Forum: Panorama
TGV-Unglück nahe Straßburg: Schnellzug entgleist und stürzt von Brücke
REUTERS

Ein TGV-Schnellzug ist nahe Straßburg entgleist und von einer Brücke in einen Fluss gestürzt. Dabei kamen offenbar mindestens fünf Menschen ums Leben.

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metastabil 14.11.2015, 19:12
10.

Zitat von scsimodo
Nicht der Motor an jeder Achse ist das Problem, sondern dass die Achsen nicht zwischen den Waggons sitzen. Das war der Grund für den verheerenden "Zieharmonikaeffekt" in Eschede. Frankreich und der TGV haben das schon vor 30 Jahren erkannt und richtig gemacht.
Das Verhindern eines Ziehharmonikaeffekts war mitnichten der Grund für den Einsatz von Jakobsdrehgestellen. Viel wichtiger ist der Gewichtsvorteil dieser Drehgestelle, denn mit diesen spart man sich beim Bau des Zuges pro zwei Wagen ein Drehgestell. Drehgestelle gehören mit zu den schwersten Komponenten eines Zugs. Allerdings hätten Jakobsdrehgestelle das Unglück von Enschede nicht unbedingt glimpflicher ausgehen lassen. Auch mit diesen Drehgestellen wäre der Zug bei 200 km/h vor der Brücke entgleist und mit dem Brückenpfeiler kollidiert.

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Robert_Rostock 14.11.2015, 19:20
11.

Zitat von scsimodo
Nicht der Motor an jeder Achse ist das Problem, sondern dass die Achsen nicht zwischen den Waggons sitzen. Das war der Grund für den verheerenden "Zieharmonikaeffekt" in Eschede. Frankreich und der TGV haben das schon vor 30 Jahren erkannt und richtig gemacht.
Genau. Wenn beim TGV eine Straßenbrücke auf den Zug fällt, dann passiert da überhaupt nix. Der schüttelt sich kurz und fährt weiter. Wenn sich beim TGV eine Weiche unter dem Zug umstellt, passiert auch nichts.

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Robert_Rostock 14.11.2015, 19:28
12.

Zitat von derweise
Nicht der TGV! Beim ICE 3 ist an jeder Achse ein Motor. Ein absoluter Unsinn!
Ich würde wirklich gerne wissen, wie Sie das begründen wollen, und was das mit dem Unfall zu tun hat.

Und warum der Nachfolger des TGV, der AGV (eingesetzt in Italien) ebenfalls Antriebe über die gesamte Zuglänge verteilt hat. Ebenso wie die meisten japanischen und chinesischen Hochgeschwindigkeitszüge.

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Saturn48 14.11.2015, 19:47
13. Toll

solche Fachleute werden gebraucht bitte bewerben höchst Löhne werden ausbezahlt

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Scheidungskind 14.11.2015, 20:26
14.

Zitat von laberbacke08/15
Nach Eschede hatten französische "Experten" gesagt, dass soetwas bei Ihnen nicht möglich sei, beim TGV teilen sich je 2 Wagen ein Drehgestell er kann also schwer zur Ziehharmonika werden, dafür ist es aber wie hier offenbar passiert wahrscheinlicher, dass gleich alle Wagen entgleisen wenn es einer tut.
Das Unglück geschah am Ende des neuen Teilstücks der Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV est, wo die Züge wieder in die Altstrecke einfädeln und nur noch 120 fahren dürfen - sind ein paar enge Kurven dort. So weit, wie die Waggons von der Strecke weggeflogen sind, muss der Zug deutlich zu schnell gewesen sein. Die Strecke wird erst in einem Jahr eröffnet, das Zugsicherungssystem war entweder noch nicht aktiviert oder funktioniert hier noch nicht zuverlässig, wenn der Zug nicht rechtzeitig zwangsgebremst wurde. Ich nehme mal an, die Experten werden nun auch sagen, dass solch ein Unfall nicht mehr möglich sein wird, wenn die Stecke in den planmässigen Betrieb eingebunden sei wird. Hilft den Toten zwar leider nichts mehr, aber diese dürften um das erhöhte Risiko solcher Testfahrten gewusst haben.

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beob_achter 14.11.2015, 21:41
15. Techniker und Ingenieure

gehen normalerweise kein sinnloses Risiko ein.

Vielleicht hatten sie den Auftrag, die Grenzen zu testen - dann sollte man eine Strecke wählen, bei der man nicht von einer Brücke fallen kann.
Ich vermute Material- oder Wartungsfehler, und wenn's ganz schlimm kommt, daß jemand "sparen" wollte.

Wir werden es erfahren.

Mit Mitgefühl gilt den Familien der Opfer - auch in diesem tragischen Fall.R

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ijf 14.11.2015, 21:42
16. ZEHN tote Unfallopfer!

Und in diesem Forum wird nur über tchn Unterschiede zwischen ICEs, TGVs und AGV diskutiert - ernsthaft? Die eigentliche Tragödie hinter dem Unfalldrama ist doch, dass die Opfer dieses Unglücks und deren Angehörige überhaupt nicht wahrgenommen werden in der Öffentlichkeit - sie verschwinden unter den - bislang - 127 Toten von Paris... die Angehörigen dieser 10 Opfer hier haben mein aufrichtiges Mitgefühl.

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Karbonator 14.11.2015, 22:06
17.

Zitat von Robert_Rostock
Genau. Wenn beim TGV eine Straßenbrücke auf den Zug fällt, dann passiert da überhaupt nix. Der schüttelt sich kurz und fährt weiter. Wenn sich beim TGV eine Weiche unter dem Zug umstellt, passiert auch nichts.
Der Gedanke bei dem Vergleich ist, daß sich beim TGV bauartbedingt die Waggons in gewisser Weise gegenständig stabilisieren - weil der gesamt Zug "steifer" wirkt, wenn ich das mal so nennen darf.

Die Brücke bei Eschede ist nicht einfach so auf den Zug gestürzt, sondern wurde durch den dritten Wagen getroffen und zum Einsturz gebracht - vermutlich wäre das mit dem TGV eben nicht passiert, weil hier nicht einzelne Wagen derart quergeschleudert worden wären. Ob eine Entgleisung aufgrund fehlerhafter Teile eingetreten wäre - weiß ich nicht. Aber wenn, dann wäre sie relativ wahrhscheinlich anders ausgefallen. Und damit hätten - wieder nur vermutlich - weniger Menschen sterben müssen.

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trompetenmann 15.11.2015, 09:55
18. Mein Beileid an die Angehörigen.

Furchtbar, das ganze.
Ich vermute mal, dass menschliches Versagen die Ursache des Unglücks ist. Aber das wird sicher ermittelt werden. So tragisch das Unglück dein mag, aber Sinn und Zweck von Testfahrten ist es auch, solche Gefahren zu identifizieren und präventive Maßnahmen zu finden. Dass dabei allerdings 10 Menschen sterben müssen, ist schrecklich.
Zum Thema Antrieb an allen Achsen: ich vermute, dass dadurch auch eine bessere Bremswirkung erreicht werden kann, weil jeder Wagen mittels Wirbelstrombremse zusätzlich zur mechanischen Bremse gebremst werden kann. Aber wie gesagt, nur eine Vermutung.

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Robert_Rostock 15.11.2015, 10:04
19.

Zitat von Karbonator
Der Gedanke bei dem Vergleich ist, daß sich beim TGV bauartbedingt die Waggons in gewisser Weise gegenständig stabilisieren - weil der gesamt Zug "steifer" wirkt, wenn ich das mal so nennen darf. Die Brücke bei Eschede ist nicht einfach so auf den Zug gestürzt, sondern wurde durch den dritten Wagen getroffen und zum Einsturz gebracht - vermutlich wäre das mit dem TGV eben nicht passiert, weil hier nicht einzelne Wagen derart quergeschleudert worden wären. Ob eine Entgleisung aufgrund fehlerhafter Teile eingetreten wäre - weiß ich nicht. Aber wenn, dann wäre sie relativ wahrhscheinlich anders ausgefallen. Und damit hätten - wieder nur vermutlich - weniger Menschen sterben müssen.
"Die Brücke bei Eschede ist nicht einfach so auf den Zug gestürzt, sondern wurde durch den dritten Wagen getroffen und zum Einsturz gebracht - vermutlich wäre das mit dem TGV eben nicht passiert, weil hier nicht einzelne Wagen derart quergeschleudert worden wären. "

In Eschede hat sich unter dem Zug eine Weiche umgestellt. Folge war, dass der vordere Teil des Zuges (bis zum vorderen Drehgestell des dritten Wagens) weiter auf dem richtigen Gleis weiterfuhr, der hintere Teil des Zuges auf dem zweiten Streckengleis. Und zwischen diesen Gleisen war die Stütze der Straßenbrücke.
Das wäre meiner Meinung nach mit Jacobs-Drehgestellen wie beim TGV genauso passiert.

Eine der Folgerungen aus Eschede war demzufolge, dass das Streckennetz der Bahn auf solche Stellen untersucht wurde: Wo vor Brückenstützen eine Weichenverbindung ist. Dass diese Stellen "entschärft" wurden. Dass solche Konstellationen zukünftig nicht mehr geplantz werden sollen. Dass massenhaft vorhandene Brückenpfeiler verstärkt wurden. Dass verschärfte Anforderungen für Überbauten von Bahnanlagen gelten.
Es war keine Folgerung aus Eschede, dass "normale" Drehgestelle verboten wurden, Jacobs-Drehgestelle vorgeschrieben wurden.

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