Forum: Panorama
Tierrechte: Die Würde des Hühnchens ist ...
imago/ blickwinkel

Tierschützer fordern eigene Rechte für Tiere. Der Schutz von Tieren ist bereits im Grundgesetz verankert und sinnloses Leid verboten. Gleichwertige Rechte für unsere Mitgeschöpfe hätten jedoch drastische Folgen.

Seite 2 von 8
naklar261 19.03.2016, 09:30
10. verbesserungswuerdig

die Behandlung von Tieren ist irgendwo im Mittelalter stehen geblieben...das sollte gaendert werden

Beitrag melden
claus_kleber 19.03.2016, 09:32
11. @1 & 5

@1: Wird hier mal wieder das Schächten vorgeschoben, um sich ganz diskret gegen gewisse Volksgruppen zu äußern? Würde das Schächten hierzulande praktiziert, wäre das sicherlich völlig akzeptabel, nicht wahr?

@5: Sie stellen sich also in Sachen Vernunftbegabtheit mit Raubkatzen und Greifvögeln auf eine Stufe und sind der Meinung, dass es auch Ihnen nicht möglich ist, unter ethischen Gesichtspunkten Ihr Handeln zu reflektieren. Sie unterliegen einzig und allein Ihrem nackten Überlebensinstinkt und rammen Ihre Reißzähne bei Bedarf in ein Kaninchen, das Ihren Weg kreuzt. Nun gut.

Beitrag melden
MaxNichtmustermann 19.03.2016, 09:46
12.

Lieber Herr Kitz,
Ihnen und SPON für diesen mutigen Artikel ganz herzlichen Dank!
Eine kleine Ergänzung: "Würden wir Tiere rechtlich als gleichwertige Mitgeschöpfe anerkennen, hätte das aber drastische Folgen:..."
Die drastischste zwingend logische Folge haben Sie ausgelassen: hätten wir dann nicht einen ethisch-moralischen Auftrag, jegliches Töten von Tieren durch Tiere zu unterbinden? Wie wägen wir dieses "Recht des Beutetieres auf Überleben" gegen das Recht eines Raubtieres auf? Selbst mit einem utilitaristischen Ansatz käme man hier nicht mehr weiter - Aporie!
Übrigens gibt es noch ein ganz ganz schlichtes Argument: nur, wer selbst Recht formulieren und erkennen kann - und sich damit auch selbigem unterwerfen kann - hat Anspruch auf Rechtsschutz. Dies den Utilitaristen ins Gebetbuch, die für nichthumane Primaten "Menschen"rechte einfordern - welcher Schimpanse, welcher Gorilla, achtet die Rechte des Schwächeren? Ups, gefährlich - ich begründe wohl gerade, daß Menschenrechte eben nicht universell gelten, sondern nur für Wesen - typischerweise Menschen - die sich diesen Werten unterwerfen - bin gespannt, ob das am Zensor vorbeigeht....

Beitrag melden
dereinezuviel 19.03.2016, 09:50
13. ...

Die Abgrenzungsversuche zwischen Mensch und Tier sind reichlich beliebig. Dass Tiere empfinden und untereinander sich komplex kommunizieren ist unstreitig. Alleine die Tatsache, dass sie unsere Sprachen nicht sprechen, ist doch letztlich der Grund, dass wir glauben, sie töten zu dürfen. Müssten wir mit jeder Kuh diskutieren (sie würde zu Recht protestieren und uns einen Vogel zeigen), wäre das Thema wohl schon durch. Das könnte man natürlich auch noch viel weiter denken, was hier platzmäßig nicht geht. Klar wird dabei aber: Die Grenze ist reichlich willkürlich. "Er nennt's Vernunft und braucht's allein, nur tierischer als jedes Tier zu sein." (Goethe)

Beitrag melden
säkularist 19.03.2016, 09:51
14.

Zitat von istnurmeinemeinung
Und wo zieht der ambitionierte Tierrechtler dann die Grenze? Wie sieht es mit ungewünschten Mitbewohnern im Haushalt aus? Muss ich dann eine Räumungsklage gegen die Fliege einreichen, um ihre Würde und das Recht auf Leben nicht zu verletzen? Und wenn ein Tier ein gesetzliches Recht auf Leben eingeräumt bekäme, müsste dann der Staat nicht sicherstellen, dass Katzen den Mäusen nichts mehr antun? Ich fürchte nur, die Katzen werden wenig Verständnis dafür aufbringen. Die interessieren sich nicht im Geringsten für das Leid ihrer Beute.
Was genau wollen Sie uns sagen?
Dass Sie Tierschutz deswegen generell ablehnen, weil man es rein theoretisch fiktiv auch übertreiben könnte?

Beitrag melden
RudiLeuchtenbrink 19.03.2016, 09:51
15. Das ist schon schwer,

ich denke es geht darum Tiere artgerecht zu halten. Meine Kaninchen leben in Gruppen, die Boxen sind hoch und weilt ausgelegt. Wachteln haben Raum zum scharren und sind an der frischen Luft. Ein Nutztier sollte bis zum Tag X so leben, das wir sagen können es habe nie gelitten.
Massentierhaltung ist ein Produkt der neoliberalen Sichtweise. Gebt den Menschen höhere Arbeitsentgelte und sie können sich auch qualitaiv hochwertige Lebensmittel leisten.

Beitrag melden
Beat Adler 19.03.2016, 09:56
16. Im Mittelalter wurden Katzen und Hunde nicht verhaetschelt.

Zitat von naklar261
die Behandlung von Tieren ist irgendwo im Mittelalter stehen geblieben...das sollte gaendert werden
Im Mittelalter wurden Katzen und Hunde nicht verhaetschelt. Es wurde auch nicht mehr Geld fuer diese allerliebsten Haustierchen ausgegeben, wie fuer Kinder. Wer einen Hund schlaegt, hat die Polizei in Minutenschnelle vor der Haustuere, aber, wer ein Kind schlaegt....

Die Gesellschaft von heute bringt ein erkranktes Haustierchen sofort zum Veterinaer, um es Gesund pflegen zu lassen, isst aber Eier von Huehnern und Wuerste von Scheinen, die unter allerschlimmsten Bedingungen, eben nicht artgerecht, gehalten werden/wurden.

Tier ist eben nicht gleich Tier. Unter Tier sind entweder Saeugetiere oder warmbluetige Wirbeltiere zu verstehen. Milben, Insekten, Wuermer, etc. koennen aus praktischen Greunden gar nicht in ein Tierschutzgesetz aufgenommen werden. Haustierchen wie Hunde , Katzen, Meerschweinchen, Zwergkaninchen, etc. haben Sonderrechte! Stimmts etwa nicht?

Bei wechselwarmen Wirbeltieren, Fischen, Reptilien, Amphibien kann teilweise ein Tierschutzgesetz greifen. Wie dann allerdings die Fischer ihre Netze einholen wollen, um die Fische dabei nicht zu Tode zu erdruecken, bleibt ein Raetsel.

Fuer die Landwirtschaft muss gelten: Artgerechte Haltung, so wie es in der Schweiz in der Tierschutzverordnung vorgeschrieben ist. Das laesst sich ohne Weiteres auf die EU Nutztierbetriebe anwenden. Der Preis des Fleisches, der Eier etc. steigt um 30%. Das sollte es den Konsumenten Wert sein. Artgerecht gehaltene Tiere sind viel gesuender. Der Bauer muss die Telefonnummer des Tierarztes erst nachschlagen, wogegen der Bauer mit Turbo-Tieren, sie auswendig weiss. Dass dabei viel zu viele Antibiotika eingesetzt werden, ist durch die steigende Antibiotikaresistenz beim Menschen mittlerweisel zum Gigaproblem geworden.
mfG Beat

Beitrag melden
BlackRainbow666 19.03.2016, 09:56
17. @MaxNichtmustermann

Das Recht, geschützt zu werden (bzw. Nichtverletztzuwerden ...) hängt in keinem Fall davon ab, ob jemand sein Recht erkennen, formulieren oder auf Andere anwenden kann. Manche Menschen mit Behinderung, Demenz oder Kinder sind dazu nicht in der Lage, haben aber genau diese Rechte bereits - und zwar obwohl sie sie selbst nicht bewusst einhalten können. Da geht es nichtmal ums Wollen.

Beitrag melden
güti 19.03.2016, 10:04
18. Ttip

allein die bessere Unterbringung mit der doppelten Menge an Platz würde pro Kilo Fleisch ein paar Cent kosten und viel Leid vermeiden.
Aber ratet mal was nach dem Abschluss nach TTIP nicht mehr möglich sein wird? Es geht ja dabei nicht um Verbraucherschutz....

Beitrag melden
MaxNichtmustermann 19.03.2016, 10:12
19.

Zitat von BlackRainbow666
Das Recht, geschützt zu werden (bzw. Nichtverletztzuwerden ...) hängt in keinem Fall davon ab, ob jemand sein Recht erkennen, formulieren oder auf Andere anwenden kann. Manche Menschen mit Behinderung, Demenz oder Kinder sind dazu nicht in der Lage, haben aber genau diese Rechte bereits - und zwar obwohl sie sie selbst nicht bewusst einhalten können. Da geht es nichtmal ums Wollen.
Stimmt; nur: Menschen mit Behinderung, Demenz und Kinder sind Menschen, die sich nicht GEGEN z.B. die Menschenrechte verhalten haben. Ein Schimpanse, der Tiere einer anderen Gruppe tötet, schon.
Ich hätte es vielleicht klarer formulieren sollen: man muß sich fragen, ob es möglich ist, durch Gräultaten die Menschenrechte zu verwirken. Wir schweifen aber vom Thema ab, wenn wir diese schwierige Frage erörtern wollten.
Also, ein geistig behinderter Mensch wäre ohne Behinderung ein rechtseinsichtsfähiger Mensch. Der klügste Affe aber ist es noch immer nicht. Ergo steht ein geistig behinderter Mensch unter dem Schutz der Menschenrechte, der klügste wie auch der dümmste Affe eben nicht.
Peter Singer wäre hier übrigens anderer Meinung... und er kann das recht gut begründen... was mir nicht bekannt ist - wie löst P. Singer den logischen Konflikt für Kinder auf - als Kind nicht rechtseinsichtig, aber mit dem Potential, es später erkennen zu können?

Beitrag melden
Seite 2 von 8
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!