Forum: Panorama
Taufliste aus Berlin-Mitte: "So heißt also die Gentrifizierung"
DPA

Ich taufe dich auf den Namen... - und was darauf in einer Gemeinde in Berlin-Mitte folgte, sorgt im Netz für Gesprächsstoff. Grund sind so klanghafte Namen wie Frederick Theodor Heinrich oder Leonore Anna Maria Chiara Helena.

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thelma&louise 28.12.2014, 01:01
100. Namen

Zu der Neiddebatte möchte ich mich gar nicht äußern, aber zu den Namen. Ständig wird hier beklagt, dass Kinder aus bildungsfernen Familien es schwer hätten, den sozialen Aufstieg zu schaffen. Die größte Schuld daran trägt nicht die Gesellschaft, nicht einmal das Bildungssystem. Die schlimmste Gefahr für die Zukunft der Kinder sind die Eltern, es fängt mit der Namensgebung an. Vielleicht brauchen wir eine Kevin-Quote in den Dax-Vorständen? Vielleicht wäre ein ehrliches Wort der Mitmenschen an alle, die ihrem unschuldigen Baby mit "Schantal" das Leben schwer machen wollen, ein Ansatz? Klar, dazu gehört viel Zivilcourage. Vielleicht sollte man auch nicht ständig so tun, als ob Armut oder erfolglos ein grundsätzlich Zeichen besserer Menschen seien. Wenn man Erwachsenen und Kindern ständig einredet, dass wohlhabende Menschen böse seien, braucht man sich nicht zu wundern, dass das Kind keinen sozialen Aufstieg anstreben. Da muss man als Kind die Perspektivlosigkeit leben. Schade für Kevin, Schantal, Mandy und all ihre Freunde.

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koldskaalselsker 28.12.2014, 01:56
101.

Zitat von Axel Schön
Vielleicht sollte man überlegen ein staatliches Programm aufzulegen, dass es Mietern einfacher macht, statt den Wohnraum, den sie nutzen, zu mieten, ihn durch die monatlichen Zahlungen allmählich in Wohneigentum zu wandeln. Und, dass ihnen durch staatliche Unterstützung ermöglicht wird, ihren so allmählich in Eigentum übergehenden Wohnraum selbst zu sanieren. Damit würde man den Investoren, die aus Wohnraum nur Profit ziehen wollen, das Wasser abgraben. Das wäre mal ein wirklich zukunftsweisendes, soziales Projekt. Na, welche Partei will sich das vielleicht auf die Fahnen schreiben??!?
Genau dieses System gibt es in Dänemark bereits und es heißt "Andelsbolig". Tatsächlich scheinen die profitorientierten Investoren dort ein bisschen weniger dominant zu sein als in Deutschland. Das "Problem" der Gentrifizierung gibt es in Kopenhagen allerdings trotz dieses Systems genauso wie in Berlin. Die Dominanz der Andelsboliger bringt sogar auch seine Probleme mit sich: so ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit in Kopenhagen eine Mietwohnung im klassischem Sinne zu finden, was vor allem ein rieseiges Problem für Studenten ist, die in der Regel noch nicht sesshaft werden wollen und es für sie noch schwieriger ist bezahlbaren Wohnraum zu finden als in den großen deutschen Städten.

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gribofsky 28.12.2014, 02:01
102. Neid von sog.

Das sind die Namen der Europaabgeordneten der FDP:
Alexander Graf von Lambsdorff (1:0 für den Schreiber des Artikels), Gesine Meißner und Michael Theurer.
Sorry, lieber Schreiberling, aber bis auf den Graf haben die anderen ganz normale Namen, was soll also das FDP Bashing in dem Artikel?

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"Armenhaus" 28.12.2014, 02:35
103. SPON_Journaille vs. Tauflisten .-

Man kann bei SPON nur noch ungläubig den Kopf schütteln - Was bitte hat die Gentrifizierung mit den
den Tauflisten der Kirche zu tun ??! - Genau -nichts!

Die Gentrifizierung von Beriln -Mitte nahm Ende 2009 richtig fahrt auf als iimmer mehr "Menschen" in Europa
merkten dass mit dem wertlosen "Euro" und der einhergehenden Inflation ihr Erspartes den Bach heunter
floß - Die Folge war ein Run auf Immobilien wie z.Bsp.in B._Mitte, welche nun mit dauerhaft hohen ( teils teueren ) Mieten teil-oder selbstfinanziert werden.-
Selbst mein griechischer Nachbar ist der Ansicht seine
zwei Immobilien in der Kastanienallee waren das beste
was man gg. diese "Geldpolitik" ala EU untenehmen konnte. ( Und er fährt mit seinen Mieteinnahmen, praktisch ein zweites ( dringend benötigtes) Gehalt ein)

Zur besseren Recherche bei Eigentümerwechsel - fragen sie einfach bei der Berliner MieterGemeinschaft e.V. oder
beim Grundbuchamt nach ..-

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honkeytonk 28.12.2014, 02:53
104. in

Wäre es ein Stanley Hope-Skyler geworden. Klingt für mich genauso schräg. Ich habe wirklich Mitleid mit den kleinen, die Schulzeit wird richtig richtig mies für die. Außer -Gott behüte uns- die Kinder haben alle solche komischen Namen.

Ps: die kleine Freya Luise Apollonia wird übrigens falsch geschrieben. Die nordische Göttin schreibt man Freyja

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Greetings 28.12.2014, 04:20
105. Nee nee, das Problem ist schon die Gentrifizierung

Zitat von vbhfgdl
ist nicht die sog. "Gentrifizierung" als Konsequenz der Sanierung ehemals heruntergekommener Wohnquartiere. Das Problem ist die unsägliche Namensgebung, an der die Kinder für den Rest ihres Lebens zu tragen haben. Das passiert, wenn Kinder zu einem Luxusgut verkommen, mit dem die stolzen Erzeuger auf der Heckklappe ihrer Vehikel angeben: "Finn Luca an Bord" u. dgl. Es gibt übrigens einen famosen Aufkleber: "Keine Kinder mit blöden Namen an Bord."
Die Namensgebung betrifft nur einzelne, für die es wahrscheinlich gar kein Problem darstellt.

Die Gentrifizierung betrifft ungleich viel mehr Menschen, die auch mit einem wohlklingenden Namen nicht besser dastehen, weil das Geld langsam knapp wird.

Das ist ein Problem.

BTW: Die Fraktion "Kindernamen auf der Heckklappe" gehört nicht zu den Gewinnern der Gentrifizierung, wie ihr Namesbeispiel vorzüglich belegt.

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Greetings 28.12.2014, 04:28
106. Eine andere Lösung, anstatt nur zu jammern, wäre es...

...Genossenschaften zu gründen, und sich so gemeinsam der Herausforderung zu stellen. Gemeinsam lässtt sich viel mehr erreichen, als wenn alle vor sich hinwurschteln.

Also, organisiert euch und stellt etwas gemeinsam auf die Beine, damit ihr nicht zu den Verlierern gehört.

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Greetings 28.12.2014, 04:31
107. Das Adelige bezieht sich wohl eher auf die Familiennamen

Zitat von Mastermason
Mein Sohn heißt Theodor Franz (Theodor aufgrund der Bedeutung, Franz aufgrund der Tatsache, dass jeder männliche Erstgeborene in unserer Familie diesen Namen bekommt). Ich selbst habe drei klassische deutsche Vornamen. Meine Frage an den Autor: Bin ich etwa adelig und wusste es nur noch nicht?
Obwohl hier nicht vergessen werden sollte, dass es keinen Adel in Deutschland gibt!

Nichts einreden lassen!

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Greetings 28.12.2014, 04:54
108. So sieht es aus.

Zitat von tweet4fun
Geschichte ist ein Schulfach, das leider immer wieder unterschätzt wird. Da kann man nämlich auch lernen, wie der Wohnungsbau in Deutschland verlief. Der erste massenhafte Wohnungsbau begann schon im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung. Ende des 19.Jahrhunderts wurden die Häuser gebaut, um die es in den heutigen Diskussionen oft noch geht. Diese Häuser wurden schon damals gezielt für eine Gentrifizierung gebaut, das heißt daß zuerst Fabrikarbeiter für wenig Miete in die Wohnungen einzogen zum "Trockenwohnen". Nach den ersten 2 bis 3 Jahren wurden diese Mieter, wenn sie nicht an Tuberkulose gestorben sind, verdrängt vom Mittelstand, der eine weit höhere Miete bezahlen konnte (Gentrifizierungsstufe 1). Die Arbeiter zogen dann in die nächsten "Mietskasernen" zum Trockenwohnen ein. Und so weiter. Für massenhaften Ersatzwohnraum war mehr oder weniger immer gesorgt. Die Gentrifizierung brummte auch! Während des Dritten Reiches entstand dann der eigentliche "soziale Wohnungsbau". Eine Wohnraumnot gab es kaum noch, und die alten Häuser wurden von der Mittel- bis Oberschicht bewohnt. Die Gentrifizierung wurde dadurch erhalten. Nach dem 2. Weltkrieg zogen die verarmten Mitbürger dann wieder in die vom Krieg verschonten Altbauten aus der Zeit der Jahrhundertwende und davor ein. Es entstand die 2. Welle des sozialen Wohnungsbaus. Und langsam fielen die alten Stadtteile mit den Altbauten wieder der Gentrifizierung zum Opfer. Heute ist es allerdings so, daß genügend Ersatzwohnraum kaum noch geschaffen wird. Einen sozialen Wohnungsbau gibt es nicht mehr. Dafür hat der aufkeimende Neoliberalismus (oder auch Thatcherismus - eine Lieblingsidee der Kanzlerin) nachhaltig und "alternativlos" gesorgt. Dennoch brummt die Gentrifizierung, nun aber die Stufe 2 durch Umwandlung in Eigentum. Es ist also kein Wunder, wenn die Menschen langsam verdrossen sind und auf die Barrikaden gehen. Auch diese Entwicklung kann man schon im Schulfach Geschichte lernen - wenn man aufpasst.
Ein Blick zurück in die Gescichte ist in der Tat meistens hilfreich. Man kann häufig langfristigere Trends erkennen und nachvollziehen.

Mal ganz anders gefragt:

Erwartet hier wirklich jemand, dass der Innenstadtbereich der Hauptstadt der stärksten Wirtschaftsmacht Europas billig bleibt?

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edelspamer 28.12.2014, 07:31
109. ...

Meine Kinder heissen Alexander und Katharina. Punkt.

Kinder werden irgendwann gross und stark und dann gibts für die 2m langen Namen Kloppe. In der Schule werden die Kids eh gehänselt.

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