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Tödliches Autorennen: BGH kippt Mordurteil gegen Berliner Raser
DPA

Auf dem Berliner Ku'damm lieferten sich zwei junge Männer ein Autorennen, ein Unbeteiligter starb. Ein Landgericht verurteilte sie wegen Mordes, diese Entscheidung hat der Bundesgerichtshof nun revidiert.

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michael1971 01.03.2018, 15:28
10. Das Rennen kann weitergehen..

In der juristischen Sache ist es sicher richtig, es fehlt das Mordmotiv / die Tötungsabsicht.
Hinter dem ursprünglichen Urteil steckt aber der Versuch, dem zunehmend beliebten "Sport" ein Urteil zur Abschreckung entgegenzusetzen.
Andere Maßnahmen sollten aber ergriffen werden, beispielsweise denen, die erwischt werden, das Auto und den Führerschein wegnehmen, wenigstens für 2 Jahre, bzw. bis sie zur geistigen Reife gefunden haben.

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thommy05 01.03.2018, 15:28
11. was heisst Vorsatz?

ein Urteil wegenMord ist schon zu heftig. aber mit fahrläsdig hat dieses Verhalten noch viel weniger zu tun. wenn bei unseren geltenden Gesetzen Vorsatz automatisch Mord bedeuten würde: Dann, ok, war es Mord. Wie dehnbar sind unsere Gesetze. Fahrlässig, bedingt vorsätzlich, vorsätzlich. wen sich einer mit 2,5 Promile hinzers Steuer setz, handeltber mM nicht fahrlässig.

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zia-zaruba 01.03.2018, 15:29
12. Man darf also

darauf gespannt sein wie das Urteil gesprochen wird. Möglicherweise wird ja in Betracht gezogen, dass wenn die zwei Fahrer keinen Führerschein mehr haben und Lebenslang erhalten auch ein Volkswirtschaftlicher Schaden entsteht. Immerhin sind es ja , wie man an ihren KfZ sehen kann zahlungskräftige Endverbraucher. "SUMMA SUMMARUM" könnte also das Gericht entscheiden, dass die Jungs in Freiheit mit Führerschein, den entstandenen Schaden in der Hinsicht wieder gut machen, dass sie in die Rentenkasse einzahlen und eine mögliche Witwe dadurch AUCH profitiert. ++++ausserdem waren es vermutlich keine Dieselfahrzeuge. Da haben sie ja auch alles richtig gemacht +++ CHECK und Ende+++

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tessa98 01.03.2018, 15:30
13.

Es fehlt mir im Moment noch eine plausible Begründung. Wenn der Tod eines Menschen billigend in Kauf genommen wird, nur um seinem Spaß nachzugehen, wobei man genau weiß, dass Straßenrennen nicht erlaubt sind, dann ist es bedingter Vorsatz, wenn ein unbeteiligter Mensch dabei stirbt. Die innere Einstellung des Täters ist in dem Fall folgende: „na, wenn schon, mir doch egal“. Sie hatten zudem noch das Auto „als eine Art Waffe“ dabei.
Sicher wäre es aber sinnvoll, endlich den aus der Nazizeit stammenden Mordparagraphen 211, an dem ein späterer unfassbar fürchterlicher Richter namens Roland Freisler mitgewirkt hat, neu zu formulieren. Normalerweise wird im Strafgesetzbuch immer eine strafbare Handlung formuliert; hier wird definiert „wer Mörder“ sein soll. Es wird Zeit.

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StefanXX 01.03.2018, 15:30
14. Richtiges Urteil, Strafmaße sind reformbedürftig

So sehr mich das Verhalten dieser Raser auch anwidert - es widert mich einfach nur an - aber das Urteil ist in meinen Augen leider richtig und gerecht. Der Vorsatz zur Teilnahme an einem Rennen ist auf keinen Fall mit einem Tötungsvorsatz gleichzusetzen. Das Problem liegt doch ganz woanders, nämlich in den viel zu geringen Strafmaßen, die es z.B. für Totschlag gibt. Daher hat man versucht die Täter in Richtung Mord zu bringen, um das Strafmaß erhöhen zu können. Was also eigentlich dringend reformbedürftig ist, ist das Strafmaß für Körperverletzungsdelikte. Wenn ich sehe wie lächerlich gering da teilweise die Strafen ausfallen wenn jemand einen anderen halb tot prügelt im Vergleich zu Strafen bei finanziellen Vergehen z.B., dann weiß ich worauf in unserer Gesellschaft das Hauptaugenmerk liegt. Und das liegt - zumindest juristisch - leider nicht beim Menschen. Und jetzt soll mir keiner damit kommen dass das höhere Strafen keinen Abschreckungseffekt hätten. Erstens ist diese These äußerst umstritten und zweitens ist das nur ein Aspekt dabei. Der zweite Aspekt bei Strafen wird immer gerne vergessen, nämlich die Allgemeinheit vor dem Täter zu schützen.

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g_bec 01.03.2018, 15:34
15. Dass

Zitat von sozialismusfürreiche
... was kommt als nächstes? Tempo 200 auf der Autobahn ist deutlich über der Richtgeschwindigkeit. Bei einem Unfall trägt man auf jeden Fall eine Mitschuld. Aber ist das auch schon genug wegen Mordes verurteilt zu werden, wenn jemand dabei stirbt? Wo is hier die Grenze?
Dass das Fahren mit 200 km/h auf einer dazu bestimmten Schnellstraße ohne Tempolimit (die werden extra dafür ohne Kreuzungen und Ampeln gebaut!) denn doch etwas anderes ist, als das Rasen innerhalb geschlossener Ortschaften, kommt Ihnen dabei nicht in den Sinn?
Empfehlung: Fahrschulen bieten Auffrischungsseminare an für diejenigen, die sich mit den Regeln der StVO nicht mehr so gut auskennen.

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RustinCohle 01.03.2018, 15:41
16. 170 km/h in der Stadt ...

11 rote Ampeln hintereinander überfahren ... bis zum fatalen Crash. Aber der BGH vermag keine Tötungsabsicht erkennen. Eine Verhöhnung des Opfers und zugleich ein höchstrichterlich ausgestellter Freibrief für all die Idioten, die bis zum heutigen Tag den Ku'Damm mit "geliehenen" Boliden als private Rennstrecke missbrauchen.

Den Karlsruher Richtern wäre zu empfehlen gewesen, mal hinter ihren Schreibtischen hervorzukommen, sich an einem beliebigen Sonntagnachmittag bei einer Tasse Kaffee vors Kempinski zu setzen und das Treiben dieser zumindest in Berlin überwiegend „südländischen“ Klientel mal persönlich in Augenschein zu nehmen. Vielleicht wäre dann der einen oder anderen Rotrobe Zweifel hinsichtlich der Negierung eines Tötungsvorsatzes gekommen.

Dem Kampf gegen diese Form der Raserei hat der BGH einen Bärendienst erwiesen. Der Irrsinn wird weitergehen und weitere Tote fordern. Auf wessen Konto die gehen, ist ab heute amtlich.

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olli_b 01.03.2018, 15:43
17.

Zitat von sozialismusfürreiche
... was kommt als nächstes? Tempo 200 auf der Autobahn ist deutlich über der Richtgeschwindigkeit. Bei einem Unfall trägt man auf jeden Fall eine Mitschuld. Aber ist das auch schon genug wegen Mordes verurteilt zu werden, wenn jemand dabei stirbt? Wo is hier die Grenze?
Irgendwo dazwischen?

Erstens darf man an diesen Stellen 200 fahren, zweitens gibt es dort weniger Fußgänger und Radfahrer, die man dabei abräumen kann und drittens rechtfertigt auch das nicht alles, denn die Mitschuld bekommt man ja dann, wenn man bei 130 am Unfall überhaupt nicht schuld wäre.

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