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Unfall-Urteil: Hohe Haftstraße für Hamburger Todesfahrer
DPA

Vier Menschen starben, als sein Auto an einer Kreuzung in Hamburg-Eppendorf auf den Gehweg raste. Nun hat das Gericht den Fahrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt: Der Mann muss für drei Jahre und sechs Monate in Haft.

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LAZA74 05.06.2012, 15:12
40.

Zitat von Pat-Riot
Aus gutem Grund rechnet der Richter nicht, sondern wägt ab. Das bedeutet, dass jeder einzelne Fall genau betrachtet wird. Und das war hier durchaus der Fall. Ein angemessenes, ein gerechtes Urteil. Das sahen schon die alten Lateiner so: iudex non calculat. Wollen Sie, dass Computer "Recht" sprechen? Ich nicht.
Dies führt also dann dazu:
Jemand begeht einen Mord, bekommt 9 Jahre, nach 6 ist die Person frei; begeht den nächsten Mord, wieder 9 Jahre, nach 6 frei; ... - bin ich (summa summarum) nach 5 Morden = 30 Jahren

Sein Zwillingsbruder/schwester begeht einen Massenmord mit 50 Toten = 30 Jahre, nach 20 wieder frei.
Wägen Sie ab!

P.S.: Und wieviele MP3-Dateien sind das?
Ich sag's ihnen: 3/13 Menschen = 1 MP3-Datei!
3 1/3 Menschenleben = 1 Mp3 Datei | Nebbsens Blog

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turbofahrer 05.06.2012, 15:16
41. Zynismus pur

Zitat von sysop;10307936Die Richterin betonte, dass die Angehörigen, vor allem die Mues-Brüder dem Verfahren Tiefe gegeben hätten. "Sie sind aufgetreten, ohne anzuklagen", führte die Richterin aus. [url=http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,837025,00.html
Hamburger Todesfahrer von Eppendorf zu dreieinhalb Jahren verurteilt - SPIEGEL ONLINE[/url]
Leider weist das Urteil die gepriesene Tiefe nicht auf. Die Richterin hat wohl den Knall nicht mehr gehört: 4 Tote und 3 Verletzte, nur weil ein bekiffter Epileptiker meinte Auto fahren zu müssen. Das als Wiederholungstäter, denn es war nicht der erste Unfall.
Abgegolten mit 3,5 Jahren Bau und 5 Jahren Führerscheinentzug. Justizia ist nicht nur blind, sie ist völlig senil.

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asiaholic 05.06.2012, 15:16
42. Und nochmals eine Korrekturanmerkung

"der Mann wusste von seiner Epilepsie, ergo hat er nicht fahrlässig, sondern vorsätzlich gehandelt."
Nein hat er nicht.
Grobe Fahrlässigkeit = Mit der Möglichkeit rechnen, aber hoffen, dass es gut gehen wird
Bedingter Vorsatz = Mit der Möglichkeit rechnen und sich denken "na wenn schon"

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trevorcolby 05.06.2012, 15:20
43. optional

Eine hohe Haftstrafe wären 12 Jahre pro Opfer gewesen, ein hartes urteil 10 Jahre pro Opfer, aber das bischen da ist einfach mal wieder typisch Hamburger Landgericht und einfach lächerlich. Hätte Caesar S statt dessen gegen Medienindustie-und ContentMafia Machenschaften auch nur ein klitzekleines Vergehen begangen, hätte er 4 Millionen Schadenersatz aufgebrummt bekommen und 40 Jahre Knast - eben typisch Hamburger Landgerichtsurteile, siehe auch hier : http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article106400450/Links-auf-Youtube-Videos-koennen-1000-Euro-kosten.html

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dale_gribble 05.06.2012, 15:36
44.

Zitat von juergw.
in Berlin wäre er freigesprochen worden.Soeben geschehen-eine Raserin hat polnischen Reisebus gerammt,hohe Anzahl an Todesopfern.Keine Anzeichen von Reue,hat die Fahrerlaubnis immer noch !
Die Frau ist nur 5 km/h zu schnell gefahren.

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Eberschmidt 05.06.2012, 15:37
45.

Zitat von LAZA74
Was Sie sagen, ist schon völlig richtig! Nur: - Dieser Unfall war ein Fahrfehler, wie er jedem(!) passieren kann - zumal in einem fremden Fahrzeug (so wie Sie das schildern)
Sehen Sie, da bin ich völlig anderer Meinung und liege da möglicherweise auch dem allgemeinen Empfinden entgegen. Dies "zumal in einem fremden Fahrzeug" ist für mich keine Entschuldigung, sondern im Gegenteil! Kein Mensch wird gezwungen, in einem fremden Fahrzeug zu fahren, das er nicht ausreichend kennt und beherrscht.

Mit einem Fahrzeug (das aufgrund der Energieballung wie eine Waffe wirkt) darf man erst dann in die Öffentlichkeit, wenn man es ausreichend beherrscht. Die Fahrerlaubnis, erworben in irgendeinem Fahrschulwagen, ersetzt keine Typeinweisung und Übungsstunden bis zur ausreichenden Beherrschung. Die weise Straßenverkehrsordnung ist da ebenfalls eindeutig.
Ich weiß, daß dies für den meisten völlig praxisfremd zu sein scheint und nach deren Meinung den deutschen Straßenverkehr zum Erliegen bringen würde. Nichtsdestoweniger ist das Rechtslage.

Bei einem Unfall ist das schlecht beherrschte fremde Fahrzeug keine Entschuldigung, sondern eine Verstärkung der Schuld - genauso wie vorheriger Alkoholgenuß keine Milderung bedeuten darf.
99% der Straßenverkehrsteilnehmer üben sich im realen Straßenverkehr ein, ihnen passieren "Fahrfehler, wie (sie) jedem(!) passieren (können) - zumal in einem fremden Fahrzeug" - und meistens passiert dabei zum Glück nichts. (Wäre die Frau mit 30 in einem Kuhkaff um die Ecke gefahren, wäre wohl nichts Schlimmes passiert - außer einem Schrecken und der Erkenntnis, daß heckgetriebene Fahrzeuge eine andere Fahrweise erfordern.)

Aber der Straßenverkehr wird immer dichter, schwieriger, reaktionsfordernder, und dergleichen Unfälle können immer leichter zu schweren Folgen führen. Jeder weiß, daß die Gefahren mit der Geschwindigkeit steigen.

Deshalb ist es meines Erachtens in höchstem Maße unverantwortlich, sich mit einem fremden, unbekannten, nicht ausprobierten Fahrtzeug bei Nässe auf die mit hohen Geschwindigkeiten befahrene Autobahn (! Kraft = Masse mal Beschleunigung !!) zu wagen, und keinesfalls verzeihlich oder "kann jedem mal passieren".

Ich finde die allgemeine Leichtfertigkeit und Phantasielosigkeit (zusammen mit fehlendem Wissen) so schlimm - die ist die Mutter vieler Unfälle. Warum zum Teufel ist eigentlich der Siebente Sinn abgeschaltet worden? Mit welchem Grund? Das war 'ne wirklich gute Sendung.

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Quotenfrau4711 05.06.2012, 15:38
46.

Zitat von mischpot
Warum haben die um den Zustand wissenden Personen nichts unternommen? Für die zufällig Beteiligten Opfer ist es eine erschreckende Katastrophe die nie gut gemacht werden kann.
Wie hoch mag der Prozentsatz derer sein, die jemanden alkoholisiert in sein Auto steigen sehen und nichts unternehmen? Auch hier sind die Folgen oft unabsehbar!

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Flari 05.06.2012, 15:39
47.

Es ist immer wieder traurig zu sehen, wie sehr viele nichts ausser dem Rachegedanken im Kopf haben und damit so reagieren, wie z.B. in Teilen die Sharia aufgebaut ist.
Also ein Rechtssystem, dass sie selber angeblich total ablehnen.

Das deutsche Strafrecht bezieht die Folgen einer Tat nur sehr bedingt ein, z.B. durch den damit vorgegebenen Strafrahmen.
Und in diesem Strafrahmen hat sich dann die Strafe zu bewegen, wobei für ihre Höhe dann die persönliche Schuld am ausschlagsgebendsten ist.

Ob nun durch den gleichen Fahrfehler und die gleichen Grundvoraussetzungen ein einzelner Mann oder 500 Kleinkinder ums Leben kommen, hat das Urteil theoretisch identisch zu lauten!
Auch wenn das vielen nicht passt.

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eisbaerchen 05.06.2012, 15:40
48. Es ist doch

Zitat von Quotenfrau4711
Die Frau ist zwar gerast, aber hatte weder ein Anfallsleiden, welches bereits zu drei Unfällen geführt hat, noch stand sie unter Drogeneinfluss und Alkohol hatte sie auch nicht im Blut. Natürlich musste sie für Ihre Raserei, aufgrund derer so viele Menschen ihr Leben verloren hatten, bestraft werden und ob das Urteil nur gerechtfertigt oder zu milde war, steht hier.....
unglaublich, dass eine Frau, die offenbar die Strasse mit einer Rennstrecke vergleicht (extremes Beschleunigen hat zum Ausbrechen des Wagens und zum Unfall geführt), noch nicht mal den Führerschein für eine Weile entzogen bekommt! Dieser Dame fehlt die geistige Reife und das Verantwortungsbewusstsein um einen Sportwagen zu führen und die sollte sich in Zukunft lieber fahren lassen! Den Fall kann man trotzdem nicht mit dem Epileptiker vergleichen, der darf den Führerschein nie wieder zurück bekommen, alles andere macht mir als Verkehrsteilnehmer Angst!!

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dale_gribble 05.06.2012, 15:41
49.

Zitat von amazingdoppelgaenger
ist den hier bitte die Relation? Die Frau mit dem Bus durfte 10 Leute auf Bewährung killen und dieser Man bekommt 3 Jahre? Wahrscheinlich ist er nicht im Staatsdienst wie die gute Frau in Berlin.
Die Frau hat doch keine 10 Leute "gekillt". Sie hat die Kontrolle ueber ihren Wagen verloren und dann kam eins zum anderen. Solche tragischen Unfaelle passieren einfach. Verkettung ungluecklicher Umstaende.
Allerdings kam die Frau imho zu einfach "davon". Alleine aus psychologischen Gruenden (die Hinterbliebenen der Opfer) waere ein haerteres Urteil angebracht gewesen.
Vor allem in Anbetracht dessen dass ein Autofahrer der mit unwirksamen Abbaustoffen von laecherlichen Drogen im Blut erwischt wird einen Heidenaerger bekommt und nur unter extremen Kosten und jahrelangem Spiessrutenlauf durch die Behoerden seine Fahrerlaubnis wiederbekommt.

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