Forum: Panorama
Treffen von Franziskus und Kirill: Ein Männerkuss, der Putin gefällt
AFP

Nach fast 1000 Jahren Zoff sollen katholische und orthodoxe Christen wieder zusammenfinden. Deswegen trafen sich Papst und Patriarch in Kubas Hauptstadt Havanna. Warum das ganz im Sinne des russischen Präsidenten ist - die Analyse.

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thequickeningishappening 13.02.2016, 07:53
1. Ein DIALOG ist

immer das beste Mittel des Austauschs zur Herstellung der
Balance.

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damp2012 13.02.2016, 08:09
2. Von Gott gesandt...

... und von Putin bezahlt - Zitat: " Denn Putin habe den Patriarchen gut im Griff, heißt es in Moskau. Kirill fahre teure Autos, schreiben russische und internationale Medien, er habe neben seiner Luxuswohnung in Moskau eine Villa in der Schweiz, ein eigenes Flugzeug und vier Milliarden Dollar auf diversen Konten." Was bitte daran ist "christlich"? Es ekelt mich wirklich an - diese ganzen schrecklichen verlogenen Dramen im Namen der Religion, die alle nicht gewinnbringend für die Menschheit sondern nur für einzelne sind. Wer's glaubt...

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unclesaaaam 13.02.2016, 08:14
3. Ein interessantes Spiel des Schicksals...

...wenn man bedenkt, dass damals die Kirche für Millionen tote durch Kreuzzüge verantwortlich war und nun versucht, die großen Problemparteien zumindest im Glauben zu vereinen, um vielleicht ein schlimmes Ende zu verhindern.
Sollten Sie damit Erfolg haben, wäre das für mich eine zumindest kleine Wiedergutmachung für das Leid, das die Kirche damals über Europa und Nahost gebracht hat.

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analyse 13.02.2016, 08:14
4. Wenn alles stimmt im Kommentar,wird die Verwirrung nicht kleiner:

Franziskus verurteilt den Sturz Gaddafis und die westliche Syrienpolitik (-hat er eine realistische Alternative und was wären die Voraussetzungen ?)Und:Kirill verkündet:Putin sei von Gott gesandt,und Moskau meint,Putin habe Kirill im Griff,und Putin verstehe sich gut mit Papst Franziskus !Was für eine Gemengelage !Na ja,wenns dem Frieden dient ?!

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pcpero 13.02.2016, 08:14
5. Ego cogito, ergo sum

Dieser Satz Descarte's trift auf diesenPapst zu wie kaum ein Anderer, ist doch dieser Versuch zur Reunion von Vernunft geprägt. Als Agnostiker ordne ich diesen Schritt eher Sozialpolitisch ein, stellt er doch ein wichtiges Signal an alle Kirchen dieser Welt dar: seht her, die Zeit der Vergebung, Versöhnung und Vereinigung ist da. Ganz wichtig auch das Signal, dass Unterschiede nicht zur Spaltung, sondern zum Aufeinanderzugehen und Voneinanderlernen bedeutet. Dieser Papst ist ein Macher.

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NeueTugend 13.02.2016, 08:24
6. Ich freu mich!

Auch wenn ich im Jahre 2000 n. Chr. aus der Kirche ausgetreten bin.

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Helmuth Niessner 13.02.2016, 08:34
7. Was jetzt? Als es der Kirche in der

Sowjetunion schlecht ging, wurde mit dem Finger dorthin gezeigt, jetzt, wo es ihr gut geht, kommt schon wieder der Finger!
Natürlich nützt Putin die Allianz mit der Kirche. Aber gab es nicht einmal einen polnischen Papst und eine vom CIA installierte Solidarnosc, die den Kommunismus erfolgreich zerstören sollte und brav diese Aufgabe erfüllt hat.
Herr Walesa ist anschließend wieder in der Versenkung verschwunden und auch der Papst hat keinen mehr - außer die Polen -interessiert.
Nun gibt es einen linken Papst aus Lateinamerika, der dem Kapitalismus bei jeder Gelegenheit den Spiegel vor's Gesicht hält und eine längst fällige Kircheneinigung anstrebt.
Die, die immer von der weltweiten Christenverfolgung reden, müsste das doch eigentlich freuen. Oder ist die Kittelfalte des Hegemons den Gaucks und Merkels auf einmal wichtiger als ihre Religion?

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inver 13.02.2016, 08:34
8. Alle christlichen Religionen sollten miteinander kommunizieren und zusammen arbeiten!

Es sind schließlich monotheistische Religionen, da ist es doch unlogisch sich zu bekämpfen. Außerdem gibt es große Probleme mit einer hoch aggressiven Religion, die mit ihren mittelalterlichen Vorstellungen, ganze Regionen ins Chaos stürzt, die sogenannten " Ungläubigen" versklavt und die eigenen Frauen unterdrückt. Leider verursacht dies eine Massenflucht, die widerum die christlichen Länder gefährdet. Es wäre auch mal gut, die christlichen Werte insgesamt darzustellen. Im Christentum ist der Glaube Privatsache, im Islam ist der Glaube Politik. Das ist leider unvereinbar, denn in einer offenen Gesellschaft führt der Islam immer zu Konflikten!

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paul46 13.02.2016, 08:39
9. Ein Treffen von Putins Gnaden

Hinsichtlich des als „historisch“ eingestuften Treffens beider Kirchenoberhäupter möchte ich auf folgende Zusammenhänge aufmerksam machen:

•Dieses Treffen ist nur zustande gekommen, weil der russische Präsident Putin seinem Adlatus grünes Licht gegeben hat.
•In Russland gilt Kirill längst als Fortsetzung Putins im Patriarchengewand. Putin und Kirill haben die Russische Orthodoxe Kirche ins Machtsystem des Kremls eingegliedert.
•Der Kreml setzt darauf, dass Kirill im Westen als "Botschafter Putins" wahrgenommen wird. Dort hat Putin schon jetzt Rückhalt in reaktionären Kreisen; so kommen evangelikale Gruppen und Vertreter rechtsextremer Parteien aus dem Westen zu Kongressen nach Russland. Man will eine "konservative Internationale", die sich auch gegen Washington und die EU richtet. Das Treffen mit Papst Franziskus kommt gerade recht.
•Russlands Luftschläge respektive den propagierten "Kampf gegen den Terror" hat Kirill direkt heiliggesprochen. So am 7. Januar, dem russischen Weihnachtstag, als er sagte, es handele sich um einen gerechten Krieg zum Schutz von Zivilisten, unter ihnen Christen, und zur Verteidigung des russischen Vaterlands.
•Der segnende Einsatz Kirills für Assad wirft auch einen entlarvenden Blick auf Kirill hinsichtlich seiner Eloge auf Assad im Jahre 2012. Im Jahr 2012 erhielt Assad den Preis "Imperiale Kultur", mit dem der Russische Schriftstellerverband und die Russische Orthodoxe Kirche gemeinsam (sprich Kirill) „herausragende Leistungen für die Wiedergeburt der russischen Kultur in Russland und im Ausland" ehren. Assad wurde sein „Widerstand gegenüber westlicher Expansion und sein Durchhaltevermögen im Kampf gegen die globale Hegemonie" zugutegehalten. Dass zu den früheren Preisträgern die Serben Slobodan Milosevic, Radovan Karadzic und Ratko Mladic gehören, wirft auf Kirill ein sehr ambivalentes Licht, das nicht gerade von westlichen Vorstellungen von Freiheit und Demokratie geprägt ist.


Paul Haverkamp, Lingen

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