Forum: Panorama
Tod nach Brechmitteleinsatz in Bremen: Erinnerung muss sein
DPA

Laye-Alama Condé starb durch den Einsatz von Brechmittel in Gewahrsam der Bremer Polizei. Seit langem setzt sich eine Initiative für ein Denkmal ein. Höchste Zeit, dass es aufgestellt wird.

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shooop 20.01.2015, 13:43
1. Ich bin für die Gedenkstätte

Auch in unserer Demokratie kann es dazu kommen, dass Menschen durch die "Hand der Gesellschaft" zu Tode kommen und das grausame Prozeduren erzwungen werden. Das haben die Verantwortlichen damals mit Sicherheit so nicht gewollt, aber Politiker müssen immer so viel Demut haben, im Zweifel der Gesundheit und dem Leben des potentiellen Straftäters den Vorrang vor Rechthaberei und Strafverfolgung zu geben und stets wachsam zu sein, dass solche Grenzen nicht überschritten werden.

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Rhein 20.01.2015, 13:54
2.

Interessant, wie hier aus einem Drogendealer ein Heiliger gemacht werden soll. So tragisch der Tod von Conde auch ist, er hat gegen die Prinzipien unseres Rechtstaates verstoßen, indem er Drogen verkauft hat. Ein Denkmal für einen Drogendealer, dafür fehlt mir das Verständnis.

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outwiper 20.01.2015, 13:55
3. Hat er denn

nun Container geschluckt, oder nicht?
Geht aus dem Artikel nicht hervor.
Wenn ja, sollte es keine Gedenkstätte geben.

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optism 20.01.2015, 13:57
4. Denkmal für Dealer?

Das Ergebnis des Vorgehens ist tragisch: Ein Mensch ist tot. Inkompetenz und falsche Vorschriften führten dazu.
Was allerdings etwas aufstößt ist, dass tatsächlich Drogenkügelchen gefunden wurden. Das wird in fast allen Artikeln geflissentlich unterschlagen. Der Mann war nunmal ein Dealer, ein Krimineller. Das rechtfertigt in keiner Weise seine Behandlung, doch ein Denkmal will ich ihm nun auch nicht gesetzt sehen.
Der Skandal der schlechten Aufklärung der Vorgänge, dass letztlich niemand, außer einer Geldstrafe, für das rücksichtslose und gefährliche "Exkorporieren" zur Rechenschaft gezogen wird, ist worüber man sich aufregen muss. Auch hier sehe ich ein Denkmal allerdings als unpassend an.

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vulcan 20.01.2015, 14:00
5. fragwürdig

Äußerst fragwürdige Methode, klare Sache. Andererseits: Als Drogendealer ist man (wie hier) nicht nur Opfer, sondern auch Täter. Gibt's auch ein Denkmal für Drogentote?
Weiterhin: Die "Dealerszene" gibt es in Bremen immer noch - auch mit Schwarzafrikanern. Keine Ahnung, wieso der Artikel das in die Vergangenheitsform setzt.

Wie gesagt, das Beispiel des Condé ist recht drastisch, ansonsten hält sich mein Mitleid mit Drogenhändlern in Grenzen.

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geando 20.01.2015, 14:06
6. Seit wann kriegen Tote durch Polizeiaktionen Denkmäler?

Zitat: "Das Leben Condés war nicht weniger wert als das eines geachteten Bürgers. Sein Tod war eine Schande für den Rechtsstaat. Daran soll nicht erinnert werden?"
Das stimmt, sein Leben ist sicher nicht weniger wert, als das eines jeden anderen Menschen. Aber auch nicht mehr. Da ein "geachteter Bürger" (was auch immer das sein soll), der durch eine Polizeiaktion umkommt (ca. ein dutzend Menschen pro Jahr in Deutschland) kein Denkmal bekommt, sollte es der Herr Conde auch nicht bekommen. Es geht, denke ich, mehr um politisches Kapital was daraus geschlagen werden soll.

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niobe78 20.01.2015, 14:08
7. Kriminellen zum Märtyrer machen?

Ja, kein Zweifel, es ist schlimm, ein Mensch ist in Polizeigewahrsam zu Tode gekommen. Der Einsatz von Brechmittel ist sicherlich zu Recht umstritten. Doch werden in dieser Diskussion immer die Fakten komplett ausser Acht gelassen. Was nirgendwo erwähnt wird ist, dass der Verdacht sich bestätigt hat, auf den hin das Opfer in Gewahrsam genommen wurde, dass Laye Conde tatsächlich Kokain durch Schlucken hat verschwinden lassen. Natürlich ist es völlig indiskutabel, dass Verdächte in Polizeigewahrsam unverschuldet irreversiblen Schaden erleiden, wenn es vermeidbar ist. Aber soweit nach Faktenlage bekannt, weigerte sich das Opfer freiwillig, das Brechmittel zu sich zu nehmen und wurde daraufhin fixiert. Weiterhin versuchte er durch Schlucken des aufsteigenden Mageninhalts selbigen zu "filtern", um zu vermeiden, dass die von ihm geschluckten Kokainkugeln zu Tage treten. Erst dabei kam es zu der Komplikation, die zum Tod führte. Selbige ist also eindeutig nicht direkt auf ein evtl. Fehlverhalten des Arztes oder der anwesenden Polizisten zurückzuführen. Wie schon gesagt, der Tod des Mannes unter den Umständes ist ungeachtet seiner kriminellen Handlung tragisch, aber sollte man einem Kriminellen und mutmaßlichen Drogendealer wirklich ein Denkmal setzen? Ich persönlich halte dies für äußerst fragwürdig.

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rotella 20.01.2015, 14:17
8.

Zitat von outwiper
nun Container geschluckt, oder nicht? Geht aus dem Artikel nicht hervor. Wenn ja, sollte es keine Gedenkstätte geben.
Zitat aus Wiki: "Der 35-jährige Laye-Alama Condé aus Sierra
Leone erbrach auf dem Polizeirevier des Bremer Stadtteils Vahr vier Kokainkügelchen und ertrank nach dem zwangsweisen Einflößen von Wasser."

Da hält sich mein Mitleid mit ihm dann doch in Grenzen. Aber klar, dass in einem derart einseitigen Artikel diese Fakten nicht erwähnt wurden.

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Atheist_Crusader 20.01.2015, 14:19
9.

Zitat von vulcan
Weiterhin: Die "Dealerszene" gibt es in Bremen immer noch - auch mit Schwarzafrikanern. Keine Ahnung, wieso der Artikel das in die Vergangenheitsform setzt.
Weil man negative Tatsachen über unsere lieben Migranten lieber als unbegründete Vorurteile sehen lassen will.

War doch bei diesem Idioten, der vor ein paar Tagen beim Fluchtversuch vor der Justiz aus dem Fenstern gefallen ist, worauf die Familie dann die Polizei attackiert hat, genauso. Im Spiegel hieß es nur, er sei gebürtiger Weseler (?) gewesen. Aus anderen Medien konnten man erfahren, dass es Kurden waren.
In dem Moment in dem die Polizei mal anfängt, Verbrechensstatistiken nach ethnischer Herkunft (und nicht diese lahme Nummer mit den Pässen) aufzustellen, werden hier einigen die Augen aus dem Kopf fallen. Aber das ist von Regierungsseite ja gar nicht gewünscht.

Ansonsten schließe ich ich meinen Vorrednern an: Die wichtige Frage ob man jetzt Drogen gefunden hat oder nicht wird im Artikel nicht beantwortet. Es macht aber einen gewaltigen Unterschied, ob man ein Denkmal für einen unbescholtenen Bürger aufstellt der der Schlampigkeit des Systems zum Opfer gefallen ist... oder nur einen Drogendealer, der sich in seinem Widerstand quasi selbst gerichtet hat. Für letzteren braucht es kein Denkmal. Sondern ein härtere Einwanderungs- und Ausweisungspolitik.

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