Forum: Panorama
Taser gefährlicher als vermutet?

Harsche Kritik am Einsatz von Elektroschockern: Laut Amnesty International starben in den vergangenen acht Jahren 334 Menschen bei Taser-Einsätzen der US-Polizei. Muss über den Einsatz von Elekroschockern neu nachgedacht werden?

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debe 16.12.2008, 10:40
10. 334 Tote sind genug!

Zitat von sysop
Harsche Kritik am Einsatz von Elektroschockern: Laut Amnesty International starben in den vergangenen acht Jahren 334 Menschen bei Taser-Einsätzen der US-Polizei. Muss über den Einsatz von Elekroschockern neu nachgedacht werden?
334 Menschenleben sprechen wohl eine deutliche Sprache!
Das Ding hätte niemals als sogenannte "nicht-tödliche-Waffe" zum alltäglichen Einsatz im Poliziedienst zugelassen werden dürfen. Wenn man ihn den benutzen wollte, gehört der Taser ganz klar in die Nähe einer tödlichen Schusswaffe eingeordnet, und dürfte nur nach ähnlichen Bestimmungen benutzt werden.

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Parzival v. d. Dräuen 16.12.2008, 11:05
11.

Zitat von Ruanes
Dass die jemals offiziell zugelassen wurden ist ganz klar ein eklatanter Fehler. Es ist wie üblich, Gefahren verharmlosen und leugnen. Nicht nur das immense Missbrauchspotenzial sollte denkenden Menschen Schauder über den Rücken jagen. Die Polizei muss ausgebildet werden, Gefährdungen durch Personen anders als mit vermeindlich harmlosen Elektroschockern zu begegnen. Gegebenenfalls Warnschuß, Knieschuß...alles möglich, benötigt aber Fertigkeiten und eine Umsicht, die man halt beherrschen und regelmäßig trainieren muss. Die Zulassung solcher Comicwaffen gehört sofort rückgänig gemacht. Die Dunkelziffer können Sie locker mal 300 nehmen, zur Zahl von AI.
300 x 334 = 100.200 Todesfälle. Das ist nicht Ihr ernst, oder?

Zu den anderen Anmerkungen:

Es geht um die Angaben von AI. Der Taser bleibt eine "weniger tödliche Waffe". Eine Alternative zum Schusswaffengebrauch, welcher weitaus mehr lethale Verletzungen bedingt. Bei sachgemässer Ausbildung der Polizisten würde auch die Zahl der Todesfälle bei Taser-Gebrauch sinken. Somit bleibt der Taser die "humanere" Waffe, wenn man nicht mit körperlicher Gewalt, der Überzahl, dem Schlagstock an den Straftäter rankommt. Und es gibt Straftäter, da haben es Polizisten selbst im Rudel schwer, diesen zu bändigen. Dann lieber eine Distanzwaffe, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eben nicht tödlich ist. Gewichtet man die Gesamtzahl der tödlich Verletzten, bezogen auf die Gesamtzahl der jährlich Verhafteten in den USA, dann ist der (nicht eindeutig kausale) Tod von 42 Menschen pro Jahr eine quantité negliable.

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kleiner-moritz 16.12.2008, 11:07
12.

Zitat von debe
334 Menschenleben sprechen wohl eine deutliche Sprache! Das Ding hätte niemals als sogenannte "nicht-tödliche-Waffe" zum alltäglichen Einsatz im Poliziedienst zugelassen werden dürfen. Wenn man ihn den benutzen wollte, gehört der Taser ganz klar in die Nähe einer tödlichen Schusswaffe eingeordnet, und dürfte nur nach ähnlichen Bestimmungen benutzt werden.
Andererseits darf man nicht vergessen, dass man als Polizist in den USA eher davon ausgehen muss, dass sein Gegenüber auch eine Pistole hat und dass es dort Bankenkriminalität in weitaus höherem Maße gibt.

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David Leon 16.12.2008, 11:12
13.

Zitat von Parzival v. d. Dräuen
Was schlägt denn AI als Alternative vor? Gummi-Geschosse, Giftpfeile oder Wattebäusche gar? Natürlich kommen bei eskalativen Festsetzungen durch nahezu jede Waffe Menschen ums Leben.
Und das ist ja auch kein Beinbruch wenn ein paar hundert Amerikaner von Polizisten ins Jenseits befördert werden. Sie hätten ja zuhause bleiben können.

Ausserdem: Bei der Bevölkerungsanzahl in den USA macht das nicht mal ein Promille aus.

Wenn allerdings durch die Polizeiarbeit die US-Bevölkerung dermaßen dezimiert wird, dass der Binnenmarkt gefährdet ist, dann sollte man sich überlegen ob nicht von Fall zu Fall der Strafzettel ein ausreichende Strafe ist bspw für Leute die beim Losfahren nicht in den Rückspiegel schauen.

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debe 16.12.2008, 11:25
14.

Zitat von kleiner-moritz
Andererseits darf man nicht vergessen, dass man als Polizist in den USA eher davon ausgehen muss, dass sein Gegenüber auch eine Pistole hat und dass es dort Bankenkriminalität in weitaus höherem Maße gibt.
Ganz bestimmt ist ein Polizist in den USA einem wesentlich höheren Risiko ausgesetz, auf jemanden zu treffen, der ein Schußwaffe bei sich führt, als ein Polizist in Deutschland.
Abgesehen davon, dass dieses Risiko so gewollt ist, kann das aber nicht rechtfertigen, dass eine potentiell tödliche Waffe schon bei geringem Anlass eingesetzt wird.
Der Taser ist eben nicht ungefährlich und sollte daher erst als allerletzte Stufe vor dem Schußwaffengebrauch eingesetzt werden - immer mit dem Wissen um seine mögliche finale Wirkung. Also nur dann, wenn mildere Mittel nicht mehr einsetzbar sind, um einen gegenwärtigen Angriff abzuwehren. Aber niemals auf Verdacht!

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Hobby-Chirurg 16.12.2008, 11:32
15.

Zitat von Parzival v. d. Dräuen
bezogen auf die Gesamtzahl der jährlich Verhafteten in den USA, dann ist der (nicht eindeutig kausale) Tod von 42 Menschen pro Jahr eine quantité negliable.
Die Law-and-Order-Gewaltfetischisten werden immer dreister - da sind 42
Tote pro Jahr also eine Belanglosigkeit. Leuten Ihres Schlages kann man nur
wünschen, selbst einmal zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein und zum
Kollateralschaden zu werden.

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kleiner-moritz 16.12.2008, 11:50
16.

Zitat von debe
Ganz bestimmt ist ein Polizist in den USA einem wesentlich höheren Risiko ausgesetz, auf jemanden zu treffen, der ein Schußwaffe bei sich führt, als ein Polizist in Deutschland. Abgesehen davon, dass dieses.....
Zustimmung!

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SpieFo 16.12.2008, 11:52
17. Im Nachhineine wäre mir ein Taser lieber gewesen

Ich halte die zum Teil scharfe Kritik am Tasereinsatz in den USA für nicht gerechtfertigt.
Eine kurze Frage:
Wer von den ach so "Betroffenen" im Forum war schon einmal in Deutschland einer direkten
Bedrohung durch eine persönlich auf ihn gerichteten Polizeiwaffe ausgesetzt?

Im Ausland wurde ich einmal von einem Sicherheitsmann bei einer militärischen Zugangskontrolle durch eine
auf mich gerichtete "Pumpgun" zum Aussteigen aus dem Auto "aufgefordert",
beim zweiten Mal wurde ich von einem Polizisten durch ein angedeutetes Ziehen seines
Dienstrevolvers zum Ende der Diskussion "aufgefordert".
Beim ersten Vorfall hatte ich nach einer halben Stunde einen Nervenzusammenbruch.
Aber vom weichen Sesssel in der warmen Wohnung lässt es sich ja bequem diskutieren und kritisieren.
Ich bitte um Antworten. Danke.

AI bezieht sich auf Vorfälle #in den USA# (die wir ja alle aus persönlicher Erfahrung
viel besser beurteilen können).
Leider haben die USA eben zwei dunkle Seiten:
Die eine ist die der ungezügelten Gewalt der Verbrecher,
auf der anderen die der Wut der Polizeibeamten.

Die Polizei dort hat sicher eine ganz andere "Lebenserfahrung" als wir deutschen Sesselpupser.
Ich möchte nicht in der Haut eines US-Streifenpolizisten stecken,
der es täglich mit durchgeknallten Gangstern zu tun hat.

Ein Beispiel:
Nehmt mal eine frische Chilischote(Thai oder Habanero) und reibt sie euch in die Augen.
Wie lange seid ihr "ausser Gefecht"?
OK, Ein Vorfall - bei Youtube einsehbar - zeigt den Versuch eines US-Polizisten,
einen aufmüpfigen Delinquenten mit 2 (zwei) Dosen Pfefferspray ausser Gefecht zu setzen,
was ihm nicht gelang. Sein Gegner reagierte nicht im Geringsten auf das Spray;
der war so unter Drogen, daß sein Schmerzempfinden ausgeschaltet war
(was auch von deutschen Schlägern zunehmend beliebter wird).

Da nimmt so ein Polizist doch lieber einen Taser und hält sich die Jungs buchstäblich "vom Leibe".

Ich bedaure natürlich die Unglücklichen, die dabei zu Tode kommen, keine Frage.
Ich finde auch, daß die beteiligten Einsatzkräfte auch zur Verantwortung gezogen werden müssen,
aber das muss dann eine objektive Untersuchungskommission beurteilen, nicht ich im warmen Büro.

PS: Ich züchte Thai-Chili, deren Ausdünstung alleine mir beim Schneiden die Augenlider
ca. 20. Minuten anschwellen läßt, ebenso die Nasenschleimhäute.
Wehe, ich reibe mir die Augen mit einem Finger, mit dem ich die Schote gehalten hatte...

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microsoftie 16.12.2008, 12:11
18. Faser statt Taser

Will man jetzt der Polizei in USA, die fuer einen geringen Lohn taeglich ihr Leben aufs Spiel setzt, jetzt auch noch entwaffnen?

Ich wuenschte, es wuerde in Deutschland nicht nur verklaerte Weicheier geben, sondern auch noch ein paar Realisten.

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Petra Raab 16.12.2008, 12:14
19.

Zitat von sysop
Harsche Kritik am Einsatz von Elektroschockern: Laut Amnesty International starben in den vergangenen acht Jahren 334 Menschen bei Taser-Einsätzen der US-Polizei. Muss über den Einsatz von Elekroschockern neu nachgedacht werden?
Taser sind absolut Menschenverachtend, mehr muss man
dazu eigentlich nicht mehr sagen!

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