ich eine gute Netzabdeckung für mein Handy habe ist die Welt in Ordnung. Eine, vermeintlich, „moderne, liberale und progressive“ Gesellschaft.

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ingbeti 26.07.2019, 22:24
15. Am eigenen Leib

habe ich das vor ein paar Jahren erlebt: Als mein Haus brannte und ich die Hausschlüssel der Feuerwehr über geben habe, wurde ich völlig grundlos und überraschend in Handschellen gelegt und über 40 Minuten den zahlreichen Schaulustigen zur Schau gestellt. Meine Strafanzeige wegen Freiheitsberaubung scheiterte daran, dass mangels Namensschilder, Dienstnummer etc. an der Uniform nicht zu ermitteln war, welche der zahlreichen Polizisten vor Ort kriminell geworden waren. Kein Polizist hatte angeblich irgendwas von der Freiheitsberaubung mitbekommen! Und die Staatsanwaltschaft hatte kein Interesse an der Strafverfolgung. Man unternimmt doch nichts gegen seine eigene Hilfsorgane!
"Vorsicht Polizei" hat seit dem für mich eine neue Bedeutung. Und der Polizeistaat ist in der Praxis viel zu oft schon da!!!

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freigeistiger 26.07.2019, 22:44
16. Fehlender, der wichtigstge, Aspekt

Zitat von quark2@mailinator.com
Es wäre gut, wenn die Polizei besser ausgestattet würde, insb. mit mehr Mitarbeitern, damit der Druck nicht so groß ist. Es wäre aber auch gut, wenn man diesen Mißstand endlich mal wirksam anpacken würde.
Die wichtigsten Anforderungen überall sind die persönlichen Kompetenzen der handelnden Personen. Darauf wird viel zu wenig, bis überhaupt nicht, geachtet. Ein Ausbildungszertifkat reicht nicht. Aber wenn bei Führungsmenschen und Einstellungsmenschen die Kompetenzen dafür fehlen, die Wichtigkeit der Persönlichkeit zu erkennen und diese beurteilen zu können, dann wird sich daran nichts ändern. Persönlichkeit ist die Erziehungsleistung der Eltern. das ist, was Bildungsfamilien ausmachen. Nicht der akademische Grad oder das Einkommen. Das kann man in Ausbildungen und Seminaren nur sehr bedingt nachlernen. Der Wissenssatz beschreibt es: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr." Den wichtigsten prägenden Einfluss hätte noch ein gutes Umfeld mit einer guten Unternehmenskultur. Aber das genaue Gegenteil ist bei der Polizei der Fall.

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Ostwestfale 26.07.2019, 23:07
17. Kein Wunder

Es ist in Deutschland schlichtweg so,dass Ermittlungen gegen Polizisten nicht rechtsstaatlich ablaufen.Als es z.B. in Ösrerreich auf der einen Klimademo zu mutmasslicher Polizeigewalt kam,kritisierten auch deutsche Medien,die sonst so gut wie nie über Polizeigewalt berichten,dass es nicht sein könne,dass die Polizei Wien gegen die eigenen Kollegen ermittelt.In Deutschland machen das die Kumpels vom Nachbarrevier.Ich sehe da keinen Unterschied zu den Zuständen in Österreich.In Grossbritannien gibt es eine eigene Behörde,die nichts anderes macht,als Straftaten von Polizisten aufzuklären.So was wird es in Deutschland nie geben.Der Einfluss der Polizeilobby um Rainer Wendt und Co ist viel zu gross und ein Problembewusstsein nicht vorhanden.Nicht ohne Grund raten Anwälte von Opfern von Polizeigewalt oft davon ab,Anzeige zu erstatten,weil es so gut wie unmöglich ist,dass Opfer von Polizeigewalt Recht bekommen.Und hinzukomt,dass diejenigen,diebes wagen,Polizisten anzuzeigen sehr oft Gegenanzeigen kassieren,diese sollte man besser Racheanzeigen nennen.Sie dienen der Einschüchterung und erfüllen ihren Zweck.

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freid 27.07.2019, 05:52
18. Warum gibt es keine polizeiunabhängige Beschwerdebehörde?

Die haben andere EU Länder auch. Selbst Amnesty International hat das Deutschland angeprangert. Beim Fußball ist der Schiri ja auch nicht gleichzeitig ein Spieler.

Ich persönlich habe in meìnen Studentenzeiten teilweise sehr schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht - Unglaublich unfreundlich, herablassend und willkürlich. Einmal wollte ich einen Einbruch in mein altes Auto anzeigen, aber der Polizist wollte die Anzeige nicht entgegen nehmen, da das Auto nir durchwühlt wurde, aber nichts gestohlen. Dies sei keine Straftat.

Ein anderes Mal wurde eine Freundin und ich nachts von 3 Typen körperlich angegangen. Ich rief die Polizei, da liessen sie von uns ab. Der eine Polizist empörte sich, wie wir wegen so einer "Belanglosigkeit" die Polizei rufen könnten.

Seitdem mein Äusseres und mein Auto sich mit Alter und Einkommen weiterentwickelt haben, begegnet mir erstaunlicherweise fie Polizei auch freundlicher.

Dennoch habe ich kaum Vertrauen in die.

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