Forum: Panorama
Todesschacht von Totalán: Ist Julen ein Opfer der "Mondscheinlöcher"?
DPA/ Bomberos De Malaga/ Europa Press

Starb der kleine Julen, weil Spanien verdorrt? Bauern helfen sich mit illegalen Brunnen-Bohrungen gegen die Dürre. Die geschätzte Zahl solcher tückischen, potenziell tödlichen Löcher: über eine Million.

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Bernhard.R 26.01.2019, 15:51
10. Gibt es dort keinen Bürgermeister?

Wenn nachts ein solches Loch gebohrt wird, verursacht das Lärm. Es belibt ein tonnenschwerer Aushub. So etwas hat keine Amtsperson bemerkt?

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Björn L 26.01.2019, 16:00
11. @6 Grausamer Kommentar

Selbst Helikopter-Eltern können sowas nicht kommen sehen, geschweige solches im Vorstellungsvermögen integrieren. Gut, dass ihre Kinder hinter Zäunen groß werden, dann können sie diese beruhigt auf den Schulhof lassen und deren Mobbing vorbereitend entgegen treten. Kinder sind keine Hunde. Grausamer Kommentar.

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Teddi 26.01.2019, 16:01
12. Hört da draußen einer zu?

Dieses Unglück demonstriert eindeutig, wie gedankenlos und undankbar die Menschen im Ganzen mit unserer kostbaren Mutter Erde umgehen. Alles wird nur zum Eigennutzen verwendet oder geändert. Und dann, wenn alles kaputt ist, überlegt man sich z.B. wie man mit Riesennetzen den Plastikmüll aus dem Meer fischen kann, statt zuerst einmal die Produktion von nicht-bioabbaubaren Plastikverpackungen zu verbieten. Oder man lässt den Milchbauern einfach pleitegehen, statt ihm einen anständigen Preis zu bezahlen, auch wenn dann die Milch etwas teurer wird. Und wenn man Löcher bohrt, holt man doch Erde da heraus. Warum liegt die nicht in der Nähe, um das Loch damit wieder zu verschließen? Warum gibt es keine Gesetze, dass man solche Löcher umzäunen muss? Warum darf bei einem solchen Notstand, wie er über Spanien berichtet wird, ein Bohrunternehmen ohne gerichtliche Erlaubnis bohren? Ich könnte noch zwanzig weitere Fragen stellen, doch das kümmert keine Industrie, die nur auf den Erlös schaut und den einfachen, arbeitenden Menschen dabei kaputt macht. Die Erde wird auf verschiedenste Weise ständig missbraucht und zerstört. Auch der Tod eines kleinen, zweijährigen Julen wird das Denken der Manager von Großunternehmen und gewählten Verantwortlichen in Regierungen keinen großen Eindruck schinden. Ich wünschte es wäre anders.

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LauraD 26.01.2019, 16:15
13. @7 Werner Koben

Das kann ich aus eigener Anschauung bestätigen: Ich fliege seit vielen Jahren über Spanien und den französischen Süden: Wo noch vor 10 oder 20 Jahren Brachgegenden mit vereinzeltem Grün war, findet man heute intensiv künstlich bewässerte Landwirtschafts-Flächen. Wie Sie richtig sagen: Der kleine Julen wäre wohl nicht in ein solches Bohrloch gefallen, müßten wir nicht im tiefsten Winter Paprika und exotische Früchte kaufen (auf die unser Organismus im Winter-Stoffwechsel auch gar nicht so positiv reagiert). Eine Frage bleibt allerdings: Man hat mindestens 2000 Euro für eine Bohrung über, dann aber nicht mal einen Hunderter für eine solide Stahlbetonplatte, oder zumindest das Auffüllen mit Gestein und Abraum? Solche Landbesitzer sollten sich vor Gericht verantworten müssen (auch bei der sehr entspannten spanischen Justiz): Schon in einer Generation weiß niemand mehr, wo solche Tiefbohrungen liegen und Gefahren für jeden Passanten oder auch Hausbau darstellen.

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a-cause-de 26.01.2019, 16:20
14. Der Umgang mit Wasser

Die Eltern des Jungen und das Kind tun mir unendlich leid. Einen Schuldigen zu suchen, wir dauern. Wenn aber beklagt wird, dass spanische Bauern verzweifelt (und illegal) nach Wasser bohren, so fehlt mir immer der Hinweis, dass das Land nicht nur wenig natürliche Wasservorräte hat, sondern es sind auch viel zu viele Menschen (Einwohner plus Touristen), die sich das vorhandene Wasser teilen. In den Hotels wird geduscht wie im regenreichen Mitteleuropa, Pools werden befüllt und Golfplätze gewässert. Den Bauern fehlt dann das Wasser. Wenn Menschen so verschwenderisch leben wollen, müssten sie wenigere sein.

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permissiveactionlink 26.01.2019, 16:21
15. #5, jj2005

Nun, eigentlich ist die genaue Masse des Erdaushubes bei der Tragik, mit der die Geschichte endete, nicht wirklich wichtig. Aber Ihre Vermutung, es könne sich eher um lediglich 40 oder 80 Tonnen handeln, ist irrational. Zum Einen kann man aus Durchmesser und Tiefe des Schachtes berechnen, dass das Aushubvolumen bei ((0,6m)^2*pi*(82m-25m)) Kubikmeter gelegen haben muss. Also ca. 64,5 Kubikmeter. Das entspricht etwa 130 bis 160 Tonnen Erdreich. Zum Anderen beginnt der neue Schacht allerdings erst auf einer Plattform in 25 m Tiefe. Wie das Foto zeigt, musste dafür zunächst eine umgekehrt kegelstumpfförmige Vertiefung gegraben werden, die oben mindestens 10m, unten mindestens 3m Radius hat. Das entpricht dann allein schon 3640 Kubikmeter mit 7280 bis 9100 Tonnen Erdreich. Und auch das ist nur eine grobe Schätzung. 80.000 Tonnen scheinen auch mir übertrieben (Das entspricht dem Aushub eines kreisförmigen (Radius = 5m), 510 m tiefen Schachtes mit Erdreich der Dichte 2 Tonnen pro Kubikmeter), aber man muss ja nicht jede Information auf die Goldwaage legen. Dem toten Jungen nützt es leider ohnehin nichts mehr....

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Björn L 26.01.2019, 16:23
16. Korrektur meine @5 - Der Eltern Schuld wegen Aufsichtspflicht

Zitat von Björn L
Selbst Helikopter-Eltern können sowas nicht kommen sehen, geschweige solches im Vorstellungsvermögen integrieren. Gut, dass ihre Kinder hinter Zäunen groß werden, dann können sie diese beruhigt auf den Schulhof lassen und deren Mobbing vorbereitend entgegen treten. Kinder sind keine Hunde. Grausamer Kommentar.
meinte Beitrag Nr 5

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betonklotz 26.01.2019, 16:23
17. Mittel- bis langfristig bringen diese Löcher doch eh´nix.

Wenn kein Wasser mehr da ist kann man buddeln so viel man will. Und ja, daß liegt primär an der Art der Landwirtschaft, der Klimawandel mag da noch verschärfend wirken, ist aber nicht die Hauptursache. Was den armen Jungen angeht. Man kann eigentlich nur hoffen daß es schnell gegangen ist.

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isar56 26.01.2019, 16:24
18.

Zitat von Werner Koben
Das Schicksal des kleinen Jungen ist traurig. Ihn allerdings wie im Artikel als "ein mittelbares Opfer des Klimawandels" zu bezeichnen, ist etwas simpel. Der Grundwasserspiegel sinkt in Südspanien seit langem durch den exzessiven Wasserverbrauch einer Landwirtschaft, die ganz Europa rund ums Jahr mit frischem Obst und Gemüse versorgt und dafür hemmungslosen Raubbau an der Natur betreibt. Dafür pauschal "den Klimawandel" verantwortlich zu machen, verschweigt die konkreten Ursachen vor Ort und den Zusammenhang mit den frischen Tomaten, die wir im Winter so gerne im Supermarkt kaufen.
So ähnlich erklärte mir ein Biolandwirt in einem anderen Zusammenhang die Situation im Sommer 2018 auch.
Er fuhr die beste Ernte seit vielen Jahren ein und führt es darauf zurück, dass er eben nicht kilometerlange
Maisfelder bewirtschaftet. Er erntete jede Menge Obst, Gemüse und Heu.
Es ist ein Unding ,hier einfach die Eltern verantwortlich zu machen... oder die Bergmänner, die sicher bis zur Erschöpfung schufteten, um den Kleinen zu bergen. Toll, dass es Menschen gibt, die vom Sofa aus viiiiel besser auf das Kind geachtet und viiiiel schneller gegraben hätten.
Wer ahnt mitten in der Pampa ein 100 m tiefes Loch in der Erde. Der Natur werden die letzten Reserven heraus gequetscht. Aus Boden, Luft und Wasser, um Lebensmittel en masse anzubauen, die dann zu einem Drittel im Müll landen.
Es war schlicht ein fürchterliches Unglück. Den Eltern wünsche ich unendlich viel Kraft. ... und allen *Gscheidhafen* dass sie vor solch einer persönlichen Katastrophe bewahrt werden mögen.

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doncorone 26.01.2019, 16:25
19. Äußerst traurig, aber ...

den Jungen zu einem Opfer des Klimawandels zu machen ist mit Verlaub gesagt maximal hirnrissige Folklore.

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