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Unglück in der Riesending-Höhle: Rettung von Westhauser ist für Mediziner kleines Wun
DPA/Unfallklinik Murnau

Das Unglück passierte in 1000 Meter Tiefe: Forscher Johannes Westhauser kam erst elf Tage nach seinem Sturz in der Riesending-Höhle in eine Klinik. Seine Rettung gilt als kleines Wunder - auch aus medizinischer Sicht.

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DieButter 07.12.2014, 14:01
20.

Zitat von chuckal
genesen. Da fällt einem Moliere ein oder noch besser Philemon Schöpfli. Der große Hymniker hat einst ein Loblied auf die Ärzteschaft gedichtet: Noch jeden, der ins Gras gebissen, habt Ihr von Kopf bis Fuss be........! Die Mediziner unter den Foristen mögen Ihre Horrordrohungen, wie ich um ihre Hilfe wimmern werde, wenn ich erkranke, bitte im Köcher halten ind wieder Kitegolfen gehen. Ham ja auch sooooo lange studiert.
Schon eigenartig, was hier für krude Thesen herumschwirren... Selbstheilungskräfte hätten ausgereicht, kein schweres Trauma, Patient war stets ansprechbar, keine Therapie notwendig gewesen.
Ist natürlich alles bullshit!
Der Verunglückte hatte ein schweres Schädel-Hirn-Traum mit inneren Blutungen und einem Gesichtsschädelbruch. Desweiteren war er bei Ankunft des ersten Arztes nicht ansprechbar, zeigte eine Herdsymptomatik und entwickelte im Verlauf halbseitige Lähmungserscheinungen.
Bis dann die weiteren Fachärzte eintrafen, wurde der Patient bereits notfallmäßig medizinisch versorgt, mit zugegebenermaßen recht dürftigen Versorgungsmöglichkeiten.
Ohne diese Versorgung wäre der Patient nahezu sicher verstorben.
Daß er aber stattdessen, sogar ohne bleibende Schäden, zum einen die schwierige Bergungsaktion, zum anderen ohne sofortige intensivmedizinische Versorgung in der Klinik, überlebt hat, kann man getrost als Wunder bezeichnen.
Medizinisch interessant ist dabei die Erklärung mit der negativen Flüssigkeitsbilanz - es ist wissenschaftlich leider sehr schade, daß Diagnosemöglichkeiten, wie zB. CCT, an denen man diese Theorie anschaulich als Beleg überprüfen hätte können, in dieser Notlage nicht möglich waren.

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NauMax 07.12.2014, 14:15
21.

Zitat von deklemens
Für mich ist das kein kleines Wunder, sondern natürliche Selbstheilung. Ich bin der Meinung, dass zu viele medizinische Eingriffe eher schaden als nutzen. Der Körper schaltet normalerweise nach Problemen sofort auf Selbstheilung um, um sich zu regenerieren. Da sollte man versuchen, ihn zu unterstützen, und nicht mit medizinischen Eingriffen dagegen arbeiten. Ich glaube, in diese Richtung müsste die Wissenschaft mehr forschen, dann wäre das "kleine Wunder" auch bald wissenschaftlich erklärbar.
Glauben Sie ernsthaft, diese Person hätte ohne medizinische Versorgung einfach so eine Woche lang da unten gelegen, wäre dann von alleine aufgestanden und aus eigener Kraft aus der Höhle geklettert?

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spon-facebook-10000637209 07.12.2014, 14:18
22.

Zitat von zauselfritz
Das machst du dir aber viel zu einfach. In der Regel stirbt ein Mensch einfach wenn keine Hilfe bei schweren Kopfverletzungen geleistet wird. Und in der Regel sind Operationen um Blutungen und deren Folgen (erhöhter Hirninnendruck der wiederum das Hirn schädigt) unablässig. Das ist so. Da gibts nichts zu deuteln, nur optimieren kann man die Abläufe. Natürlich gibt es auch die Zufälle, die eine Verbesserung der Lage trotz nur eingeschränkter Versorgung aufweisen. Da muss man aber weder von "Wunder" reden noch dazu aufrufen künftig lieger weniger oder gar nichts zu tun. Ist beides nicht zielführend.
nein, es geht ja gerade darum, dass " In der Regel stirbt ein Mensch einfach wenn keine Hilfe bei schweren Kopfverletzungen geleistet wird" dem nicht so ist, das waren ja jetzt die Fakten, die gewisse schluesse zulassen. Also wenn man nicht mal Fakten zu wuerdigen weiss, dann hat's auch kein zweck zu diskutieren.

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NauMax 07.12.2014, 14:20
23.

Zitat von kdshp
Was hat das gekostet und wer zahlt dafür?
Hiermit protestiere ich in aller Form aufs Schärfste dagegen, dass Sie ihre Krankenkasse weiterhin mit irgendwelchen Kosten belasten, die dann die Allgemeinheit (und damit meine ich die Kassenmitglieder) tragen müssen. Dieses Land ist einfach so unglaublich bigott geworden, dass einem nur schlecht wird. Auf der einen Seite wird von allen Seiten bedingungslose Solidarität gefordert, sieht man sich jedoch selbst am Zuge, kommt sofort der "und wer zahlt dafür" Beißrelex. Sei es bei diesem Fall oder auch in Sachen Rückführung erkrankter Ebola-Helfer.

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Kohle&Reibach 07.12.2014, 14:24
24. Irgendwie reguliert

der Körper oder die Natur vieles selber.
Musste früher ja auch so gehen.

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#Nachgedacht 07.12.2014, 14:27
25. ????

Das Unglück geschah in einer Höhle und noch nicht einmal im Ansatz wird erwähnt das vielleicht auch die für diesen Fall günstigen klimatischen Verhältnisse einen Einfluss gehabt haben können.
Verfolgt man die Diskussion zeigt sich wie auch hier um schwarz oder weiß gekämpft wird. Nein, nicht entweder oder! Es geht dartum anzuerkennen das es beim Übergang Schattierungen gibt die man sehr genau beachten sollte und die Erfahrungen daraus umsetzen.
Leider will jeder ein ausschließliches Recht erhalten das sein Wissen einzig richtig ist, warum aber kann man nicht akzeptieren das es Grenzwisschenachften gibt, das es Erfahrungen außerhalb etabliertem Wissens gibt. Wie viel weiter wären wir wenn man alles Wissen gleichermaßen nutzen würde.
Dies entspräche aber nicht dem Ziel einer Gersellschaft die als obersten Maßstab aller Dinge Vermögen setzt und die Fähigkeit der Bereicherung Einzelner als Aufgabe sieht.

Die Zahl Jener welche schwarz und weiß verbindet nimmt zu, das lässt für die Zukunft noch hoffen.
#Nachgedacht

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doc.nemo 07.12.2014, 14:42
26.

"Gerade in einem solchen Fall wäre eine posttraumatische Belastungsstörung mit schweren Beeinträchtigungen wie Ängsten eine wahrscheinliche Folge gewesen..."

Ah ja. Wer nach einem belastenden Ereignis nicht psychisch krank wird, ist wohl schon unnormal? Er hat es gewagt, keine posttraumatische Belastungsstörung zu bekommen? Damit stößt er doch glatt unsere Psychotherapeuten-Clique vor den Kopf. Frechheit.

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widder58 07.12.2014, 15:25
27.

Wieder einmal gilt: Weniger ist oft mehr.
Ob die heutige Intensivmedizin immer von Vorteil ist bezweifel ich schon lange. Auch gesunden durch Reihenuntersuchungen ala Katheder mehr die Bilanzkonton der oft extra geschaffenen Kliniken, als den Patienten. Knieoperationen sind häufig völlig überflüssig, zahllose Entzündungen, Ausschläge und ähnliche Wehwehchen sind mit Minimalaufwand behandelbar.
Auch Herz und Durchblutung helfen sich oft selbst.
Die Selbstheilungskräfte sind enorm, dass sollte bei der Behandlung stärker einfließen.
Und letztlich: Sterben müssen wir alle mal.

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monolithos 07.12.2014, 15:31
28.

Herrn Westhausers Genesung mag erstaunlich sein und kann Ansatzpunkte bieten, Schädel-Hirn-Traumen besser zu verstehen und behandeln zu können. Vorschnelle Schlüsse können und werden seriöse Mediziner nicht ziehen. Darüber hinaus sollte man einfach nur froh sein, dass es einem Menschen wieder gut geht.

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