Forum: Panorama
Tod von Michael Brown: Die Verhörprotokolle des Todesschützen
REUTERS/St. Louis County Prosecutors Office

Im Fall des erschossenen Teenagers Michael Brown aus Ferguson hat der Staatsanwalt Unterlagen freigegeben - darunter die dramatische Aussagen des Todesschützen Darren Wilson.

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Chris_7 25.11.2014, 18:26
70. Ich verrate Ihnen was...

Zitat von redwed11
Wenn man sich die geschilderte Situation einmal bei einem mit zwei Polizisten besetzten Streifenwagen durchdenkt. kommt man zu der Erkenntnis, die Schüsse wären mit größter Wahrscheinlichkeit nicht gefallen, wenn ein zweiter Polizist hätte eingreifen können. .... Bevor aber dieses grundlegende Problem bei vielen US Polizeien nicht abgestellt wird, werden wir immer wieder von solchen Vorfällen hören.
Ein kleines Geheimnis: Wenn der Angreifer nicht auf die selten blöde Idee gekommen wäre, einen Polizisten zu attackieren, dann wäre auch nichts passiert. Sie vergessen Ursache und Wirkung. Die Ursache liegt in einem Angriff auf einen Polizisten. Und das ist immer Unrecht.

Und die Einzelstreife wird in den weiten Teilen der USA bleiben, da nur damit bei vorhandenen finanziellen Rahmenbedingungen eine einigermaßen erträgliche Eintreffzeit der ersten Streife gewährleistet werden kann. Ferner reicht für die Masse der Bagtelleinsätze ein Mann bzw. die Nachführung von Verstärkung aus, man muss den zweiten bzw. die Verstärkung nicht dauerhaft an den Einsatz binden, wenn die Lage es nicht erfordert --> sofort wieder mehr Polizei in der Fläche verfügbar.

Und ja, das erfordert ein robusteres Vorgehen der Polizei, da die Sicherung durch den Kollegen fehlt. Aber meine Kontakte mit der US-Polizei waren stets freundlich und höflich und wenn man macht was sie sagen, dann passiert einem auch nichts.

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Finsternis 25.11.2014, 18:26
71. Ziemlich schneller Denker

Zitat "An seine Reizgasdose kommt er nicht, ohne die Deckung mit der linken Hand fallen zu lassen, seinen Schlagstock bekommt er nicht zu fassen, weil er darauf sitzt." Das sind ziemlich schnelle und präzise Gedanken, für jemanden der gerade überaschend "geboxt" worden ist. Versucht man in diesem Fall nicht einfach sich irgendwie zu wehren, anstelle zu überlegen was man denn so alles tun könnte? Nicht das ich paranoid klingen will, aber es liegt der Verdacht in der Luft er habe seine Aussagen genausten überlegt, im Nachhinein, um eventuelle Fragen wie "Hätten Sie nicht zum Pfefferspray greifen können?" auszumerzen.

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philoktes 25.11.2014, 18:31
72. einfach Notwehr?

In wie weit gilt Notwehr, wenn der Beamte durch fehlerhaftes Verhalten die Gefahrensituation mit herbei führt? Er näherte sich dem Verdächtigen in seinem Fahrzeug mit offenen Fenster (kleiner Fensterschlitz hätte zum reden auch gereicht) auf so enge Distanz das er unmittelbar und innerhalb seines eigenen Wagens in ein Handgemenge kam. Als der Verdächtige dann flüchtete, hatte er nach eigenen Angaben ausreichend Zeit für einen Beinschuss und war zunächst auch nicht in umittelbarer Gefahr. Das es zur finalen Situation kam hat der Beamte deutlich mit beinflusst, doch es scheinen ihm da keine Konsequenzen zu drohen.
Gibt es den Beinschuss bei der Polizei überhaupt noch oder wird einfach auf Brust und Kopf drauf gehalten bis das Magazin leer ist (was ja bedauerlicherweise die Notwehrhandlung in ihrer Glaubwürdigkeit bestärkt)?
Ich finde das die Tötung eines Menschen zu einfach wird, ganz egal ob der was geklaut oder jemanden ausgeraubt hat.

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Liberalitärer 25.11.2014, 18:35
73. Zwei Sachverhalte

Zitat von competa1
..ich die Aussagen des Täters richtig verstanden habe,befand dieser sich im PKW und das Opfer davor.Bevor ich schiesse,fahre ich weg und begebe mich somit aus der Gefahrenlage.Das wäre das angemessene Mittel gewesen,der unmittelbaren,bevorstehenden Gefahrenlage(körperliche Angriffe)auszuweichen
Nein, es geht praktisch um zwei Sachverhalte. Den im und am Auto und den außerhalb. Nach dem Autozwischenfall stieg der Polizist aus und ging Brown hinterher. Dieser machte dann kehrt und stürmte wohl auf den Beamten zu. Der Polizist schoss mehrfach und traf auch mehrfach, aber wohl eben nicht entscheidend (angeblich hat Brown sechs Kugeln überstanden). Erst als Brown nun direkt vor im stand und er fast nur noch den Kopf sah feuerte er entscheidend. Ich hätte auch nicht erwartet, dass man mit sechs Kugeln noch so dicht rankommen kann. So jedenfalls die Aussage des Polizisten.

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PeterPaulPius 25.11.2014, 18:37
74. Fakten

Also, ich lese nun erstmalig davon, dass dieser "Teenager" 135 kg schwer war. Die Körpergröße wäre auch noch interessant.

Ebenso wurde das Foto von seinem Raubüberfall (das ist ja wohl kein Ladendibestahl) nie gezeigt. Aber diese Einzelheiten machen manches verständlich.

Klar hat jeder Polizist weltweit das Recht, Räuber, die Gewalt anwenden, zu verletzten oder gar zu erschiessen.

Der sicherste Weg, sich vor einer Kugel eines Polizisten zu schützen, ist wohl, keine Straftat zu begehen.

Ist das zu viel verlangt?

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muffelkopp 25.11.2014, 18:39
75.

Zitat von ColdFever
Ohne gerichtliche Klärung wird es zu noch mehr Gewalt und wahrscheinlich noch mehr Toten kommen. Eine gerichtliche Klärung wäre das Mindeste gewesen, was man anhand der Zeugenaussagen in diesem Fall hätte erreichen müssen. Die Schwarzen haben genug vom alltäglichen Rassismus bis hin zu den mehrheitlich von Weißen besetzten Gerichtsjurys.
Diese Jurys setzen sich aus Bürgern zusammen die wie hier in Deutschland berufen werden können. Oftmals werden laut Internet dazu die Wählerlisten genutzt, also die Menge jener Leute, die wählen gehen. Darunter sind, auch in Fergusson oder in St. Louis, mehr Weiße, obwohl das nicht der Bevölkerungszusammensetzung entspricht.

->
Erste Schätzungen deuten auf eine miserable Wahlbeteiligung in St. Louis hin, vor allem bei Schwarzen und anderen Minderheiten.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-kongresswahlen-schwarze-wenden-sich-ab-von-barack-obama-a-1000444.html



Daher ist diese Jury besetzt, wie sie besetzt ist.

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hubertrudnick1 25.11.2014, 18:40
76. Usa

Das Verhältnis der schwarzen und weißen Bevölkerung ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das sie in diesen bestehendem System nie verändern wollen und können.
Wer was ändern will, der müsste das bestehende System grundlegend verändern.
Die schwarze und damit auch der Großteil der armen Bevölkerung sind nicht im Land der Freiheit wirklich willkommen, sie werden nach wie vor wie Fremde angesehen und behandelt und auch ein schwarzer Präsident hat nicht die Macht die gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern.
Wobei man aber auch sagen muss, dass es Probleme auf beide Seiten gibt und man nicht oder zu wenig herangehen will und dafür Verantwortung übernimmt.
Die Krise spitzt sich von Zeit zu Zeit erneut zu, alle Beschwichtigungen bringen nichts, nur dass man zeitweilig und vorübergehend etwas ruhiger tritt.

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hubidubi 25.11.2014, 18:41
77.

Zitat von philoktes
In wie weit gilt Notwehr, wenn der Beamte durch fehlerhaftes Verhalten die Gefahrensituation mit herbei führt? Er näherte sich dem Verdächtigen in seinem Fahrzeug mit offenen Fenster (kleiner Fensterschlitz hätte zum reden auch gereicht) auf so enge Distanz das er unmittelbar und innerhalb seines eigenen Wagens in ein Handgemenge kam. Als der Verdächtige dann flüchtete, hatte er nach eigenen Angaben ausreichend Zeit für einen Beinschuss und war zunächst auch nicht in umittelbarer Gefahr. Das es zur finalen Situation kam hat der Beamte deutlich mit beinflusst, doch es scheinen ihm da keine Konsequenzen zu drohen. Gibt es den Beinschuss bei der Polizei überhaupt noch oder wird einfach auf Brust und Kopf drauf gehalten bis das Magazin leer ist (was ja bedauerlicherweise die Notwehrhandlung in ihrer Glaubwürdigkeit bestärkt)? Ich finde das die Tötung eines Menschen zu einfach wird, ganz egal ob der was geklaut oder jemanden ausgeraubt hat.
Richtige Fragen, die Sie hier aufwerfen. Gesetz den Fall es war alles so, wie der Polizist es geschildert hat (laut Artikel), dann hatte er, wenn ich es richtig verstanden habe, genug Zeit, anstatt auf die Brust oder den Kopf(!) zu zielen, die Beine zu treffen. So eine zertrümmerte Kniescheibe macht einen auf jeden Fall so langsam, das man sich als Hüter des Gesetzes in Sicherheit bringen kann. Denn nichts anderes ist Notwehr, außer die Sicherung der eigenen Sicherheit.

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crazy_swayze 25.11.2014, 18:44
78.

Zitat von philoktes
In wie weit gilt Notwehr, wenn der Beamte durch fehlerhaftes Verhalten die Gefahrensituation mit herbei führt? Er näherte sich dem Verdächtigen in seinem Fahrzeug mit offenen Fenster (kleiner Fensterschlitz hätte zum reden auch gereicht) auf so enge Distanz das er unmittelbar und innerhalb seines eigenen Wagens in ein Handgemenge kam. Als der Verdächtige dann flüchtete, hatte er nach eigenen Angaben ausreichend Zeit für einen Beinschuss und war zunächst auch nicht in umittelbarer Gefahr. Das es zur finalen Situation kam hat der Beamte deutlich mit beinflusst, doch es scheinen ihm da keine Konsequenzen zu drohen. Gibt es den Beinschuss bei der Polizei überhaupt noch oder wird einfach auf Brust und Kopf drauf gehalten bis das Magazin leer ist (was ja bedauerlicherweise die Notwehrhandlung in ihrer Glaubwürdigkeit bestärkt)? Ich finde das die Tötung eines Menschen zu einfach wird, ganz egal ob der was geklaut oder jemanden ausgeraubt hat.
Ja sagmal mit welchen abstrusen Begründungen will man einen offensichtlich gewalttätigen Räuber, der einen Polizisten angegriffen hat, noch schützen?
Natürlich war das Notwehr.

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Chris_7 25.11.2014, 18:45
79.

Zitat von philoktes
In wie weit gilt Notwehr, wenn der Beamte durch fehlerhaftes Verhalten die Gefahrensituation mit herbei führt? Er näherte sich dem Verdächtigen in seinem Fahrzeug mit offenen Fenster (kleiner Fensterschlitz hätte zum reden auch gereicht) auf so enge Distanz das er unmittelbar und innerhalb seines eigenen Wagens in ein Handgemenge kam. Als der Verdächtige dann flüchtete, hatte er nach eigenen Angaben ausreichend Zeit für einen Beinschuss und war zunächst auch nicht in umittelbarer Gefahr. Das es zur finalen Situation kam hat der Beamte deutlich mit beinflusst, doch es scheinen ihm da keine Konsequenzen zu drohen. Gibt es den Beinschuss bei der Polizei überhaupt noch oder wird einfach auf Brust und Kopf drauf gehalten bis das Magazin leer ist (was ja bedauerlicherweise die Notwehrhandlung in ihrer Glaubwürdigkeit bestärkt)? Ich finde das die Tötung eines Menschen zu einfach wird, ganz egal ob der was geklaut oder jemanden ausgeraubt hat.
Ähm. Damit ich das richtig verstehe. Sie meinen also, dass ein Polizist auch noch dafür verantwortlich gemacht wird, dass er von einem Verbrecher angegriffen wird?

Sorry. Aber es gibt kein Recht darauf, einen Polizisten anzugreifen. Das ist ein Vertreter der Exekutive. Der Polizist vertritt eine Säule des Staates. Da greift dann Verwaltungsrecht. Und im Verwaltungsrecht gilt das Subordinationsprinzip. d.h. der Staat sagt, der Bürger macht. Findet der Bürger das nicht gut, dann kann er Widerspruch einlegen und sogar klagen. Aber er darf nicht randalieren, Widerstand leisten oder gar den Polizisten angreifen.

Und der Polizist wollte dem Täter ja wie es aussieht gerade nicht hinterher schießen, sondern ihn verfolgen. Denn er weiß, dass Beine die rennen nicht sicher zu treffen sind, und damit unbeteiligte gefährdet werden. Hätte der Täter sich einfach nur hingekniet oder auf den Boden gelegt wäre ihm nichts weiter passiert. Aber sich dann umzudrehen und auf den Polizisten zuzurennen ist die dämlichste Idee die man haben kann. Denn diesen Angriff muss der Polizist mit der Schusswaffe abwehren. Und zwar so wie er es in der Ausbildung gelernt hat. So lange auf das Zentrum der Masse (=Oberkörper) schießen, bis der Angriff sichtbar beendet ist (=Angreifer am Boden ist). Auf die Beine (außer dem Brustbein) schießt niemand im Verteidigungsschießen. Das gehört ins Märchenbuch.

Und es geht nicht darum, was der Getötete vorher gemacht hat. Es geht rein darum, dass er so, blöd war, einen Polizisten anzugreifen. Und der muss sich verteidigen. Denn er ist nicht der Aggressor, sondern der, der seinen Job macht. Und der, der jedes Recht der Welt hat abends wieder gesund und lebend zu Frau und Kindern heim zu kommen. Verwechseln Sie also bitte nicht Ursache und Wirkung...

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