Forum: Panorama
Todesfälle durch Schusswaffen: Viel mehr Suizide als Morde
Statista, SPIEGEL ONLINE

33.000 Menschen sterben in den USA jährlich durch Schusswaffen - bei nur etwa einem Drittel davon handelt es sich um Mordfälle. Die Infografik der Woche.

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drool 19.11.2016, 07:47
1. Daten sind eit etlichen Jahren bekannt.

Besonders erstaunlich ist, daß die große Anzahl von Waffenverbrechen fast ausschließlich von einer vergleichsweise winzigen Minderheit in eng begrenzten Gebieten begangen werden. Die überwiegende Anzahl der Fälle sind "gang related" also durchgeführt von Banden-Mitgliedern gegen Mitglieder anderer Gangs. Primär Schwarze gegen Schwarze oder Hispanics gegen Hispanics (die in den Statistiken als Weiße gezählt werden). Es geht um Gebietskämpfe und Drogen. Überfälle, Raub und andere Verbrechen folgen erst mit einigem Abstand.

Die Gesamtzahl der Suizide ist in den USA übrigens nicht höher als in Europa - nur das Tatmittel ist häufiger eine Schußwaffe.

Weitere - bestens belegte - Daten unter gunfacts.info

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vanayulmaiel 19.11.2016, 08:22
2. Zwar eine Erkenntnis,

aber nicht weniger schlimm. Die Suizide hätten vielleicht auch auf andere Weise stattgefunden, aber dennoch waren sie durch die Selbstverständlichkeit, in den USA eine Waffe zu nutzen erheblich unterstützt worden.
Auch die Zahl der Morde sind weitaus mehr und erschütternd.
In welche Kategorie fallen den Tote durch Polizeiwaffengewalt?

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quark2@mailinator.com 19.11.2016, 09:50
3.

Tja, wenn man alt ist und nicht in eines dieser Heime will, wo eine Person zeitweise für 2 Etagen verantwortlich ist (selbst mehrfach gesehen) ... aber wir sind ja so human, den Menschen eine schnelle Lösung zu versagen und erzwingen langsames Sterben. Zyniker meinen, eine zu hohe Suizid-Rate in der Statistik würde nur das Land schlecht dastehen lassen. Ehrlich gesagt finde ich das eine der schlimmsten Tatsachen des heutigen Reallebens. Jeder sollte Recht und Möglichkeit haben, sein Leben zu gestalten, wie er es möchte, solange es anderen nicht schadet.

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hansgustor 19.11.2016, 11:01
4. 50 mal

Dann rechnen wir mal auch die Selbstmorde in Deutschland raus, dann ist die Wahrscheinlichkeit in den USA erschossen zu werden sogar 50 mal höher als hier.

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sarkasmis 19.11.2016, 12:24
5. Lokführer

In Deutschland überfährt statistisch glaube ich jeder Lokführer einmal im Leben einen Menschen. Viele werden davon massivst traumatisiert. Ganz abgesehen von Fahrgästen die eine völlig zerissene Leiche sehen müssen und zuletzt auch den volkswirtschaftlichen Folgen. Als ich meinen Wehrdienst ableistete hat sich auf meiner Strecke regelmäßig jemand gedacht, er müsse sich ausgerechnet im Sommer, am Freitag mittag aufs Gleis legen. Ich wäre froh gewesen, wenn sich diese Menschen im stillen Kämmerlein selbst getötet hätten. Es gibt ein Recht auf Suizid, aber keines darauf damit andere Menschen zu behelligen.
Die USA sind in der Hinsicht weiter. Waffen sind für eine Gesellschaft kein besonderes Problem, wenn sichergestellt ist, dass die Waffenbesitzer vernünftige und anständige Leute sind.

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Syrus 19.11.2016, 15:54
6. Recht vs. Pflicht

Leider gibt es kein Recht auf Suizid. Unsere Gesellschaft hat aus dem Recht auf Leben schon lange eine Pflicht zum Leben gemacht. Ich habe miterlebt, wie sich zwei meiner Großeltern über Jahre gequält haben. Es war längst keine Besserung mehr in Sicht, meine Großmutter väterlicherseits, bettlägrig, teilweise gelähmt, beinahe unfähig zu sprechen, wollte eigentlich nur noch in Ruhe sterben dürfen. Natürlich musste sie sich bis zum bitteren Ende am Leben erhalten lassen. Beim Großvater mütterlicherseits lief es ähnlich.
Jemand, der in jüngeren Jahren und ohne schwere Krankheit den Wunsch nach Suizid äußert, landet direkt in der Psychiatrie. Egal, wie ernsthaft der Wunsch vorgetragen und wie er begründet wird. Niemand würde sich vor einen Zug werfen, wenn es möglich wäre, sich nach Beratung und notarieller Beurkundung einen wirksamen Medikamentencocktail aushändigen zu lassen.
Zu Tieren sind wir oft humaner als zu Menschen. Mein Hund wird einmal deutlich weniger zu leiden haben als meine Großeltern es mussten.

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heletz 19.11.2016, 16:03
7. Gefälschte

Schönes Beispiel, wie man mit Zahlen lügen kann!

Laut FBI sind es nämlich 8124 Morde.
https://ucr.fbi.gov/crime-in-the-u.s/2014/crime-in-the-u.s.-2014/tables/expanded-homicide-data/expanded_homicide_data_table_8_murder_victims_by_w eapon_2010-2014.xls

Offensichtlich werden da auch alle anderen Morde miteingerechnet vom Spiegel.

Suizide sind grundsätzlich erstmal uninteressant, da beim Fehlen des Tatmittels der Betreffende ein anderes wählt (Strick, Sturz vom Kirchturm etc.)

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Newspeak 19.11.2016, 17:56
8. ...

Zitat von sarkasmis
[...] Waffen sind für eine Gesellschaft kein besonderes Problem, wenn sichergestellt ist, dass die Waffenbesitzer vernünftige und anständige Leute sind.
Es gibt gute Gründe, anzunehmen, daß es keine vernünftigen und anständigen Leute gibt. Zumindest stellt man erstaunlich oft fest, daß der Mörder vernünftig und anständig war, bis, nun ja, zum Mord.

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ludgermoritzer 19.11.2016, 18:03
9. Depression, verzweiflung

An diesem Beitrag und bei den Kommentatoren fehlt mir hier der Aspekt, dass die Krankheit Depression noch immer tabuisiert wird. Es ist sehr schlimm, an dieser Krankheit zu leiden, bin selbst betroffen, aber Verständnis, nur in den wenigsten Faellen. Ich vermute mal, leider, dass wenn es in Deutschland ein lockerer Waffenbesitz möglich wäre, dann wäre es hier genauso.
Nicht wegen der Depression an sich, sondern wegen der mangelnden Akzeptanz in der Gesellschaft.

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