Forum: Panorama
Tod von Tugce Albayrak: Schläger Sanel M. war betrunken
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Als er Tugce Albayrak niederschlug, war Sanel M. schwer alkoholisiert - noch Stunden später hatte er 1,4 Promille Alkohol im Blut. Der SPIEGEL rekonstruiert die Biografie eines jungen Mannes, bei dem die Integration verheerend scheiterte.

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keinereiner 07.12.2014, 14:35
80.

Zitat von nichtfritz
Und 98% trinken einfach ab und zu ein Bierchen/Weinchen, haben ihren Spaß damit und sind völlig problemlos dabei - wollen Sie denen ihr Feierabendbierchen verbieten, weil eine Handvoll Widerlinge (auch) nicht mit dem Alk umgehen kann?
Auch wenn sie zum großen Teil recht haben, sind die Zahlen aber viel zu gering. Etwa 10 Millionen Bundesbürger trinken eine bedenklich hohe Menge Alkohol pro Tag. Wenn man da die Kinder herausrechnet macht das schon einen gehörigen Anteil an der Bevölkerung, die wohl keinen richtigen Umgang mit der Volksdroge gelernt haben.
Zudem muss man sich über Beschaffungskriminalität bei Preiserhöhungen sicher noch keine Gedanken machen, sonst müsste man ja im Moment auch vor Antialkoholikern Angst haben schließlich sind alkoholfreie Getränke in Restaurant auch teurer (bis auf nen kleineres Wasser) und bis auf die billige eklige Eigenmarken Limonade bekommt man auch im Supermarkt nichts billiges als Bier.

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Incredibleois 07.12.2014, 14:38
81.

Zitat von patwo
Vielleicht sollte endlich mal mit einem gerade bei den so schnell Empörten weit verbreiteten Irrtum aufgeräumt werden: meines bescheidenen Wissens nach (bitte korrigieren Sie mich) ist ein Rausch weder strafbefreiend noch strafmildernd. Stellt das Gericht eine Tat im Rausch fest, wird der Täter deswegen also mitnichten freigesprochen oder milder bestraft. ...
Sie haben zwar recht, dass man wegen Rauschtaten durchaus bestraft werden kann, aber natürlich kann wegen eines Rausches die Strafe gemildert werden. 21StGB versteht sich so, dass ab einer Tatzeit BAK von 2,0 eine Milderung in Betracht kommt. Allerdings NUR, wenn Indizien dafür vorliegen, dass der Täter auch wirklich so voll war, dass er Ausfallerscheinungen hatte. Und hier konnte der Beschuldigte ja offenbar noch klar sprechen...

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datini 07.12.2014, 14:41
82. Typisch Nachkriegsdeutsch!

Ich war als Jugendlicher auch so ähnlich geartet. Wenn ich ehrlich bin, alles mal in leicht verständlichen Vokabeln schreibe damit jeder etwas anfangen kann, mir half nur " die Angst vor Strafe und Verlust des Ansehens " letzteres bekommt man heute mit genügend Kerben im danach benannten Holz. Ich darf gar nicht daran denken was eine Gesetzgebung anderer Qualität alles hätte verhindern können und uns vor dem was uns in Zukunft noch blüht ersparen können.. Aber immer schön "ein Hoch auf Uns".. Wenn ich den Song gerade höre möchte ich gedanklich mal AMOK laufen. Ich unterdrücke es..

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jjcamera 07.12.2014, 14:42
83.

Zitat von European
ist ein häufiger Satz der im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen fällt, während der Satz "Er stand zur Tatzeit unter dem Einfluss von Cannabis" so gut wie unbekannt ist. Es wäre geschmacklos ein "Was wäre wenn" vom Stapel zu lassen, aber Menschen die ein ernsthaftes Interesse an der Reduktion von Gewaltverbrechen haben sollten sich für eine Legalisierung von Cannabis einsetzen da es dadurch unweigerlich mittels Verdrängung zu einer Reduktion des Alkohol Konsums kommen würde.
In den US Staaten, in denen Cannabis legalisiert wurde, ist die Zahl der häuslichen Gewalttaten signifikant zurückgegangen.
Auch nach meinem Rechtsverständnis müsste eine Tat unter Alkoholeinfluss härter bestraft werden.

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Tiberiumdue 07.12.2014, 14:42
84. Integration ?

Wieso muss jemand integriert werden wenn er in Deutschland geboren ist ?! Wenn ein in Deutschland geborener seine "Heimat" immer noch in Serbien oder anderswo sieht ist er wohl gar nicht integrationswillig ! Vielleicht sollte man jemanden wie diesen Täter für ein Jahr in seine "Heimat" schicken und ihm dort die gleichen Straftaten verüben lassen wie bei uns in Deutschland . mal gespannt wie es dann dort aussieht ! Auf jeden fall wissen wir ja nun alle das er stark betrunken war - wird ihm bei der Urteilsverkündung mit Sicherheit positiv ausgelegt werden....

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quak_quak 07.12.2014, 14:43
85. Von allen anderen mit offenen Armen empfangen?!

Zitat von Seventh-Son
Die Integration muss vor allem durch andere Kinder erfolgen - denn durch die Interaktion mit anderen, entscheidet sich der Weg. Wenn ein serbisches, türkisches, deutsches etc. Kind von alle anderen akzeptiert, mit offenen Armen empfangen und sein Sozialverhalten belohnt wird, dann braucht es keine eigene Subkultur und kein Aufplustern durch Gewalt. Andernfalls sucht das Individuum seine Wege um sein Ego stärken. Das soll Straftäter keinesfalls freisprechen (irgendwann ist jeder erwachsen, und sollte zwischen richtig und falschen entscheiden können), aber evtl. können manche zeitig in die richtigen Bahnen gelenkt werden, wenn die Stellschrauben an den richtigen Stellen (in der Einstellung aller Kinder gegenüber anderen) justiert werden.
Was für ein absurder Anpsruch. Jeder Mensch muss mit Ablehnung fertig werden, (fast) jeder muss irgendwann akzeptieren, dass er nicht Oberhäuptling sein kann.

Und natürlich wollen schon Kinder meist wenig mit demjenigen zu tun haben, der seinem Frust über nicht allzeit offene Arme mit seinen Fäusten Nachdruck verleiht. Eins meiner Kinder hatten eine Phase, wo es gerade von solch ´benachteiligten` Kindern angezogen wurde. Ich musste dem irgendwann einen Riegel vorschieben, weil der Lerneffekt immer in die falsche Richtung ging.

Zu den Bedürfnissen würde ich sagen: jeder braucht das Gefühl, eine Chance zu haben. Aber jeder muss auch die Grenzen und Bedürfnisse der anderen respektieren. Nach dem Wenigen, was über den jungen Mann bekannt ist, hatte er Chancen, war auf einem guten Weg - und dann war es immer noch nicht genug, seinen Ansprüchen gerecht, die Anforderungen mehr als er leisten wollte oder konnte - und da sehe ich das Hauptproblem, was durch Sozialarbeiter allenfalls noch bestärkt wird: Schuld sind immer die anderen (die Gesellschaft), Regeln werden permanent aufgeweicht, echte Grenzen gibt es viel zu spät. Sowas kommt eben von sowas...

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e_d_f 07.12.2014, 14:44
86. Fehlende Sachkenntnis!

Die Diskussion hier läuft offensichtlich ohne das nötige Hintergrundwissen: Der Sandschak ist ein mehrheitlich von Muslimen besiedeltes Gebiet in Serbien. Die dort lebenden Serben sind während der osmanischen Besetzung mehrheitlich zum Islam konvertiert und werden dafür von den übrigen Serben, die dem serbisch-orthodoxen Glauben treu geblieben sind, verachtet und als Bürger zweiter Klasse behandelt. Dementsprechend unterentwickelt ist auch die Region Sandschak. In dieser Situation wenden sich die „Sandschaker“ zunehmend dem strengen Islam zu, wie mir wiederholte Besuche in der Sandschak-Hauptstadt Novi Pazar vor Augen geführt haben. Vormals kein Problem, ist es dort heute fast unmöglich geworden, im Restaurant ein Bier zum Essen zu bekommen. Die Sandschaker grenzen sich offenbar aus Frust und Trotz immer mehr vom restlichen (orthodoxen) Serbien ab, und es würde nicht verwundern, wenn dort der nächste Balkan-Konflikt entstehen könnte. Die Ursache der Rückständigkeit des Sandschak sehe ich einerseits in der Vernachlässigung der Region durch Belgrad, aber auch in der selbst konservierten Rückständigkeit. Ein Besuch in Novi Pazar zeigt dies überdeutlich.

Wenn der Schläger Sanel sich als Sandschaker bezeichnet, dann ist er mit Sicherheit ein muslimischer Serbe, der sich, wie die anderen Sandschaker, von den übrigen Serben ausgegrenzt fühlt. Ein orthodoxer Serbe, der im Sandschak wohnt, und die gibt es, wenn auch meist in abgeschotteten Enklaven, würde sich immer als Serbe, nicht als Sandschaker bezeichnen; so wie die Serben im Kosovo. Dieses offenbar auch in Deutschland aufrecht erhaltene Selbstverständnis als Mitglied einer benachteiligten, ja unterdrückten Minderheit (Sandschaker) hat der Schläger Sanel offenbar konserviert, obwohl er in Deutschland die Chance gehabt hätte, dieses Etikett abzulegen, da dieser Konflikt in Deutschland weitgehend unbekannt ist. Aus Trotz und falschem Stolz wird die Identität als Sandschaker betont. Im Sandschak gilt der Widerstand gegen den serbischen Staat häufig als eine Art Freiheitskampf gegen Belgrad. Die besonders hohe Kriminalitätsrate im Sandschak erklärt sich so sehr leicht: Kriminelle Handlungen gegen den Staat bzw. gegen die orthodoxen Serben werden vielfach als berechtigter Widerstand gegen ein verhasstes System, ja Fremdherrschaft verstanden und legitimiert. Eine hohe Kriminalitätsrate ist so vorprogrammiert. Diese heimatliche Prägung scheint von Sanel bzw. seinen Eltern offenbar nach Deutschland mitgenommen worden zu sein, was einmal mehr zeigt, wie schwierig die Integration von kulturfremden Personen aus Konfliktregionen ist.

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myspiegel 07.12.2014, 14:44
87.

Komisch, dass Südostasiaten bereits in der 1. Generation besser integriert sind als Südosteuropäer oder Nordwestasiaten in der 2.-5. Generation. Muss was mit Kultur zu tun haben...

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toskana2 07.12.2014, 14:46
88. Spazierengehen

Bei manchen Mitbürgern schein Besoffensein ein Freibrief für allerlei Ventilierungstaten!

"Mißlungene Intergration" dürfte der nächste Ablassbrief sein.

Na dann freuen wir uns auf unseren nächsten Spaziergang vor!

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endoskeletton 07.12.2014, 14:46
89.

Zitat von European
ist ein häufiger Satz der im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen fällt, während der Satz "Er stand zur Tatzeit unter dem Einfluss von Cannabis" so gut wie unbekannt ist. Es wäre geschmacklos ein "Was wäre wenn" vom Stapel zu lassen, aber Menschen die ein ernsthaftes Interesse an der Reduktion von Gewaltverbrechen haben sollten sich für eine Legalisierung von Cannabis einsetzen da es dadurch unweigerlich mittels Verdrängung zu einer Reduktion des Alkohol Konsums kommen würde.
Selten so einen Unfug gelesen, kann man davon ausgehen, dass Sie gerade berauscht sind !?

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