Forum: Panorama
Treffen von Franziskus und Kirill: Ein Männerkuss, der Putin gefällt
AFP

Nach fast 1000 Jahren Zoff sollen katholische und orthodoxe Christen wieder zusammenfinden. Deswegen trafen sich Papst und Patriarch in Kubas Hauptstadt Havanna. Warum das ganz im Sinne des russischen Präsidenten ist - die Analyse.

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klugscheißer2011 13.02.2016, 11:35
50. Nicht nur Putin

Es darf auch den Christen beider Kirchen gefallen. Denn miteinander reden ist immer besser. Aber SPON lässt ja keine Gelegenheit aus, auf Putin loszugehen.
So entsteht mit der Zeit bei einem Teil der Leser ein Bild von Putin, das genau in die Prägung "Feindbild" passt. Und wer Feindbilder braucht, der führt nichts Gutes im Schilde. Warum also macht Ihr das?

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tubaner 13.02.2016, 11:38
51.

Zitat von inver
Es sind schließlich monotheistische Religionen, da ist es doch unlogisch sich zu bekämpfen. Außerdem gibt es große Probleme mit einer hoch aggressiven Religion, die mit ihren mittelalterlichen Vorstellungen, ganze Regionen ins Chaos stürzt, die sogenannten " Ungläubigen" versklavt und die eigenen Frauen unterdrückt. Leider verursacht dies eine Massenflucht, die widerum die christlichen Länder gefährdet. Es wäre auch mal gut, die christlichen Werte insgesamt darzustellen. Im Christentum ist der Glaube Privatsache, im Islam ist der Glaube Politik. Das ist leider unvereinbar, denn in einer offenen Gesellschaft führt der Islam immer zu Konflikten!
Mit Verlaub, wenn Sie unsere aufgeklärte, liberale, säkulare Gesellschaft als eine Errungenschaft der christlichen Kirchen darstellen, dann haben Sie nicht alle Tassen im Schrank.

Das Christentum ist gegen Andersgläubige vom theologischen Standpunkt aus genauso intolerant wie der Islam, er kann sich in unserer Gesellschaft nur nicht mehr in aller Radikalität durchsetzen. Zum letzten mal so richtig austoben durfte sich das Christentum bei der Missionierung Afrikas und Südamerikas. Und da ging es ähnlich rabiat zu wie beim IS: Hundert-tausendfacher Mord, Zwangskonvertierung, Zerstörung fremder Kulturgüter, …

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Tiananmen 13.02.2016, 11:39
52.

Zitat von cogito-ergo-sum
Wenn Menschen behaupten, sie wüssten, was Gott (für dessen Existenz es keine Beweise gibt) will, ist immer Vorsicht angebracht. Egal, ob es ein Oberpope von Putins Gnaden ist oder ein ach so christlicher US-Präsident wie George W. Bush ist: Positives haben die vermeintlichen Gottes-Weisungen noch nie gebracht. Und ob die beiden höchsten Repräsentanten der West- und Ostkirche ihr Geschwafel ablassen, hat so ziemlich denselben Nachrichtenwert wie der legendäre Sack Reis, der in China umgefallen ist.
Das ist sicher eine extrem aufgeklärte Position, die Sie da einnehmen. Was ich nicht verstehe: wenn das für Sie so marginal ist, warum lesen Sie dann den Artikel und machen sich sogar die Mühe eines Kommentars? Um den zurückgebliebenen Christen zu zeigen, dass sie völlig rückständig sind?

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tomita 13.02.2016, 11:46
53. Zwietracht sähen, wo sich Eintracht findet ...

... das kann nur, wer noch in alten Bahnen gefangen ist. Ich freue mich jedenfalls, dass es in Zeiten von zur Selbstverständlichkeit gewordener Zwietracht noch Formen von Annäherung gibt. Mal abgesehen davon, dass die Weltkirchen seit jeher mehr der Macht als der Moral nahestehen. Und wer da jetzt versucht einmal mehr mit Steinen zuwerfen, ist nicht besser, als das, was er zu Recht kritisieren mag.

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KingTut 13.02.2016, 11:46
54. Historisch

Das Treffen des Heiligen Vaters mit dem Oberhaupt der russisch Orthodoxen Christen ist in vielerlei Beziehung historisch: in einer Zeit von zunehmenden Konflikten auf dieser Erde ist es wichtig, dass die Christenheit zusammenfindet, um dem Frieden zu dienen, so wie es uns Jesus Christus aufgetragen hat ("Frohe Botschaft"). Die Orthodoxie gehört zu uns wie wir auch zu ihr gehören. Das scheinen beide Seiten jetzt zu erkennen und deshalb ist dieses Treffen historisch. Des Weiteren ist auch der Ort dieser Zusammenkunft als historisch einzustufen, zeigt es doch, dass jahrzehntelange kommunistische Diktatur - auf Cuba wie in Russland - das Christentum nicht haben ausrotten können. Ganz im Gegenteil erlebt es in beiden Ländern eine Renaissance. Hoffen wir, dass die Bande zwischen beiden Weltkirchen wieder enger werden, im Interesse einer friedlicheren und menschlicheren Welt, so wie es der Sohn Gottes uns vorgelebt hat.

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heidschnucke 13.02.2016, 11:47
55.

Zitat von inver
Es sind schließlich monotheistische Religionen, da ist es doch unlogisch sich zu bekämpfen. Außerdem gibt es große Probleme mit einer hoch aggressiven Religion, die mit ihren mittelalterlichen Vorstellungen, ganze Regionen ins Chaos stürzt, die sogenannten " Ungläubigen" versklavt und die eigenen Frauen unterdrückt. Leider verursacht dies eine Massenflucht, die widerum die christlichen Länder gefährdet. Es wäre auch mal gut, die christlichen Werte insgesamt darzustellen. Im Christentum ist der Glaube Privatsache, im Islam ist der Glaube Politik. Das ist leider unvereinbar, denn in einer offenen Gesellschaft führt der Islam immer zu Konflikten!
Na ja, so ganz Privatsache denn doch nicht. Ich erinnere da mal an die vielen politischen Parteien, die das "C" im Namen tragen.

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Art. 5 13.02.2016, 11:47
56. Am wenigsten religiös

Zitat von carahyba
... einige Tausend Jahre China. Die wenigsten Gläubigen auf der Welt, prozentual gesehen, gibt es in Berlin-Brandenburg. Diese Feststellung stammt nicht von mir, sondern von einem Berliner Konsistorialrat.
Zumindest in heutiger Zeit stimmt das für China nicht mehr. Dort betrachten sich nach einer Studie des Gallup Instituts 90% der Bevölkerung als atheistisch oder nicht religiös. Es ist das am wenigsten religiöse Land der Welt. Selbst Berlin und Brandenburg können da nicht mithalten. In Brandenburg sind 80% ohne religiöse Bekenntnis (lt. Wikipedia) in Berlin dürfte es ähnlich sein.

https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2015/04/14/map-these-are-the-worlds-least-religious-countries/

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Cäsarenwächter 13.02.2016, 11:52
57. Na endlich!

In Zeiten schwerster Christenverfolgung im Nahen Osten ist die Wiederannäherung der beiden Kirchen ein hoffnungsvolles Zeichen. Nun können einige Kommentatoren nicht anders als wieder den Blick in die Vergangenheit zu richten. Das ist Unsinn! Schall und Rauch.
Was die Gnade Gottes schon von ewig her füreinander bestimmt, das kann der Mensch nicht scheiden. Ich wünsche den beiden Kirchenoberhäuptern fruchtvolle Zusammenarbeit, die auch auf die Weltpolitik ausstrahlt und die Machtinhaber zu gewissenhaften Handeln ermahnen.
Bleibt auch zu wünschen übrig, dass die beiden Kirchen auch zur Einigkeit finden: Gemeinsame Weihnachts- und Osterfeicherlichkeiten. Das wäre ein Segen für alle Christen.

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vrag_naroda 13.02.2016, 12:00
58. Jeder Satz ist falsch

Zitat von inver
Es sind schließlich monotheistische Religionen, da ist es doch unlogisch sich zu bekämpfen. Außerdem gibt es große Probleme mit einer hoch aggressiven Religion, die mit ihren mittelalterlichen Vorstellungen, ganze Regionen ins Chaos stürzt, die sogenannten " Ungläubigen" versklavt und die eigenen Frauen unterdrückt. Leider verursacht dies eine Massenflucht, die widerum die christlichen Länder gefährdet. Es wäre auch mal gut, die christlichen Werte insgesamt darzustellen. Im Christentum ist der Glaube Privatsache, im Islam ist der Glaube Politik. Das ist leider unvereinbar, denn in einer offenen Gesellschaft führt der Islam immer zu Konflikten!
Leider verbreiten Sie in jedem Satz hier leider Unwahrheit.

Von den 3 abrahamitischen Religionen sind nur das Judentum und der Islam wahrhaft monotheistisch. In den christlichen Kirchen (besonders in der Orthodoxie und im Katholizismus) existiert neben dem "einzigen" Gott, der sich in 3 Wesenheiten manifestiert (Trinität) und dann auch noch verbotenerweise bildhaft dargestellt wird, hingegen noch ein ganzes Pantheon: Hierzu zählt die "Mutter" Gottes und die ungezählten Heiligen, die angebeten werden.

Daß eine Wiedervereinigung von Orthodoxie und Katholizismus unmöglich ist, liegt in der Natur der Sache. Orthodoxie heißt wörtlich "rechtgläubig", alle anderen sind demnach unrechtgläubig, wenn auch nicht ungläubig. Katholizismus bedeutet allumfassend, was wiederum von Nichtkatholiken vehement zurückgewiesen wird.

Im Islam gelten Christen und Juden als Schriftbesitzer. Ungläubige sind was anderes.

Auch das Christentum ist totalitär und die Unterscheidung in vermeintliche zwei Reiche, in der der christliche Mensch je nach Kontext einmal so und einmal anders funktionieren soll, ist eine Erfindung Luthers.

Das heute Religion als Privatsache betrachtet wird und die Kirchen keine direkte Macht mehr ausüben können, liegt nicht in der christlichen Religion selbst begründet, sondern ist Ergebnis eines langdauernden Freiheitskampfes in der Vergangenheit.

Mittelalterliche Vorstellungen in Bezug auf Frauen sind uns auch erst vor kurzem (ca. 50 Jahren) abhanden gekommen. Wir haben uns die Welt unterworfen und ausgraubt unter Vorwand der christlichen Mission der Heiden.

Der Konflikt in der islamischen Welt rührt unter anderem daher, daß sehr viele junge Menschen in z. Teil sehr weltlichen, äußerst repressiven Systemen gefangen sind, die jeden Fortschritt der Gesellschaft verunmöglichen.

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olaf_b. 13.02.2016, 12:06
59. Tagespolitik ist lächerlich nebensächlich

Es ist ja alles schön und gut, was hier im Forum an Sinnigem und noch mehr Unsinnigem verbreitet wird. Schließlich sind wir bei einem politischen Magazin, und da soll auch ein Treffen eines orthodoxen Patriarchen mit dem römischen Papst tagespolitisch eingeordnet werden.

Den Päpsten geht es um etwas ganz anderes. Der Bann aus dem Jahr 1054, das Große Schisma, wird als tiefe Wunde verstanden - viel tiefer als die lutherische Abspaltung. Es geht nicht um große Autos oder wer grade in Russland oder irgendwo herrscht oder Hegemon ist. Das ist aus Sicht der Kirchen vor dem Hintergrund von 1000 Jahren trennender Geschichte lächerlich nebensächlich.

Den Päpsten geht es um eine Annäherung und - in ganz fernen Zukunft - um die Überwindung der Spaltung. Das ist übrigens einer der wesentlichen (kirchenpolitischen, nicht theologischen) Gründe, warum sich die römische Kirche nicht auf die Zulassung von Frauen zum Priesteramt einlassen will. Das würde alle Türen zur Orthodoxie für mindestens weitere 1000 Jahre zuschlagen.

Die Spaltung 1054 hatte und hat Auswirkungen auf unsere heutige Welt, deren Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Denn spätestens damit wurde die Aufspaltung Europas in eine östliche und eine westliche Hemisphäre zementiert. Hätte die römisch-westliche Hemisphäre Konstantinopel nicht durch den 4. Kreuzzug entscheidend geschwächt und schließlich im Jahr 1453 schmählich gegen die Türken im Stich gelassen, wäre heute vieles im Nahen Osten anders (ja ja, ich weiß: hätte hätte Fahrradkette).

Bei all dem darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass Kyrill nicht das Oberhaupt der Orthodoxie ist. Wenn schon, dann ist es der "Erzbischof des Neuen Roms Konstantinopel und Oekumenischer Patriarch" Bartholomäos I. mit Sitz in Istanbul. Zu ihm pflegt die römische Kirche schon länger ein gutes Verhältnis. Was dem Patriarchen des "Dritten Roms" nun gar nicht behagt. Deswegen auch das "gezwungene Lächeln".

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