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Tebartz-van-Elst-Skandal: Kanzlerin Merkel warnt vor großer Belastung für Kirche
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Die Kritik am Skandalbischof Tebartz-van Elst reißt nicht ab. Die scheidende Grünen-Chefin Roth kritisierte die "Prunksucht" des Klerikers. Bundeskanzlerin Merkel verfolgt die Entwicklung mit Sorge: Die Situation in Limburg sei eine große Belastung für die katholische Kirche.

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tomatosoup 14.10.2013, 13:26
20. Die Bundeskanzlerin muss Kritik üben

Wenn der Caritas und anderen sozialen kirchlichen Organisationen das Geld ausgeht, müssen Bund und Länder einspringen. Da empfiehlt sich sehr wohl ein Wink nach Rom. Ob die Bundeskanzlerin protestantisch oder puritanisch oder buddhistisch ist, ist in diesem Zusammenhang ohne Belang.

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spon-facebook-10000115491 14.10.2013, 13:27
21. Große Belastung für die Regierung

Wer wie Frau Merkel in einem Prachtbau sitzt, der über 200 Millionen Euro Steuergelder gekostet hat, weiß natürlich wie sich das anfühlt der Buhmann zu sein. Und dass es in Deutschland eine ganze Menge Leute gibt, die das als Belastung für die Regierung sehen, weiß die gute Frau wohl auch. Sie sollte dem Herren Tebartz-van Elst doch einfach raten, wie man sich entspannt verhält: Dröge Mine, Hände falten und es über sich ergehen lassen und dann einfach alle Jubeljahre den Satz rausholen: "Das ist die beste Kirche, die Deutschland je hatte!" und alles wird gut.

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klingsor68 14.10.2013, 13:28
22. Lustig, ...

... wer da jetzt noch alles seinen Senf dazugibt. Man gewinnt aus manchen Äußerungen auch den Eindruck, wenn der Bischof nach dem Amtsantritt von Franziskus (Armut! Demut!) schnell alles noch einmal radikal umgeplant hätte, und wenn nach dem Abriss des ganzen Komplexes (nochmal 20 Mio., macht aber nix) jetzt als Neubau ein kunstvoll verkommener Kuhstall stünde, wäre alles in Ordnung. Hauptsache, keine "Prunksucht". Dem Bistum Rottenburg-Stuttgart wirft solches anscheinend niemand vor, die haben die 40 Mio. für ihre Hütte halt von Anfang an richtig „kommuniziert". Dass der Freistaat Bayern dem Kardinal Marx das Palais aufwendig renoviert, lässt keinen Vorwurf der „Prunksucht" aufkommen. Das Problem des Bischofs ist nicht Prunksucht, sondern systematische Verschleierung und bewusste Täuschung. Da sollten unsere Empörungspolitiker mit Kritik ganz vorsichtig sein. Und auch die staatlichen Empörer werden sich hüten, in letzter Konsequenz mal das Thema Staatsfinanzierung für die beiden größten deutschen Esoterik-Vereine auf den Tisch zu bringen. Verlogenheit allenthalben.

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rm.consultant 14.10.2013, 13:29
23. Die Kirche als Institution ist am Ende, nicht die Spiritualität

Was da abgeht ist unerträglich. Der Widerspruch zwischen einer religiösen Ethik und der Lebensführung dieses Mannes ist nicht mehr mit Worten fassbar.
Durch das moderne Gottesbild, das durch die exakten Wissenschaften zunehmend geprägt wird, zeigt es sich, dass die Kirchen als Institution eine absterbende
Form darstellt. Gott sei Dank!Jedoch das Innere der Kirchen sind Orte, die die Stille einfangen.Hier kann man eins werden mit Gott.Diese Horde von geistigen Würdenträgern kann nicht mehr ernst genommen werden.

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wurzer 14.10.2013, 13:32
24. Katholische Kirche

Wer einmal das vatikanische Museum besucht hat, weiß Bescheid über den Reichtum der katholischen Kirche.
Wenn nun ein Bischof sich dieses Reichtums bedient, ist das eigentlich gar nicht so verwerflich.
Unbegreiflich ist aber für
mich, dass wir Steuerzahler das Gehalt für diese Herrschaften bezahlen müssen.
Da sollte die Politik endlich einmal eingreifen.

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tweet4fun 14.10.2013, 13:32
25. Kirchensteuer ist nur ein Teil des Ganzen.

Zitat von saopaulo
in diesem Zusammenhang sollte die sog. Kirchensteuer mal wieder überdacht werden. Auch in diesem Fall sind wir in Deutschland anderer Meinung als das übrige Europa bzw. die meisten Länder weltweit. Nicht ohne Grund sind die Kirchen in Deutschland die reichsten.In anderen Ländern müssen sie etwas dafür tun, angefangen vom Priester/Pfarrer bis zum Bischoff
Vor allem sollte über die Staatskirchenverträge nachgedacht werden, aufgrund derer die Kirchen hunderte von Millionen Steuergelder erhalten unabhängig von den Kirchensteuern der Mitglieder! Nur traut sich keine Partei an dieses Thema heran.

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Bücherwurm33 14.10.2013, 13:35
26. Die Kirche und unser Geld (1)

"Wissen Sie, was das größte Problem der Kirche in Deutschland ist? Sie hat zu viel Geld."
(Joseph Kardinal Ratzinger in einem Interview mit dem Philosophen Robert Spaemann, zit. nach Die Welt, 29.9.2011)

Deutschlands Kirchen erhalten aus der Staatskasse jährlich rund 19 Milliarden Euro.

Neben der Kirchensteuer gibt es aber auch seit über zwei Jahrhunderten eine direkte Finanzierung durch den Staat: Durch den Reichsdeputationshauptschluß im Jahre 1803 wurden die geistlichen Fürstentümer größtenteils aufgelöst, um damit weltliche Fürsten zu entschädigen. Der im Zuge der Säkularisierung / Enteignung von ehemaligen kaiserlichen Lehen vereinbarte Ausgleich ist insofern eine deutsche Besonderheit, als sich der Staat verpflichtete, künftig teilweise für die Gehälter der Geistlichen aufzukommen, und zwar ohne zeitliche Begrenzung. Die Diskussion, ob die Kirchen tatsächlich entschädigungsberechtigt waren und ob nicht nach über 200 Jahren nicht bereits eine Überkompensation stattgefunden hat, hält, auch angesichts der zunehmenden Säkularisierung der Bevölkerung, an. In vielen Verträgen verpflichten sich die Bundesländer, den Kirchen Staatsleistungen zu zahlen. Insgesamt 459 Millionen Euro (Süddeutsche 28.07.2010) löhnen die Steuerzahler für Uhren, Glocken und Orgeln, für Pfarrer und Mesner. So entschädigt der Staat für die Enteignung kirchlicher Besitztümer vor allem durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803. Allein 2013 zahlen die Bundesländer 480 Millionen Euro an die Kirchen. Das sind keine Kirchensteuern – sondern Ersatzzahlungen für die Säkularisation im 19. Jahrhundert.
Fast alle Bundesländer zahlen jährliche "Dotationen" an die Kirche. Daraus werden dann beispielsweise die Gehälter von Bischöfen, Priestern und Vikaren bezahlt. Völlig unabhängig von der Kirchensteuer - und aus Steuergeldern.

Gegenleistungen für konkrete Tätigkeiten der Kirche:
Für manche kirchliche Amtshandlungen sind, je nach dem jeweiligen Kirchenrecht, Gebühren zu entrichten, die sog. Stolgebühren. Daneben können Entgelte für die Benutzung kirchlicher Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser, Sozialstationen usw. anfallen. Auch Teilnehmerbeiträge, zum Beispiel an Kinder- oder Jugendfreizeiten, können anfallen.
Die Kirchensteuer beruht auf dem nach wie vor gültigen Reichskonkordat von 1933, auf Bestimmungen des Grundgesetzes und neuerer Länderkonkordate. Zu den wichtigsten Staatsleistungen gehören z.B. Bauzuschüsse für kirchliche Gebäude (Kirchenbaulast) oder Dotationen (Zuschüsse für die Personalausgaben). Die aktuellen Zahlungen dieser positiven Staatsleistungen werden in den jeweiligen Länderhaushalten ausgewiesen. Dabei wird diese Art der Finanzierung der Kirchen in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert

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Bücherwurm33 14.10.2013, 13:36
27. Die Kirche und unser Geld (2)

Großzügiger Staat:
Die Kirche muss keine Steuern zahlen

Die Kirche muss keine Steuern zahlen. Dabei ist sie das reichste Unternehmen der Republik. Sogar von der Kirchensteuer, die von den Gläubigen eingetrieben wird, werden weniger als 10% für soziale Zwecke ausgegeben. Wäre sonst ja auch schade um das schöne Geld! Zumal man ja noch den Staat hat, der die Kosten in kirchlichen Sozialeinrichtungen wie kirchlichen Kindergärten, kirchlichen Krankenhäusern usw. oftmals zu über 90% finanziert. Da kann man doch weiter den Reichtum anhäufen. Experten schätzen das Gesamtvermögen der Kirche allein in Deutschland auf fast eine halbe Billion Euro. Da könnte man schon einigen Familien und Flüchtlingen helfen.
Die Kirche ist der größte Grundbesitzer der westlichen Welt. In Deutschland ist die Kirche mit 8,25 Milliarden qm größter Grundbesitzer.

Darüber hinaus fließen den Kirchen (häufig, aber nicht zwingend von Seiten ihrer Mitglieder) freiwillige Kollekten und Spenden zu, oft für Einzelprojekte wie Neubauten, Renovierungen oder größere Investitionen. Haus- und Straßensammlungen (etwa im Rahmen der Opferwoche) für das Diakonische Werk sind ebenfalls zulässig und üblich. In den letzten Jahren hat auch das so genannte Fundraising (gezieltes Einwerben von Spenden) für Kirchengemeinden vor allem in ev. Landeskirchen an Bedeutung zugenommen. Auch Vermächtnisse oder Erbschaften werden mitunter zugewandt.
Der Staat zahlt für die Bereitstellung bestimmter Angebote, etwa Kindergärten oder kirchlicher Fachhochschulen (ca. 0,56 Mrd. €/Jahr), Zuschüsse. Hierzu gehört auch die Vergütung für den Religionsunterricht, wenn er anstatt durch den Staat durch kirchliche Amtsträger erteilt wird. Hinzu kommen Zuschüsse für die Seelsorge an öffentlichen Einrichtungen (Militär, Polizei, Gefängnis, Anstalten, ca. 66 Mio. €/Jahr).


http://www.spiegel.de/politik/deutschland/neue-berechnungen-staat-stuetzt-kirchen-mit-milliarden-a-727683.html

Mehr Artikel, Infos und Links unter:
http://www.theologe.de/kirchensubventionen_stopp.htm

http://www.denk-mit.info/kirche/jederrafftwaserkann.html

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blücher 14.10.2013, 13:37
28. Tebartz van-Elst Skandal

Die Kirche baut für Jahrhunderte aus Tradition. Siehe Petersdom und Kölner Dom. Legt man die Kosten von Limburg von 40 mio auf 500 Jahre um, sind das schlappe 8 mio je 100 Jahre oder jährlich 80.000,--
Billig gebaut nach heutigen Maßstäben !
Zitat eines bekannten Politikers:" Es ist dem gemeinen Untertan nicht erlaubt, den Maßstab seiner beschränkten Einsichten an das Handeln der Obrigkeit zu legen" Leider in unserer Volks-Demokratie ein unbekanntes Wort.

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100815 14.10.2013, 13:37
29. andere Verein ähnliche Strucktur

Im Unionsverein sind in Personalunion viele Katoliken. Gut möglich das die Einschläge durchschlagen.
Als Katolischer Politiker würde ich mir ganz genau überlegen ob und wie Stellung beziehe. Eigendlich bleibt nur der persönliche Gang zum Amtsgericht.
Die Kirchen treten auch als Arbeitgeber eines Tendenzbetriebes auf. Insbensonders die Katolische Kirche weis selbst kleine verfehlungen hart zu strafen. Da ist nichts mit beichten da ist vor allen Dingen büßen angesagt.

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