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Teure Straßensanierung: Wir zahlen, ihr fahrt
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Tausende Pendler nutzen täglich die Schölischer Straße in Stade. Bei der Sanierung der Fahrbahn aber sollen 150 Anwohner mitzahlen - manche bis zu 100.000 Euro. Ein Lehrstück über Bürokratie.

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klauspeterstuder 15.07.2017, 09:46
60. Fast richtig

Zitat von der_gärtner13
Selbstverständlich! Der kundige Eigentümer informiert sich über so etwas. Denn der kundige Eigentümer weiß, dass Immobilien und Grundstückseigentum zu Reinvestitionskosten verpflichtet. Eine absehbare Sanierung der Straße ist beim Kauf genau so bei der Preisfindung zu berücksichtigen, wie ob die Heizung letztes Jahr rein kam oder 25 Jahren.
Eine absehbare Sanierung. Was ist das? Die Städte lassen ihre Substanz doch absichtlich verfallen, um dann die Anwohner zur Kasse bitten zu können. Für Reparaturen ist die Kommune zuständig, nicht der Anwohner. Reparaturen kosten Geld. Der Stadt. Bei Sanierungen kann man den Anwohner in den Ruin treiben. Absichtlich und gezielt. Wenn die Stadt in den letzten Jahren keine Reparaturmaßnahmen durchgeführt hatte, dann muss die Stadt zahlen. Nicht der Anwohner. Es ist mir eh schleierhaft, warum Anwohner für das städtische Eigentum zahlen soll. Richtig wäre, wenn schon den schon, ein monatlicher Beitrag. Aber da muss auch die Funktion der Straße berücksichtigt werden. Reine Anwohnerstraße oder Durchgangsstraße.

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airelag 15.07.2017, 09:48
61. Weniger bunte Schildchen basteln

... dann bleibt auch mehr übrig zum bezahlen seiner Verpflichtungen.
Jeder, der dort gekauft hat, wusste das er eines Tages zur Kasse gebeten wird. Selbst schuld, wenn man dafür nicht zurückgelegt hat.

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kumi-ori 15.07.2017, 09:49
62.

Zitat von spon_3511963
Aber der Michel hält sich fein raus und denkt was geht mich das an ich bin nicht betroffen.
Was soll jetzt diese Bemerkung?

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Plasmabruzzler 15.07.2017, 09:54
63.

Zitat von mwroer
Die Straße wurde erst später in den Besitz der Kommune überführt. Als die meisten Anwohner ihr Haus da gebaut haben oder gekauft haben war es eine Kreisstraße und damit mit wesentlich weniger Kosten behaftet für die Anwohner.
Wesentlich weniger bedeutet aber immer noch, dass es nicht kostenlos wird. Eine Straße hat vor 50 Jahren auch weniger gekostet als heute. Darauf beruft sich ja auch niemand und verlangt Preise wie aus den 1960er Jahren.

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gordokoch 15.07.2017, 09:55
64. Mieter ausgenommen

Strassen sind zur allgemeinen Benutzung freigegeben. Daraus ergibt sich für mich, das der Staat, durch welche Instanz auch immer, für die Pflege zuständig ist. Und natürlich auch für die Gesamtkosten. In Delligsen, meine Heimat, werden Strassen saniert, wenn es Zuschüsse vom Land und vom Bund gibt. Allerdings werden diese Zuschüsse lediglich dazu verwendet, den Gemeindeanteil abzudecken. Die Gemeinde zahlt am Ende NULL und die Grundstückseigentümer den ruinösen Rest.
Ich frage mich auch, ob Mieter einer Wohnung eigentlich eine Strasse benutzen dürfen, die sie nicht anteilig mitfinanziert haben. Die Kosten umlegen darf man als Vermieter nicht!
Strassen sind Allgemeingut und deren Finanzierung sollte nicht von der Zuordnung zur Gemeinde, Kreis oder Land abhängig sein. Gleiche Rechte bedeuten auch gleiche Pflichten.

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der_gärtner13 15.07.2017, 09:58
65.

Zitat von mwroer
Der Grundstückswert für ein Wohngrundstück an einer viel befahrenen und damit lauten bzw. für Kinder nicht ungefährlichen Straße steigt wenn noch mehr Autos und Lastwagen da drüber fahren können?
Natürlich steigt der eher.

Halten Sie sich doch mal nicht an der Horrorzahl aus der Überschrift fest, die wegen besonderen Umständen rechnerisch so hoch ist
(ein Baulandbesitzer und zwei Hotels).

Der durchschnittliche Beitrag liegt bei Grundstücken von 500-1000qm , also dem "ländlichen Wohngrundstück", wie er auch da im Schnitt vorliegt, liegt bei 4000-7000€.

Dafür steht das Haus dann in Zukunft an einer neuen Straße, die nebenbei noch

-sicherer wird durch den Ersatz einer Kreuzung mit einem Kreisverkehr (Reduzierung von Konfliktpunkten auf der Kreuzung!)

- Fahrradwege bekommt, also auch hier den Lebenskomfort und die Sicherheit der Anwohner (Stichwort Kinder, Schulweg etc) erhöht

Sie glauben, dass Sie bei einem Verkauf dann auf den 5000€ sitzen bleiben?

Ich sage dass Sie bei einer Immobilienbewertung mit 1,6 km neuer Straße mit Radweg, reduziertem Lärmpegel (Stichwort abrollen) und schönem Kreisverkehr anstatt 1,6 km scheppernde Buckelpiste und LSA Kreuzung, die 5000€ 2-3 mal rausbekommen.

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Plasmabruzzler 15.07.2017, 09:59
66.

Zitat von klauspeterstuder
Bei Sanierungen kann man den Anwohner in den Ruin treiben. Absichtlich und gezielt.
Warum sollte das Ziel der Stadt oder der Kommune sein? Wer dort nicht wohnt, zahlt dort keine Steuern. Das wäre doch absurd.
Recht gebe ich Ihnen, dass die Stadt die Straße hat verkommen lassen, statt sie zeitnah zu ertüchtigen. Aber das Problem kann hier kein Forist lösen, da hätten die Anwohner eher auf die Barrikaden gehen müssen.

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Ge-spiegelt 15.07.2017, 09:59
67. Deutschland können sich Viele nicht mehr leisten

Es gibt ja Rentner, die in billigere Länder ziehen, ziehen müssen.
Irgendjemand muß die Infrastruktur bezahlen. In diesem Fall kann man nicht nur die Anlieger belasten, da es eine Durchgangsstraße ist und die Gemeinde schuld ist als sie die Straße vom Kreis übernommen hat. Lesson learned : Eigentum verpflichtet und kostet. Und es wird immer mehr kosten. In Baden Württemberg haben wir ein anderes Straßen Finanzierungsmodell , dafür wird man gezwungen Energie zu sparen um das Weltklima zu retten, koste es was es wolle.

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Plasmabruzzler 15.07.2017, 10:01
68.

Zitat von gordokoch
In Delligsen, meine Heimat, werden Strassen saniert, wenn es Zuschüsse vom Land und vom Bund gibt. Allerdings werden diese Zuschüsse lediglich dazu verwendet, den Gemeindeanteil abzudecken. Die Gemeinde zahlt am Ende NULL und die Grundstückseigentümer den ruinösen Rest.
Niemand ist gezwungen, dort hin zu ziehen. Und wenn dort niemand mehr wohnen möchte, wird sich die Gemeinde auch mal überlegen, ob sie die Kosten so aufteilt wie sie es jetzt tut oder die Gemeinde für künftige Anwohner attraktiver macht.

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kumi-ori 15.07.2017, 10:01
69.

Zitat von furorteutonikus
Der Betrag ist analog zur Grundstücksgröße festgelegt. Er kann auch seitens der Stadt gestundet werden, wird oft so gemacht. Letztlich ist der Ausbau eine Erschließung die den Grundstückswert anhebt.
Das ist doch Quatsch. Ich kann mir das nur so erklären, dass ein guter Freund des Bürgermeisters ein Straßenbauunternehmen besitzt. 100.000 Euro sind fast zwei Nettto-Jahreseinkommen. Welche vernünftige Mensch würde zwie Jahre lang arbeiten, nur damit er eine schöne Asphlatdecke hat. Drei LKW drüber gedonnert, und alles ist wieder hin. Da hebt auch nichts den Grundstückwert. Wenn ich ein Haus kaufen würde, dann würde ich bei einer schönen neuen makellosen Asphaltdecke sofort befürchten, dass sich da jeden Abend die Berufspendler stauen. Neinein, liebe Schölischer, jagt Euren Bürgermeister lieber zum Teufel (in Hamburg habt Ihr ja gesehn, wie das geht), stellt vor dem Schlagloch ein Tempo-30-Schild auf, und leistet Euch mit dem Geld was Besseres

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