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Teure Straßensanierung: Wir zahlen, ihr fahrt
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Tausende Pendler nutzen täglich die Schölischer Straße in Stade. Bei der Sanierung der Fahrbahn aber sollen 150 Anwohner mitzahlen - manche bis zu 100.000 Euro. Ein Lehrstück über Bürokratie.

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kranger 15.07.2017, 10:03
70. Grundstückswert???

Zitat von furorteutonikus
Der Betrag ist analog zur Grundstücksgröße festgelegt. Er kann auch seitens der Stadt gestundet werden, wird oft so gemacht. Letztlich ist der Ausbau eine Erschließung die den Grundstückswert anhebt.
Was bringt jemandem, der nicht vorhat ein Haus zu verkaufen, sondern darin WOHNT irgendeine fiktive Anhebung des Grundstückswertes...

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purple 15.07.2017, 10:06
71.

Zitat von der_gärtner13
Selbstverständlich! Der kundige Eigentümer informiert sich über so etwas. Denn der kundige Eigentümer weiß, dass Immobilien und Grundstückseigentum zu Reinvestitionskosten verpflichtet. Eine absehbare Sanierung der Straße ist beim Kauf genau so bei der Preisfindung zu berücksichtigen, wie ob die Heizung letztes Jahr rein kam oder 25 Jahren.
Eher umgekehrt. Eine sanierte Straße zieht potentiell neuen Verkehr an - und damit wird das Anwesen WENIGER wert.

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olli0816 15.07.2017, 10:07
72. Viele Empörte hier

Es ist doch allgemein bekannt, dass man als Grundstücksbesitzer an den Kosten der Straßensanierung beteiligt wird. Zu dem beschriebenen Fall möchte ich nur soweit was schreiben, dass die Anwohner natürlich die Straße mitbenutzen. Wie sollen sie denn sonst an ihr Grundstück gelangen? Zum anderen werden sie unzählige andere Straßen auch nutzen, wo andere Eigentümer die Straße mitfinanzieren.

Natürlich sind das hohe Summen, obwohl sie nur einen kleinere Teil der Gesamtkosten ausmachen, diese Straße zu sanieren. Aber es ist durchaus legtim und gesetzlich verankert, dass dies zu den Verpflichtungen eines Eigentümers zählt. Was viele nicht beachten: Mit einer Immobilie erwerbe ich Eigentum und bin dafür verantwortlich. Das ist genauso wie wenn ich im Winter bei Schnee schippen muß und den Weg streue. Oder wie es hier vor kurzem bei uns war, dass der Baum zu stark gewachsen ist und man bitte die Äste vor einem Verkehrsschild komplett zu kappen hätte, damit man es wieder sieht.

Kauf eines Hauses ist eine Lifestyleentscheidung. Es liegt auch an mir, mich vorher zu erkundigen, was alles auf mich zukommen kann. Machen natürlich viele nicht. Die Debatte ist in dem geschilderten Fall sowieso scheinheilig. Jahrzehntelang hat es niemanden gestört, dass diese Straße verfällt und keine Kosten auf den einzelnen zukommen. Irgendwann ist es halt mal soweit. Mit der Methode sind die Anlieger sogar günstiger davon gekommen, als wenn diese Straße in den letzten 50 Jahren dreimal saniert worden wäre. Ich sehe insgesamt wenig Chancen, dass hier die Anlieger um die Beträge herum kommen. Die Rechtslage ist eindeutig und ich finde sie auch nicht falsch. In Großstädten kann man darüber sprechen, aber auch hier ist dem eher wegen Wahlkampf nachgegeben worden. Die Frage, die sich die Empörten stellen sollten wäre: was würde ich denn ohne Straße zu meinen Grundstück machen? Eben.

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Fonso 15.07.2017, 10:08
73. Das Problem, wie immer,...

Es sind BEAMTE, die hier das Sagen haben.

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kuac 15.07.2017, 10:11
74.

Pech für die Bewohner. Ich gehe davon aus, dass dort sich kein Haus oder keine Wohnung eines Politikers befindet.

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Plasmabruzzler 15.07.2017, 10:13
75.

Zitat von purple
Eher umgekehrt. Eine sanierte Straße zieht potentiell neuen Verkehr an - und damit wird das Anwesen WENIGER wert.
Als ob jeder Autofahrer sich erst nach dem Zustand der Straße erkundigen würde, bevor er diese befährt. Ihre These ist doch arg weit hergeholt. Außerdem wird durch die geplante Umsetzung der Verkehr entschleunigt und insgesamt sicherer.

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Stäffelesrutscher 15.07.2017, 10:14
76.

Wenn Autofahrer über Radfahrer herziehen, dann lese ich immer wieder deren Argument, sie würden doch Steuern bezahlen und deswegen gehöre die Straße ihnen.

Dann müsste doch die Sanierung dieser Straße komplett aus Steuergeldern bezahlt werden können, oder?

* Ironie aus. *

Wer entscheidet eigentlich, in welcher Form diese Straße saniert werden soll und welchen Standard sie haben soll? Wir reden hier von einer kleinen Dorfstraße!

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Achmuth_I 15.07.2017, 10:19
77. Na ja...

Zitat von Plasmabruzzler
Wesentlich weniger bedeutet aber immer noch, dass es nicht kostenlos wird. Eine Straße hat vor 50 Jahren auch weniger gekostet als heute. Darauf beruft sich ja auch niemand und verlangt Preise wie aus den 1960er Jahren.
Also, ob ich die Straßensanierung bezahle oder nur meinen Anteil an Bürgersteig und Licht ist schon ein deutlicher Unterschied.

Was ich komisch finde, ist, dass ganz klar zwischen Stadt und Bewohnern unterschieden wird.

Bar jeder Ahnung gehe ich mal davon aus, dass auch damals einige stolz wie nachbars Lumpi waren, dass die Straße jetzt nicht mehr dem Kreis sondern einem selbst gehörte. Andere wird es gegeben haben die haben das wohl etwas differenziierter gesehen.

Heute sind sich aber alle die Shcilde malen darüber einig, dass es anders besser war. Jedenfalls so lange bis man irgendwo wieder selbst de großen Max geben kann.

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Krokodilstreichler 15.07.2017, 10:21
78. Politikverdrossenheit

Und da wundert man sich, dass mehr und mehr Politikverdrossenheit in der Bevölkerung vorherrscht. Im Grunde sieht man hier doch, wie wenig Deutschland wirklich im Westen angekommen ist, auch wenn Winkler anderes behauptet. Das Bürgerrecht auf Eigentum wird nicht beachtet, schlimmer noch, der Staat erfüllt nicht einmal mehr die Aufgaben eines Laissez-Faire-Staates, der ja neben den Schutz des Eigentums auch die Sicherheit garantieren sollte, aber beides tut der Staat nicht.

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kumi-ori 15.07.2017, 10:22
79.

Zitat von der_gärtner13
Das einzige, was hier ein bisschen ungünstig gelaufen ist ist, dass die Anwohner wohl nicht richtig in der Planfeststellung einbezogen waren.
Ich denke, konkret ist hier schief gelaufen, dass die Gemeinde die Straße überhaupt gekauft hat. Was versprach sie sich davon? Und wer, denkt die Gemeinde, hat eben mal so 100.000 Euro übrig? Das istt für die allermeisten Leute der Ruin. Und wie kommt man überhaupt für eine Straßenteerung auf diese Summe? Wird dort Blatttgold ausgewalzt?

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