Forum: Panorama
Tier macht Sachen: Eichhörnchen verfolgt Frau - Polizei greift ein
DPA/ Polizei Recklinghausen

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alterfranke 15.07.2015, 19:57
10.

@karlbe

"[...]Aufgrund der Tatsache, dass besonders junge Eichhörnchen, wenn sie in großer Not sind, auch am Menschen hochklettern bzw. ihm hinterher laufen, wird oft befürchtet, diese Tiere könnten mit Tollwut infiziert sein.
Die Furcht vor Tollwut ist bei Eichhörnchen unbegründet.[...]"
-> rauskopiert aus
http://eichhoernchen-notruf.com/erste-hilfe/tollwut/

Die Polizisten verhielten sich also völlig korrekt und halfen Gott sei Dank dem armen Eichhörnchen.
Also, bitte helfen, wenn sich ein Eichhörnchen so verhält und nicht links liegen lassen.

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johann.doov 15.07.2015, 20:08
11.

Tollwut ist eine Mäusekramkheit

Tollwut ist bei den Mäusen häufig. Füchse und Marder (auch Katzen!) können infiziert werden, wenn sie auf der Jagd von einer kranken Maus gebissen werden.
Deshalb sollte man seine Haustiere impfen lassen.
Sollte man von einem Tier gebissen werden, das Tollwut haben könnte (extreme Agressivität, Schaum vorm Maul...), dann sollte man sich sofort dagegen impfen lassen. Das ist nicht mehr so unangenehm wie früher und sichert das Überleben!
Gefahr besteht übrigens auch bei Fledermäusen. Wer von einer gebissen wird, muss sofort zum Arzt.
Bitte aber dran denken: Vorsicht braucht keine Panikattacke, nur konsequentes Handeln.

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SirTurbo 15.07.2015, 20:46
12.

Krass... Ein Eichkatzerl wäre nun wirklich kein Tier daß ich nicht versorgen würde...
Niedliche Viecher.
Die Frage wäre für mich nur ob man da nen Haustier draus machen kann oder ob es notwendig wäre den offiziellen Weg zu gehen;)
Aber generell erst mal aufnehmen, dann mit einer Hand das Smartphone raus und nachschlagen. Oder nach Hause und da nachschlagen, meist hat man ja Möglichkeiten dem Tier erstmal eine Notversorgung angedeihen zu lassen. Danach ggfls zum Fachpersonal.
Das einzige Problem falls Wiederauswildern: Wann und wo? Wir haben hier zwar Grün in der Vorstadt - aber auch einen Haufen Katzen. Ich mag Eichhörnchen deutlich mehr als Katzen, aber ich glaube es wäre nicht ok alle Katzen umzubringen nur um ein einzelnes Eichhörnchen zu beschützen^^

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johann.doov 15.07.2015, 21:09
13. Nein!

Zitat von SirTurbo
Krass... Ein Eichkatzerl wäre nun wirklich kein Tier daß ich nicht versorgen würde... Niedliche Viecher. Die Frage wäre für mich nur ob man da nen Haustier draus machen kann oder ob es notwendig wäre den offiziellen Weg zu gehen;) (...)
Die Habitate von Menschen und Eichhörnchen überschneiden sich schon ziemlich lange. Trotzdem hat man die Eichhörnchen bislang nicht domestiziert. Das wird seine Gründe haben.
Ich habe aber schon von Menschen gehört, die es probiert haben und am Ende ist das Eichhörnchen dann immer ausgezogen. Es scheint also auch daran zu liegen, dass die Eichhörnchen nicht ausreichend Vorteile darin sehen, mit Menschen zusammen zu leben.

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SabineHäberle 15.07.2015, 22:05
14.

Zitat von johann.doov
Tollwut ist eine Mäusekramkheit Tollwut ist bei den Mäusen häufig. Füchse und Marder (auch Katzen!) können infiziert werden, wenn sie auf der Jagd von einer kranken Maus gebissen werden. Deshalb sollte man seine Haustiere impfen lassen. Sollte man von einem Tier gebissen werden, das Tollwut haben könnte (extreme Agressivität, Schaum vorm Maul...), dann sollte man sich sofort dagegen impfen lassen. Das ist nicht mehr so unangenehm wie früher und sichert das Überleben! Gefahr besteht übrigens auch bei Fledermäusen. Wer von einer gebissen wird, muss sofort zum Arzt. Bitte aber dran denken: Vorsicht braucht keine Panikattacke, nur konsequentes Handeln.
Hier ist ja das geballte Tollwutwissen unterwegs....
Deutschland ist Tollwutfrei. Unter Fledermäusen ist noch die sog. Fledermaustollwut verbreitet, die mit der 'normalen' Tollwut verwandt ist.
Tollwutfälle treten in Deutschland nur dann auf, wenn Tiere erkrankt aus dem Ausland eingeführt werden.
Das ist übrigens vor kurzem erst in Frankreich passiert.

Die Tollwut wurde aufgrund der flächendeckenden Impfung mit Impfködern in Deutschland ausgerottet.

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biberzahn 16.07.2015, 01:04
15.

Unsere Polizei unser Freund und Helfer, in der USA hätten sie das Tier wohl erschossen.

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bronck 16.07.2015, 06:26
16.

Zum Thema Tollwut:
die Tollwut ist in Deutschland, insbesondere dank weitflächiger Schluckimpfung für Füchse per Köder, de facto ausgerottet. Es gibt sie schlicht nicht mehr.

Es besteht also keinerlei Grund Angst vor verzweifelten Eichhörnchenjungen zu haben.

Der Hinweis zur Nichtzuständigkeit der Tierheime ist so auch nicht richtig. Im Tierheim kennt man im Zweifel den nächsten Spezialisten für das aufgefundene hilfsbedürftige Wildtier und viele Tierheime haben selbst welche. Dort anrufen und fragen ist also nicht falsch.

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johann.doov 16.07.2015, 11:33
17. Quark!

Zitat von SabineHäberle
Hier ist ja das geballte Tollwutwissen unterwegs.... Deutschland ist Tollwutfrei. Unter Fledermäusen ist noch die sog. Fledermaustollwut verbreitet, die mit der 'normalen' Tollwut verwandt ist. Tollwutfälle treten in Deutschland nur dann auf, wenn Tiere erkrankt aus dem Ausland eingeführt werden. Das ist übrigens vor kurzem erst in Frankreich passiert. Die Tollwut wurde aufgrund der flächendeckenden Impfung mit Impfködern in Deutschland ausgerottet.
Das "tollwutfrei" gilt ja nur "im Rahmen der Messgenauigkeit". Gemessen wird aber bei Tieren wie Fuchs, Dachs oder Marder, wenn sie tot aufgefunden werden und Auffälligkeiten zeigen.
Tatsächlich ist die flächendeckende Impfung der Füchse mit einem Impfstoff in Tablettenform, der in Köder (Hühnerkopf) versteckt werden kann, sehr erfolgreich gewesen. Das macht man deswegen, weil es gleichzeitig die Mobilität der Füchse etwas eindämmt. Denn die vorherige Bejagung hat ja immer zu Fuchs-armen Gebieten geführt, die die Füchse zum Nachrücken und damit Verbreiten von Krankheiten, einludt.

Tatsächlich habe ich die Frage des Infektionsrisikos für Menschen erst kürzlich, anlässlich der Impfung einer meiner Katzen, der Tierärztin gestellt. Die hat mir von einer vorsorglichen Impfung für mich selbst eher abgeraten, weil eben das Risiko, von einer Maus gebissen zu werden, eher gering ist. Für Katzen ist das Risiko immerhin groß genug, dass sich eine Impfung lohnt.

Was die Fledermaustollwut betrifft: der Impfstoff für Menschen hilft dagegen, obwohl es nicht derselbe Erreger ist.
Fazit: Wer als Mensch verdächtig gebissen wird, sollte schleunigst das nächste Krankenhaus aufsuchen und sich impfen lassen. Damit kann die (eventuelle) Tollwutinfektion überwunden werden.

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SabineHäberle 16.07.2015, 12:30
18.

Zitat von johann.doov
Das "tollwutfrei" gilt ja nur "im Rahmen der Messgenauigkeit". Gemessen wird aber bei Tieren wie Fuchs, Dachs oder Marder, wenn sie tot aufgefunden werden und Auffälligkeiten zeigen. Tatsächlich ist die flächendeckende Impfung der Füchse mit einem Impfstoff in Tablettenform, der in Köder (Hühnerkopf) versteckt werden kann, sehr erfolgreich gewesen. Das macht man deswegen, weil es gleichzeitig die Mobilität der Füchse etwas eindämmt. Denn die vorherige Bejagung hat ja immer zu Fuchs-armen Gebieten geführt, die die Füchse zum Nachrücken und damit Verbreiten von Krankheiten, einludt. Tatsächlich habe ich die Frage des Infektionsrisikos für Menschen erst kürzlich, anlässlich der Impfung einer meiner Katzen, der Tierärztin gestellt. Die hat mir von einer vorsorglichen Impfung für mich selbst eher abgeraten, weil eben das Risiko, von einer Maus gebissen zu werden, eher gering ist. Für Katzen ist das Risiko immerhin groß genug, dass sich eine Impfung lohnt. Was die Fledermaustollwut betrifft: der Impfstoff für Menschen hilft dagegen, obwohl es nicht derselbe Erreger ist. Fazit: Wer als Mensch verdächtig gebissen wird, sollte schleunigst das nächste Krankenhaus aufsuchen und sich impfen lassen. Damit kann die (eventuelle) Tollwutinfektion überwunden werden.
Mäuse und Tollwut:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tollwut.html;jsessionid=7396E6E3FED1267F3 11C5FE32851BF55.2_cid363#doc2392880bodyText3
Zitat:
"Nagetiere (z.B. Eichhörnchen, Ratten und Mäuse) haben als Reservoir grundsätzlich keine Bedeutung."

Tollwutvorkommen in Deutschland:
"Neben Deutschland erlangten auch die Schweiz, Finnland, die Niederlande, Italien, Luxemburg, Frankreich, Belgien sowie die Tschechische Republik durch die orale Immunisierung der Füchse offiziell den Status „tollwutfrei“ (frei von terrestrischer Tollwut)."

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johann.doov 16.07.2015, 12:53
19. Sagt das RKI

Zitat von SabineHäberle
Mäuse und Tollwut: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tollwut.html;jsessionid=7396E6E3FED1267F3 11C5FE32851BF55.2_cid363#doc2392880bodyText3 Zitat: "Nagetiere (z.B. Eichhörnchen, Ratten und Mäuse) haben als Reservoir grundsätzlich keine Bedeutung." Tollwutvorkommen in Deutschland: "Neben Deutschland erlangten auch die Schweiz, Finnland, die Niederlande, Italien, Luxemburg, Frankreich, Belgien sowie die Tschechische Republik durch die orale Immunisierung der Füchse offiziell den Status „tollwutfrei“ (frei von terrestrischer Tollwut)."
Tatsächlich sind Mäuse ein Reservoir. "Haben keine Bedeutung" heißt hier: die Wahrscheinlichkeit der Infektion eines Mäusejägers durch eine kranke Maus ist gering.
Der Punkt ist: die Erforschung der Tollwut hat sich an den Erfordernissen des Menschen orientiert. Wildtiere wie Fuchs, Dachs und Marder können Hsutiere wie Hunde und Katzen infizieren. Die wiederum stellen eine Gefahr für Menschen dar.
Solange Füchse (und nebenher auch Dachse und Marder) immunisiert werden, ist eine Tollwutgefahr weitestgehend gebannt.
(Das RKI beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Seuchenhygiene für Menschen)

Was den "offiziellen Status" betrifft: das ist ein Verwaltungsakt. Für "tollwutgefährdete Bezirke" (im Inland) gelten besondere Regeln für Tierhalter. Genauso gelten andere Bestimmungen für den Transfer von Tieren, wenn das Tier aus einem Land stammt, das eben nicht "offiziell tollwutfrei" ist.

Wenn Sie so gerne recherchieren, dann schauen Sie einfach mal nach, ab wann ein Bezirk/Land als "tollwutfrei" gelten darf.
Sie werden feststellen, dass dies keineswegs einer wissenschaftlichen Aussage entspricht, in diesen Bereichen gäbe es keine Tollwut-Erreger mehr.

Warum ist das wichtig?

Es gibt eben noch eine (sehr geringe) Chance, sich als Mensch mit Tollwut zu infizieren, und in solchen Fällen muss man (auf Verdacht) schnell handeln. Wenn sich erst Symptome einstellen, ist es zu spät, dann hilft nur noch der Gnadenschuss vor'm übelsten Verrecken!

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