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Türkische Forscherin zur NSU-Mordserie: "Ein typischer Fall von Hasskriminalität"
DPA

Der NSU-Prozess läuft - aber arbeiten die Deutschen den rechtsextremen Terror richtig auf? Yasemin Inceoglu vermisst die Solidarität mit der türkischen Community. Die Professorin warnt: Das Gefühl der Ausgrenzung könnte sich verstärken.

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nesmo 27.06.2015, 12:35
1. Nun ist es aber so

dass von einem NSU-Nachfolger nichts zu sehen ist, dass bereits gegen Pegida heftig in vielen Städten demonstriert wird, das Verfahren gegen Zschäpe sehr rechtstaatlich verläuft und wohl wirklich kaum jemand die NSU-Verbrechen erkennen konnte. Die heutigen Gefahren sind doch nicht Türkenhass in Deutschland und zu große Islamphobie. Die Gefahren sind die weltweite Erstarkung des Islamismus, der immer neue islamistische Terror wodurch am Ende auch Islamophobie geschürt wird. Wir haben nicht zu wenig Freunde des Islam, wir haben zu viele islamische Fundamentalisten, die das Miteinander vergiften.

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_unwissender 27.06.2015, 12:35
2. Traurig, nicht wahr ...

Frau Inceoglu trifft auf den Punkt. Und - seien wir ehrlich - so ist es auch. Wenn es Türken trifft, dann ist das nicht schlimm. Hätte es Politiker getroffen (siehe RAF), dann hätte der Staat Himmel und Hölle in Bewegung versetzt. Und dank der Medien hätte natürlich auch Hänschen Müller Angst gehabt ...

Wenn man dann auch noch Reaktionen sieht wie Pegida und Co. dann kann man sich als Deutscher auch einfach nur noch schämen!

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zeisig 27.06.2015, 12:43
3. Aufarbeiten?

Wir deutschen sind seit 60 Jahren dabei, Dinge aufzuarbeiten. Wir haben große Übung darin, uns bescheiden in die Ecke zu stellen. Und ja, die deutsche Gesellschaft will das Thema NSU abschließen, und wenn dies nur durch eine Verurteilung von Beate Zschäpe manifestiert wird, dann ist es halt so. Sie vermuten in jeder Stadt in der BRD rechtsradikale Zellen und überhöhen die Gefahr von rechts, obwohl die NSU ein Einzefall war und ist. Rechte Gesinnung einzelner Menschen müssen Sie und ich aushalten können in einer freien Welt, in der wir leben. Und solange die Rechten bei uns sowohl in der politischen Landschaft, als auch im Untergrund so gut wie keine Rolle spielen, kann ich diesen Artikel in keiner Weise nachvollziehen.

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Tiananmen 27.06.2015, 12:45
4.

Wer integriert ist, kann nicht ausgegrenzt werden. Einfach, aber einleuchtend, nicht wahr?

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Zaphod 27.06.2015, 12:53
5. Salonfähig

Rechtes Gedankengut wird doch immer mehr salonfähig. Ausgrenzung, Diskriminierung und Besitzstandswahrung sind die Stichworte, die zu rechten Ideologien führen, die inzwischen wieder massenhaft in Deutschland vertreten werden. Es ist beginnt in den Köpfen der angeblich braven und rechtschaffenden Mittelschicht und endet irgendwann in Gewalt und Hass auf Andersartige.

Natürlich muss Deutschland die unglaublichen Morde aufarbeiten und sich fragen, wie es möglich ist, dass besorgte Bürger unsinnige Gedanken entwickeln und diese dann sogar noch frech auf Montags- oder Samstagsdemonstrationen mit dem Ruf "Wir sind das Volk" zeigen. Es ist eine unermüdliche Aufgabe der anständigen "Gutmenschen" gegen diese Dummheit ihrer Mitbürger anzukämpfen!

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j.huntenberg 27.06.2015, 12:54
6. Es ist genau anders herum...

Zitat von _unwissender
Frau Inceoglu trifft auf den Punkt. Und - seien wir ehrlich - so ist es auch. Wenn es Türken trifft, dann ist das nicht schlimm. Hätte es Politiker getroffen (siehe RAF), dann hätte der Staat Himmel und Hölle in Bewegung versetzt. Und dank der Medien hätte natürlich auch Hänschen Müller Angst gehabt ... Wenn man dann auch noch Reaktionen sieht wie Pegida und Co. dann kann man sich als Deutscher auch einfach nur noch schämen!
Es wird alles getan um aufzuarbeiten. Soweit, dass bei vielen der Eindruck entsteht, dass es deutlich mehr Aufwand getrieben wird, wenn das Opfer Migrationshintergrund hat und zwar insbesonders türkischen. Dazu ist es offensichtlich nicht möglich das richtig zu machen. Sehen sie sich türksiche Opfer an und vergleichen mal das Medienecho mit z.B. russischen oderen anderen nicht-muslimischen Opfern. Damit möchte ich nicht sagen, dass das richtig oder falsch ist, es ist nur eine Beobachtung.

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nesmo 27.06.2015, 13:15
7. Sie sind wirklich unwissend

Zitat von _unwissender
Frau Inceoglu trifft auf den Punkt. Und - seien wir ehrlich - so ist es auch. Wenn es Türken trifft, dann ist das nicht schlimm. Hätte es Politiker getroffen (siehe RAF), dann hätte der Staat Himmel und Hölle in Bewegung versetzt. Und dank der Medien hätte natürlich auch Hänschen Müller Angst gehabt ... Wenn man dann auch noch Reaktionen sieht wie Pegida und Co. dann kann man sich als Deutscher auch einfach nur noch schämen!
die Polizei hat zur Aufklärung eine Menge getan. Zum Beispiel wurden am Rande der Legalität Millionen von Konten aufwendigst nach versteckten Erpressungszahlungen überprüft, weil man den Zusammenhang zwischen den Morden auf die Spur kommen wollte. Im Nachhinein war es natürlich ein Fehler den Zusammenhang nicht bei rechtsradikalen Terroristen zu suchen. Nur ist auf diese Idee neben der Polizei auch sonst keiner (auch nicht in der türkischen Botschaft) gekommen, weil man eine solche mörderische Nazi-Radikalität in Deutschland nicht mehr erwartete und die RAF-üblichen Bekennerschreiben und Pamphlete ja völlig fehlten.

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leserich 27.06.2015, 13:15
8.

"Inceoglu: Wenn in der Türkei etwas passiert, dann denken die Menschen gleich: Wer hat wohl seine Finger im Spiel? Was hat der Staat damit zu tun? Es gibt kein Urvertrauen in den Staat. Darum haben wir die Deutschen in der Vergangenheit oft beneidet. Ich wünsche den Deutschen zwar nicht, dass sie so paranoid werden wie wir manchmal und nur noch in Verschwörungstheorien denken. Aber für die deutsche Gesellschaft würde ich mir inzwischen auch wünschen, dass sie dem Staat nicht so blind vertraut, dass sie mehr zweifelt und mehr anklagt."

Danke für den Ratschlag, bin schon dabei. Und darum halte ich es weiterhin für denkbar bis wahrscheinlich, daß es diesen NSU nur als Begriff gibt und daß die wahren Tathintergründe noch für Erschütterungen sorgen werden. Und ganz nebenbei auffallen wird, daß die anfängliche Ermittlungsrichtung nach den Morden so abwegig dann doch nicht war.

Vor dem Hintergrund fällt dann allerdings auch manch steile These der Frau Inceoglu in sich zusammen.

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zeisig 27.06.2015, 13:17
9. Biteschön,

Zitat von _unwissender
Frau Inceoglu trifft auf den Punkt. Und - seien wir ehrlich - so ist es auch. Wenn es Türken trifft, dann ist das nicht schlimm. Hätte es Politiker getroffen (siehe RAF), dann hätte der Staat Himmel und Hölle in Bewegung versetzt. Und dank der Medien hätte natürlich auch Hänschen Müller Angst gehabt ... Wenn man dann auch noch Reaktionen sieht wie Pegida und Co. dann kann man sich als Deutscher auch einfach nur noch schämen!
Sie können sich gerne als Deutscher schämen, aber bitte bei sich zu Hause oder in einer dunklen Ecke im Wald. Ich finde es unverschämt so zu tun, als würde der Mord an einem Türken wenigen scharf geandet, bewertet und verfolgt, als der Mord an einem Isländer oder Spanier. Im Gegenteil: Kaum kommt ein Moslem zu Tode, werden sofort sämtliche politisch korrekten Antennen ausgefahren, die einen rechtsradikalen Hintergrund wittern. Daß die NSU-Morde eine Panneserie unserer Behörden erster Güte war, ist unbestritten. Aber grundsätzlich leben wir in einem Rechtsstaat, wo Straftaten verfolgt werden, ungeachtet der Religion oder Nationalität des Opfers.

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