Forum: Panorama
Tote Säuglinge in Mainz: Eine Frage der Hygiene

Der Tod von drei Frühchen soll nichts mit mangelnder Krankenhaushygiene an sich zu tun haben - behauptet das Uniklinikum Mainz. Kritiker sehen in der Argumentation ein unhaltbares Ablenkmanöver. Nur eine massive Verschmutzung von Infusionen könne so fatale Folgen haben.

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Björn Borg 24.08.2010, 17:34
1. Geiz ist Geil (FDP-Slogan im Gesundheitswesen)

Zitat von sysop
Der Tod von drei Frühchen soll nichts mit mangelnder Krankenhaushygiene an sich zu tun haben - behauptet das Uniklinikum Mainz. Kritiker sehen in der Argumentation ein unhaltbares Ablenkmanöver. Nur eine massive Verschmutzung von Infusionen könne so fatale Folgen haben.
Dann also nochmal: Seit in den Krankenhäusern gespart, seit in den Krankenhäusern massiv auch am Personal gespart wird, fehlen den verbliebenen Mitarbeitern schlicht Zeit und Muße, um die längst vorhandenen und wirksamen Hygienvorschriften in jedem Fall einzuhalten!
Als Thatcher in Großbritannien damals ähnlich massiv bei den Krankenhäusern zu sparen anfing, schnellten dort die Infektionen dramatisch in die Höhe!
Wir brauchen keine neuen Gesetze, Herr Rössler, sondern wir brauchen (wieder) mehr Personal in den Kliniken!!!

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hygieia 24.08.2010, 17:39
2. Mainz ist überall

Der Skandal in Mainz ist kein Skandal, vielmehr ist seit Jahrzehnten bekannt, das jährlich bis zu 40.000 Menschen an Krankenhausinfektionen sterben. Und natürlich ist auch bekannt, das es ausschließlich das fehlende Hygienebewusstsein bei Ärzten und Pflegenden ist, das zu diesem Horror führt.
Richtig ärgerlich ist es, dass beim Infektionstod von Babys alle aufschreien und ein Medien- Hype beginnt, während die anderen 39.996 meist älteren Menschen unbemerkt an den gleichen Felern sterben.
Solange es keine wirkungsvolle, mit Sanktionen handelnde Kontrolle gibt, wird das so weitergehen. Wer sehen will, wie es bsser geht, schaue in die Niederlande!

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AusLesender 24.08.2010, 17:42
3. Krankenhaus ungleich Sauberkeit

Aus eigener Erfahrung, weiß ich um die teilsweise katastrophalen Zustände in Krankenhäusern. Es ist eine Dekade her, da habe ich Netzwerkkabel in einem Krankenhaus velegt. Also Deckenplatten anheben, in den Zwischenboden kriechen und Kabel über der Schulter die Gänge entlang. In den Zwischenböden fand ich außer den Unmengen an Staub, auch Reste von Essen und tote Tauben. Um mich zu orientieren, habe ich teilweise die Deckenplatten angehoben und mich in den unter mir liegenden Gängen umgeschaut. Bei einem dieser OrientierungsVersuche befand ich mich auf ein Mal in einem Zimmer der Intensivstation wieder. Unter mir lag ein Mann mit geschlossenen Augen und der Staub von der Decke rieselte neben sein Bett. Die Zimmer mögen sauber aussehen, aber das Drumherum ist meist alles andere als hygienisch rein. Man sollte nun nicht alle Kliniken über einen Kamm scheren, aber in den GesundheitsIndustrieBetrieben wird mit Sicherheit einiges gespart durch vernachlässigte Sauberkeit. Leider auf Kosten dessen was dort eigentlich erhalten oder wiederhergestellt werden soll, der Gesundheit der Menschen.

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zandkorrel 24.08.2010, 17:48
4. Quarantäne...

...ist die Antwort der Niederlande und Belgien auf Patienten, die von Deutschland in dortige Krankenhäuser verlegt werden. In diesen beiden Ländern will niemand die katastrophalen Hygienezustände der deutschen Kliniken importieren.
Es geht tatsächlich anders! Und nicht nur in der Hygiene. Belgien wäre in vieler Hinsicht für den Herrn Minister ein gutes Beispiel für gelungene und bezahlbare(!) Gesundheitspolitik.

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brunokoch 24.08.2010, 17:50
5.

Die Hygienevorschriften in deutschen Klinken sind völlig ausreichend, nur hält sich kaum jemand daran.
Würde das Personal diese Vorschriften einhalten, wäre ein Arbeiten kaum noch möglich. Für ein korrektes Hygieneverhalten sind die Kliniken inzwischen personell längst nicht mehr ausgestattet.

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Laserstrahl 24.08.2010, 17:52
6. "Todesfalle"

Werden unsere Spitäler zur "Todesfalle" für die Patienten? Wie gefährlich sind diese Keime und warum werden die Gefahren von den Krankenhäuser heruntergespielt. www.aerztepfusch.at Wenn Krankenhäuser krank machen.

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Hilfskraft 24.08.2010, 17:56
7. dt. Krankenhäuser = Keimbrutstätten

"...Rösler, selbst Arzt, will nach dem Tod dreier Säuglinge in einer Mainzer Klinik strengere Vorschriften diskutieren lassen."
Oh, wie ich diesen Rösler liebe!
Dieser Satz ist mega-stark.
40.000 Tote jedes Jahr sind kein Grund zur Besorgnis? Nicht für Rösler.
Erst diese 3 Babies sind der Anlaß über unsere Siffanstalten/Krankenhäuser zu diskutieren?
Ich wasche mir die Hände, ich diskutiere sie nicht.
Sonst werden sie NICHT sauber!
Man wischt nicht, wie beobachtet, mit einem Eimer Wasser Flure, Zimmer, Klos in beliebiger Reihenfolge mit dem selben Lappen. Das macht man nicht, auch wenn Wasser und Lappen teuer sind.
Schauplatz Intensivstation:
Als Besucher kommt man in einen Vorraum (Schleuse). Dort kostümiert man sich mit Einmalkittel, Tüten für Füße, Haare und Mundschutz als "klinisch rein". Waschbecken mit Desinfektionsmittel gibt es auch. Man sollte Ringe + Uhren abnehmen, Hände waschen und desinfizieren. Ob es getan wird, wird NICHT kontrolliert. Man wird nicht einmal gefragt oder gebeten.
Ob man vorher im Bus oder auf dem Klo Ekeliges angefaßt hat, sich gerade die rotzige Nase gewischt oder einen Hund gekrault hat, egal, man wird eingelassen und darf seinem, um Leben und Tod ringenden lieben Menschen Hände und Wangen streicheln.
Das gibt dem lieben Menschen dann den Rest.
H.

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bosemil 24.08.2010, 17:57
8. Und da kommt dieser Mövenpicker !

Zitat von sysop
Der Tod von drei Frühchen soll nichts mit mangelnder Krankenhaushygiene an sich zu tun haben - behauptet das Uniklinikum Mainz. Kritiker sehen in der Argumentation ein unhaltbares Ablenkmanöver. Nur eine massive Verschmutzung von Infusionen könne so fatale Folgen haben.
Anstatt das sich der Mövenpick-Rössler gedanken über die Verschärfung der Hygiene-Bestimmungen macht, sollte er sich mal mit der Personalpolitik der Krankenanstalten befassen. Hochqualifizierte werden mit Billiglöhnern ersetzt. Personal in unverantwortlicher Weise abgebaut. In manchen Krankenanstalten weden sogar OP-Schwester mit Arzthelferinnen ersetzt usw.usw.
Und da kommt dieser Kasper mit diesem Vorschlag.

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davincione 24.08.2010, 17:57
9. Wer hat noch nicht?

Zitat von AusLesender
Man sollte nun nicht alle Kliniken über einen Kamm scheren, aber in den GesundheitsIndustrieBetrieben wird mit Sicherheit einiges gespart durch vernachlässigte Sauberkeit. Leider auf Kosten dessen was dort eigentlich erhalten oder wiederhergestellt werden soll, der Gesundheit der Menschen.
So ist es! Beim Münchner Klinikskandal (ach, wer hat eigentlich noch keinen?) wurde nach vorne mit den Einsparungen geprotzt und nach hinten geschlampt!

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